Berlin:

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat August 2026

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe befindet sich auf dem höchsten Stand seit achtzehn
Monaten. Im August wurde sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes1 preis-, kalender- und
saisonbereinigt im Vormonatsvergleich um 2,0 Prozent hochgefahren. Zuvor war es laut revidierten
Angaben zu einer Drosselung um 1,2 Prozent gekommen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich
folgte die Ausbringung mit + 0,4 Prozent einem Aufwärtstrend. Gegenüber dem Vorjahresniveau lag sie
arbeitstäglich bereinigt um 2,3 Prozent höher.


Im August lag die Bauproduktion deutlich (+ 9,3 Prozent) und die Industrieproduktion leicht (+ 0,6
Prozent) im Plus. Demgegenüber ging die Energieproduktion mit – 0,4 Prozent etwas zurück.
In den Zweigen des Baugewerbes verlief die Entwicklung im August durchweg positiv. Dabei stieg der
Produktionsindex im Ausbaugewerbe mit + 13,1 Prozent auf den höchsten Stand seit März 2021. Dabei
dürfte der Bauabschluss eines größeren Energieinfrastrukturprojekts eine Rolle gespielt haben. Der
Hoch- und Tiefbau befanden sich wie schon seit dem Frühjahr weiter auf einem Erholungskurs (+ 2,0
Prozent bzw. + 0,4 %).
Innerhalb der industriellen Gütergruppen gab das Produktionsvolumen von Vorleistungsgütern zum
vierten Mal in Folge leicht nach (- 0,2 Prozent). Derweil konnten die Investitionsgüterproduzenten
einen Teil ihres Einbruchs im Juli aufholen (+ 1,2 Prozent). Auch die Konsumgüterproduzenten legten
nach dem vorherigen Rücksetzer leicht zu (+ 0,6 Prozent).
Die Industriezweige entwickelten sich uneinheitlich: Zuwächse verzeichneten Bereiche wie der
Maschinenbau (+ 5,3 Prozent), Metallerzeugnisse (+ 3,5 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (+ 1,2
Prozent). Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (- 5,4 Prozent), chemischer Erzeugnisse (- 1,2 Prozent)
sowie Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischer und optischer Erzeugnisse (- 2,6 Prozent)
mussten hingegen Rückgänge verbuchen. Der Boom in den energieintensiven Branchen, der in der ersten
Jahreshälfte zu deutlichen Produktionsausweitungen in den entsprechenden Zweigen geführt hatte,
scheint sich mit der dritten Drosselung in Folge (- 0,5 Prozent) nicht weiter fortzusetzen.
Die Steigerung der Produktion im Produzierenden Gewerbe fiel damit zuletzt überraschend kräftig
aus. Einen großen Anteil daran hat die außergewöhnliche Expansion im Ausbaugewerbe, auf das etwa
ein Prozentpunkt des Zuwachses entfällt. Unabhängig von diesem Sondereffekt setzt der restliche
Bausektor trotz des gestiegenen Zinsniveaus seinen Erholungskurs fort. Gestützt wird er dabei auch
von öffentlichen Aufträgen zur Modernisierung der Infrastruktur. Dagegen bleibt die
Industriekonjunktur verhalten. Während Werksmodernisierung und -ferien im Kfz-Sektor im Sommer für
Dämpfungen sorgen, lässt der Impuls der energieintensiven Industrien im Zuge der Krise in der
Golfregion nach. Entsprechend entwickelten sich die Auslandsumsätze in den letzten Monaten
angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks wenig dynamisch. Zudem bleibt die Rheinschifffahrt infolge
des Niedrigwassers eingeschränkt. Somit sind die Aussichten für eine breit angelegte Belebung der
Industriekonjunktur weiter verhalten.

Quelle: bundeswirtschaftsministerium.de

Von redaktion