{"id":16902,"date":"2024-08-06T08:30:56","date_gmt":"2024-08-06T06:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16902"},"modified":"2024-08-06T08:30:56","modified_gmt":"2024-08-06T06:30:56","slug":"25-jahre-it-servicezentrum-der-bayerischen-justiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16902","title":{"rendered":"25 Jahre IT-Servicezentrum der bayerischen Justiz\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen:<\/p>\n<p>25 Jahre IT-Servicezentrum der bayerischen<br \/>\nJustiz<\/p>\n<p>Feierstunde in Amberg \/ Bayerns Justizminister Georg Eisenreich<br \/>\ngratuliert zum Jubil\u00e4um: &#8222;Wir treiben die Digitaloffensive der bayerischen<br \/>\nJustiz weiter voran. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jus-IT leisten<br \/>\ndazu einen unverzichtbaren und herausragenden Beitrag.&#8220; \u00a0 Vor 25 Jahren, am 1. August<br \/>\n1999, gr\u00fcndete die bayerische Justiz ihr IT-Servicezentrum, das seinen<br \/>\nSitz inzwischen in Amberg hat. Zum Jubil\u00e4um findet heute (1.\u00a0August)<br \/>\neine Feierstunde statt. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich<br \/>\ngratuliert: &#8222;Seit der Gr\u00fcndung des IT-Servicezentrums<br \/>\nvor 25 Jahren ist viel geschehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=3002\" rel=\"attachment wp-att-3002\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3002\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/handy-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/handy-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/handy.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir treiben die Digitaloffensive der<br \/>\nbayerischen Justiz weiter voran. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des<br \/>\nJus-IT leisten dazu einen unverzichtbaren und herausragenden Beitrag. Dabei<br \/>\nstehen wir aufgrund der Entwicklungen im Bereich generativer KI erst am<br \/>\nBeginn eines neuen Zeitalters. Das f\u00fchrt zu gro\u00dfen Chancen,<br \/>\naber auch zu gro\u00dfen Herausforderungen. Die Potentiale von KI und<br \/>\nLegal Tech wollen wir in der Justiz nutzen.&#8220; Das IT-Servicezentrum<br \/>\nder bayerischen Justiz ist organisatorisch an das Oberlandesgericht N\u00fcrnberg<br \/>\nangebunden. Der Pr\u00e4sident des Oberlandesgerichts N\u00fcrnberg,<br \/>\nDr. Thomas Dickert, in seiner Festansprache: &#8222;Die Geschichte<br \/>\ndes IT-Servicezentrums ist eine durchschlagende Erfolgsgeschichte. In den<br \/>\nvergangenen 25 Jahren hat sich unglaublich viel entwickelt, auf das wir<br \/>\nstolz sein d\u00fcrfen und worauf wir aufbauen k\u00f6nnen. Dem Jus-IT<br \/>\nprophezeie ich eine glanzvolle Zukunft. Denn die Digitalisierung ist ein<br \/>\nfortschreitender Prozess, dessen Geschwindigkeit immer rasanter werden<br \/>\nwird. Ohne den Einsatz modernster digitaler Mittel wird die Justiz angesichts<br \/>\nder Vielzahl und Komplexit\u00e4t ihrer Aufgaben nicht arbeitsf\u00e4hig<br \/>\nbleiben. Dem Jus-IT wird also die Arbeit angesichts der fortschreitenden<br \/>\nDigitalisierung auch in den n\u00e4chsten 25 Jahren nicht ausgehen. Ich<br \/>\nfreue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Justizstandort Amberg.&#8220;<br \/>\nZu den gro\u00dfen Projekten des Jus-IT geh\u00f6rt aktuell die Einf\u00fchrung<br \/>\nder elektronischen Akte in ganz Bayern. &#8222;In Bayern hat sich die E-Akte<br \/>\nim Praxiseinsatz bew\u00e4hrt. Schon seit dem vergangenen Jahr arbeiten<br \/>\nalle bayerischen Gerichte in Zivil-, Familien- und seit kurzem auch in<br \/>\nImmobiliarvollstreckungs-, Betreuungs-, Grundbuch- und Insolvenzsachen<br \/>\nvollst\u00e4ndig mit der elektronischen Akte. Im Herbst 2024 sollen auch<br \/>\ndie Nachlassgerichte hinzukommen. Bis heute wurden bereits \u00fcber eine<br \/>\nMillion Verfahren rein elektronisch gef\u00fchrt&#8220;, so Justizminister<br \/>\nEisenreich. Neben der E-Akte setzt die Justiz auch auf den Einsatz<br \/>\nvon Videotechnik in Verhandlungen. Allein im Jahr 2023 gab es rund 13.000<br \/>\nVideoverhandlungen und -anh\u00f6rungen im Freistaat.<br \/>\nHintergrund zur Digitaloffensive von Bayerns Staatsminister<br \/>\nder Justiz Georg Eisenreich:<br \/>\nElektronischer Rechtsverkehr: Der elektronische Rechtsverkehr<br \/>\nist bei allen bayerischen Gerichten und Staatsanwaltschaften eingef\u00fchrt.<br \/>\nVideoverhandlungen: Seit Juli 2021 haben<br \/>\nalle 99 ordentlichen Gerichte in Bayern Zugang zu einer Videokonferenzanlage.<br \/>\nDaneben setzt die Justiz auf ein Videokonferenz-Tool, das bayernweit freigegeben<br \/>\nwurde. Allein im Jahr 2023 gab es rund 13.000 Videoverhandlungen und -anh\u00f6rungen<br \/>\nim Freistaat. Einf\u00fchrung der E-Akte:<br \/>\nBis 1. Januar 2026 muss die elektronische Akte deutschlandweit eingef\u00fchrt<br \/>\nsein. In Bayern m\u00fcssen 127 Standorte mit etwa 15.000 Arbeitspl\u00e4tzen<br \/>\nmit der E-Akte ausgestattet werden. Die Regeleinf\u00fchrung der E-Akte<br \/>\nan allen bayerischen Gerichten in Zivil-, Familien- und Immobiliarvollstreckungs-<br \/>\nsowie in Betreuungs-, Grundbuch- und Insolvenzsachen ist abgeschlossen.<br \/>\nGeplant ist, die Regeleinf\u00fchrung in Nachlass- und Strafsachen im Herbst<br \/>\n2024 zu beginnen. Bis heute wurden bereits \u00fcber eine Million Verfahren<br \/>\nrein elektronisch gef\u00fchrt. Start-up-Gr\u00fcndung:<br \/>\nAuf Initiative des Justizministers hat die bayerische Justiz 2022 gemeinsam<br \/>\nmit dem Innovations- und Gr\u00fcndungszentrum UnternehmerTUM das &#8222;Legal<br \/>\nTech Colab&#8220; ins Leben gerufen &amp;ndash; einen Inkubator und Accelerator<br \/>\nf\u00fcr Start-ups im Legal-Tech-Bereich (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Neue Digitalabteilung im Justizministerium:<br \/>\nJustizminister Eisenreich hat zum 1. April 2023 eine neue Abteilung &#8222;Digitalisierung<br \/>\nund Innovation&#8220; eingerichtet (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Zudem wurde im Juli 2023 ein neues Referat f\u00fcr Legal Tech<br \/>\nund K\u00fcnstliche Intelligenz geschaffen. Interdisziplin\u00e4re<br \/>\nVernetzung und Austausch: Im M\u00e4rz 2018 wurde die &#8222;Denkfabrik<br \/>\nLegal Tech&#8220; gegr\u00fcndet, die \u00fcber 600 Juristinnen und Juristen<br \/>\nsowie IT-Expertinnen und -Experten aus Justiz, Wirtschaft, Anwaltschaft<br \/>\nund Forschung vernetzt. Ziel ist es, die Kenntnisse \u00fcber Einsatzm\u00f6glichkeiten<br \/>\nmoderner Legal-IT-Tools zu vertiefen. Neues<br \/>\nBerufsfeld f\u00fcr Referendarinnen und Referendare: Seit Juli<br \/>\n2023 k\u00f6nnen Referendarinnen und Referendare in Bayern das neue Berufsfeld<br \/>\n&#8222;IT-Recht und Legal Tech&#8220; w\u00e4hlen (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Beteiligung an der Fortentwicklung<br \/>\ninnovativer Ermittlungswerkzeuge: Die bayerische Justiz beteiligte<br \/>\nsich gemeinsam mit Spitzenforschern aus den Niederlanden an der Fortentwicklung<br \/>\ndes &#8222;Dark Web Monitor&#8220; &amp;ndash; einer Art Suchmaschine f\u00fcr<br \/>\ndas Darknet. Im Juni 2022 stiegen auch Wiener Blockchain-Spezialisten in<br \/>\ndas Projekt ein: Mit dem Analyse-Tool GraphSense k\u00f6nnen die Ermittler<br \/>\nbesser der Spur des Geldes folgen, wenn z. B. f\u00fcr Kinderpornografie<br \/>\nmit Bitcoins bezahlt wird. Zudem ist die bayerische Justiz mit \u00f6sterreichischen<br \/>\nSpitzenforschern seit August 2023 dabei, den Fake-Shop-Detector auf die<br \/>\nbesonderen Anforderungen der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zuzuschneiden<br \/>\nund weiterzuentwickeln (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Seit diesem Sommer pilotiert die Justiz gemeinsam mit der niederl\u00e4ndischen<br \/>\nForschungsgesellschaft TNO den &#8222;Big Phish&#8220;, ein Tool das fr\u00fchzeitig<br \/>\nPhishing-Domains im Internet aufsp\u00fcren soll (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Automatisierte Anonymisierung von<br \/>\nUrteilen: Ziel eines vom Bayerischen Staatsministerium der Justiz<br \/>\nunterst\u00fctzten, inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojekts<br \/>\nmit der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg war<br \/>\nes, in Zukunft in geeigneten Fachbereichen eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl<br \/>\nvon Urteilen ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen. Software<br \/>\nzur juristischen Aktenstrukturierung: Das Bayerische Justizministerium<br \/>\nhat zudem bereits die Entwicklung eines Projekts f\u00fcr eine Software<br \/>\nzur juristischen Aktenstrukturierung in Auftrag gegeben und erfolgreich<br \/>\nausgeschrieben. Die Software wird Entscheiderinnen und Entscheidern als<br \/>\nHilfsmittel bei der juristischen Fallbearbeitung dienen. Die Software wird<br \/>\nvoraussichtlich noch in diesem Jahr zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nErprobung innovativer Legal Tech-Anwendungen zur Unterst\u00fctzung<br \/>\nvon Richterinnen und Richtern bei Massenverfahren: Richterinnen<br \/>\nund Richter bei den Landgerichten M\u00fcnchen I und Ingolstadt haben eine<br \/>\nAnwendung zur Unterst\u00fctzung in erstinstanzlichen Dieselverfahren getestet.<br \/>\nBei dem Amtsgericht Erding wird gegenw\u00e4rtig eine Software zur Unterst\u00fctzung<br \/>\nin Fluggastrechteverfahren getestet. Bei dem Oberlandesgericht M\u00fcnchen<br \/>\nsoll demn\u00e4chst die Erprobung einer Software zur Unterst\u00fctzung<br \/>\nin zweitinstanzlichen Dieselverfahren beginnen. Reallabor<br \/>\nBasisdokument: Bayern und Niedersachsen haben in einem gemeinsamen<br \/>\nForschungsprojekt mit der Universit\u00e4t Regensburg eine Anwendung zur<br \/>\ndigitalen Aufbereitung des Parteivortrags entwickelt und an mehreren Landgerichten<br \/>\nerfolgreich erprobt. In dem Basisdokument wird der gesamte Streitstoff<br \/>\n\u00fcbersichtlich und stets aktuell abgebildet. Grundlagenforschung<br \/>\nim Bereich Large Language Models (LLMs): In Zusammenarbeit mit<br \/>\nNordrhein-Westfalen sollen erste Erfahrungen mit generativen Sprachmodellen<br \/>\nf\u00fcr die Justiz gesammelt werden &amp;ndash; wissenschaftlich begleitet<br \/>\nvon der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen und der Universit\u00e4t<br \/>\nzu K\u00f6ln. Automatisierte Textanalyse:<br \/>\nBis Ende September 2023 wurde am Landgericht Ingolstadt der Einsatz eines<br \/>\nautomatisierten Textanalysetools evaluiert. Die Pilotierung zeigte vielversprechende<br \/>\nErgebnisse. Ein Textanalysetool k\u00f6nnte insbesondere f\u00fcr die Serviceeinheiten<br \/>\neine sp\u00fcrbare Entlastung bringen. Aufgrund der vielversprechenden<br \/>\nPilotierungsergebnisse wird derzeit ein Vergabeverfahren zur Beschaffung<br \/>\nim Rahmen einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Kooperation vorbereitet.<br \/>\nBayerns Justizminister Georg Eisenreich hat zudem zahlreiche<br \/>\nrechtspolitische Initiativen auf den Weg gebracht. So wurde beispielsweise<br \/>\nim Jahr 2022 auf Initiative von Staatsminister Georg Eisenreich<br \/>\nder Digitalgipfel des Bundes und der L\u00e4nder eingerichtet: Beim<br \/>\ndritten Digitalgipfel von Bund und L\u00e4ndern, der im Vorfeld der Justizministerkonferenz<br \/>\nim Herbst 2023 stattfand, haben Bund und L\u00e4nder auf bayerische Initiative<br \/>\nbeschlossen, eine von Bund und L\u00e4ndern gemeinsam besetzte Reformkommission<br \/>\neinzusetzen. Die Reformkommission wird unter Beteiligung von Vertreterinnen<br \/>\nund Vertretern der Richterschaft, der Anwaltschaft, der Wissenschaft, der<br \/>\nVerbraucher, der Wirtschaft und des Legal Tech Verbandes sowie des EDV-Gerichtstages<br \/>\nVorschl\u00e4ge f\u00fcr den Zivilprozess der Zukunft erarbeiten.\u00a0Die<br \/>\nKommission hat ihre Arbeit am 1. Juli 2024 aufgenommen.<\/p>\n<p>Quelle:stmj.bayern.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen: 25 Jahre IT-Servicezentrum der bayerischen Justiz Feierstunde in Amberg \/ Bayerns Justizminister Georg Eisenreich gratuliert zum Jubil\u00e4um: &#8222;Wir treiben die Digitaloffensive der bayerischen Justiz weiter voran. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jus-IT leisten dazu einen unverzichtbaren und herausragenden Beitrag.&#8220; \u00a0 Vor 25 Jahren, am 1. 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