{"id":4803,"date":"2013-01-04T11:20:39","date_gmt":"2013-01-04T10:20:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4803"},"modified":"2013-01-04T11:20:39","modified_gmt":"2013-01-04T10:20:39","slug":"gesetz-zur-reform-des-seehandelsrechts-verabschiedet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4803","title":{"rendered":"Gesetz zur Reform des Seehandelsrechts verabschiedet"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Zu dem heute vom Deutschen Bundestag beschlossenen Gesetz zur Reform des Seehandelsrechts erkl\u00e4rt<br \/>\nBundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:<\/p>\n<p>Ich freue mich, dass die parlamentarischen Beratungen zu dem von der Bundesregierung vorgelegten<br \/>\nEntwurf eines Gesetzes zur Reform des Seehandelsrechts erfolgreich abgeschlossen wurden und ein<br \/>\nnahezu unver\u00e4nderter Regierungsentwurf verabschiedet wurde. Damit sind die Weichen daf\u00fcr gestellt,<br \/>\ndass das Gesetz noch im Februar 2013 in Kraft treten kann.<\/p>\n<p>Mit dem Gesetz zur Reform des Seehandelsrechts werden die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Seehandel an<br \/>\ndie heutigen Bed\u00fcrfnisse angepasst. Hierzu wird das im Handelsgesetzbuch kodifizierte<br \/>\nSeehandelsrecht vollst\u00e4ndig neu gefasst und \u00fcbersichtlicher strukturiert. Dabei werden veraltete<br \/>\nRegelungen und Rechtsinstrumente wie die Partenreederei und das seerechtliche Verklarungsverfahren<br \/>\nabgeschafft, das Seefrachtrecht behutsam modernisiert, au\u00dferdem gesetzliche Grundregelungen f\u00fcr im<br \/>\nSeehandel weit verbreitete Vertragsgestaltungen eingef\u00fchrt und die Haftung des Bef\u00f6rderers f\u00fcr<br \/>\nSch\u00e4den von Passagieren auf kleineren Seeschiffen sowie auf Binnenschiffen europ\u00e4ischem Standard<br \/>\nangepasst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=4804\" rel=\"attachment wp-att-4804\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4804\" alt=\"schiff\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/schiff.jpg\" width=\"480\" height=\"340\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit dem vom Bundesjustizministerium erarbeiteten und vom Deutschen Bundestag beschlossenen Gesetz<br \/>\nist ein modernes und praxisgerechtes Seehandelsrecht geschaffen worden. Die Unternehmen werden von<br \/>\nmehr Rechtssicherheit profitieren. Das deutsche Recht gewinnt damit wieder mehr Attraktivit\u00e4t. Mit<br \/>\nHinweis auf ein veraltetes Seehandelsrecht muss nicht mehr auf fremde Rechtsordnungen ausgewichen<br \/>\nwerden. Im Gegenteil st\u00e4rkt ein modernes Seehandelsrecht den Rechts- und Wirtschaftsstandort<br \/>\nDeutschland und macht ihn interessant f\u00fcr im Ausland t\u00e4tige Unternehmen.<\/p>\n<p>Zum Hintergrund:<br \/>\nDas Gesetz geht zur\u00fcck auf Vorschl\u00e4ge einer im Jahre 2004 eingesetzten Sachverst\u00e4ndigengruppe zur<br \/>\nReform des Seehandelsrechts. Nach eingehenden Beratungen dieser Vorschl\u00e4ge beschloss die<br \/>\nBundesregierung im Mai 2012 den Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Seehandelsrechts. Dieser<br \/>\nEntwurf wurde fast unver\u00e4ndert vom Deutschen Bundestag beschlossen. Kernst\u00fcck der Reform ist das im<br \/>\nF\u00fcnften Buch des Handelsgesetzbuchs kodifizierte See-handelsrecht. Zugleich werden im allgemeinen<br \/>\nTransportrecht und im Binnenschifffahrtsrecht einzelne Korrekturen vorgenommen.<\/p>\n<p>Das Seehandelsrecht wird insbesondere in folgenden Punkten ge\u00e4ndert: Die Partenreederei und das<br \/>\nseerechtliche Verklarungsverfahren werden abgeschafft.<\/p>\n<p>Die Regelungen \u00fcber die rechtliche Abwicklung von Havarien (Gro\u00dfe Haverei) werden deutlich<br \/>\ngestrafft und Sonderregelungen aufgehoben (uneigentliche Haverei, die kleine Haverei und die<br \/>\nbesondere Haverei.)<\/p>\n<p>Die quasi-vertragliche Haftung des Kapit\u00e4ns f\u00fcr die Ausf\u00fchrung der vom Reeder abge-schlossenen<br \/>\nVertr\u00e4ge wird aufgegeben.<\/p>\n<p>Im Seefrachtrecht wird klar zwischen dem St\u00fcckgut- und Reisefrachtvertrag unterschieden und die<br \/>\nVorschriften \u00fcber die Abwicklung der Bef\u00f6rderung werden st\u00e4rker an die Vorschriften im Vierten Buch<br \/>\ndes Handelsgesetzbuchs \u00fcber das Frachtgesch\u00e4ft sowie an die allgemeinen zivilrechtlichen<br \/>\nVorschriften im B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch angelehnt. Dar\u00fcber hinaus wird erstmals die Verwendung<br \/>\nelektronischer Konnossemente und Seefrachtbriefe erm\u00f6glicht. Die Haftungsregelungen werden dagegen<br \/>\nauch weiterhin nach dem Vorbild des von Deutschland ratifizierten Internationalen Abkommens vom 25.<br \/>\nAugust 1924 zur Vereinheitlichung von Regeln \u00fcber Konnossemente (\u201eHaager Regeln\u201c) sowie des<br \/>\nProtokolls vom 23. Februar 1968 zur \u00c4nderung der Haager Regeln (\u201eVisby-Regeln\u201c) ausgestaltet. Eine<br \/>\nAusnahme gilt insoweit nur f\u00fcr Feuer und f\u00fcr nautisches Verschulden, d.h. f\u00fcr Verschulden der<br \/>\nBesatzung bei der F\u00fchrung und Bedienung des Schiffes. F\u00fcr diese F\u00e4lle verzichtet das Gesetz auf die<br \/>\nNormierung eines Ausschlusses der Haftung des Verfrachters und \u00fcberl\u00e4sst es den Vertragsparteien,<br \/>\neinen solchen Haftungsausschluss zu vereinbaren. Im Verh\u00e4ltnis zu den Vertragsstaaten der Haager<br \/>\nRegeln bleibt es allerdings bei einem gesetzlichen Haftungsausschluss, da Deutschland als<br \/>\nVertragsstaat der Haager Regeln insoweit v\u00f6lkerrechtlich verpflichtet ist.<\/p>\n<p>Erstmals werden in einem eigenst\u00e4ndigen Abschnitt die sog. Schiffs\u00fcberlassungsvertr\u00e4ge, n\u00e4mlich die<br \/>\nsog. Bareboat-Charter und die sog. Zeitcharter, geregelt und damit die Abgrenzung dieser<br \/>\nVertragstypen vom Seefrachtvertrag erleichtert. Die Haftung des Bef\u00f6rderers f\u00fcr Sch\u00e4den von<br \/>\nPassagieren auf kleineren Seeschiffen sowie auf Binnenschiffen wird in Anlehnung an die<br \/>\nEG-Verordnung 392\/2009 \u00fcber die Unfallhaftung von Bef\u00f6rderern von Reisenden auf See versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Der Arrest in Schiffe wird nicht mehr davon abh\u00e4ngig gemacht, dass ohne ihn die Vollstreckung des<br \/>\nUrteils vereitelt oder wesentlich erschwert werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das vom Deutschen Bundestag beschlossene Gesetz sieht \u2013 abgesehen von einzelnen redaktionellen<br \/>\n\u00c4nderungen \u2013 folgende inhaltliche Abweichungen vom Regierungsentwurf vor: In den frachtrechtlichen<br \/>\nRegelungen im Handelsgesetzbuch wird bestimmt, dass der Frachtf\u00fchrer und der Verfrachter einem<br \/>\nvertragsfremden Dritten auch bestimmte vertragliche Vereinbarungen \u00fcber einen Haftungsausschluss<br \/>\noder eine Haftungsreduzierung entgegenhalten k\u00f6nnen, und zwar der Frachtf\u00fchrer eine Vereinbarung<br \/>\n\u00fcber eine Absenkung des f\u00fcr ihn geltenden gesetzlichen Haftungsh\u00f6chstbetrags von 8,33<br \/>\nSonderziehungsrechte auf mindestens 2 Sonderziehungsrechte und der Verfrachter eine Vereinbarung<br \/>\n\u00fcber den Ausschluss seiner Haftung wegen nautischen Verschuldens oder Feuer.<\/p>\n<p>In der Zivilprozessordnung wird geregelt, dass das Verbot der Zwangsvollstreckung in ein Schiff,<br \/>\ndas sich auf der Reise befindet und nicht in einem Hafen liegt, wird auf Seeschiffe beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Im Rechtspflegergesetz wird vorgesehen, dass das \u2013 auch weiterhin geltende \u2013<br \/>\nbinnen-schifffahrtsrechtliche Verklarungsverfahren kann k\u00fcnftig vom Richter durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Das Gesetz muss jetzt noch den Bundesrat passieren. Mit einem Inkrafttreten des Gesetzes ist daher<br \/>\nnicht vor Februar 2013 zu rechnen.<\/p>\n<p>Quelle: bmj.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Zu dem heute vom Deutschen Bundestag beschlossenen Gesetz zur Reform des Seehandelsrechts erkl\u00e4rt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Ich freue mich, dass die parlamentarischen Beratungen zu dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Seehandelsrechts erfolgreich abgeschlossen wurden und ein nahezu unver\u00e4nderter Regierungsentwurf verabschiedet wurde. 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