{"id":16218,"date":"2023-11-20T08:11:32","date_gmt":"2023-11-20T07:11:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16218"},"modified":"2023-11-20T08:11:32","modified_gmt":"2023-11-20T07:11:32","slug":"erneut-keine-mehrheit-fuer-glyphosat-genehmigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=16218","title":{"rendered":"Erneut keine Mehrheit f\u00fcr Glyphosat-Genehmigung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #800000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Erneut keine Mehrheit f\u00fcr Glyphosat-Genehmigung<br \/>\n\u00d6zdemir kritisiert m\u00f6gliche Zulassung f\u00fcr weitere zehn Jahre durch EU-Kommission<\/p>\n<p>Der Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission zur Verl\u00e4ngerung der Genehmigung von Glyphosat um weitere 10 Jahre hat im Berufungsausschuss keine qualifizierte Mehrheit gefunden. Die Mitgliedstaaten, die gegen den Kommissionsplan gestimmt oder sich enthalten haben, repr\u00e4sentieren fast 60 Prozent der EU-Bev\u00f6lkerung. Die Entscheidung liegt jetzt bei der EU-Kommission. Diese hat nach der Abstimmung bereits angek\u00fcndigt, Glyphosat f\u00fcr weitere zehn Jahre zuzulassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1235\" rel=\"attachment wp-att-1235\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1235\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/stop.png\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"258\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt Bundeslandwirtschaftsminister Cem \u00d6zdemir: \u201eMan reibt sich schon die Augen, dass die EU-Kommission ihren Plan f\u00fcr eine zehnj\u00e4hrige Verl\u00e4ngerung von Glyphosat weiter durchziehen will \u2013 obwohl eine klare Mehrheit der EU-Bev\u00f6lkerung dagegensteht. Die Kommission t\u00e4te gut daran, den B\u00fcrgerwillen zumindest in ihre Entscheidung einzubeziehen. Zu gewichtig sind die Bedenken der Mitgliedsstaaten, was eine Wiedergenehmigung angeht: Die Kommission kann eben nicht ausschlie\u00dfen, dass Glyphosat der Artenvielfalt schadet. Wir haben in Br\u00fcssel wiederholt klargemacht, wie entscheidend es ist, das Artensterben in Europa ernst zu nehmen. Deutschland hat der erneuten Genehmigung von Glyphosat deshalb nicht zugestimmt. Zur Wahrheit geh\u00f6rt: Ich h\u00e4tte gerne gem\u00e4\u00df unserer Koalitionsvereinbarung mit einem klaren \u201eNein\u201c gestimmt. Auch wenn es wie eine Ablehnung gewertet wird: Mein Ministerium musste sich letztlich in Br\u00fcssel enthalten, weil es im Bundeskabinett keine gemeinsame Position gab. Mein Ministerium wird nun sehr genau pr\u00fcfen, was aus der Entscheidung der Kommission folgt und welche nationalen Handlungsm\u00f6glichkeiten wir haben, um den Koalitionsvertrag so weit wie m\u00f6glich umzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Damit auch in 10, 20 oder 50 Jahren stabile Ernten m\u00f6glich sind, muss die Artenvielfalt als Grundlage der Landwirtschaft erhalten bleiben. Um die Betriebe dabei zu unterst\u00fctzen, ihre Pflanzen nachhaltig gesund zu halten, entwickelt das BMEL unter anderem ein Pestizidreduktionsprogramm, verbessert die M\u00f6glichkeiten, in den \u00d6kolandbau einzusteigen und st\u00e4rkt Alternativen zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln.<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nIm Berufungsausschuss der EU-Kommission, in dem Vertreterinnen und Vertretern aller EU-L\u00e4nder zusammenkommen, kam keine qualifizierte Mehrheit f\u00fcr den Vorschlag der EU-Kommission zustande. Jetzt wird ein Kollegium der EU-Kommissare \u00fcber die Wiedergenehmigung final beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Glyphosat ist das am h\u00e4ufigsten eingesetzte Totalherbizid\u2013 es t\u00f6tet ergr\u00fcnte Pflanzen ab. Insekten, V\u00f6geln und anderen Tieren wird so die Nahrungsgrundlage entzogen.<\/p>\n<p>In ihrer Bewertung von Glyphosat weist die EFSA darauf hin, dass keine eindeutigen Schlussfolgerungen dazu m\u00f6glich seien, welche Risiken dieser Wirkstoff f\u00fcr die indirekten Auswirkungen \u00fcber Nahrungsnetze auf die Artenvielfalt birgt. Auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten fehlt es zudem an einer harmonisierten Bewertungsmethode sowie spezifischer Vorgaben zum Schutz der Artenvielfalt im Rahmen der Zulassung.<\/p>\n<p>Das BMEL hat sich daher stets gegen eine Erneuerung der Wirkstoffgenehmigung ausgesprochen und diese kritische Haltung fr\u00fchzeitig gegen\u00fcber der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten deutlich gemacht. Denn entscheidend f\u00fcr die Artenvielfalt ist es, dass sie in ganz Europa gleicherma\u00dfen gesch\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Dass ein Wirtschaften mit weniger beziehungsweise ohne Glyphosat m\u00f6glich ist, zeigen nicht nur \u00d6ko-Betriebe, sondern auch viele konventionelle Betriebe zum Beispiel mit vielf\u00e4ltigen Fruchtfolgen und einem guten Bodenmanagement, also den klassischen Ma\u00dfnahmen des Integrierten Pflanzenschutzes.<\/p>\n<p>Quelle:bmel.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Erneut keine Mehrheit f\u00fcr Glyphosat-Genehmigung \u00d6zdemir kritisiert m\u00f6gliche Zulassung f\u00fcr weitere zehn Jahre durch EU-Kommission Der Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission zur Verl\u00e4ngerung der Genehmigung von Glyphosat um weitere 10 Jahre hat im Berufungsausschuss keine qualifizierte Mehrheit gefunden. 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