{"id":18824,"date":"2026-09-11T08:46:08","date_gmt":"2026-09-11T06:46:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=18824"},"modified":"2026-09-11T08:46:08","modified_gmt":"2026-09-11T06:46:08","slug":"bmleh-verleiht-tierschutzforschungspreis-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=18824","title":{"rendered":"BMLEH verleiht Tierschutzforschungspreis 2026"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>BMLEH verleiht Tierschutzforschungspreis 2026<br \/>\nAuszeichnung f\u00fcr wegweisende Forschung zu tierfreien Testverfahren \u2013 Preis ist mit 100.000 Euro dotiert<\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat (BMLEH) hat Prof. Dr. Beate Escher vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung mit dem Tierschutzforschungspreis 2026 ausgezeichnet. Die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung w\u00fcrdigt ihre herausragende Arbeit bei der Entwicklung und Anwendung zellbasierter Biotestverfahren, die auf den Einsatz von Versuchstieren verzichten. Ein zellbasiertes Biotestverfahren ist ein experimentelles Verfahren, bei dem lebende Zellen als Testsystem verwendet werden. Damit kann untersucht werden, welche biologische Wirkung eine Substanz auf Zellen hat. Auf diese Weise k\u00f6nnen Tierversuche in der chemischen Gefahren- und Risikobewertung teilweise ersetzt werden.<\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt die Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin Silvia Breher bei der Preis\u00fcbergabe: \u201eTierschutz ist ein gesellschaftlich relevantes Thema und findet auch immer mehr Bedeutung im Bereich der Wissenschaft. Wir wollen Tierversuche dort ersetzen, wo moderne und leistungsf\u00e4hige Alternativen zur Verf\u00fcgung stehen. Daf\u00fcr brauchen wir exzellente Forschung und Menschen, die wissenschaftliches Neuland betreten und ihre Erkenntnisse in die Anwendung bringen. Mit dem Tierschutzforschungspreis f\u00f6rdern wir gezielt Forschung, die neue Wege er\u00f6ffnet und dazu beitr\u00e4gt, den Einsatz von Versuchstieren zu reduzieren. Die Arbeit von Beate Escher zeigt dabei eindrucksvoll, welche Fortschritte Forschung aus Deutschland f\u00fcr den Tierschutz erm\u00f6glichen kann.\u201c<\/p>\n<p>Prof. Dr. Beate Escher: \u201eIch freue mich sehr \u00fcber diese Auszeichnung und die Anerkennung unserer Forschungsarbeit. Zellbasierte Testverfahren er\u00f6ffnen die M\u00f6glichkeit, die Wirkung von Chemikalien gezielt zu untersuchen und damit klassische Tierversuche teilweise bereits zu ersetzen. Entscheidend f\u00fcr die Forschung ist jedoch, dass vielversprechende Ans\u00e4tze auch breit angewendet werden k\u00f6nnen. Der Preis ist deshalb auch eine Motivation, diesen Weg gemeinsam mit unseren Forschungspartnerinnen und Forschungspartnern weiterzugehen. Spezifisch m\u00f6chte ich damit weitere Arbeiten zu Kopplung von Hochdurchsatz Bioabbau und Biotests f\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n<p>Zellbasierte Verfahren f\u00fcr eine moderne Risikobewertung<br \/>\nProf. Dr. Beate Escher wird f\u00fcr ihre Pionierarbeiten bei der Entwicklung und Anwendung zellbasierter in vitro-Biotestverfahren ausgezeichnet. Ein solches Verfahren kann beispielsweise bei der Entwicklung von Arzneimitteln eingesetzt werden, um fr\u00fchzeitig zu untersuchen, ob ein Wirkstoff wirksam oder sch\u00e4dlich f\u00fcr eine Zelle ist. Im Unterschied zu einem rein chemischen Test misst man also nicht nur, ob oder wie viel von einer Substanz vorhanden ist, sondern beispielsweise, ob sie das Zellwachstum, den Stoffwechsel, bestimmte Rezeptoren oder das \u00dcberleben der Zellen beeinflusst. Ihre Arbeiten stehen f\u00fcr einen grundlegenden Wandel von klassischen, tierbasierten Testverfahren hin zu tierfreien Methoden im Bereich der chemischen Gefahren- und Risikobewertung. Die entwickelten Tests erm\u00f6glichen es, gro\u00dfe Mengen an Chemikalien sowie komplexe Umwelt- und biologische Proben in standardisierten Verfahren zu untersuchen. Sie werden insbesondere beim Monitoring und bei der Bewertung von Mikroverunreinigungen eingesetzt. Diese sind insbesondere bei Stoffen wie Arzneimitteln oder Schadstoffen relevant.<\/p>\n<p>International vernetzte Umwelttoxikologin<br \/>\nProf. Dr. Beate Escher leitet das Department Zelltoxikologie am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung mit Sitz in Leipzig und ist Professorin f\u00fcr Umwelttoxikologie an der Eberhard-Karls-Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Sie studierte Chemie an der Universit\u00e4t Konstanz. 1995 promovierte sie in Organischer Umweltchemie an der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule Z\u00fcrich (ETH Z\u00fcrich), 2002 habilitierte sie sich dort in Umweltchemie und \u00d6kotoxikologie.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist Frau Escher an verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen t\u00e4tig. Dazu geh\u00f6ren das Australian Rivers Institute der Griffith University und die University of Queensland in Brisbane. Zudem ist sie Lehrbeauftragte an der ETH Z\u00fcrich. Ihre Forschung ist durch ein umfangreiches internationales Netzwerk von Kooperationspartnern gepr\u00e4gt. F\u00fcr ihre wissenschaftliche Arbeit wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=12585\" rel=\"attachment wp-att-12585\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12585\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schildkroeten-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schildkroeten-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schildkroeten.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tierschutz durch Forschung voranbringen<br \/>\nMit dem Tierschutzforschungspreis unterst\u00fctzt das BMLEH die Erforschung und Entwicklung von Alternativ- und Ersatzmethoden zum Tierversuch. Ziel ist es, wissenschaftliche Ans\u00e4tze voranzubringen, die dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen, die Zahl eingesetzter Versuchstiere zu reduzieren und die Belastung von Versuchstieren zu vermindern.<\/p>\n<p>Der international ausgeschriebene Tierschutzforschungspreis ist mit 100.000 Euro dotiert. Leitend f\u00fcr die Forschungsaktivit\u00e4ten zum Schutz von Versuchstieren ist das sogenannte 3R-Prinzip. Die drei R stehen f\u00fcr Replacement, Reduction und Refinement: den Ersatz von Tierversuchen, die Reduzierung der Zahl eingesetzter Versuchstiere und die Verminderung ihrer Belastung.<\/p>\n<p>Neben dem Tierschutzforschungspreis unterst\u00fctzt die Bundesregierung die Entwicklung von Alternativmethoden mit weiteren Ma\u00dfnahmen. Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) am Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) befasst sich mit der Intensivierung der Forschung an Alternativmethoden und setzt sich f\u00fcr deren Harmonisierung und Anerkennung auf internationaler Ebene ein. Weitere Instrumente sind die Forschungsf\u00f6rderung durch das BfR, der F\u00f6rderschwerpunkt \u201eErsatzmethoden zum Tierversuch\u201c des Bundesforschungsministeriums sowie die finanzielle Unterst\u00fctzung der \u201eStiftung zur F\u00f6rderung der Erforschung von Ersatz- und Erg\u00e4nzungsmethoden zur Einschr\u00e4nkung von Tierversuchen\u201c.<\/p>\n<p>Quelle:bmleh.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: BMLEH verleiht Tierschutzforschungspreis 2026 Auszeichnung f\u00fcr wegweisende Forschung zu tierfreien Testverfahren \u2013 Preis ist mit 100.000 Euro dotiert Das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat (BMLEH) hat Prof. Dr. Beate Escher vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung mit dem Tierschutzforschungspreis 2026 ausgezeichnet. 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