{"id":8934,"date":"2015-08-30T07:55:25","date_gmt":"2015-08-30T05:55:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=8934"},"modified":"2015-08-30T07:55:25","modified_gmt":"2015-08-30T05:55:25","slug":"die-deutschen-landwirte-haben-insgesamt-durchschnittliche-ertraege-eingefahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=8934","title":{"rendered":"Die deutschen Landwirte haben insgesamt durchschnittliche Ertr\u00e4ge eingefahren"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Bundeslandwirtschaftsministerium legt Erntebericht 2015 vor<br \/>\nSchmidt: \u201cDie deutschen Landwirte haben insgesamt durchschnittliche Ertr\u00e4ge eingefahren\u201d<\/p>\n<p>Die deutsche Getreide- und Rapsernte hat in diesem Jahr durchschnittliche Ertr\u00e4ge gebracht. Das zeigt die aktuelle Erntebilanz des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Dahinter steht allerdings eine ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe Spannweite von Ernteergebnissen, die je nach Standort sehr unterschiedlich ausfallen. Bundesminister f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft Christian Schmidt bewertet die durchschnittlichen Zahlen differenziert. \u201eFest steht, dass im Vergleich mit den Rekordergebnissen des Vorjahres meist deutlich geringere Ertr\u00e4ge zu verzeichnen sind. Dennoch wurde der mehrj\u00e4hrige Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2014 sogar noch etwas \u00fcbertroffen. Gerade bei den wichtigsten Kulturen, Winterweizen und Wintergerste, liegen die Ergebnisse deutlich \u00fcber den bisherigen Sch\u00e4tzungen.\u201c Bundesminister Schmidt hat aber auch diejenigen Betriebe im Blick, die unter den Ernteeinbu\u00dfen leiden. \u201eTrotz der durchschnittlichen Zahlen gibt es Betriebe, die als Folge der zum Teil bis in den Sommer hinein andauernden Trockenheit gro\u00dfe Ertragseinbu\u00dfen erlitten haben\u201c, sagte Schmidt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=7961\" rel=\"attachment wp-att-7961\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7961\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/weinflasche-300x225.jpg\" alt=\"weinflasche\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/weinflasche-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/weinflasche.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Folgenden die wichtigsten Details zur Ernte:<\/p>\n<p>Die deutsche Getreideernte wird einschlie\u00dflich K\u00f6rnermais insgesamt rund 48,2 Millionen Tonnen erreichen. Das mehrj\u00e4hrige Mittel (2009 &#8211; 2014: 46,8 Millionen Tonnen) wird damit leicht \u00fcbertroffen (+ 3,0 Prozent). Dies ist das vorl\u00e4ufige Ergebnis der \u201eBesonderen Ernte- und Qualit\u00e4tsermittlung (BEE)\u201c auf der Basis von repr\u00e4sentativen Ertragsmessungen. Insgesamt wurde auf etwa 6,54 Millionen Hektar Getreide zur K\u00f6rnergewinnung angebaut, eine etwas gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4che als im Vorjahr. Die Hektarertr\u00e4ge sind bei Getreide im Erntejahr 2015 durchschnittlich ausgefallen. Nimmt man alle Getreidearten zusammen, so erreicht der Hektarertrag nach den bisher vorliegenden Messungen 73,7 Dezitonnen und liegt damit um 8,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Das mehrj\u00e4hrige Mittel (71,2 Dezitonnen je Hektar) wird um 3,6 Prozent \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Die Vegetationsperiode 2014\/15 war in weiten Teilen Deutschlands zun\u00e4chst gepr\u00e4gt durch einen zu warmen und trockenen Herbst und einen milden Winter mit sp\u00e4tem Einsetzen der Winterruhe. Das Fr\u00fchjahr 2015 war, wie schon im Vorjahr, zu warm, sonnenscheinreich und vor allem zu trocken. Allerdings traten im April und Mai noch immer einige N\u00e4chte mit Bodenfrost auf. Dies f\u00fchrte dazu, dass die Vegetation anders als im Vorjahr keinen wesentlichen Entwicklungsvorsprung aufwies. Kennzeichnend waren dar\u00fcber hinaus vermehrt auftretende Extremwetterereignisse in Form einer verbreitet lang anhaltenden Trockenheit, wiederholter Hitzeperioden mit neuen Temperaturrekorden, aber auch regionaler unwetterartiger Entwicklungen mit teils erheblichem Schadenspotenzial.<\/p>\n<p>Die Ernte der Wintergerste begann in diesem Jahr fr\u00fch, in einigen Regionen bereits Ende Juni. Die Ernte der anderen, sp\u00e4ter reifen Getreidearten setzte generell im S\u00fcden deutlich fr\u00fcher ein als in Norddeutschland, wo im Monat Juli vertr\u00e4glichere Temperaturen herrschten und auch h\u00f6here Niederschl\u00e4ge zu verzeichnen waren. Zwar wurde die Ernte in vielen Gebieten durch Regenf\u00e4lle unterbrochen, konnte aber dennoch in der Regel trocken eingebracht werden.<\/p>\n<p>Weizen ist in Deutschland die wichtigste Getreideart: 26,4 Millionen Tonnen wurden geerntet, 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als 98 Prozent dieser Menge entf\u00e4llt auf Winterweizen, der zugleich \u2013 abgesehen von K\u00f6rnermais \u2013 das h\u00f6chste Ertragspotenzial unter den Getreidearten aufweist. In diesem Jahr werden f\u00fcr Winterweizen im Bundesdurchschnitt Hektarertr\u00e4ge von 81 Dezitonnen erreicht. In Norddeutschland liegen wie in den Vorjahren die Ertr\u00e4ge noch wesentlich h\u00f6her, auf leichten B\u00f6den wie etwa in Brandenburg oder auf von Trockenheit besonders betroffenen Standorten deutlich niedriger.<\/p>\n<p>Die Roggenernte f\u00e4llt 2015 mit 3,35 Millionen Tonnen deutlich geringer aus als die Ernte des Vorjahres (- 13 Prozent). Die Landwirte schr\u00e4nkten den Anbau geringf\u00fcgig ein und die sehr guten Hektarertr\u00e4ge des vergangenen Jahres konnten bei Weitem nicht erreicht werden. Zur Nahrungsmittelproduktion in Deutschland werden weniger als eine Million Tonnen Roggen ben\u00f6tigt. Daher stehen recht gro\u00dfe Mengen f\u00fcr andere Verwendungen sowie f\u00fcr den Export zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Ernte der Wintergerste, der am fr\u00fchesten abreifenden Getreidekultur, erbrachte Hektarertr\u00e4ge von 76,9 Dezitonnen, fast so viel wie im Vorjahr. Bei einer leicht ausgedehnten Anbaufl\u00e4che \u00fcbertrifft die Erntemenge mit 9,7 Millionen Tonnen diejenigen der letzten Jahre deutlich (+ 15,2 Prozent gegen\u00fcber dem mehrj\u00e4hrigen Mittel). Das Ertragsniveau der Sommergerste fiel mit 55 Dezitonnen pro Hektar am erfreulichsten aus. Von einer etwas gestiegenen Anbaufl\u00e4che wurden etwa 2,03 Millionen Tonnen Sommergerste eingebracht, die zum \u00fcberwiegenden Teil zur Herstellung von Braumalz verwendet wird.<\/p>\n<p>Beim Hafer wurde bei m\u00e4\u00dfigen Ertr\u00e4gen die kleinste bisher verzeichnete Haferernte von nur 582 000 Tonnen eingebracht. F\u00fcr den K\u00f6rnermais ist 2015 ein problematisches Jahr. Er litt in seiner Entwicklung an vielen Standorten in besonderem Ma\u00dfe unter der Trockenheit. Auf Grund des sp\u00e4teren Erntezeitpunkts ist eine Erntesch\u00e4tzung derzeit nur mit Einschr\u00e4nkungen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der Getreideernte 2015 ist sehr zufriedenstellend. Weizen verzeichnet im Durchschnitt einen etwas h\u00f6heren Proteingehalt als im Vorjahr. Die Roggenernte zeigt gute bis sehr gute Backqualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Preisbildung sind die Entwicklungen an den internationalen M\u00e4rkten von erheblicher Bedeutung. F\u00fcr die EU-28 geht die Europ\u00e4ische Kommission von einer Erntemenge aus, die niedriger als im Vorjahr, aber knapp \u00fcber dem mehrj\u00e4hrigen Durchschnitt liegen wird. Die globalen Getreidem\u00e4rkte sind derzeit relativ gut versorgt, auch wenn die weltweiten Erntemengen an Weizen und Mais nicht ganz an die Rekordwerte des Vorjahres heranreichen. Die relativ reichliche Marktversorgung pr\u00e4gte auch die Preisentwicklung an den internationalen M\u00e4rkten. Der FAO-Index der Getreidepreise an den internationalen M\u00e4rkten erreichte im Mai 2015 den tiefsten Stand seit f\u00fcnf Jahren, bevor er dann wieder etwas anstieg. F\u00fcr die Konkurrenzf\u00e4higkeit des deutschen Exports und das Preisniveau am Binnenmarkt wirkte sich die Abwertung des Euro zum US Dollar im letzten Wirtschaftsjahr positiv aus. Die Erzeugerpreise in Deutschland liegen, mit einer gewissen Bandbreite, etwa auf dem vergleichbaren Vorjahresniveau, wobei Futterweizen mit + 7 Prozent im Jahresvergleich am g\u00fcnstigsten abschneidet.<\/p>\n<p>Die Ernte an Winterraps, der in Deutschland bedeutendsten \u00d6lfrucht, f\u00e4llt wegen eines verringerten Fl\u00e4chenumfangs und widriger Witterungsbedingungen klein aus. Daneben k\u00f6nnte auch Sch\u00e4dlingsbefall eine Rolle gespielt haben. Mit knapp 5,0 Millionen Tonnen liegt die Erntemenge um 20,0 Prozent unter der Erzeugung von 2014 und um 8,2 Prozent unter dem mehrj\u00e4hrigen Mittel. Die \u00d6lgehalte der bisher im Rahmen der BEE untersuchten Rapsproben liegen im mehrj\u00e4hrigen Vergleich vergleichsweise hoch.<\/p>\n<p>\u00dcbrige Kulturen<br \/>\nIm Kartoffelanbau entwickelten sich die Best\u00e4nde witterungsbedingt langsamer als 2014. W\u00e4hrend die Pflanzen zun\u00e4chst von der im Boden gespeicherten Winterfeuchtigkeit profitieren konnten, machte die weit verbreitete Trockenheit den Best\u00e4nden mit fortschreitender Vegetationsentwicklung zu schaffen. Insbesondere auf leichten und sandigen Standorten wurde daher fr\u00fchzeitig mit der Beregnung begonnen. Da auch die Anbaufl\u00e4chen deutlich reduziert wurden, ist in diesem Jahr von einer allenfalls durchschnittlichen Kartoffelernte auszugehen.<\/p>\n<p>Unter dem Eindruck der guten Vorjahresernte und mit Blick auf die Einhaltung der Lieferkontingente wurde die Anbaufl\u00e4che f\u00fcr Zuckerr\u00fcben 2015 deutlich eingeschr\u00e4nkt. Aufgrund der Witterungsverh\u00e4ltnisse wird zudem ein niedrigerer Zuckerertrag je Hektar erwartet. Insgesamt wird die Zuckererzeugung daher in diesem Jahr sehr deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.<\/p>\n<p>Infolge der Witterungsbedingungen war der Saisonstart bei den Obst- und Gem\u00fcsekulturen nicht ganz so fr\u00fch wie im Vorjahr. Wegen der weit verbreiteten und lang anhaltenden Trockenheit musste vermehrt bew\u00e4ssert werden, und es kam teilweise zu Beeintr\u00e4chtigungen bei Menge und Qualit\u00e4t. Die Ertr\u00e4ge des Baumobstes \u2013 \u00c4pfel, Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen \u2013 liegen durchweg unter dem Vorjahresergebnis. Besonders stark f\u00e4llt der Ertragsr\u00fcckgang im Vergleich zur Rekordernte 2014 wegen der Alternanz bei \u00c4pfeln aus, sowohl im Markt\u00adobstanbau als auch auf Streuobstfl\u00e4chen. Auch der Erdbeeranbau hatte mit der Trockenheit zu k\u00e4mpfen. Aufgrund der Witterung waren die Fr\u00fcchte vielfach kleiner als \u00fcblich, daf\u00fcr aber sehr aromatisch. Der Ertrag f\u00fcr Freilanderdbeeren liegt laut Vorerhebung unter dem Vorjahresergebnis, jedoch \u00fcber dem mehrj\u00e4hrigen Mittelwert.<\/p>\n<p>Die au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Bedingungen f\u00fcr den Spargelanbau des Vorjahres wiederholten sich in diesem Jahr nicht. Trotz der anhaltenden Ausweitung der Anbaufl\u00e4chen bleibt die Erntemenge nach Sch\u00e4tzung des Statistischen Bundesamts unter dem Vorjahresniveau. Urs\u00e4chlich hierf\u00fcr waren die k\u00fcrzere Ernteperiode wegen des sp\u00e4teren Saisonstarts und die regionale Trockenheit w\u00e4hrend der Ernte. Dennoch liegt die Erntemenge \u00fcber dem mehrj\u00e4hrigen Durchschnitt.<\/p>\n<p>Beim Wein machte sich ebenfalls zeitweise Trockenstress bemerkbar. Als Tiefwurzler kommen die Reben jedoch besser als andere Kulturen mit Wassermangel zurecht. Das Ernteergebnis wird von den weiteren Wetterbedingungen bis zum Beginn der Hauptlese in einigen Wochen abh\u00e4ngen. Derzeit werden die Chancen f\u00fcr einen qualitativ herausragenden Jahrgang als gut angesehen.<\/p>\n<p>Die ungleiche Verteilung der Niederschl\u00e4ge wirkte sich vor allem im Futterbau gravierend aus, wobei teilweise auf engem Raum erhebliche Unterschiede auftraten. Es gibt auch in diesem Jahr Betriebe mit normaler oder sogar \u00fcberdurchschnittlicher Futterernte, insbesondere im Norden und im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden. In vielen Betrieben stellt dagegen die Sicherung der Grundfutterversorgung f\u00fcr den Winter eine gro\u00dfe Herausforderung dar, da die Ertr\u00e4ge vom Gr\u00fcnland und aus dem Silomaisanbau vielfach nur m\u00e4\u00dfig waren oder es sogar zu Totalausf\u00e4llen kam. Um diesen Betrieben zu helfen, wurde ausnahmsweise die Nutzung des Aufwuchses der brachliegenden \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4chen zur Verf\u00fctterung gestattet.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Ernte 2015 mit Tabellen und Schaubildern gibt es im Internet unter http:\/\/www.bmel.de\/SharedDocs\/Downloads\/Landwirtschaft\/Markt-Statistik\/Ernte2015Bericht.html<br \/>\nhttp:\/\/www.bmel.de\/SharedDocs\/Downloads\/Landwirtschaft\/Markt-Statistik\/Ernte2015BerichtAnlagen.html<\/p>\n<p>Quelle:bmel.bund.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Bundeslandwirtschaftsministerium legt Erntebericht 2015 vor Schmidt: \u201cDie deutschen Landwirte haben insgesamt durchschnittliche Ertr\u00e4ge eingefahren\u201d Die deutsche Getreide- und Rapsernte hat in diesem Jahr durchschnittliche Ertr\u00e4ge gebracht. Das zeigt die aktuelle Erntebilanz des Bundeslandwirtschaftsministeriums. 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