{"id":4053,"date":"2012-09-07T08:38:43","date_gmt":"2012-09-07T06:38:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4053"},"modified":"2012-09-07T08:41:32","modified_gmt":"2012-09-07T06:41:32","slug":"fracking-nur-mit-strengen-auflagen-zulassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=4053","title":{"rendered":"Fracking nur mit strengen Auflagen zulassen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><br \/>\nNeues Gutachten: Keine Erdgasbohrungen in Trinkwasserschutzgebieten<\/p>\n<p>Die Fracking-Technologie, mit der Erdgas aus unkonventionellen Lagerst\u00e4tten gef\u00f6rdert wird, kann zu Verunreinigungen im Grundwasser f\u00fchren. Besorgnisse und Unsicherheiten bestehen besonders wegen des Chemikalieneinsatzes und der Entsorgung des anfallenden Abwassers, dem so genannten Flowback. Zu diesem Schluss kommt ein aktuelles Gutachten f\u00fcr das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt, das heute in Berlin von Bundesumweltminister Peter Altmaier und dem Pr\u00e4sidenten des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, vorgestellt wurde.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=4054\" rel=\"attachment wp-att-4054\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4054\" title=\"fracking\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/fracking-300x187.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/fracking-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/fracking.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nZwar soll Fracking an sich nicht verboten werden. Aufgrund der gegenw\u00e4rtigen Erkenntnisl\u00fccken und der \u00f6kologischen Risiken empfiehlt das Gutachten aber strenge Auflagen f\u00fcr den Einsatz der Technologie sowie ein schrittweises Vorgehen. Die Gutachter pl\u00e4dieren unter anderem f\u00fcr ein Verbot von Erdgas-Fracking in Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebieten.<\/p>\n<p>Bundesumweltminister Peter Altmaier begr\u00fc\u00dft das Gutachten: \u201eDie Ergebnisse und Empfehlungen des Gutachtens bringen uns in der Diskussion um Fracking ein gro\u00dfes St\u00fcck voran. Die Risiken f\u00fcr das Grundwasser sind klar benannt. Bevor Fracking zum Einsatz kommt, m\u00fcssen s\u00e4mtliche Bedenken ausger\u00e4umt sein.\u201c Jochen Flasbarth, Pr\u00e4sident des Umweltbundesamtes: \u201eDen Vorschlag, eine obligatorische Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung einzuf\u00fchren, halte ich f\u00fcr besonders wichtig. Unsere Trinkwasserressourcen d\u00fcrfen wir nicht gef\u00e4hrden\u201c. Beide sprechen sich f\u00fcr eine umfassende Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit aus.<\/p>\n<p>Bei der Erdgasf\u00f6rderung aus unkonventionellen Lagerst\u00e4tten, zum Beispiel Kohlefl\u00f6zgas, k\u00f6nnen mehrere tausend Tonnen zum Teil gef\u00e4hrlicher, giftiger, gesundheits- und umweltgef\u00e4hrdender Chemikalien pro km2 Fl\u00e4che zum Einsatz kommen. Diese werden in einer so genannten St\u00fctzmittelfl\u00fcssigkeit dazu eingesetzt, um erdgashaltiges Gestein aufzubrechen. Die derzeit vorliegenden Fakten reichten nicht aus, um m\u00f6gliche Risiken abschlie\u00dfend bewerten zu k\u00f6nnen. Um die konkreten Auswirkungen bei der Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerst\u00e4tten in Deutschland benennen zu k\u00f6nnen, fehlte es an wissenschaftlich fundierten Kenntnissen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr potentielle Auswirkungen auf das Grundwasser. Eine interdisziplin\u00e4re Gruppe von Gutachtern hat nun die Risiken von Fracking mit besonderem Blick auf das Grundwasser untersucht.<\/p>\n<p>Die Gutachter raten davon ab, Fracking derzeit gro\u00dffl\u00e4chig zur Erschlie\u00dfung unkonventioneller Erdgasvorkommen in Deutschland einzusetzen. Da es nach wie vor an vielen Daten zu den Lagerst\u00e4tten, den Auswirkungen von Bohrungen sowie den eingesetzten Chemikalien mangelt, empfehlen sie stattdessen im Rahmen von beh\u00f6rdlich und wissenschaftlich eng begleiteten Einzelvorhaben schrittweises vorzugehen.<\/p>\n<p>Weitgehende Transparenz fordern die Gutachter beim Einsatz von Chemikalien. \u00dcber deren Menge und Eigenschaften sollten vollst\u00e4ndige Information vorliegen. Das gilt im Besonderen f\u00fcr ihr human- und \u00f6kotoxikologisches Gef\u00e4hrdungspotenzial. Zudem sollte gekl\u00e4rt werden, ob die die M\u00f6glichkeit besteht, besorgniserregende Stoffe zu ersetzen. Insofern relevante Daten zu den beim Fracking eingesetzte Stoffen fehlen, kann nach Ansicht der Gutachter auch keine Genehmigung erteilt werden.<\/p>\n<p>Das Gutachten schl\u00e4gt weiterhin mehrere \u00c4nderungen im Berg- und Verwaltungsrecht vor. Demnach soll es f\u00fcr jede Erdgasbohrung mit Einsatz der Frackingtechnologie eine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung geben. Ziel ist es, die Beteiligungsrechte der Betroffenen und der \u00d6ffentlichkeit zu st\u00e4rken. Um den Schutz der Gew\u00e4sser zu gew\u00e4hrleisten raten die Gutachter, das Bergrecht so zu \u00e4ndern, dass die wasserrechtlichen Pr\u00fcfungen unter Federf\u00fchrung einer dem Umweltministerium unterstehenden Umweltbeh\u00f6rde erfolgen. Die umwelt- und sicherheitsrechtliche Genehmigung und \u00dcberwachung bergbaulicher Vorhaben sollte zudem dem Gesch\u00e4ftsbereich der Umweltministerien zugeordnet werden, um einen effizienten Umweltschutz durch eine funktionale und organisatorische Trennung vom Wirtschaftsressort zu gew\u00e4hrleisten. \u201eDie Vorschl\u00e4ge werden nun intensiv zu pr\u00fcfen und mit den Beteiligten zu diskutieren sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine f\u00fcr Alle akzeptable L\u00f6sung der Fracking-Problematik finden w!<br \/>\nerden.\u201c so Bundesumweltminister Peter Altmaier.<\/p>\n<p>Quelle: bmu.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Neues Gutachten: Keine Erdgasbohrungen in Trinkwasserschutzgebieten Die Fracking-Technologie, mit der Erdgas aus unkonventionellen Lagerst\u00e4tten gef\u00f6rdert wird, kann zu Verunreinigungen im Grundwasser f\u00fchren. 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