{"id":4590,"date":"2012-11-10T10:08:54","date_gmt":"2012-11-10T09:08:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4590"},"modified":"2012-11-10T10:08:54","modified_gmt":"2012-11-10T09:08:54","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-november-2012-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4590","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im November 2012 [1]"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>* Nach insgesamt solidem Wachstum im ersten Dreivierteljahr 2012 deutet sich<br \/>\nf\u00fcr das Winterhalbjahr eine schw\u00e4chere Entwicklung an.<br \/>\n* Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen aus dem In- und Ausland l\u00e4sst<br \/>\nnach. Au\u00dfenwirtschaftliche Impulse d\u00fcrften in den kommenden Monaten<br \/>\nausbleiben.<br \/>\n* Die Industrieproduktion<br \/>\n&lt;http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Industrie\/statistische-daten.html&gt; wird sich<br \/>\nim Jahresschlussquartal abschw\u00e4chen.<br \/>\n* Der Besch\u00e4ftigungsstand ist hoch. Sp\u00fcrbare Zuw\u00e4chse der Besch\u00e4ftigung sind<br \/>\naber vorerst kaum zu erwarten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1513\" rel=\"attachment wp-att-1513\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1513\" title=\"statistik\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik.jpeg 370w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nNach der Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t in den ersten drei Quartalen<br \/>\ndes Jahres 2012 zeichnet sich f\u00fcr das Winterhalbjahr vor\u00fcbergehend eine<br \/>\nschw\u00e4chere Entwicklung ab. Hierzu tragen vornehmlich die Verunsicherung durch die<br \/>\nEuroschuldenkrise sowie das rezessive Umfeld in der Eurozone bei. Dies zeigt sich<br \/>\nunter anderem in den Stimmungsindikatoren. Diese haben sich sowohl in der<br \/>\ngewerblichen als auch der Dienstleistungswirtschaft merklich eingetr\u00fcbt. Zudem<br \/>\nschw\u00e4cht sich die Nachfrage in der Industrie ab. Die Auftragseing\u00e4nge gingen dort<br \/>\nim Berichtsmonat September kr\u00e4ftig um 3,3 % zur\u00fcck [2] und fielen im dritten<br \/>\nQuartal insgesamt um 2,3 % unter das Niveau des Vorquartals. Im Winterhalbjahr<br \/>\nist daher mit Investitionszur\u00fcckhaltung und weniger au\u00dfenwirtschaftlichen<br \/>\nImpulsen zu rechnen. Auch verlor die Besch\u00e4ftigungsentwicklung weiter an Schwung.<br \/>\nInsgesamt ergibt sich damit eine merklich abgeschw\u00e4chte wirtschaftliche Dynamik<br \/>\nim Winterhalbjahr. Die Risiken sind nach wie vor beachtlich. Dennoch ist<br \/>\ngegenw\u00e4rtig nur von einer vor\u00fcbergehenden Schw\u00e4chephase auszugehen. Die<br \/>\nbinnenwirtschaftlichen Auftriebskr\u00e4fte haben nach wie vor Substanz und sorgen f\u00fcr<br \/>\nzunehmende Konsumausgaben. Zudem d\u00fcrfte die Weltwirtschaft im Laufe des kommenden<br \/>\nJahres ihr derzeit z\u00f6gerliches Wachstumstempo allm\u00e4hlich wieder etwas erh\u00f6hen und<br \/>\nder deutschen Exportwirtschaft neue Chancen er\u00f6ffnen. Auch wirkt die Geldpolitik<br \/>\nweiterhin anregend.<\/p>\n<p>Im abgelaufenen dritten Quartal d\u00fcrfte sich die Wirtschaftsleistung noch einmal<br \/>\nleicht erh\u00f6ht haben [3]. Nach der Ausweitung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um<br \/>\npreis-, kalender- und saisonbereinigt 0,5 % im ersten und 0,3 % im zweiten<br \/>\nQuartal d\u00fcrfte sich die Expansion im dritten Vierteljahr den Indikatoren zufolge,<br \/>\nwenn auch abgeschw\u00e4cht, fortgesetzt haben. So ging die Industrieproduktion im<br \/>\nVerlauf des dritten Quartals zur\u00fcck, im September saisonbereinigt sogar deutlich<br \/>\num 2,3 %. Im Durchschnitt des dritten Quartals wurde sie gleichwohl um 0,6 %<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorquartal ausgeweitet. Dies war trotz der Rezession im Euroraum<br \/>\nm\u00f6glich, weil die deutsche Exportwirtschaft ihren Absatz au\u00dferhalb des<br \/>\ngemeinsamen W\u00e4hrungsraums steigern konnte. Ihre hohe Wettbewerbsf\u00e4higkeit wurde<br \/>\nzus\u00e4tzlich durch den R\u00fcckgang des Eurokurses bef\u00f6rdert. Hinzu trat eine recht<br \/>\nrobuste binnenwirtschaftliche Entwicklung. Die Zur\u00fcckhaltung bei den<br \/>\nInvestitionen in Ausr\u00fcstungen und Bauten konnte durch stetig expandierende<br \/>\n\u00f6ffentliche und private Konsumausgaben weitgehend kompensiert werden. Zur<br \/>\npositiven Entwicklung des privaten Konsums trugen der Aufbau der Besch\u00e4ftigung<br \/>\nsowie die ausgepr\u00e4gt positive Lohn- und Einkommensentwicklung bei.<\/p>\n<p>Trotz j\u00fcngster positiver Signale erscheint die Belebung in wichtigen<br \/>\nVolkswirtschaften wie etwa den Vereinigten Staaten und China noch keineswegs als<br \/>\ngesichert. Insgesamt bleibt das au\u00dfenwirtschaftliche Umfeld insbesondere im<br \/>\nEuroraum schwierig. Die Ausfuhren an Waren nahmen im September um 2,5 % und die<br \/>\nImporte um 1,6 % ab (in jeweiligen Preisen). Die ausl\u00e4ndische Nachfrage nach<br \/>\ndeutschen industriellen Erzeugnissen, die im dritten Quartal um 1,9 % zur\u00fcckging,<br \/>\nschw\u00e4chte sich auch au\u00dferhalb des Euroraums sp\u00fcrbar ab. Zudem weisen die<br \/>\nr\u00fcckl\u00e4ufigen Exporterwartungen der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes auf<br \/>\neine Verlangsamung des Exportwachstums hin, sodass k\u00fcnftig mit geringeren<br \/>\nau\u00dfenwirtschaftlichen Impulsen zu rechnen ist.<\/p>\n<p>Dies wird sich negativ in der Industrieproduktion niederschlagen. Angesichts<br \/>\neiner schw\u00e4cheren Auslandsnachfrage d\u00fcrfte auch die inl\u00e4ndische Nachfrage nach<br \/>\nVorleistungs- und Investitionsg\u00fctern vorerst schwach bleiben. Demgegen\u00fcber d\u00fcrfte<br \/>\nsich die Erzeugung im Bauhauptgewerbe weiterhin stabil zeigen. Die Baunachfrage<br \/>\nschwankt zwar von Monat zu Monat stark, ihre Grundtendenz scheint aber weiter<br \/>\naufw\u00e4rts zu zeigen. Hierzu tragen die sehr g\u00fcnstigen Finanzierungsbedingungen<br \/>\nunter anderem in Form von niedrigen Bauzinsen und die gestiegene Pr\u00e4ferenz f\u00fcr<br \/>\nAnlagen in Immobilienverm\u00f6gen bei.<\/p>\n<p>Die insgesamt schw\u00e4chere Konjunktur<br \/>\n&lt;http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Wirtschaft\/konjunktur-und-statistiken.html&gt; macht<br \/>\nsich zunehmend am Arbeitsmarkt bemerkbar. So hat sich der<br \/>\nBesch\u00e4ftigungsaufschwung sp\u00fcrbar verlangsamt. Saisonbereinigt war im September<br \/>\nerstmals seit dem Herbst 2010 wieder ein leichter R\u00fcckgang der Erwerbst\u00e4tigkeit<br \/>\nim Inland um 8.000 Personen zu verzeichnen. Die sozialversicherungspflichtige<br \/>\nBesch\u00e4ftigung ging im August saisonbereinigt ebenfalls leicht zur\u00fcck, allerdings<br \/>\nnach einem \u00fcberraschend kr\u00e4ftigen Anstieg im Juli. Die Zahl der registrierten<br \/>\nArbeitslosen nimmt bereits seit dem Fr\u00fchjahr leicht zu und erh\u00f6hte sich im<br \/>\nOktober saisonbereinigt um 20.000 Personen.<\/p>\n<p>Trotz des abnehmenden Besch\u00e4ftigungswachstums d\u00fcrften die privaten Konsumausgaben<br \/>\nweiter zunehmen. Die Einkommen der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten steigen weiter sp\u00fcrbar<br \/>\nund unterst\u00fctzen das nach wie vor freundliche Konsumklima in Deutschland. Auch<br \/>\ndie Preissteigerungen bleiben bislang in etwa in dem von der EZB vorgegebenen<br \/>\nZielbereich.<\/p>\n<p>Angesichts der sich abschw\u00e4chenden Dynamik und der nach wie vor schwierigen<br \/>\nkonjunkturellen Situation in Europa hat in dieser Woche der Sachverst\u00e4ndigenrat<br \/>\nzur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weitere<br \/>\nReformanstrengungen &#8211; auf europ\u00e4ischer und auf nationaler Ebene &#8211; angemahnt. Er<br \/>\nhat sich dabei f\u00fcr eine konsequente Haushaltskonsolidierung ausgesprochen. Hier<br \/>\nhat die Bundesregierung ein klares Ziel formuliert. Mit Blick auf den deutschen<br \/>\nArbeitsmarkt warnt der Sachverst\u00e4ndigenrat ausdr\u00fccklich davor, das Rad<br \/>\nzur\u00fcckzudrehen. Forderungen nach Mindestl\u00f6hnen sieht er als kontraproduktiv an.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus fordert er auf, die Energiewende marktwirtschaftlich zu gestalten<br \/>\nund bezieht sich dabei vor allem auf die F\u00f6rderung der erneuerbaren Energien. Die<br \/>\nBundesregierung wird f\u00fcr eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bis M\u00e4rz<br \/>\nn\u00e4chsten Jahres Vorschl\u00e4ge vorlegen. Unser Augenmerk muss jetzt darauf liegen,<br \/>\ndie B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wie beschlossen zu entlasten, weitere Belastungen der<br \/>\nWirtschaft zu vermeiden und die Wachstumskr\u00e4fte in ganz Europa zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>Hinweis:<\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und<br \/>\nEntwicklung wird in der Dezember-Ausgabe des Monatsberichts &#8222;Schlaglichter der<br \/>\nWirtschaftspolitik&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Die Dezember-Ausgabe wird voraussichtlich<br \/>\nEnde der 47. Kalenderwoche auf der Internetseite des Bundesministeriums f\u00fcr<br \/>\nWirtschaft und Technologie zu finden sein.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>[1] In diesem Bericht werden statistische Daten verwendet, die bis zum 8.<br \/>\nNovember 2012 vorlagen.<br \/>\n[2] Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber<br \/>\nder jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie nach dem Verfahren<br \/>\nCensus X-12-ARIMA kalender- und saisonbereinigter Angaben.<br \/>\n[3] Die Schnellmeldung zur Wirtschaftsleistung im dritten Quartal wird vom<br \/>\nStatistischen Bundesamt am 15. November 2012 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Quelle: bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: * Nach insgesamt solidem Wachstum im ersten Dreivierteljahr 2012 deutet sich f\u00fcr das Winterhalbjahr eine schw\u00e4chere Entwicklung an. * Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen aus dem In- und Ausland l\u00e4sst nach. Au\u00dfenwirtschaftliche Impulse d\u00fcrften in den kommenden Monaten ausbleiben. * Die Industrieproduktion &lt;http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Industrie\/statistische-daten.html&gt; wird sich im Jahresschlussquartal abschw\u00e4chen. * Der Besch\u00e4ftigungsstand ist hoch. 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