{"id":3777,"date":"2012-08-13T18:35:26","date_gmt":"2012-08-13T16:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=3777"},"modified":"2012-08-13T18:35:26","modified_gmt":"2012-08-13T16:35:26","slug":"fleischqualitat-und-tierschutz-verbinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=3777","title":{"rendered":"Fleischqualit\u00e4t und Tierschutz verbinden"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Das Bundeslandwirtschaftsministerium f\u00f6rdert ein<br \/>\nInnovationsprojekt zur Sicherstellung der Qualit\u00e4t von Schweinefleisch<\/p>\n<p>Das Bundeslandwirtschaftsministerium f\u00f6rdert ein innovatives Projekt zur Sicherstellung einer hohen und gleichbleibenden Qualit\u00e4t von Schweinefleisch. Ziel ist die Vermeidung von Beeintr\u00e4chtigungen des Geruchs und Geschmacks von Eberfleisch. In den kommenden drei Jahren sollen neue Technologien und L\u00f6sungsans\u00e4tze erforscht werden, die die Vermarktung von Schweinefleisch ohne unangenehmen Ebergeruch sicherstellen. Noch ist die Ferkelkastration die verbreitete Methode, um die Entwicklung von Ebergeruch zu verhindern. Mit der Novelle des Tierschutzgesetztes will die Bundesregierung jedoch bis zum Jahr 2017 aus der bet\u00e4ubungslosen Ferkelkastration aussteigen. Eine geeignete Alternative ist die Ebermast. Das Forschungsprojekt soll eine breite Akzeptanz dieser Methode herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=3726\" rel=\"attachment wp-att-3726\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3726\" title=\"schwein-wiki\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/schwein-wiki.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"186\" \/>@<\/a>wikipedia.org<\/p>\n<p>&#8222;Mit dem Projekt leisten wir einen effektiven Beitrag zum Tierschutz und sichern die Schweinefleischqualit\u00e4t. Das geplante Vorhaben hat das Potenzial, wichtige Bausteine f\u00fcr einen praktikablen Weg zum kompletten Ausstieg aus der bet\u00e4ubungslosen Ferkelkastration zu liefern. Ziel ist die Sicherstellung, dass kein geruchsbelastetes Fleisch in den Handel gelangt. Eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts w\u00fcrde wesentlich dazu beitragen, die Akzeptanz und Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Ebermast in Deutschland zu erh\u00f6hen und das Verbrauchervertrauen zu sichern&#8220;, sagte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, am Montag bei der \u00dcberreichung der Zuwendungsbescheide und der Projektpr\u00e4sentation in Bonn. &#8222;Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte auch der Wegfall der unangenehmen und zeitaufwendigen Kastration zu einer enormen Arbeitserleichterung in den landwirtschaftlichen Betrieben f\u00fchren&#8220;, so Bleser.<\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterst\u00fctzt das dreij\u00e4hrige Verbundvorhaben aus dem Programm zur Innovationsf\u00f6rderung mit rund 1,1 Millionen Euro; das Gesamtvolumen betr\u00e4gt rund 1,7 Millionen Euro. Das Projekt ist Teil der Strategie zur Verbesserung des Tierschutzes in Deutschland. In den Jahren 2013 &#8211; 2016 sollen zus\u00e4tzlich 21 Millionen Euro f\u00fcr Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Tierschutz bereitgestellt werden. Die Bundesregierung hat dies im Regierungsentwurf zum Haushalt 2013 und in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2016 so veranschlagt.<\/p>\n<p>Das Verfahren der bet\u00e4ubungslosen chirurgischen Kastration ist ein Auslaufmodell. Es verursacht bei den betroffenen Tieren Schmerzen und sollte aus Tierschutzgr\u00fcnden beendet werden. Daher sieht der Vorschlag der Bundesregierung zur \u00c4nderung des Tierschutzgesetzes einen Ausstieg aus der bet\u00e4ubungslosen Kastration bis 2017 vor. Auch die Europ\u00e4ische Kommission hat im Jahr 2010 das Ziel des vollst\u00e4ndigen Verzichts auf die Kastration zum 1. Januar 2018 gemeinsam mit den Vertretern von Landwirtschaft, Einzelhandel, Forschung, Tier\u00e4rzten und Tierschutz vereinbart. Bereits im Jahr 2008 hatte die deutsche Wirtschaft in ihrer &#8222;D\u00fcsseldorfer Erkl\u00e4rung&#8220; das Ziel formuliert, baldm\u00f6glichst auf die Kastration von Ferkeln verzichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine geeignete Alternative zur Ferkelkastration stellt die Ebermast dar. Das Problem: Die Substanzen Androstenon und Skatol k\u00f6nnen im Fleisch von unkastrierten Ebern einen Geruch und Geschmack verursachen, der von einigen Verbrauchern als st\u00f6rend wahrgenommen wird. Um m\u00f6gliche Geruchs- und Geschmacksbeeintr\u00e4chtigungen beim Schweinefleisch zu verhindern, verfolgt das Verbundprojekt zwei L\u00f6sungsans\u00e4tze:<\/p>\n<p>* Einerseits sollen mit einer neuartigen Zuchtmethode und einer Analyse des Erbmaterials diejenigen Tiere identifiziert werden, die eine hohe Skatol- und Androstenonkonzentration im Fleisch aufweisen. Mit Hilfe dieser so genannten &#8222;Genomischen Selektion&#8220; k\u00f6nnen dann nur diejenigen Tiere zur Zucht verwendet oder verarbeitet werden, die eine DNA-Variante aufweisen, die keine Geruchs- oder Geschmacksbeeintr\u00e4chtigungen hervorrufen.<\/p>\n<p>* Parallel dazu sollen auch die Verfahren der so genannten &#8222;humansensorischen Beurteilung&#8220; von Geruchsabweichungen weiter erforscht, optimiert und einer Qualit\u00e4tssicherung unterzogen werden. Dabei sollen Pr\u00fcfer in die Lage versetzt werden, geruchsbelastetes Fleisch nach der Schlachtung zu identifizieren. Zudem soll ein Biomarker als Indikator entwickelt werden.<\/p>\n<p>Es ist zu erwarten, dass sich die Ebermast nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zu einem Standardverfahren in der Schweineproduktion entwickelt. Das Wissen \u00fcber die genetischen Grundlagen des Merkmals Ebergeruch und die Ergebnisse der humansensorischen Erfassung sollen in die Zuchtprogramme der Zuchtverb\u00e4nde und Besamungsstationen und in die Betriebsabl\u00e4ufe der Schlachtunternehmen einflie\u00dfen und somit ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt &#8222;Strategien zur Vermeidung von Geruchsabweichungen bei der Mast unkastrierter m\u00e4nnlicher Schweine (Strat-E-Ger)&#8220; wird vom Institut f\u00fcr Tierwissenschaften der Universit\u00e4t Bonn koordiniert. Projektpartner sind Schlachtunternehmen, Besamungsstationen und ein Biotechnologieunternehmen. Koordiniert wird das Forschungsvorhaben durch die Bundesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung (BLE) &lt;http:\/\/www.ble.de\/&gt; als Projekttr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Quelle: bmelv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Das Bundeslandwirtschaftsministerium f\u00f6rdert ein Innovationsprojekt zur Sicherstellung der Qualit\u00e4t von Schweinefleisch Das Bundeslandwirtschaftsministerium f\u00f6rdert ein innovatives Projekt zur Sicherstellung einer hohen und gleichbleibenden Qualit\u00e4t von Schweinefleisch. Ziel ist die Vermeidung von Beeintr\u00e4chtigungen des Geruchs und Geschmacks von Eberfleisch. 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