{"id":7604,"date":"2014-09-17T11:22:10","date_gmt":"2014-09-17T09:22:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=7604"},"modified":"2014-09-17T11:22:10","modified_gmt":"2014-09-17T09:22:10","slug":"eine-frage-der-haltung-neue-wege-fuer-mehr-tierwohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=7604","title":{"rendered":"Eine Frage der Haltung \u2013 neue Wege f\u00fcr mehr Tierwohl"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Eine Frage der Haltung \u2013 neue Wege f\u00fcr mehr Tierwohl<br \/>\nBundesminister Schmidt startet neue Tierschutz-Initiative: \u201eDen Tieren muss es am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen als heute&#8220;<\/p>\n<p>Mit dem Start einer neuen Initiative f\u00fcr mehr Tierwohl will Bundesminister Christian Schmidt den Tierschutz st\u00e4rker in die Mitte der Gesellschaft r\u00fccken. \u201eWir ben\u00f6tigen eine gemeinsame Haltung, einen neuen gesellschaftlichen Pakt, um das Verh\u00e4ltnis von Mensch und Tier neu auszuloten. Erforderlich ist ein verl\u00e4sslicher Rahmen und ein einheitliches Verst\u00e4ndnis, um keinen Flickenteppich der Strukturen und Interpretationen entstehen zu lassen\u201c, sagte Schmidt bei der Vorstellung der Eckpunkte seiner Initiative \u201eEine Frage der Haltung \u2013 neue Wege f\u00fcr mehr Tierwohl\u201c in Berlin. Als Ziel gab er aus: \u201eAm Ende dieser Legislaturperiode muss es den Tieren besser gehen als heute.\u201c Der Tierschutzbericht 2015 werde daher auch die Aktivit\u00e4ten der Tierwohl-Initiative beleuchten. Mit der Initiative setzt das BMEL die Tierwohl-Offensive des Koalitionsvertrages um.<\/p>\n<p>Bundesminister Schmidt rief Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbraucher dazu auf, gemeinsam neue Wege zu beschreiten. \u201eTierwohl ist eine Frage der Haltung \u2013 nicht nur in den St\u00e4llen, sondern auch in den K\u00f6pfen. Seit 2002 steht der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz. Es wird Zeit, dass wir ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis vereinbaren, was dies beispielsweise f\u00fcr die Nutztierhaltung konkret bedeutet\u201c, sagte Schmidt. Konkret werde er den Tierschutz auch finanziell weiter st\u00e4rken: So sieht der Regierungsentwurf des BMEL-Haushaltes 2015 f\u00fcr Ausgaben im Bereich des Tierschutzes Mittel von \u00fcber 33 Millionen Euro vor (2014 rund 20,5 Millionen).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=6480\" rel=\"attachment wp-att-6480\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6480\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/P1000339-300x225.jpg\" alt=\"P1000339\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/P1000339-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/P1000339.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eZiel der Initiative ist es, gerade auch die Haltungsbedingungen f\u00fcr landwirtschaftliche Nutztiere weiter zu verbessern und noch st\u00e4rker an die Bed\u00fcrfnisse der Tiere anzupassen\u201c, sagte Schmidt. Es gelte, bestehende und k\u00fcnftige Initiativen der beteiligten Wertsch\u00f6pfungskette vom Erzeuger \u00fcber den Handel bis zum Verbraucher zu unterst\u00fctzen, die nachweislich hohe Tierschutzstandards f\u00f6rdern. Angestrebt seien Ma\u00dfnahmen auf Grundlage der \u201everbindlichen Freiwilligkeit\u201c. \u201eIch setze auf Freiwilligkeit, scheue aber nicht davor zur\u00fcck, gesetzgeberisch zu handeln, wo notwendig\u201c, so der Minister.<\/p>\n<p>Erste Wahl f\u00fcr die Umsetzung, Realisierung und Vermittlung des Staatsziels Tierschutz in unserer offenen Gesellschaft sei zun\u00e4chst nicht das Ordnungsrecht, sondern ein offener, aber kritischer Weg und Dialog, der alle Handelnden und auch die Verbraucher mit einbezieht. \u201eIch wei\u00df, dass dieser Weg nicht einfach werden wird. Aber wir m\u00fcssen heraus aus dem Klima des Vertrauensverlustes hin zu einem integrativen Ansatz: Gemeinsam f\u00fcr mehr Tierwohl. Dabei darf es nicht bei sch\u00f6nen Worten bleiben: Es m\u00fcssen bewertbare und klare Indikatoren entwickelt werden, die den Erfolg der freiwilligen Initiativen messbar machen und Ziele vorgeben\u201c, sagte Schmidt.<\/p>\n<p>Die vorgelegten Eckpunkte beinhalten ein umfangreiches Ma\u00dfnahmenpaket, das auch Versuchstiere, Haustiere und weitere Tiere umfasst. Der Schwerpunkt der Aktivit\u00e4ten liegt aber in der Nutztierhaltung: So soll bereits im ersten Quartal 2015 der Entwurf einer freiwilligen Vereinbarung zum Verzicht auf sogenannte nicht-kurative Eingriffe, wie etwa das Kupieren der Schw\u00e4nze bei Schweinen und von H\u00fchnerschn\u00e4beln, vorliegen.<\/p>\n<p>St\u00e4lle in Deutschland sollen k\u00fcnftig am Tierwohl orientiert sein. Mitte 2015 wird es Grundlagen f\u00fcr ein Pr\u00fcf- und Zulassungsverfahren f\u00fcr serienm\u00e4\u00dfig hergestellte Stalleinrichtungen geben, in einem ersten Schritt f\u00fcr den Bereich der Legehennen. Zudem sollen Anforderungen an die Sachkunde der Personen definiert werden, die mit landwirtschaftlichen Nutztieren umgehen. \u201eJeder, der mit Tieren arbeitet, muss sich der W\u00fcrde des Tieres bewusst sein und ihnen mit R\u00fccksicht und Respekt begegnen\u201c, sagte Schmidt. In einem Netz von Demonstrationsbetrieben sollen bis Ende 2015 besondere Tierschutzbedingungen in die Praxis umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Schmidt wies darauf hin, dass so schnell wie m\u00f6glich tiergerechte L\u00f6sungen gefunden werden m\u00fcssten, diese aber auch praxistauglich sein m\u00fcssten. \u201eWas bringt es dem Tier, wenn der Schwanz nicht vom Menschen abgeschnitten, er aber von anderen Schweinen angebissen wird\u201c, sagte Schmidt. Hier sei auch die Forschung gefordert, praktikable Wege des \u00dcbergangs aufzuzeigen. Ebenso wie bei der bet\u00e4ubungslosen Ferkelkastration sei es nicht sinnvoll, einen Ausstieg von jetzt auf gleich anzuordnen.<\/p>\n<p>Jedes Jahr werden rund 45 Millionen m\u00e4nnliche K\u00fcken get\u00f6tet, nur weil sie das falsche Geschlecht haben. Eine fr\u00fche Geschlechtsbestimmung im Ei k\u00f6nnte Abhilfe schaffen. Die Forschung ist hier auf gutem Wege, ein solches Verfahren auch f\u00fcr die breite Praxis zu entwickeln. Daf\u00fcr sollen Anfang 2015 konkrete Ergebnisse vorliegen. Weiteren Handlungsbedarf sieht Schmidt in der st\u00e4rkeren Begrenzung und Kontrolle von Tiertransporten, bei Muttersauen, die mehr Ferkel geb\u00e4ren als aufgezogen werden k\u00f6nnen oder der Problematik des Schlachtens hochtr\u00e4chtiger K\u00fche.<\/p>\n<p>&#8222;Eine Frage der Haltung \u2013 neue Wege f\u00fcr mehr Tierwohl&#8220; f\u00f6rdert neue Ans\u00e4tze f\u00fcr eine verbesserte Tierhaltung durch einen organisierten Informationsaustausch, die Unterst\u00fctzung von Best-Practice-Modellen und eine wissenschaftliche Begleitung. Die Initiative versteht sich als Gemeinschaftswerk von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. \u201eWir wollen das Zusammenwirken der Akteure verst\u00e4rken. Es geht vor allem darum, miteinander zu reden und voneinander zu lernen\u201c, sagte Schmidt. \u201eDie gute Nachricht ist, dass wir beim Tierschutz das Rad an vielen Stellen nicht neu erfinden, es aber gemeinsam besser ins Rollen bringen m\u00fcssen\u201c, beschreibt Schmidt die Ausgangssituation. \u201eJeder muss an seinem Platz Verantwortung \u00fcbernehmen \u2013 der Staat durch Rahmenbedingungen, die das Wohlbefinden von Tieren f\u00f6rdern, die Landwirte, die es in die Tat umsetzen, und wir als Verbraucher, die an der Ladentheke mitentscheiden.\u201c<\/p>\n<p>Wo Zielkonflikte und Reibungen bestehen soll die Initiative vermitteln und moderieren. Schmidt betonte, dass die Ma\u00dfnahmen am Ende auch wirtschaftlich sein m\u00fcssen. \u201eWir brauchen Haltungsbedingungen, die dem Tierwohl bestm\u00f6glich gerecht werden und zugleich eine wirtschaftliche Tierproduktion erm\u00f6glichen. Nur dann wird es gelingen, die Tierhalter bei der Tierwohloffensive mitzunehmen\u201c, ist Schmidt \u00fcberzeugt. Bei der Beantwortung offener Fragen sei die Politik auf solide wissenschaftliche Erkenntnisse angewiesen. Der Ausbau der Forschungsf\u00f6rderung ist fester Bestanteil der Initiative.<br \/>\nBegleitet werden soll die Initiative von einem \u201eKompetenzkreis Tierwohl&#8220;, der insbesondere bei der Folgenabsch\u00e4tzung politischer Ma\u00dfnahmen als Ratgeber fungieren wird. Hier setzt das BMEL auf die Mitwirkung von berufsst\u00e4ndischen Organisationen sowie Tierschutz- und Verbraucherverb\u00e4nden. Auch Tierethiker und Vertreter der Kirchen sollen eingeladen werden. Vorgesehen sind zudem empirische Untersuchungen und eine differenzierte Auswertung bestehender Studien und Umfragen. Auch der Dialog mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern soll verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Tiergerechte Haltungsbedingungen sind keine Frage der Stallgr\u00f6\u00dfe, sondern des Managements und der Betreuung. \u201eWir m\u00fcssen erreichen, dass jedes Tier \u2013 unabh\u00e4ngig von der Stallgr\u00f6\u00dfe \u2013 tiergerecht gehalten wird. Im Fokus muss die Verbesserung des Wohlbefindens jedes einzelnen Tieres stehen\u201c, sagte Schmidt. Praktiken, die unertr\u00e4gliches Leid in der Tierhaltung zeigen, seien nicht akzeptabel. \u201eWenn etwa Ferkel grundlos get\u00f6tet werden, ist das ein klarer Versto\u00df gegen das Tierschutzgesetz. Das d\u00fcrfen wir nicht tolerieren\u201c, forderte Schmidt die L\u00e4nder auf, scharf zu kontrollieren und zu sanktionieren.<\/p>\n<p>Zugleich appellierte er an die L\u00e4nder und die Erzeuger, die zur Verf\u00fcgung stehenden F\u00f6rdermittel der EU und des Bundes in noch st\u00e4rkerem Ma\u00dfe f\u00fcr die Belange des Tierschutzes zu nutzen \u2013 etwa bei der F\u00f6rderung besonders tiergerechter Haltungsverfahren mit einer Pr\u00e4mie. \u201eDa ist noch deutlich Luft nach oben\u201c, so der Minister. Ausdr\u00fccklich unterst\u00fctzen will Schmidt eine Politik der gl\u00e4sernen St\u00e4lle und der offenen H\u00f6fe. \u201eUm Verbrauchern ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu vermitteln, ben\u00f6tigen wir mehr Transparenz in der Stallhaltung. Erzeuger m\u00fcssen auf die Menschen zugehen und Gelegenheiten zur Kommunikation bieten\u201c, sagte Schmidt.<\/p>\n<p>Aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher nimmt Schmidt in die Pflicht: \u201eSchon heute haben die Verbraucher die M\u00f6glichkeit, mit dem Einkaufskorb Politik zu machen. Wer den Tierschutz einfordert muss auch bereit sei, f\u00fcr das Wohl der Tiere den Preis zu bezahlen, von dem die Erzeuger leben k\u00f6nnen. Unsere Lebensmittel sollen nicht billig sein, sie m\u00fcssen ihren Preis wert sein.\u201c Schmidt: \u201eWer es ernst meint, kann sich etwa mit dem Tierschutzlabel des Tierschutzbundes bewusst f\u00fcr Produkte entscheiden, bei deren Erzeugung hohe Standards garantiert werden.\u201c Auch die neue Brancheninitiative des Bauernverbandes und des Handel bietet die Chance, Angebote mit einem Mehrwert an Tierschutz zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Termine der Initiative<br \/>\nSchon am 6. Oktober kommt der \u201eKompetenzkreis Tierwohl\u201c zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Zudem wird sich der Minister am 21. Oktober mit unterschiedlichen Tierschutz-Interessensvertretern treffen um die Ziele der Initiative Tierwohl zu er\u00f6rtern. Am 9. Dezember veranstaltet das BMEL zusammen mit der Bundesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung (BLE) einen gro\u00dfen Tierschutzkongress in Bonn. Bundesminister Schmidt k\u00fcndigte dar\u00fcber hinaus an, den Dialog mit den Bundesl\u00e4ndern zu intensivieren. Dabei soll unter anderem auch die Frage der Rechtsdurchsetzung beim Tierschutz thematisiert werden, um fl\u00e4chendeckend und m\u00f6glichst einheitlich in Deutschland Verbesserungen zu erreichen.<br \/>\nDie Eckpunkte und weitere Informationen zur Initiative \u201eEine Frage der Haltung \u2013 neue Wege f\u00fcr mehr Tierwohl\u201c sind abrufbar unter: www.bmel.de\/tierwohl&lt;http:\/\/www.bmel.de\/tierwohl&gt;<\/p>\n<p>Quelle: bmel,bund.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Eine Frage der Haltung \u2013 neue Wege f\u00fcr mehr Tierwohl Bundesminister Schmidt startet neue Tierschutz-Initiative: \u201eDen Tieren muss es am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen als heute&#8220; Mit dem Start einer neuen Initiative f\u00fcr mehr Tierwohl will Bundesminister Christian Schmidt den Tierschutz st\u00e4rker in die Mitte der Gesellschaft r\u00fccken. \u201eWir ben\u00f6tigen eine gemeinsame Haltung, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":6480,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44,3],"tags":[453,1592],"class_list":["post-7604","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland-2","category-news","tag-tierschutz","tag-tierwohl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7604"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7604\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}