{"id":3752,"date":"2012-08-11T18:30:13","date_gmt":"2012-08-11T16:30:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=3752"},"modified":"2024-01-25T09:00:05","modified_gmt":"2024-01-25T08:00:05","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-august-2012-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=3752","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 2012 [1]"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* Die Erholungstendenz der Weltwirtschaft bleibt fragil.<br \/>\n* Die deutsche Wirtschaft erweist sich weiterhin als widerstandsf\u00e4hig. Die<br \/>\ngesamtwirtschaftliche Leistung d\u00fcrfte im zweiten Quartal moderat zugenommen<br \/>\nhaben.<br \/>\n* Die Produktion im Produzierenden Gewerbe<br \/>\n&lt;http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Industrie\/statistische-daten.html&gt; und die<br \/>\nBestellt\u00e4tigkeit in der Industrie zeigen sich bei schw\u00e4cherer Entwicklung<br \/>\nim Juni im zweiten Quartal insgesamt relativ stabil.<br \/>\n* Das Gesch\u00e4ftsklima in Deutschland tr\u00fcbte sich allerdings merklich ein und<br \/>\nsignalisiert das Risiko einer schw\u00e4cheren Entwicklung in den kommenden<br \/>\nMonaten.<br \/>\n* Der Besch\u00e4ftigungsaufschwung setzte sich abgeschw\u00e4cht fort. Er steht f\u00fcr<br \/>\neine nach wie vor solide binnenwirtschaftliche Entwicklung.<\/p>\n<p>Die deutsche Wirtschaft erweist sich in einem schwierigen europ\u00e4ischen Umfeld<br \/>\nweiterhin als recht robust. Die gesamtwirtschaftliche Leistung d\u00fcrfte im zweiten<br \/>\nQuartal weiter moderat zugenommen haben [2]. Darauf deuten u. a. die vorliegenden<br \/>\nIndikatoren f\u00fcr den privaten Konsum und f\u00fcr den Au\u00dfenhandel hin. Nach dem<br \/>\nwachstumsstarken ersten Quartal schw\u00e4chte sich die Dynamik angesichts einer auch<br \/>\ninternational etwas schw\u00e4cheren Entwicklung erwartungsgem\u00e4\u00df merklich ab. Vor<br \/>\nallem die Schuldenkrise in einigen L\u00e4ndern des Euroraums wirkt erneut belastend,<br \/>\nsch\u00fcrt Verunsicherung und f\u00fchrt zu Zur\u00fcckhaltung in der Wirtschaft. Dies findet<br \/>\nseinen Ausdruck in der Entwicklung der einschl\u00e4gigen Stimmungsindikatoren. Sowohl<br \/>\ndas ifo-Gesch\u00e4ftsklima, die ZEW-Konjunkturerwartungen als auch der<br \/>\nMarkit\/BME-Einkaufsmanagerindex tr\u00fcbten sich im Verlauf der vergangenen Monate<br \/>\ndeutlich ein. Die weiteren Aussichten f\u00fcr die deutsche Wirtschaft bleiben daher<br \/>\nauch erst einmal verhalten und sind mit erheblichen Risiken behaftet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" title=\"StatPressCN \u2039 frankensicht.de \u2014 WordPress_1336737358340\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die nach dem verhaltenen Winterhalbjahr aufkeimende Hoffnung auf eine rasche<br \/>\nBelebung der Weltwirtschaft erwies sich nach der erneuten Versch\u00e4rfung der<br \/>\nBanken- und Euroschuldenkrise als verfr\u00fcht. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds<br \/>\n(IWF) korrigierte daher im Juli seine Wachstumsprognose der Weltwirtschaft f\u00fcr<br \/>\ndas laufende und kommende Jahr etwas nach unten. Gr\u00fcnde daf\u00fcr lagen vor allem in<br \/>\nden rezessiven Tendenzen in der Eurozone, einer nur z\u00f6gerlichen Entwicklung der<br \/>\nUS-Wirtschaft sowie in der unsicheren Entwicklung Japans. Das in den<br \/>\nvorangegangenen Monaten bereits ged\u00e4mpfte Wachstum der Schwellenl\u00e4nder wird jetzt<br \/>\nzus\u00e4tzlich durch geringere Absatzchancen in den Industriestaaten gebremst. Die<br \/>\nleichte Erholungstendenz der Weltwirtschaft bleibt daher vorerst fragil.<\/p>\n<p>Dank ihrer hohen Wettbewerbsf\u00e4higkeit und einem stark nachgefragten<br \/>\nProduktsortiment bleibt der Trend der deutschen Ausfuhren auch angesichts<br \/>\nschw\u00e4cherer Absatzm\u00e4rkte aufw\u00e4rts gerichtet. Die Ausfuhren nahmen im zweiten<br \/>\nQuartal um 1,6 % zu [3]. Allerdings ist der Gegenwind st\u00e4rker geworden. Die<br \/>\nImpulse aus dem Au\u00dfenhandel d\u00fcrften daher in den kommenden Monaten moderater<br \/>\nausfallen. Die Exporterwartungen der Unternehmen k\u00fcndigen dies an. Vor diesem<br \/>\nHintergrund ist auch der aktuelle R\u00fcckgang der Warenausfuhren im Juni um 1,5 %<br \/>\nein Warnsignal. Die Wareneinfuhren nahmen im Juni in nominaler Rechnung um 3,0 %<br \/>\nab. Hierzu trug allerdings auch der R\u00fcckgang der Einfuhrpreise bei.<\/p>\n<p>Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe erweist sich bislang als beachtenswert<br \/>\nstabil. Dem nur leichten R\u00fcckgang der Industrieproduktion um 0,5 % im zweiten<br \/>\nQuartal stand ein kr\u00e4ftiger Anstieg der Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 4,4 %<br \/>\ngegen\u00fcber. Im Juni nahm die Produktion in der Industrie um 1,0 % und im<br \/>\nBauhauptgewerbe um 2,0 % ab. Der Bau wird auch weiterhin durch niedrige Zinsen<br \/>\nund ein ver\u00e4ndertes Anlegerverhalten beg\u00fcnstigt. Demgegen\u00fcber entwickeln sich die<br \/>\nPerspektiven f\u00fcr die Industrie verhaltener. Hierauf weisen nicht nur die<br \/>\nStimmungsindikatoren hin, die f\u00fcr die Industrie merklich zur\u00fcckgingen. Auch die<br \/>\nNachfrage nach Industrieprodukten zeigt wenig Dynamik. Die Auftragseing\u00e4nge<br \/>\nnahmen zwar im zweiten Quartal insgesamt um 0,6 % zu, sie tendieren aber am<br \/>\naktuellen Rand schw\u00e4cher und gingen im Juni um 1,7 % zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Besch\u00e4ftigungsaufschwung am Arbeitsmarkt ist weiter intakt. Die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit im Inland erh\u00f6hte sich im Durchschnitt des zweiten Quartals<br \/>\nsaisonbereinigt um monatlich 30.000 Personen. Getragen wurde diese Entwicklung<br \/>\nvom Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung. Die<br \/>\nAufw\u00e4rtsdynamik des Arbeitsmarktes hat allerdings nachgelassen. Die Zahl der<br \/>\nArbeitslosen nahm saisonbereinigt in den vergangenen vier Monaten sogar wieder<br \/>\ngeringf\u00fcgig um durchschnittlich rund 8.000 Personen zu. Die per saldo positiven<br \/>\nTendenzen am Arbeitsmarkt d\u00fcrften in den kommenden Monaten durch die z\u00f6gerliche<br \/>\nkonjunkturelle Entwicklung weiter ged\u00e4mpft werden. Die Nachfrage nach<br \/>\nArbeitskr\u00e4ften ist aber immer noch recht hoch, sie hat ihren H\u00f6hepunkt allerdings<br \/>\nbereits vor Monaten \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Die Zunahme der Besch\u00e4ftigung und die vergleichsweise kr\u00e4ftigen Lohnerh\u00f6hungen<br \/>\nschaffen weiterhin g\u00fcnstige Einkommens- und Konsumperspektiven als Voraussetzung<br \/>\nf\u00fcr eine robuste binnenwirtschaftliche Nachfrage. So d\u00fcrften die privaten<br \/>\nKonsumausgaben im zweiten Quartal erneut zum Wachstum der Gesamtnachfrage<br \/>\nbeigetragen haben. Die allm\u00e4hliche Abschw\u00e4chung des Preisauftriebs auf wieder<br \/>\ngem\u00e4\u00dfigtere 1,7 % im Juli unterst\u00fctzte diese Entwicklung ebenfalls. Gerade vor<br \/>\ndiesem Hintergrund ist bei der Energiewende darauf zu achten, dass der erstarkte<br \/>\nprivate Konsum nicht durch steigende Strompreise abgew\u00fcrgt wird.<br \/>\nHauptkostentreiber bei den Strompreisen sind derzeit die Milliardensubventionen<br \/>\nf\u00fcr die F\u00f6rderung der Erneuerbaren Energien, die jeder Kunde mit der<br \/>\nStromrechnung mitbezahlt. Eine sinkende Stromsteuer oder der halbe<br \/>\nMehrwertsteuersatz auf Strom &#8211; wie derzeit gefordert &#8211; l\u00f6sen deshalb nicht das<br \/>\neigentliche Problem. Die Erneuerbaren Energien sind unentbehrlich f\u00fcr die<br \/>\nEnergiewende. Doch das System der F\u00f6rderung muss effizienter werden. Deshalb<br \/>\nm\u00fcssen wir das Gesetz zur F\u00f6rderung der Erneuerbaren Energien (EEG) grundlegend<br \/>\n\u00fcberarbeiten, hin zu mehr Marktwirtschaft und Wettbewerb.<br \/>\nQuelle: bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: &nbsp; * Die Erholungstendenz der Weltwirtschaft bleibt fragil. * Die deutsche Wirtschaft erweist sich weiterhin als widerstandsf\u00e4hig. 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