{"id":16234,"date":"2023-11-28T08:56:26","date_gmt":"2023-11-28T07:56:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16234"},"modified":"2023-11-28T08:56:46","modified_gmt":"2023-11-28T07:56:46","slug":"16234","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16234","title":{"rendered":"Strafverfolgungsstatistik 2022"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">M\u00fcnchen:<\/span><\/p>\n<p>Strafverfolgungsstatistik 2022<\/p>\n<p>Insgesamt rund 109.000 Personen rechtskr\u00e4ftig verurteilt \/ Schleuserkriminalit\u00e4t<br \/>\nund gewaltbereite Jugendliche \/ Justizminister Eisenreich: &#8222;Das Risiko,<br \/>\nin Bayern Opfer einer Straftat zu werden, ist gering. Im Freistaat lebt<br \/>\nes sich sicher. Allerdings gibt es auch Entwicklungen, die Sorgen machen.&#8220;<br \/>\nIm Freistaat lebt es sich sicher. So das Fazit von<br \/>\nBayerns Justizminister Georg Eisenreich bei der Vorstellung<br \/>\nder Strafverfolgungsstatistik f\u00fcr das Jahr 2022 im M\u00fcnchner Justizpalast.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=16235\" rel=\"attachment wp-att-16235\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16235\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/193_Foto_2_Staatsminister_Georg_Eisenreich-300x228.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/193_Foto_2_Staatsminister_Georg_Eisenreich-300x228.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/193_Foto_2_Staatsminister_Georg_Eisenreich-1024x779.jpg 1024w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/193_Foto_2_Staatsminister_Georg_Eisenreich-768x584.jpg 768w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/193_Foto_2_Staatsminister_Georg_Eisenreich-1536x1168.jpg 1536w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/193_Foto_2_Staatsminister_Georg_Eisenreich-2048x1557.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>@stmj.bayern.de<\/p>\n<p>Diese wird jedes Jahr vom Bayerischen Landesamt f\u00fcr Statistik erstellt<br \/>\nund bildet die rechtskr\u00e4ftig abgeschlossenen Verfahren vor bayerischen<br \/>\nStrafgerichten ab. Eisenreich: &#8222;Bayerns Strafgerichte<br \/>\nhaben im Jahr 2022, wie im Vorjahr, etwa 109.000 Personen verurteilt. Das<br \/>\nRisiko, in Bayern Opfer einer Straftat zu werden, ist gering. Allerdings<br \/>\ngibt es Entwicklungen, die Sorgen machen. So ist im Jahr 2022 ein Anstieg<br \/>\nim Bereich Volksverhetzung, Schleuserkriminalit\u00e4t und bei gef\u00e4hrlichen<br \/>\nK\u00f6rperverletzungen durch Jugendliche zu beobachten.&#8220; Die<br \/>\nVerurteilten 2022 in Zahlen: Insgesamt<br \/>\n109.131 Personen sind im vergangenen Jahr im Freistaat<br \/>\nrechtskr\u00e4ftig verurteilt worden, ein minimales Plus von 0,1 % gegen\u00fcber<br \/>\ndem Vorjahr. Zum Vergleich: 2021 waren es 109.024. Die<br \/>\nMehrzahl der Verurteilten war m\u00e4nnlich, Frauen hatten<br \/>\neinen Anteil von 17,8 %. 48.268 nicht-deutsche<br \/>\nT\u00e4ter wurden im Jahr 2022 in Bayern verurteilt, ein leichter<br \/>\nAnstieg von 1,1 %. Der prozentuale Anteil an allen Verurteilten liegt bei<br \/>\n44,2 %, etwas h\u00f6her als im Jahr 2021 (43,8 %). Ohne Ber\u00fccksichtigung<br \/>\nder Straftaten nach dem Asyl-, Aufenthalts- und Staatsangeh\u00f6rigkeitsgesetz,<br \/>\ndie t\u00e4terschaftlich \u00fcberwiegend nur von Menschen ohne deutsche<br \/>\nStaatsangeh\u00f6rigkeit begangen werden k\u00f6nnen, liegt ihr prozentualer<br \/>\nAnteil an den insgesamt Verurteilten bei 42,3 % (41,8 % in 2021).<br \/>\n7.065 Verurteilte waren Heranwachsende<br \/>\n(im Alter zwischen 18 und 21 Jahren) &amp;ndash; 7,4 % weniger als im Vorjahr<br \/>\nund 4.106 waren Jugendliche (-4,8\u00a0%). Auff\u00e4lligkeiten:<br \/>\nHass und Hetze nehmen weiter zu. Hass<br \/>\nund Hetze verbreiten sich in erschreckendem Ausma\u00df. 297 T\u00e4ter<br \/>\nwurden 2022 insgesamt wegen Volksverhetzung (\u00a7\u00a0130 StGB) verurteilt<br \/>\n(+17,9 %). 98 T\u00e4ter hatten den nationalsozialistischen V\u00f6lkermord<br \/>\ngebilligt, geleugnet oder verharmlost (\u00a7\u00a0130 Abs.\u00a03 StGB)<br \/>\n&amp;ndash; ein Plus von 145\u00a0%. Eisenreich: &#8222;Der<br \/>\nKampf gegen Hasskriminalit\u00e4t steht ganz oben auf meiner pers\u00f6nlichen<br \/>\nAgenda. Wir haben zahlreiche Ma\u00dfnahmen gegen Hass und Hetze eingeleitet,<br \/>\ndie Wirkung zeigen. Hasskriminalit\u00e4t erh\u00e4lt immer wieder neuen<br \/>\nN\u00e4hrboden: Erst durch Corona, dann durch den Krieg in der Ukraine,<br \/>\nseit Oktober durch den Terror-Angriff der Hamas auf Israel.&#8220;<br \/>\nMehr Gewaltkriminalit\u00e4t von Jugendlichen.<br \/>\nInsgesamt gab es im Jahr 2022 etwas weniger tatverd\u00e4chtige<br \/>\nJugendliche und Heranwachsende. Aber: Im Bereich der Jugendgewaltkriminalit\u00e4t<br \/>\nsind Zuw\u00e4chse festzustellen. 641 Jugendliche wurden bayernweit wegen<br \/>\nStraftaten der Gewaltkriminalit\u00e4t verurteilt (+4,6 %). Besonders deutlich<br \/>\nist die Steigerung bei der gef\u00e4hrlichen K\u00f6rperverletzung nach<br \/>\n\u00a7 224 Abs. 1 Nr. 2 bis 5 StGB von 14,7 % (477 verurteilte Jugendliche<br \/>\ngegen\u00fcber 416 im Jahr 2021). Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Angriffe<br \/>\nmit Messern, Baseballschl\u00e4gern oder aus Gruppen heraus. Eisenreich:<br \/>\n&#8222;Durch Pr\u00e4vention einerseits und durch eine fr\u00fchzeitige<br \/>\nIntervention andererseits sollen Straftaten im Leben von jungen Menschen<br \/>\nvermieden werden. Ein gro\u00dfer Teil der schweren und wiederholten Taten<br \/>\nwird durch eine kleine Gruppe von Intensivt\u00e4tern und aus Gruppen heraus<br \/>\nver\u00fcbt. Jugendliche Intensivt\u00e4ter m\u00fcssen fr\u00fchzeitig<br \/>\ngestoppt werden.&#8220; Auf Initiative Bayerns hat die Justizministerkonferenz<br \/>\nin diesem November den Bundesminister der Justiz gebeten, eine bundesweite<br \/>\nStudie zu den Ursachen der gestiegenen Kinder- und Jugendgewalt in Auftrag<br \/>\nzu geben und auf dieser Grundlage zu pr\u00fcfen, ob gesetzliche \u00c4nderungen<br \/>\nangezeigt sind. Mehr Kinderpornografie im<br \/>\nUmlauf. Wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer<br \/>\nInhalte (\u00a7\u00a0184b StGB) wurden 676 Personen verurteilt, 21,1 %<br \/>\nmehr als im Vorjahr (2021 waren es 558). Nachdem die Mindeststrafe<br \/>\n2021 auf ein Jahr erh\u00f6ht wurde, plant der Bundesjustizminister, die<br \/>\nMindestfreiheitsstrafe auf sechs bzw. drei Monate abzusenken. Eisenreich<br \/>\nzu dieser geplanten \u00c4nderung: &#8222;Die Hochstufung zu einem Verbrechen<br \/>\nwar zu undifferenziert. In besonderen Einzelf\u00e4llen wird der bisherige<br \/>\nStrafrahmen von mindestens einem Jahr dem Unrechtsgehalt der Taten nicht<br \/>\ngerecht. Dies gilt beispielsweise f\u00fcr F\u00e4lle, in denen Eltern<br \/>\nkinderpornografische Fotos aus Chats ihrer Kinder anderen Eltern zu Warnzwecken<br \/>\nweiterleiten. Die Justizministerkonferenz hat sich daher im Herbst 2022\u00a0und<br \/>\nin diesem Fr\u00fchjahr daf\u00fcr ausgesprochen, die Mindeststrafe f\u00fcr<br \/>\nVerbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornografie abzusenken, um Ausnahmef\u00e4llen<br \/>\nbesser Rechnung tragen zu k\u00f6nnen. Ich begr\u00fc\u00dfe, dass der<br \/>\nBundesjustizminister diese Beschl\u00fcsse aufgreift. Der Schutz von Kindern<br \/>\nhat in der bayerischen Justiz h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Deshalb arbeiten<br \/>\nwir mit gro\u00dfem Einsatz daran, dass\u00a0der Umgang mit Kinderpornografie\u00a0in<br \/>\nden anderen F\u00e4llen konsequent bestraft wird.&#8220;<br \/>\nMehr Schleuser aus dem Verkehr gezogen. Die Zahl der<br \/>\nverurteilten Schleuser nach \u00a7 96 Aufenthaltsgesetz ist im vergangenen<br \/>\nJahr mit 525 T\u00e4tern im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 % gestiegen.<br \/>\nEisenreich: &#8222;Organisierte Schleusergruppen gehen<br \/>\n\u00e4u\u00dferst skrupellos vor. Diese Straftaten werden bei uns nicht<br \/>\ngeduldet, sondern mit Nachdruck verfolgt.&#8220; Bayerns Justiz hat auf<br \/>\ndiese Entwicklung fr\u00fchzeitig reagiert. Bereits seit 2018 bestehen<br \/>\nbei den grenznahen Staatsanwaltschaften Spezialabteilungen nach dem sogenannten<br \/>\n&#8222;Traunsteiner Modell&#8220;. Mehr Trunkenheitsfahrten.<br \/>\nStraftaten im Stra\u00dfenverkehr f\u00fchren mit einem Anteil<br \/>\nvon etwa einem Viertel an allen Straftaten die Statistik traditionell an.<br \/>\nIm Jahr 2022 waren es 25,3 % &amp;ndash; ein Plus von 4,4 %. Auff\u00e4llig:<br \/>\nDie Trunkenheitsfahrten sind nach einer deutlichen Abnahme im Jahr 2021<br \/>\num 16,2 % wieder erheblich um 18,5 % gestiegen. Eisenreich:<br \/>\n&#8222;Nach dem Ende der Corona-Pandemie ist wieder deutlich mehr Alkohol<br \/>\nam Steuer erkennbar.&#8220; Weiterer Reformbedarf:<br \/>\nKampf gegen Antisemitismus: &#8222;Nach<br \/>\ndem menschenverachtenden Terror-Angriff der Hamas auf Israel kam es seit<br \/>\ndem 7. Oktober 2023 in zahlreichen deutschen St\u00e4dten zu Versammlungen,<br \/>\nbei denen das barbarische Vorgehen gegen den Staat Israel und seine Bev\u00f6lkerung<br \/>\ngefeiert wurde&#8220;, so Eisenreich. Das geltende Strafrecht<br \/>\nwerde dem besonderen Unrecht dieser Handlungen zum Teil nicht gerecht.<br \/>\nDer Minister: &#8222;Deshalb hat Bayern<br \/>\nam vergangenen Freitag im Bundesrat einen Gesetzesantrag f\u00fcr eine<br \/>\nBundesratsinitiative vorgestellt, um die sogenannte Sympathiewerbung f\u00fcr<br \/>\nterroristische Vereinigungen wieder unter Strafe zu stellen.&#8220;<br \/>\nVerurteilungen von Stalkern: 107 Personen<br \/>\n(93 M\u00e4nner und 14 Frauen) wurden 2022 wegen Nachstellung (\u00a7\u00a0238<br \/>\nStGB) f\u00fcr schuldig befunden, \u00e4hnlich viele wie im Vorjahr. Eisenreich:<br \/>\n&#8222;Seit dem 1. Oktober 2021 gelten die von Bayern geforderten versch\u00e4rften<br \/>\nStalkingvorschriften. Wir m\u00fcssen Stalkern fr\u00fchzeitig Grenzen<br \/>\nsetzen, um die Opfer besser zu sch\u00fctzen.&#8220; Die Justizministerkonferenz<br \/>\nforderte im November auf Initiative Bayerns und Hamburgs einen besseren<br \/>\nSchutz vor heimlicher \u00dcberwachung durch Bluetooth-Tracker und Peilsender.<br \/>\nDer Minister warnt: &#8222;Die Vorstellung, jederzeit durch<br \/>\nden Ex-Partner aufgesp\u00fcrt werden zu k\u00f6nnen, kann gravierende<br \/>\nseelische und k\u00f6rperliche Folgen bei den Betroffenen ausl\u00f6sen.&#8220;<br \/>\nWegen Cyberstraftaten (Computersabotage,<br \/>\nDatenver\u00e4nderung, Abfangen und Aussp\u00e4hen von Daten, Datenhehlerei)<br \/>\nwurden insgesamt nur 19 Personen verurteilt (2021: 15). Eisenreich:<br \/>\n&#8222;Die niedrige Zahl an Verurteilten zeigt einmal mehr den erh\u00f6hten<br \/>\nReformbedarf. Das Strafrecht muss endlich mit der zunehmenden Digitalisierung<br \/>\nSchritt halten. Zum einen m\u00fcssen die Strafrahmen der Grundtatbest\u00e4nde<br \/>\nangehoben und an die Strafen der analogen Welt angepasst werden. Zum anderen<br \/>\nmuss das besondere Unrecht bei Angriffen auf kritische Infrastrukturen<br \/>\nbesonders geahndet werden. Bayern hat dazu Reformvorschl\u00e4ge vorgelegt.&#8220;<br \/>\nKriminelle geh\u00f6ren oftmals zu den Ersten, die neue<br \/>\ntechnische M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ihre Zwecke missbrauchen. Schon<br \/>\njetzt greifen sie zu generativer KI und setzen<br \/>\nDeepfakes ein &amp;ndash; t\u00e4uschend echt wirkende Bilder, Stimmen<br \/>\noder Videos. Bayerns Justizminister Eisenreich: &#8222;Wir<br \/>\nstehen am Beginn eines neuen Zeitalters. Vieles ist noch gar nicht absehbar.<br \/>\nGenerative KI-Programme sind f\u00fcr jedermann verf\u00fcgbar, immer leichter<br \/>\nzu bedienen und von immer besserer Qualit\u00e4t. Das Strafrecht muss deshalb<br \/>\nauf der H\u00f6he der technologischen Entwicklungen sein.&#8220; Auf Initiative<br \/>\nBayerns fordern die Justizministerinnen und -minister das Bundesjustizministerium<br \/>\nauf, zusammen mit einer Expertengruppe aus Vertretern von Justiz und IT-Sicherheitsforschung<br \/>\nKlarheit \u00fcber den rechtspolitischen Handlungsbedarf angesichts des<br \/>\ntechnologischen Fortschritts zu schaffen. Eisenreich:<br \/>\n&#8222;Das Tempo der Digitalisierung ist rasant. Mit dem technischen Fortschritt<br \/>\nwerden sich auch die damit verbundenen strafrechtlichen Fragen weiter ver\u00e4ndern.<br \/>\nDie Risiken m\u00fcssen zeitnah in den Blick genommen werden.&#8220;<br \/>\nEisenreichs Fazit: &#8222;Polizei und<br \/>\nJustiz setzen sich mit aller Kraft daf\u00fcr ein, dass Bayern Deutschlands<br \/>\nsicherstes Bundesland bleibt. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich mich bei allen<br \/>\nMitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Polizei und Justiz herzlich bedanken.<br \/>\nDie Strafgesetze werden jedoch in Berlin gemacht. Deshalb erwarte ich vom<br \/>\nBundesjustizminister, dass er wichtige Reformen angeht.&#8220;<\/p>\n<p>Quelle:stmj.bayern.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen: Strafverfolgungsstatistik 2022 Insgesamt rund 109.000 Personen rechtskr\u00e4ftig verurteilt \/ Schleuserkriminalit\u00e4t und gewaltbereite Jugendliche \/ Justizminister Eisenreich: &#8222;Das Risiko, in Bayern Opfer einer Straftat zu werden, ist gering. Im Freistaat lebt es sich sicher. Allerdings gibt es auch Entwicklungen, die Sorgen machen.&#8220; Im Freistaat lebt es sich sicher. 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