{"id":4098,"date":"2012-09-11T11:11:22","date_gmt":"2012-09-11T09:11:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4098"},"modified":"2012-09-11T11:11:46","modified_gmt":"2012-09-11T09:11:46","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-september-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4098","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im September 2012"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>* Die deutsche Wirtschaft erweist sich als robust und widerstandsf\u00e4hig. Trotz<br \/>\neines schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds und rezessiver Tendenzen in<br \/>\nder Eurozone w\u00e4chst sie weiter, wenn auch mit sp\u00fcrbar ged\u00e4mpfter Dynamik.<br \/>\n* Die Produktion in der Industrie und im Bau erholte sich im Juli merklich.<br \/>\nDie Industrieauftr\u00e4ge nahmen im Juli ebenfalls leicht zu und tendieren<br \/>\ninsgesamt seitw\u00e4rts. Die eingetr\u00fcbte Stimmung in der Industrie hellte sich<br \/>\nnach den Umfragen im August seit Monaten erstmals wieder etwas auf.<br \/>\n* Die Exporte der deutschen Wirtschaft nahmen bis zuletzt kr\u00e4ftig zu. Die<br \/>\nFr\u00fchindikatoren deuten allerdings auf eine moderatere Expansion hin.<br \/>\n* Die schw\u00e4chere Konjunktur<br \/>\n&lt;http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Wirtschaft\/konjunktur-und-statistiken.html&gt;<br \/>\nwird zunehmend an der abnehmenden Dynamik auf dem Arbeitsmarkt sichtbar.<br \/>\nDie Besch\u00e4ftigung nimmt aber weiter zu und st\u00fctzt die Binnennachfrage.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1513\" rel=\"attachment wp-att-1513\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1513\" title=\"statistik\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik.jpeg 370w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nDie deutsche Wirtschaft w\u00e4chst, wenn auch mit merklich ged\u00e4mpfter Dynamik. In<br \/>\neinem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld erweist sie sich bislang weiterhin<br \/>\nals vergleichsweise robust und widerstandsf\u00e4hig. Nach einem unerwartet<br \/>\nwachstumsstarken ersten Quartal erh\u00f6hte sich das Bruttoinlandsprodukt im zweiten<br \/>\nQuartal weiter um preis-, kalender-, und saisonbereinigt 0,3 %. Den aktuellen<br \/>\nKonjunkturindikatoren zufolge d\u00fcrfte die Entwicklung in der zweiten Jahresh\u00e4lfte<br \/>\nweiter recht stabil verlaufen. So konnten sich Stimmungsindikatoren nach<br \/>\nteilweise deutlichen Eintr\u00fcbungen in den vorangegangenen Monaten im August wieder<br \/>\nleicht erholen. Gleichwohl gibt es keine Entwarnung. Die Abw\u00e4rtsrisiken f\u00fcr die<br \/>\nKonjunktur \u00fcberwiegen nach wie vor und bleiben beachtlich.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auf die durch die Euro-Staatsschuldenkrise<br \/>\nausgel\u00f6ste Vertrauenskrise zur\u00fcckzuf\u00fchren. Einer solchen Krise kann man nur mit<br \/>\nMa\u00dfnahmen begegnen, die die Erwartungen stabilisieren: einer<br \/>\nwachstumsorientierten Konsolidierungspolitik und einer glaubw\u00fcrdigen<br \/>\nReformpolitik. Anleihek\u00e4ufe am Sekund\u00e4rmarkt, wie sie die EZB jetzt angek\u00fcndigt<br \/>\nhat, k\u00f6nnen allenfalls vor\u00fcbergehend und bei krisenhafter Zuspitzung helfen, die<br \/>\nGeldversorgung der Wirtschaft sicherzustellen. Sie k\u00f6nnen aber Strukturreformen<br \/>\nund realwirtschaftliche Anpassung nicht ersetzen. Dauerhafte Zinssubventionen f\u00fcr<br \/>\neinzelne L\u00e4nder w\u00fcrden Fehlanreize geben und sind nicht akzeptabel. Es ist<br \/>\nangezeigt und zu begr\u00fc\u00dfen, dass die EZB den Ankauf von Staatsanleihen an<br \/>\nKonditionen kn\u00fcpfen wird. Dies bedeutet: Eine m\u00f6gliche Unterst\u00fctzung setzt<br \/>\nvoraus, dass die beg\u00fcnstigten L\u00e4nder ihre strukturellen Probleme auch angehen.<\/p>\n<p>Auch wenn sich die Situation an den Finanzm\u00e4rkten zuletzt wieder etwas entspannt<br \/>\nhat, bleibt die deutsche Wirtschaft von den teilweise deutlich rezessiven<br \/>\nEntwicklungen vornehmlich in den s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern nicht unber\u00fchrt. So sind<br \/>\ndie Warenausfuhren in den Euroraum, den nach wie vor wichtigsten deutschen<br \/>\nExportmarkt, im ersten Halbjahr 2012 merklich unter dem Stand des Vorjahres<br \/>\ngefallen. Positiv ist allerdings, dass die deutschen Einfuhren aus dem Euroraum<br \/>\nwieder zunehmen. Dazu haben unter anderem auch Italien und Portugal beigetragen.<br \/>\nDies k\u00f6nnten erste Anzeichen daf\u00fcr sein, dass in diesen L\u00e4ndern strukturelle<br \/>\nVer\u00e4nderungen angesto\u00dfen wurden, die die Wettbewerbsf\u00e4higkeit verbessern und so<br \/>\nzum Abbau der wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum beitragen.<\/p>\n<p>Nicht nur im Euroraum, auch in anderen wichtigen Industriestaaten wie den USA und<br \/>\nJapan sowie in gro\u00dfen Schwellenl\u00e4ndern wie China hat sich die Wachstumsdynamik im<br \/>\nzweiten Quartal deutlich abgeschw\u00e4cht. Vor diesem Hintergrund hatte der IWF in<br \/>\nseiner im Juli ver\u00f6ffentlichten Prognose die Wachstumsaussichten f\u00fcr die<br \/>\nWeltwirtschaft insgesamt zur\u00fcckgenommen. F\u00fcr das Jahr 2012 erwartet er einen<br \/>\nrealen Anstieg des BIP von 3,5 % und f\u00fcr den Welthandel eine sp\u00fcrbare<br \/>\nVerlangsamung des Wachstums auf +3,8 %. Aus den einzelnen Wirtschaftsr\u00e4umen<br \/>\nkommen dabei auch weiterhin sehr unterschiedliche Signale. In den USA zeigen sich<br \/>\nderzeit wieder leichte Anzeichen f\u00fcr eine Belebung der Konjunktur. Die dortigen<br \/>\nFr\u00fchindikatoren sind aber noch gemischt. Die Entwicklung der Weltwirtschaft<br \/>\nbleibt fragil, das Umfeld f\u00fcr die deutsche Au\u00dfenwirtschaft per saldo vorerst<br \/>\nschwierig. Dennoch zeigen sich die deutschen Ausfuhren insgesamt in der Tendenz<br \/>\nweiter aufw\u00e4rts gerichtet. Im Juli legten sie um 0,5 % zu. Ausschlaggebend f\u00fcr<br \/>\ndie anhaltend positive Entwicklung sind die hohe Wettbewerbsf\u00e4higkeit der<br \/>\ndeutschen Wirtschaft und ihr in den Wachstumsm\u00e4rkten weiterhin gefragtes<br \/>\nProduktsortiment. Die nominalen Wareneinfuhren nahmen im Juli um 0,9 % zu.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten im Produzierenden Gewerbe<br \/>\n&lt;http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Industrie\/statistische-daten.html&gt; haben sich nach<br \/>\nschwacher Entwicklung zu Jahresbeginn in den letzten Berichtsmonaten wieder<br \/>\ndeutlich belebt. Sowohl die Industrie- als auch die Bauproduktion expandierten im<br \/>\nJuli mit 1,7 % bzw. 1,9 % unerwartet kr\u00e4ftig. Die Industrie wurde dabei vom<br \/>\nwachsenden Auslandsgesch\u00e4ft mit den L\u00e4ndern au\u00dferhalb des Euroraums sowie von<br \/>\neiner zuletzt deutlichen Belebung des Inlandsabsatzes von Investitionsg\u00fctern<br \/>\ngest\u00fctzt. Der Bau wird durch das unver\u00e4ndert sehr niedrige Zinsniveau beg\u00fcnstigt.<br \/>\nDie Chancen, dass sich diese konjunkturellen Kernbereiche der Wirtschaft trotz<br \/>\ndes insgesamt schwierigen Umfeldes in der zweiten Jahresh\u00e4lfte stabil entwickeln,<br \/>\nsind damit gestiegen. Dies ist durch die Entwicklung der Industrieauftr\u00e4ge<br \/>\nunterlegt, die bei einer leichter Erholung im Juli (+0,5 %) tendenziell seitw\u00e4rts<br \/>\ngerichtet blieben. Die Stimmung in der Industrie ist zwar nach wie vor belastet.<br \/>\nIm August zeigten sich aber nach mehrmonatiger Eintr\u00fcbung sowohl beim<br \/>\nifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex als auch beim Markit\/BME-Einkaufsmanagerindex leichte<br \/>\nAufhellungen. Nach der r\u00fcckl\u00e4ufigen Entwicklung der Industrieproduktion im ersten<br \/>\nHalbjahr dieses Jahres zeichnet sich nach den vorliegenden Konjunkturindikatoren<br \/>\nnunmehr eine Bodenbildung ab.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen der im bisherigen Jahresverlauf schw\u00e4cheren konjunkturellen<br \/>\nDynamik werden zunehmend am Arbeitsmarkt sichtbar. Seit dem Fr\u00fchjahr ist wieder<br \/>\nein allm\u00e4hlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Im August nahm sie<br \/>\nwie bereits im Monat zuvor saisonbereinigt um 9.000 Personen zu. Der Aufbau der<br \/>\nBesch\u00e4ftigung setzt sich aber fort. Die Erwerbst\u00e4tigkeit nimmt, gest\u00fctzt auf das<br \/>\nWachstum der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung, weiter zu. Mit einem<br \/>\nPlus von saisonbereinigt 16.000 Personen fiel der Besch\u00e4ftigungsaufbau im Juli<br \/>\nkonjunkturbedingt aber merklich schw\u00e4cher aus als in den Monaten zuvor.<\/p>\n<p>Obgleich die abnehmende Dynamik am Arbeitsmarkt nicht zu \u00fcbersehen ist, st\u00fctzt er<br \/>\nweiterhin die Konjunktur. Neben dem Anstieg der L\u00f6hne bleibt das anhaltende<br \/>\nBesch\u00e4ftigungswachstum der entscheidende Faktor f\u00fcr die Zunahme der verf\u00fcgbaren<br \/>\nEinkommen. Dies sorgt trotz gestiegener konjunktureller Skepsis der Verbraucher<br \/>\nf\u00fcr ein stabiles Konsumklima und eine solide Basis f\u00fcr eine anhaltend positive<br \/>\nEntwicklung der privaten Konsumausgaben. Diese haben im bisherigen Jahresverlauf<br \/>\ndie Binnennachfrage ma\u00dfgeblich gest\u00fctzt. Dies d\u00fcrfte sich in der zweiten<br \/>\nJahresh\u00e4lfte fortsetzen. Ma\u00dfnahmen wie die von der Bundesregierung beschlossene<br \/>\nSenkung des Rentenbeitrags und die von der Bundesregierung und dem Deutschen<br \/>\nBundestag beschlossene Steuerreform zur Bek\u00e4mpfung der Kalten Progression sind<br \/>\nunter anderem Beitr\u00e4ge zur Stabilit\u00e4t des Konsumklimas und damit der<br \/>\nBinnennachfrage.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>Hinweis:<\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und<br \/>\nEntwicklung wird in der Oktober-Ausgabe des Monatsberichts &#8222;Schlaglichter der<br \/>\nWirtschaftspolitik&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Die Oktober-Ausgabe wird voraussichtlich in<br \/>\nder 39. Kalenderwoche auf der Internetseite des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft<br \/>\nund Technologie zu finden sein.<\/p>\n<p>Quelle: \u00a0bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: * Die deutsche Wirtschaft erweist sich als robust und widerstandsf\u00e4hig. Trotz eines schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds und rezessiver Tendenzen in der Eurozone w\u00e4chst sie weiter, wenn auch mit sp\u00fcrbar ged\u00e4mpfter Dynamik. * Die Produktion in der Industrie und im Bau erholte sich im Juli merklich. 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