{"id":2810,"date":"2012-06-20T16:45:10","date_gmt":"2012-06-20T14:45:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=2810"},"modified":"2012-06-20T16:45:10","modified_gmt":"2012-06-20T14:45:10","slug":"rio-darf-nicht-zum-gipfel-der-vertanen-chancen-werden-prinzip-der-nachhaltigkeit-fest-verankern-um-lebensgrundlagen-zu-schutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=2810","title":{"rendered":"Rio darf nicht zum Gipfel der vertanen Chancen werden&#8220; Prinzip der Nachhaltigkeit fest verankern, um Lebensgrundlagen zu sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Zum Auftakt der UN-Konferenz f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20) hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner alle Partnerl\u00e4nder aufgerufen, jetzt die Weichen f\u00fcr mehr Umwelt- und Ressourcenschutz zu stellen. &#8222;Rio+20 darf nicht zu einem Gipfel der vertanen Chancen werden. Ich w\u00fcnsche mir von dieser Konferenz ein klares Signal, das keiner \u00fcberh\u00f6ren kann. Das Prinzip der Nachhaltigkeit geh\u00f6rt fest verankert, um die wichtigsten Lebensgrundlagen der Menschheit zu sch\u00fctzen &#8211; auch in der Landwirtschaft und der Fischerei&#8220;, erkl\u00e4rte Aigner am Mittwoch in Berlin. Die Landwirtschaft spiele eine Schl\u00fcsselrolle f\u00fcr das nachhaltige Wirtschaftssystem im 21. Jahrhundert und stehe vor gewaltigen Herausforderungen &#8211; &#8222;den Erhalt vitaler l\u00e4ndlicher Regionen, die zunehmende Ressourcenknappheit, die Sicherung der Ern\u00e4hrung f\u00fcr eine steigende Weltbev\u00f6lkerung, die Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen und nicht zuletzt den Umwelt- und Klimaschutz&#8220;, so Aigner. &#8222;Hier gibt es Zielkonflikte, aber durch gemeinsames, entschlossenes Handeln k\u00f6nnen wir L\u00f6sungen finden.&#8220; Dies hat auch der umfangreiche Diskussionsprozess mit allen gesellschaftlichen Gruppen im Rahmen der &#8222;Charta f\u00fcr Landwirtschaft und Verbraucher&#8220; gezeigt, die Aigner am Rande der Gr\u00fcnen Woche 2012 in Berlin vorgestellt hatte.<br \/>\nEuropa hat die Zeichen erkannt und wolle die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 so gestalten, dass sie zu einer auf umweltvertr\u00e4glichem Wachstum basierenden Wirtschaft beitr\u00e4gt, sagte Aigner. Als positives Beispiel nannte sie auch die EU-Fischereipolitik, wo nach langen Verhandlungen nun der richtige Weg zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Fischbest\u00e4nde eingeschlagen worden sei. Dazu z\u00e4hlen Bewirtschaftungs- und Wiederaufbaupl\u00e4ne f\u00fcr zahlreiche Fischarten, die Einf\u00fchrung von R\u00fcckwurfverboten und Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der illegalen Fischerei. &#8222;Dieser Weg wird jetzt bei der aktuellen Neuausrichtung der Gemeinsamen Fischereipolitik konsequent fortgesetzt und muss auch Vorbild sein f\u00fcr die weltweiten Bem\u00fchungen,&#8220; sagte Aigner.<br \/>\nBundesministerin Aigner forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, sich entschlossener f\u00fcr eine weltweite Reduzierung der Lebensmittelabf\u00e4lle einzusetzen: &#8222;Die Verschwendung kostbarer Ressourcen k\u00f6nnen wir uns national und international nicht mehr leisten. Hier m\u00fcssen alle gemeinsam gegensteuern &#8211; Erzeuger und Handel, Gro\u00dfabnehmer und Privatverbraucher&#8220;, sagte Aigner. Mit der deutschen Initiative zur Reduzierung von Lebensmittelabf\u00e4llen und der Kampagne Zu gut f\u00fcr die Tonne! unterst\u00fctzt das Bundeslandwirtschaftsministerium das Ziel der Europ\u00e4ischen Union, die Menge der Lebensmittelabf\u00e4lle bis zum Jahr 2020 zu halbieren. In Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern dagegen gelte es, die hohen Nachernte-Verluste zu reduzieren, die in einigen, von Hungersn\u00f6ten bedrohten Staaten fast die H\u00e4lfte der gesamten Ernte ausmachen. Allein durch Produktionssteigerungen k\u00f6nne die Ern\u00e4hrung der Weltbev\u00f6lkerung nicht sichergestellt werden, so Aigner. Die Entwicklung hin zu einer rentablen, sozial und \u00f6kologisch nachhaltigen b\u00e4uerlichen Landwirtschaft sei die zentrale Herausforderung in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Notwendig seien verantwortungsvolle Investitionen in Infrastruktur, Technik und Know-how, jeweils angepasst an die Regionen. Nur so k\u00f6nne das Menschenrecht auf Nahrung realisiert werden<\/p>\n<p>&#8222;Nachhaltigkeit darf nicht zur Worth\u00fclse werden. Es ist an der Zeit, den Begriff mit neuem Leben, mit neuen Inhalten zu f\u00fcllen und auf alle Bereiche auszudehnen &#8211; Umwelt und Wirtschaft, Finanzen und Gesellschaft&#8220;, sagte Aigner mit Blick auf die UN-Konferenz in Rio de Janeiro. Die Bundeslandwirtschaftsministerin erinnerte daran, dass der Begriff der Nachhaltigkeit urspr\u00fcnglich aus der deutschen Forstwirtschaft stammt: Der s\u00e4chsische Berghauptmann von Carlowitz hatte 1713 ein Buch \u00fcber Forstwirtschaft ver\u00f6ffentlicht und darin als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit beschrieben, indem er dazu riet, immer nur so viel Holz zu schlagen, wie nachwachsen kann. Aigner: &#8222;Kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat sich in den vergangenen Jahrhunderten in so hohem Ma\u00df um den Erhalt seiner Wirtschaftsgrundlage bem\u00fcht wie die Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir bei der Nutzung unserer Ressourcen nie die Bed\u00fcrfnisse kommender Generationen aus dem Auge verlieren d\u00fcrfen.&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: bmelv.bund.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Zum Auftakt der UN-Konferenz f\u00fcr nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20) hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner alle Partnerl\u00e4nder aufgerufen, jetzt die Weichen f\u00fcr mehr Umwelt- und Ressourcenschutz zu stellen. &#8222;Rio+20 darf nicht zu einem Gipfel der vertanen Chancen werden. Ich w\u00fcnsche mir von dieser Konferenz ein klares Signal, das keiner \u00fcberh\u00f6ren kann. 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