{"id":9663,"date":"2016-06-20T07:51:07","date_gmt":"2016-06-20T05:51:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=9663"},"modified":"2016-06-20T07:51:07","modified_gmt":"2016-06-20T05:51:07","slug":"ein-zeppelin-fuer-die-meere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=9663","title":{"rendered":"Ein Zeppelin f\u00fcr die Meere"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Ein Zeppelin f\u00fcr die Meere<\/p>\n<p>Weltweit erstmalig wird ein Zeppelin f\u00fcr die K\u00fcsten- und Meeresforschung eingesetzt. Das Luftschiff startet heute unter der Flagge des Wissenschaftsjahres Meere und Ozeane vom Flughafengel\u00e4nde Berlin-Sch\u00f6nefeld aus zu der Expedition &#8222;Uhrwerk Ozean&#8220;. In den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Tagen suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) im Gebiet zwischen Usedom und Bornholm nach Meereswirbeln, um diese zu vermessen. Die grundlegenden ozeanografischen Prozesse dieser kleinen Wirbel, die wie die Zahnr\u00e4der eines gro\u00dfen Uhrwerks ineinander greifen, sind nahezu unerforscht. Es wird angenommen, dass sie einen gro\u00dfen Einfluss auf die Nahrungskette der Ozeane, die Algenbl\u00fcte und das Klima haben.<\/p>\n<p>&#8222;Um die Meere zu verstehen, muss noch viel geforscht werden. Daf\u00fcr brauchen wir hochtechnische Ger\u00e4te. Der Einsatz eines Zeppelins zeigt, dass wir keinen Aufwand scheuen. Wir k\u00f6nnen mit Stolz sagen, dass Deutschland mit seinen exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und seiner Forschungsinfrastruktur hier international eine Spitzenposition einnimmt&#8220;, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka im Vorfeld des Starts der Expedition auf dem Berliner Flughafen Sch\u00f6nefeld.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=9666\" rel=\"attachment wp-att-9666\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9666\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/P1010076-300x225.jpg\" alt=\"P1010076\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/P1010076-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/P1010076.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Die Expedition \u00e2\u0080Uhrwerk Ozean&#8216; wird unser Verst\u00e4ndnis von klimatischen und ozeanografischen Zusammenh\u00e4ngen grundlegend ver\u00e4ndern&#8220;, erl\u00e4uterte Dr. Otmar Wiestler, Pr\u00e4sident der Helmholtz-Gemeinschaft. &#8222;Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig es f\u00fcr uns alle ist, dass unsere besten K\u00f6pfe sich der gro\u00dfen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie z.B. des Klimawandels, annehmen.&#8220;<\/p>\n<p>Auf der Pressekonferenz wurde auch der diesj\u00e4hrige &#8222;Jugend forscht&#8220;-Sieger Alexander Rotsch mit dem Preis f\u00fcr die beste interdisziplin\u00e4re Arbeit ausgezeichnet. Er gewann neben einer Teilnahme am London International Youth Science Forum auch einen Rundflug im Forschungszeppelin \u00fcber Berlin.<\/p>\n<p>Das unbekannte &#8222;Uhrwerk Ozean&#8220;<\/p>\n<p>Im Takt von Wind und Gezeiten transportieren die globalen Meeresstr\u00f6me, wie zum Beispiel der Golfstrom, riesige Wassermassen. Vergleichbar mit den R\u00e4dern eines sich st\u00e4ndig bewegenden Uhrwerks sind diese Meeresstr\u00f6me eng mit gro\u00dfen Wirbeln verzahnt. Den bisherigen Satellitenmessungen blieb verborgen, dass sich nahe der Wasseroberfl\u00e4che noch weitere unz\u00e4hlige kleine Wirbel drehen. W\u00e4hrend diese Wirbel das Wasser intensiv vermischen, bilden sich Turbulenzen. Dadurch haben diese vergleichsweise kleinen bislang kaum erforschten &#8222;Zahnr\u00e4der&#8220; wahrscheinlich einen gro\u00dfen Einfluss auf die Ozeanzirkulation, die Nahrungskette der Ozeane, das Klima sowie das Wachstum von Algenbl\u00fcten. &#8222;Mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern bis zu zehn Kilometern und einer Lebensdauer von wenigen Stunden bis zu einem Tag stellen diese kleinen Meereswirbel noch immer eines der gro\u00dfen R\u00e4tsel der Ozeanografie dar&#8220;, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Burkard Baschek, Leiter am Institut f\u00fcr K\u00fcstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Die Vermessung der Wirbel setzt eine besondere Messtechnik und Schnelligkeit voraus und gelang einem internationalen Team unter der Leitung von Baschek weltweit erstmalig im Jahr 2009.<\/p>\n<p>Der nun am 15. Juni in Friedrichshafen gestartete 75 Meter lange Zeppelin NT, ist mit Spezialkameras ausger\u00fcstet und soll diese kleinen Meereswirbel in der Ostsee aufsp\u00fcren. Mit dem Zeppelin k\u00f6nnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anders als mit bis dato eingesetzten Forschungsflugzeugen direkt \u00fcber den Wirbeln parken. Spezialkameras k\u00f6nnen Temperaturunterschiede an der Meeresoberfl\u00e4che von etwa 0,03 Grad Celsius messen und das Farbspektrum des Meerwassers erfassen. Aus den gewonnen Daten wird bestimmt, wie sich der kalte Kern des Wirbels mit dem au\u00dfen liegenden warmen Wasser vermischt und wie Mikroalgen darauf reagieren. &#8222;Mit dieser Messtechnik erzielen wir eine Aufl\u00f6sung, die um eine Million genauer ist als die von Satelliten&#8220;, verdeutlichte Baschek.<\/p>\n<p>Zeppelin ist Botschafter f\u00fcr die K\u00fcsten- und Meeresforschung<\/p>\n<p>&#8222;Wir freuen uns, dass der Zeppelin auch das Logo des Wissenschaftsjahres 2016*17 &#8211; Meere und Ozeane tr\u00e4gt und wir dazu beitragen k\u00f6nnen, die Sichtbarkeit dieser Initiative zu st\u00e4rken&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Wolfgang Kaysser, Wissenschaftlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit langem; und doch sind sie noch immer in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 geht es um die Entdeckung der Meere und Ozeane, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die \u00d6ffentlichkeit und unterst\u00fctzen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresfors! chung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.<\/p>\n<p>Partner<\/p>\n<p>Unter der Federf\u00fchrung von Prof. Dr. Burkard Baschek, Institutsleiter am Institut f\u00fcr K\u00fcstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) sind mehr als 40 weitere Ozeanografen beteiligt. Neben verschiedenen Gruppen des HZG sind das Leibniz-Institut f\u00fcr Ostseeforschung Warnem\u00fcnde, die Universit\u00e4t L\u00fcbeck\u00a0 und das Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven mit von der Partie. Aus den USA nehmen das Naval Research Laboratory\u00a0 und die Woods Hole Oceanographic Institution an der Expedition teil<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden Sie unter:<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmbf.de\/de\/kuesten-meeres-und-polarforschung-339.html<\/p>\n<p>https:\/\/www.wissenschaftsjahr.de\/2016-17\/<\/p>\n<p>http:\/\/www.uhrwerk-ozean.de\/<\/p>\n<p>http:\/\/www.helmholtz.de\/<\/p>\n<p>Quelle: bmbf.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Ein Zeppelin f\u00fcr die Meere Weltweit erstmalig wird ein Zeppelin f\u00fcr die K\u00fcsten- und Meeresforschung eingesetzt. Das Luftschiff startet heute unter der Flagge des Wissenschaftsjahres Meere und Ozeane vom Flughafengel\u00e4nde Berlin-Sch\u00f6nefeld aus zu der Expedition &#8222;Uhrwerk Ozean&#8220;. 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