{"id":18004,"date":"2025-11-10T08:44:39","date_gmt":"2025-11-10T07:44:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=18004"},"modified":"2025-11-10T08:44:39","modified_gmt":"2025-11-10T07:44:39","slug":"wolf-im-bundesjagdgesetz-umfassendes-paket-zum-schutz-von-weidetieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=18004","title":{"rendered":"Wolf im Bundesjagdgesetz: Umfassendes Paket zum Schutz von Weidetieren"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Wolf im Bundesjagdgesetz: Umfassendes Paket zum Schutz von Weidetieren<br \/>\nRechtssichere Entnahme von W\u00f6lfen, Herdenschutzma\u00dfnahmen gest\u00e4rkt<\/p>\n<p>Der Schutz von Weidetieren vor W\u00f6lfen wird verbessert: Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) und das Bundesumweltministerium (BMUKN) haben sich auf ein umfassendes Paket dazu geeinigt. Der Wolf wird, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, in das Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufgenommen, der pr\u00e4ventive Herdenschutz wird mit seiner besonderen Bedeutung f\u00fcr den Schutz der Weidetiere herausgestellt. Damit haben nun die L\u00e4nder die M\u00f6glichkeit, in Regionen mit hoher Wolfsdichte und einem g\u00fcnstigen Erhaltungszustand ein Bestandsmanagement einzuf\u00fchren. Wo W\u00f6lfe Herdenschutzma\u00dfnahmen \u00fcberwinden, k\u00f6nnen sie rechtssicher entnommen werden. Wo Weidegebiete nicht zumutbar mit pr\u00e4ventiven Herdenschutzma\u00dfnahmen gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen, wie in der alpinen Region, kann der Wolf auch zur Vermeidung von Weidetierrissen entnommen werden. Flankierend betont die Bundesregierung die Bedeutung von Herdenschutzma\u00dfnahmen wie Z\u00e4une oder H\u00fctehunde und unterst\u00fctzt weiterhin die Finanzierung. Erleichterungen bei der Finanzierung und eine Erh\u00f6hung der Pr\u00e4mien werden gemeinsam mit den L\u00e4ndern gepr\u00fcft. Die Vereinbarung wird im n\u00e4chsten Schritt weiter innerhalb der Bundesregierung abgestimmt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=16931\" rel=\"attachment wp-att-16931\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16931\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG-20170516-WA0000-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG-20170516-WA0000-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG-20170516-WA0000-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG-20170516-WA0000-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/IMG-20170516-WA0000.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bundesminister Alois Rainer: \u201eUnsere Weidetierhaltung ist Herzst\u00fcck unserer Kulturlandschaft und pr\u00e4gt unsere Heimat \u2013 von den Deichen im Norden bis zu den Almen im S\u00fcden. Wer Weidetiere h\u00e4lt, bewahrt Landschaft, Biodiversit\u00e4t und Tradition. Aber wir wissen auch: Wo Herden grasen, ist der Wolf l\u00e4ngst wieder da. F\u00fcr viele Tierhalter ist er kein Fabelwesen, sondern t\u00e4gliche Realit\u00e4t. Ich nehme die Sorgen der weidehaltenden Betriebe sehr ernst \u2013 und genau deshalb handeln wir. Mit dem Wolf im Bundesjagdgesetz schaffen wir Rechtssicherheit und klare, praxistaugliche Regeln. Wir sorgen daf\u00fcr, dass zielgenau dort reagiert werden kann, wo Herdenschutz mit Z\u00e4unen an Grenzen st\u00f6\u00dft \u2013 etwa in der alpinen Region. Wir stehen an der Seite der Weidetierhalter \u2013 mit klaren Regeln, praktischen L\u00f6sungen und echter Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr ihre Arbeit.\u201c<\/p>\n<p>Bundesminister Carsten Schneider: \u201eDer Wolf ist ein beeindruckendes Wildtier und es tut unseren W\u00e4ldern gut, dass er hier wieder heimisch geworden ist. Doch seine R\u00fcckkehr bringt auch Herausforderungen mit sich, die wir l\u00f6sen m\u00fcssen. Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter sind besonders betroffen. Sie sorgen mit ihren Tieren f\u00fcr die Pflege von bl\u00fctenreichen Wiesen, die unverzichtbar sind f\u00fcr eine artenreiche Natur. Ein perfekter Herdenschutz ist nicht immer m\u00f6glich und es gibt einzelne W\u00f6lfe, die Probleme bereiten. Daher d\u00fcrfen Problemw\u00f6lfe k\u00fcnftig bejagt werden. Ob mit dem erm\u00f6glichten Bestandsmanagement wirklich die Konflikte mit dem Wolf entsch\u00e4rft werden, werden wir gut im Auge behalten und alle f\u00fcnf Jahre \u00fcberpr\u00fcfen. Richtschnur bleibt dabei der g\u00fcnstige Erhaltungszustand des Wolfes, so geben uns das die EU-Regeln vor. Wichtig ist: Der Wolf darf bleiben. Es geht nicht darum, den Wolf wieder zu vertreiben, sondern um gangbare Wege, friedlich mit ihm zu leben.\u201c<\/p>\n<p>Die Vereinbarung im Einzelnen:<br \/>\n\u2022 Regionales Bestandsmanagement: Mit der Aufnahme des Wolfs in das BJagdG wird den L\u00e4ndern die M\u00f6glichkeit eines regionalen Bestandsmanagements gegeben. Das bedeutet: In Regionen mit hohen Wolfszahlen, wo der g\u00fcnstige Erhaltungszustand festgestellt wurde, k\u00f6nnen Managementpl\u00e4ne aufgestellt und so die Zahl der regional lebenden W\u00f6lfe reguliert werden.<br \/>\n\u2022 Entnahme von W\u00f6lfen: Haben W\u00f6lfe Herdenschutzma\u00dfnahmen \u00fcberwunden und Weidetiere verletzt oder get\u00f6tet, ist eine leichtere, rechtssichere Entnahme der W\u00f6lfe, unabh\u00e4ngig vom Erhaltungszustand, m\u00f6glich.<br \/>\n\u2022 Ausweisung von Weidegebieten: In einigen Regionen Deutschlands ist pr\u00e4ventiver Herdenschutz, z.B. das Aufstellen von Z\u00e4unen, aufgrund der geografischen Gegebenheiten, wie Hangneigung, Bodenbeschaffenheit oder Lage an Gew\u00e4ssern nicht m\u00f6glich. Das ist beispielsweise in den Alpen (Almwiesen) oder an den K\u00fcsten (Deiche) der Fall. Die Bundesl\u00e4nder bekommen nun die M\u00f6glichkeit, bestimmte Weidegebiete auszuweisen, um hier den Schutz der Weidetiere durch die Entnahme der W\u00f6lfe sicherzustellen.<br \/>\n\u2022 Finanzierung Herdenschutz: Derzeit ist die Finanzierung von Herdenschutzma\u00dfnahmen \u00fcber die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und K\u00fcstenschutz (GAK) geregelt. Wir \u00fcberpr\u00fcfen diese Regelungen mit dem Ziel, Verbesserungen bei der F\u00f6rderung des Herdenschutzes zu erzielen.<br \/>\n\u2022 Bericht an den Bundestag: Nach f\u00fcnf Jahren berichtet die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag, inwieweit sich die Regelungen bew\u00e4hrt haben.<br \/>\n\u2022 Einrichtung eines Rundes Tischs \u201eWald\/Wild\u201c: BMLEH, BMUKN, L\u00e4nder sowie Wald-, Umwelt- und Jagdverb\u00e4nde legen bis Ende 2026 Ergebnisse zum Wald-Wild-Konflikt vor.<br \/>\n\u2022 Kein Handel mit Wolfstroph\u00e4en: Die Regeln der EU-Artenschutzverordnung gelten auch weiterhin f\u00fcr den Wolf: Damit sind Zurschaustellung und Handel mit toten W\u00f6lfen auch k\u00fcnftig verboten.<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nDie Wolfsbest\u00e4nde in Europa sind in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen \u2013 von 11.200 Tieren im Jahr 2012 auf \u00fcber 20.300 im Jahr 2023. In Deutschland leben derzeit 209 Wolfsrudel, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Parallel dazu steigt die Zahl der Wolfrisse: Im Jahr 2024 wurden rund 4.300 Nutztiere, \u00fcberwiegend Schafe und Ziegen, von W\u00f6lfen gerissen, zum Teil trotz der weiterhin wichtigen Herdenschutzma\u00dfnahmen wie Z\u00e4unen und Herdenschutzhunden.<\/p>\n<p>Deutschland hat der EU-Kommission dieses Jahr den \u201eg\u00fcnstigen Erhaltungszustand\u201c des Wolfs in der atlantischen und der kontinentalen Region gemeldet. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um den L\u00e4ndern in Regionen mit einem guten Erhaltungszustand die Gelegenheit f\u00fcr ein regionales Wolfsmanagement einzuf\u00fchren. Mit der Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz und den entsprechenden Anpassungen im Bundesnaturschutzgesetz ist daf\u00fcr die rechtliche Grundlage geschaffen. Bereits Anfang des Jahres war der Wolf von \u201estreng gesch\u00fctzt\u201c auf \u201egesch\u00fctzt\u201c in der Berner Konvention herabgestuft worden.<\/p>\n<p>Quelle:bmleh.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Wolf im Bundesjagdgesetz: Umfassendes Paket zum Schutz von Weidetieren Rechtssichere Entnahme von W\u00f6lfen, Herdenschutzma\u00dfnahmen gest\u00e4rkt Der Schutz von Weidetieren vor W\u00f6lfen wird verbessert: Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) und das Bundesumweltministerium (BMUKN) haben sich auf ein umfassendes Paket dazu geeinigt. 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