{"id":17616,"date":"2025-06-12T08:44:49","date_gmt":"2025-06-12T06:44:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=17616"},"modified":"2025-06-12T08:44:49","modified_gmt":"2025-06-12T06:44:49","slug":"waldzustandserhebung-2024-ist-ein-erneuter-weckruf-nur-jeder-fuenfte-baum-gesund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=17616","title":{"rendered":"Waldzustandserhebung 2024 ist ein erneuter Weckruf Nur jeder f\u00fcnfte Baum gesund"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Waldzustandserhebung 2024 ist ein erneuter Weckruf<br \/>\nNur jeder f\u00fcnfte Baum gesund<\/p>\n<p>Deutschland ist Waldland. Ein Drittel der Landfl\u00e4che ist mit Wald bedeckt. W\u00e4lder pr\u00e4gen nicht nur unsere Landschaften, sie erf\u00fcllen auch wichtige Funktionen f\u00fcr Mensch, Natur und Klima. So wirken W\u00e4lder klimaregulierend und speichern Kohlenstoff. Doch der Zustand der heimischen W\u00e4lder bleibt besorgniserregend: Laut aktueller Waldzustandserhebung 2024 des Bundesministeriums f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat (BMLEH) weisen weiterhin vier von f\u00fcnf B\u00e4umen Sch\u00e4den auf. Die Situation hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verbessert. Zwar war die Witterung im Jahr 2024 g\u00fcnstiger als in den Vorjahren \u2013 dennoch leiden Fichte, Kiefer, Buche und Eiche weiter unter den Nachwirkungen langanhaltender Trockenperioden und \u00fcberdurchschnittlich hoher Temperaturen seit 2018.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1574\" rel=\"attachment wp-att-1574\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1574\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/wald-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/wald-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/wald.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Alois Rainer, Bundesminister f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat: \u201eDie Baumkronen sind ein Seismograph f\u00fcr den Zustand der B\u00e4ume. Und der Blick nach oben in die Baumkronen zeigt: Unsere W\u00e4lder haben Dauerstress. Das sehe ich in meinem eigenen Wald genauso wie \u00fcberall im Land. Hitze, Trockenheit und Sch\u00e4dlinge setzen unseren W\u00e4ldern weiter zu. Nur jeder f\u00fcnfte Baum tr\u00e4gt noch volles Gr\u00fcn.<\/p>\n<p>Ich sehe das mit Sorge \u2013 und mit Verantwortung: Denn der Wald ist mehr als Natur. Er ist Lebensraum, Klimasch\u00fctzer und Wirtschaftsfaktor. Als nachwachsender Rohstoff sichert Holz Arbeitspl\u00e4tze und Wohlstand auf dem Land und in den St\u00e4dten. Waldschutz ist Heimatschutz. \u00dcber Jahrhunderte wurde er uns von Generation zu Generation weitervererbt. Unsere W\u00e4lder nachhaltig zu bewirtschaften, das ist auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe.<\/p>\n<p>Wir brauchen auch f\u00fcr die nach uns folgende Generationen gesunde, stabile W\u00e4lder. Deshalb entlasten wir die Waldbesitzenden, statt ihnen \u00fcberfl\u00fcssige B\u00fcrokratie aufzuhalsen. Wir investieren in die Wiederaufforstung und den Waldumbau, in die Forschung und den Wissenstransfer \u2013 und st\u00e4rken damit die nachhaltige Waldbewirtschaftung: Waldnutzung und Waldumbau sind aktiver Klimaschutz.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Jahre 2019 bis 2024 wurde von den L\u00e4ndern insgesamt ein Wiederbewaldungsbedarf von etwa 525.000 Hektar gemeldet. Seit 2022 hat der Bund und die L\u00e4nder gemeinsam \u00fcber die Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und K\u00fcstenschutz mehr als 200 Millionen Euro in Wiederbewaldung und Waldumbau auf knapp 50.000 Hektar Waldfl\u00e4che investiert. Zusammen mit dem F\u00f6rderprogramm \u201eKlimaangepasstes Waldmanagement\u201c des BMLEH, das ein Finanzvolumen von rund 135 Millionen Euro pro Jahr hat, stehen damit die notwendigen Mittel f\u00fcr Investitionen in die Wiederaufforstung, die Entwicklung und den Erhalt der W\u00e4lder zur Verf\u00fcgung. Mit dem F\u00f6rderprogramm werden derzeit rund 1,5 Millionen Hektar Privat- und Kommunalwald erreicht.<\/p>\n<p>Hintergrund:<\/p>\n<p>Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2024<br \/>\nSeit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 hat der Anteil der deutlichen und mittleren Kronenverlichtung, also der sichtbare Blatt- bzw. Nadelverlust, aller Baumarten zugenommen. Im Jahr 2019 konnten die deutlichsten Ver\u00e4nderungen beobachtet werden. Insgesamt befinden sich die Sch\u00e4den seitdem weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und haben sich je nach Baumart im Vergleich zum Vorjahr gar nicht oder nur sehr geringf\u00fcgig ver\u00e4ndert. Es haben sich keine deutlichen Verbesserungen des Waldzustands eingestellt, aber auch keine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu 2023.<\/p>\n<p>Bei der Fichte ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 43 Prozent auf 39 Prozent gesunken. Auf die Warnstufe entfielen unver\u00e4ndert 40 Prozent. Ohne Verlichtungen waren es 21 Prozent (2023: 17 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 28,6 Prozent auf 27,2 Prozent leicht gesunken. Im Vergleich zu den anderen Hauptbaumarten weist die Fichte die h\u00f6chste Absterberate auf.<\/p>\n<p>Bei der Kiefer blieb der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen im Vergleich zum Vorjahr unver\u00e4ndert bei 24 Prozent. Auf die Warnstufe entfielen im Jahr 2024 56 Prozent (vgl. 2023: 53 Prozent). Der Anteil ohne Verlichtungen ist von 23 Prozent auf 20 Prozent gesunken. Die mittlere Kronenverlichtung stieg 2024 geringf\u00fcgig von 22,3 Prozent auf 22,5 Prozent.<\/p>\n<p>Auch bei der Buche verblieb der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung mit 46 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Auf die Warnstufe entfielen 36 Prozent (vgl. 2023: 39 Prozent). Der Anteil ohne Verlichtungen hat sich mit 18 Prozent (vgl. 2023: 15 Prozent) leicht verbessert. Die mittlere Kronenverlichtung ist mit 28,5 Prozent unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Eiche ist das traurige Schlusslicht: Bei der Eiche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 44 Prozent auf 51 Prozent gestiegen. Der Anteil der Warnstufe sank dagegen leicht von 39 Prozent auf 33 Prozent. Auch der Anteil ohne Verlichtungen sank leicht um einen Prozentpunkt von 17 Prozent auf 16 Prozent. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 27,6 Prozent auf 29,3 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Weitergehende Informationen:<br \/>\nDie bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 j\u00e4hrlich von den L\u00e4ndern auf einem systematischen Stichprobennetz (16 km mal 16 km) durchgef\u00fchrt. Das Bundesergebnis wird aus den von den L\u00e4ndern bereitgestellten Rohdaten am Institut f\u00fcr Wald\u00f6kosysteme des Th\u00fcnen-Instituts (Bundesforschungsinstitut f\u00fcr L\u00e4ndliche R\u00e4ume, Wald und Fischerei) berechnet.<\/p>\n<p>Der Wald erf\u00fcllt vielf\u00e4ltige Nutz- und Schutzfunktionen, ist Kohlenstoffspeicher und bildet eine wichtige Lebensgrundlage f\u00fcr Mensch, Pflanzen und Tiere. Um Risiken f\u00fcr W\u00e4lder rechtzeitig zu erkennen, ist eine langfristige Beobachtung entscheidend. Denn erst auf der Grundlage langj\u00e4hriger Messreihen kann beurteilt werden, wie sich Umweltver\u00e4nderungen auf die Gesundheit der W\u00e4lder auswirken. Zur \u00dcberpr\u00fcfung des Waldzustandes ist der j\u00e4hrliche Blick in die Kronen unabl\u00e4ssig. Denn die Kronenvitalit\u00e4t ist ein wichtiger Baustein zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Leistungsf\u00e4higkeit unseres Waldes.<\/p>\n<p>Die Waldzustandserhebung 2024 finden Sie auf unserer Homepage&lt;http:\/\/www.bmleh.de\/waldzustandserhebung&gt;.<\/p>\n<p>Quelle:bmel.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Waldzustandserhebung 2024 ist ein erneuter Weckruf Nur jeder f\u00fcnfte Baum gesund Deutschland ist Waldland. Ein Drittel der Landfl\u00e4che ist mit Wald bedeckt. W\u00e4lder pr\u00e4gen nicht nur unsere Landschaften, sie erf\u00fcllen auch wichtige Funktionen f\u00fcr Mensch, Natur und Klima. So wirken W\u00e4lder klimaregulierend und speichern Kohlenstoff. 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