{"id":16893,"date":"2024-08-02T08:45:55","date_gmt":"2024-08-02T06:45:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16893"},"modified":"2024-08-02T08:45:55","modified_gmt":"2024-08-02T06:45:55","slug":"kuenstliche-intelligenz-im-einsatz-fuer-die-justiz-start-fuer-gemeinsames-forschungsprojekt-von-bayern-und-nrw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16893","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz im Einsatz f\u00fcr die Justiz \/ Start f\u00fcr gemeinsames Forschungsprojekt von Bayern und NRW"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliche Intelligenz im Einsatz f\u00fcr die<br \/>\nJustiz \/ Start f\u00fcr gemeinsames Forschungsprojekt von Bayern und NRW<\/p>\n<p>Generatives Sprachmodell soll Richterinnen und Richter entlasten \/ Wissenschaftliche<br \/>\nBegleitung durch die TU M\u00fcnchen und die Universit\u00e4t zu K\u00f6ln Start f\u00fcr ein spannendes Forschungsprojekt der Justiz:<br \/>\nBayern und Nordrhein-Westfalen (NRW) trainieren und erproben seit dieser<br \/>\nWoche gemeinsam ein generatives Sprachmodell speziell f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse<br \/>\nder Justiz. Die Vereinbarung zwischen den L\u00e4ndern und den beteiligten<br \/>\nUniversit\u00e4ten wurde in dieser Woche unterzeichnet. Bayerns<br \/>\nJustizminister Georg Eisenreich: &#8222;Durch die rasante Entwicklung<br \/>\nim Bereich generativer KI stehen wir am Beginn eines neuen Zeitalters.<br \/>\nDas f\u00fchrt zu gro\u00dfen Chancen, aber auch zu gro\u00dfen Herausforderungen.<br \/>\nDie Potentiale von KI und Legal Tech wollen wir in der Justiz nutzen, um<br \/>\nunsere durch Massenverfahren und neue Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomene<br \/>\nstark geforderten Gerichte zu entlasten. Ich freue mich, dass wir gemeinsam<br \/>\nmit NRW wertvolle Erkenntnisse gewinnen k\u00f6nnen.&#8220; Dr.<br \/>\nDaniela Br\u00fcckner, Staatsekret\u00e4rin im Ministerium der Justiz des<br \/>\nLandes Nordrhein-Westfalen: &#8222;Mit dem Forschungsprojekt GSJ<br \/>\nleisten NRW und Bayern einen Beitrag zur Modernisierung der Justiz und<br \/>\nzur Wahrung der digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t Deutschlands. Damit gestalten<br \/>\nwir aktiv mit, wie ein Large Language Model f\u00fcr die Justiz in Zukunft<br \/>\naussehen und f\u00fcr welche Zwecke es eingesetzt werden kann.&#8220;<br \/>\nDas Generative Sprachmodell der Justiz (GSJ) k\u00f6nnte beispielsweise<br \/>\ndaf\u00fcr eingesetzt werden, neue Text-Bausteine zu formulieren, unstreitige<br \/>\nSachverhalte aus einer Akte herauszufiltern und Schrifts\u00e4tze aus verschiedenen<br \/>\nAkten zu vergleichen. Die Anwendungsf\u00e4lle werden unmittelbar mit Praktikerinnen<br \/>\nund Praktikern in Legal Design-Workshops entwickelt. Die Testphase dauert<br \/>\nbis Ende 2026 und wird aus Mitteln der Digitalisierungsinitiative des Bundes<br \/>\nf\u00fcr die Justiz finanziert. Auf wissenschaftlicher Ebene wird<br \/>\ndas Projekt von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen<br \/>\nunter der Leitung des Legal-Tech-Experten Prof. Dr. Matthias Grabmair<br \/>\nund der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln unter der Leitung<br \/>\nvon Prof.\u00a0Dr. Barbara Dauner-Lieb, Inhaberin des<br \/>\nLehrstuhls f\u00fcr B\u00fcrgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht,<br \/>\nArbeitsrecht und Europ\u00e4ische Privatrechtsentwicklung, begleitet.<br \/>\nEisenreich: &#8222;Juristinnen und Juristen arbeiten<br \/>\nviel mit Sprache, deshalb ber\u00fchrt generative KI die juristische Welt<br \/>\nin besonderer Weise. K\u00fcnstliche Intelligenz kann immer nur ein Hilfsmittel<br \/>\nsein. Mir ist wichtig, dass auch in Zukunft Richterinnen und Richter die<br \/>\nUrteile f\u00e4llen.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=3481\" rel=\"attachment wp-att-3481\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3481\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/computer-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/computer-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/computer.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Br\u00fcckner: &#8222;Das Projekt ist Teil eines Zukunftsbildes, den Zugang zum Recht zu vereinfachen,<br \/>\ndie Entwicklung von Textanalyse-Komponenten in Fachanwendungen zu f\u00f6rdern<br \/>\nund Gerichte durch die Unterst\u00fctzung in der allt\u00e4glichen Arbeit,<br \/>\ninsbesondere in Massenverfahren und Umfangsverfahren, zu entlasten.&#8220;<br \/>\nHintergrund zur Digitaloffensive der<br \/>\nbayerischen Justiz: \u00a0 Elektronischer<br \/>\nRechtsverkehr: Der elektronische Rechtsverkehr ist bei allen bayerischen<br \/>\nGerichten und Staatsanwaltschaften eingef\u00fchrt. Videoverhandlungen:<br \/>\nSeit Juli 2021 haben alle 99 ordentlichen Gerichte in Bayern Zugang zu<br \/>\neiner Videokonferenzanlage. Daneben setzt die Justiz auf ein Videokonferenz-Tool,<br \/>\ndas bayernweit freigegeben wurde. Allein im Jahr 2023 gab es rund 13.000<br \/>\nVideoverhandlungen und -anh\u00f6rungen im Freistaat.<br \/>\nEinf\u00fchrung der E-Akte: Bis 1. Januar 2026 muss<br \/>\ndie elektronische Akte deutschlandweit eingef\u00fchrt sein. In Bayern<br \/>\nm\u00fcssen 127 Standorte mit etwa 15.000 Arbeitspl\u00e4tzen mit der E-Akte<br \/>\nausgestattet werden. Die Regeleinf\u00fchrung der E-Akte an allen bayerischen<br \/>\nGerichten in Zivil-, Familien- und Immobiliarvollstreckungs- sowie Betreuungs-,<br \/>\nGrundbuch- und Insolvenzsachen ist abgeschlossen. Geplant ist, die Regeleinf\u00fchrung<br \/>\nin Nachlass- und Strafsachen im Herbst 2024 zu beginnen.<br \/>\nStart-up-Gr\u00fcndung: Auf Initiative des Justizministers<br \/>\nhat die bayerische Justiz 2022 gemeinsam mit dem Innovations- und Gr\u00fcndungszentrum<br \/>\nUnternehmerTUM das &#8222;Legal Tech Colab&#8220; ins Leben gerufen &amp;ndash;<br \/>\neinen Inkubator und Accelerator f\u00fcr Start-ups im Legal-Tech-Bereich<br \/>\n(Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Neue Digitalabteilung im Justizministerium:<br \/>\nJustizminister Eisenreich hat zum 1. April 2023 eine neue Abteilung &#8222;Digitalisierung<br \/>\nund Innovation&#8220; eingerichtet (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Zudem wurde im Juli 2023 ein neues Referat f\u00fcr Legal Tech<br \/>\nund K\u00fcnstliche Intelligenz geschaffen. Interdisziplin\u00e4re<br \/>\nVernetzung und Austausch: Im M\u00e4rz 2018 wurde die &#8222;Denkfabrik<br \/>\nLegal Tech&#8220; gegr\u00fcndet, die \u00fcber 600 Juristinnen und Juristen<br \/>\nsowie IT-Expertinnen und -Experten aus Justiz, Wirtschaft, Anwaltschaft<br \/>\nund Forschung vernetzt. Ziel ist es, die Kenntnisse \u00fcber Einsatzm\u00f6glichkeiten<br \/>\nmoderner Legal-IT-Tools zu vertiefen. Neues<br \/>\nBerufsfeld f\u00fcr Referendarinnen und Referendare: Seit Juli<br \/>\n2023 k\u00f6nnen Referendarinnen und Referendare in Bayern das neue Berufsfeld<br \/>\n&#8222;IT-Recht und Legal Tech&#8220; w\u00e4hlen (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Beteiligung an der Fortentwicklung<br \/>\ninnovativer Ermittlungswerkzeuge: Die bayerische Justiz beteiligte<br \/>\nsich gemeinsam mit Spitzenforschern aus den Niederlanden an der Fortentwicklung<br \/>\ndes &#8222;Dark Web Monitor&#8220; &amp;ndash; einer Art Suchmaschine f\u00fcr<br \/>\ndas Darknet. Im Juni 2022 stiegen auch Wiener Blockchain-Spezialisten in<br \/>\ndas Projekt ein: Mit dem Analyse-Tool GraphSense k\u00f6nnen die Ermittler<br \/>\nbesser der Spur des Geldes folgen, wenn z. B. f\u00fcr Kinderpornografie<br \/>\nmit Bitcoins bezahlt wird. Zudem ist die bayerische Justiz mit \u00f6sterreichischen<br \/>\nSpitzenforschern seit August 2023 dabei, den Fake-Shop-Detector auf die<br \/>\nbesonderen Anforderungen der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zuzuschneiden<br \/>\nund weiterzuentwickeln (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Seit diesem Sommer pilotiert die Justiz gemeinsam mit der niederl\u00e4ndischen<br \/>\nForschungsgesellschaft TNO den &#8222;Big Phish&#8220;, ein Tool das fr\u00fchzeitig<br \/>\nPhishing-Domains im Internet aufsp\u00fcren soll (Pressemitteilung hier<br \/>\nabrufbar). Automatisierte Anonymisierung von<br \/>\nUrteilen: Ziel eines vom Bayerischen Staatsministerium der Justiz<br \/>\nunterst\u00fctzten und inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojekts<br \/>\nmit der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg war<br \/>\nes, in Zukunft in geeigneten Fachbereichen eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl<br \/>\nvon Urteilen ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen. Software<br \/>\nzur juristischen Aktenstrukturierung: Das Bayerische Justizministerium<br \/>\nhat zudem bereits die Entwicklung einer Software zur juristischen Aktenstrukturierung<br \/>\nin Auftrag gegeben und erfolgreich ausgeschrieben. Die Software wird Entscheiderinnen<br \/>\nund Entscheidern als Hilfsmittel bei der juristischen Fallbearbeitung dienen.<br \/>\nDie Software wird voraussichtlich noch in diesem Jahr zur Verf\u00fcgung<br \/>\nstehen. Erprobung<br \/>\ninnovativer Legal Tech-Anwendungen zur Unterst\u00fctzung von Richterinnen<br \/>\nund Richtern bei Massenverfahren: Richterinnen und Richter bei<br \/>\nden Landgerichten M\u00fcnchen I und Ingolstadt haben eine Anwendung zur<br \/>\nUnterst\u00fctzung in erstinstanzlichen Dieselverfahren getestet. Bei dem<br \/>\nAmtsgericht Erding wird gegenw\u00e4rtig eine Software zur Unterst\u00fctzung<br \/>\nin Fluggastrechteverfahren getestet. Bei dem Oberlandesgericht M\u00fcnchen<br \/>\nsoll demn\u00e4chst die Erprobung einer Software zur Unterst\u00fctzung<br \/>\nin zweitinstanzlichen Dieselverfahren beginnen. Reallabor<br \/>\nBasisdokument: Bayern und Niedersachsen haben in einem gemeinsamen<br \/>\nForschungsprojekt mit der Universit\u00e4t Regensburg eine Anwendung zur<br \/>\ndigitalen Aufbereitung des Parteivortrags entwickelt und an mehreren Landgerichten<br \/>\nerfolgreich erprobt. In dem Basisdokument wird der gesamte Streitstoff<br \/>\n\u00fcbersichtlich und stets aktuell abgebildet. Automatisierte<br \/>\nTextanalyse: Bis Ende September 2023 wurde am Landgericht Ingolstadt<br \/>\nder Einsatz eines automatisierten Textanalysetools evaluiert. Die Pilotierung<br \/>\nzeigte vielversprechende Ergebnisse. Ein Textanalysetool k\u00f6nnte insbesondere<br \/>\nf\u00fcr die Serviceeinheiten eine sp\u00fcrbare Entlastung bringen. Aufgrund<br \/>\nder vielversprechenden Pilotierungsergebnisse wird derzeit die Durchf\u00fchrung<br \/>\neines Vergabeverfahrens zur Beschaffung im Rahmen einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden<br \/>\nKooperation vorbereitet. Bayerns Justizminister Georg<br \/>\nEisenreich hat zudem zahlreiche rechtspolitische Initiativen auf<br \/>\nden Weg gebracht. So wurde beispielsweise im Jahr 2022 auf Initiative von<br \/>\nStaatsminister Georg Eisenreich der Digitalgipfel des Bundes und der L\u00e4nder<br \/>\neingerichtet: Beim dritten Digitalgipfel von Bund und L\u00e4ndern,<br \/>\nder im Vorfeld der Justizministerkonferenz im Herbst 2023 stattfand, haben<br \/>\nBund und L\u00e4nder auf bayerische Initiative beschlossen, eine von Bund<br \/>\nund L\u00e4ndern gemeinsam besetzte Reformkommission einzusetzen. Die Reformkommission<br \/>\nwird unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Richterschaft,<br \/>\nder Anwaltschaft, der Wissenschaft, der Verbraucher, der Wirtschaft und<br \/>\ndes Legal Tech Verbandes sowie des EDV-Gerichtstages Vorschl\u00e4ge f\u00fcr<br \/>\nden Zivilprozess der Zukunft erarbeiten.\u00a0Die Kommission hat ihre Arbeit<br \/>\nam 1. Juli 2024 aufgenommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:stmj.bayern.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliche Intelligenz im Einsatz f\u00fcr die Justiz \/ Start f\u00fcr gemeinsames Forschungsprojekt von Bayern und NRW Generatives Sprachmodell soll Richterinnen und Richter entlasten \/ Wissenschaftliche Begleitung durch die TU M\u00fcnchen und die Universit\u00e4t zu K\u00f6ln Start f\u00fcr ein spannendes Forschungsprojekt der Justiz: Bayern und Nordrhein-Westfalen (NRW) trainieren und erproben seit dieser Woche gemeinsam ein generatives [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":3481,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[78,71],"tags":[4359],"class_list":["post-16893","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bayern","category-menue","tag-ki-justiz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16893"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16893\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16894,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16893\/revisions\/16894"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}