{"id":15993,"date":"2023-08-15T08:23:22","date_gmt":"2023-08-15T06:23:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15993"},"modified":"2023-08-15T08:23:22","modified_gmt":"2023-08-15T06:23:22","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-august-20231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15993","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 20231"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 20231<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach der leicht rezessiven Entwicklung im Winterhalbjahr 2022\/23 stagnierte die deutsche<br \/>\nWirtschaft im zweiten Quartal. W\u00e4hrend der private Konsum stabilisierend gewirkt haben d\u00fcrfte,<br \/>\nd\u00e4mpften die noch schwachen au\u00dfenwirtschaftlichen Rahmenbe\u00addingungen Produktion und<br \/>\nExportentwicklung. Aktuelle Fr\u00fchindikatoren deuten noch nicht auf eine nachhaltige konjunkturelle<br \/>\nBelebung in den kommenden Monaten hin. Die Industrieproduktion war im Juni im Vormonatsvergleich<br \/>\ndeutlich r\u00fcckl\u00e4ufig (-1,3 %), wobei insbesondere die Automobilindustrie und das Baugewerbe<br \/>\ndeutliche R\u00fcckg\u00e4nge aufwiesen. Die Auftragseing\u00e4nge stiegen im Juni zwar kr\u00e4ftig an (+7,0 %), dies<br \/>\nwar allerdings vor allem auf volatile Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ohne Gro\u00dfauftr\u00e4ge bleiben die<br \/>\nAuftragseing\u00e4nge abw\u00e4rtsgerichtet. Das ifo-Gesch\u00e4ftsklima hat sich im Juli weiter eingetr\u00fcbt,<br \/>\ninsbesondere die Erwartungen f\u00fcr die weitere Entwicklung liegen im deutlich negativen Bereich. Die<br \/>\nUms\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz haben sich im Juni zwar gegen\u00fcber dem Vormonat wieder verringert<br \/>\n(-0,6 %), aber im ersten Quartal insgesamt ist es gegen\u00fcber dem Vorquartal zu einem Zuwachs um 1,3<br \/>\n% gekommen. Angesichts r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflationsraten und steigender Tarifabschl\u00fcsse k\u00f6nnten vom<br \/>\nprivaten Konsum in den kommenden Monaten zunehmend Impulse ausgehen. Der Auftrieb der<br \/>\nVerbraucherpreise hat sich im Juli weiter vermindert. Die Inflationsrate lag bei 6,2 % (Juni:<br \/>\n+6,4%) und auch die Rate der Kerninflation ging um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 % zur\u00fcck.<br \/>\nNahrungsmittel verteuerten sich zwar erneut \u00fcberproportional (+11,0 %), aber auch hier hat sich die<br \/>\nSteigerungsrate im Vorjahresvergleich in den letzten Monaten deutlich vermindert (M\u00e4rz: +22,3 %).<br \/>\nAm Arbeitsmarkt zeigte sich die konjunkturelle Schw\u00e4che auch im Juli, aber der merkliche R\u00fcckgang<br \/>\nim Vormonat hat sich nicht fortgesetzt. Die registrierte Arbeitslosigkeit ging leicht zur\u00fcck und<br \/>\ndie Erwerbst\u00e4tigkeit blieb unver\u00e4ndert. Die Zahl der offenen Stellen war im zweiten Quartal<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorquartal nur leicht r\u00fcckl\u00e4ufig, lag jedoch 10 Prozent unter dem Niveau des<br \/>\nVorjahresquartals. Trotz der leichten Abk\u00fchlung blieb die Personalnachfrage der Unternehmen robust.<br \/>\nIn den kommenden Monaten ist mit einer verminderten Dynamik am Arbeitsmarkt zu rechnen, die<br \/>\nUnternehmen planen weniger Neueinstellungen. Im Mai 2023 lag die Zahl der beantragten<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen nach endg\u00fcltigen Ergebnissen um 3,5 % h\u00f6her als im Vormonat April (Mai:<br \/>\n1.478, April: 1.428). Gegen\u00ad\u00fcber dem Vorjahresmonat betr\u00e4gt der Anstieg 19 %. Der Fr\u00fchindikator<br \/>\nIWH-Insolvenz\u00adtrend zeigt f\u00fcr Juli 2023 einen leichten R\u00fcckgang von -2,4 % gg\u00fc. dem Vormonat, liegt<br \/>\naber weiterhin deutlich \u00fcber dem Vorjahreswert (+44,4 %). Insgesamt zeigt der Trendverlauf einen<br \/>\nkontinuierlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen seit Mitte 2022, allerdings ausgehend von<br \/>\neinem sehr niedrigen Niveau. Aktuelle Fr\u00fchindikatoren wie Auftragseing\u00e4nge und Gesch\u00e4ftsklima, aber<br \/>\nauch die verhaltende Entwicklung der Weltkonjunktur, deuten vorerst nicht auf eine nachhaltige<br \/>\nwirtschaftliche Belebung in Deutschland hin.STAGNATION DES BRUTTOINLANDSPRODUKTS IM ZWEITEN QUARTAL<br \/>\n2022<br \/>\nGem\u00e4\u00df der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts vom 28.07. zur Entwicklung des<br \/>\nBruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal stagnierte dieses preis-, saison- und<br \/>\nkalenderbereinigt im Quartalsvergleich. Auf der Verwendungsseite d\u00fcrfte im Zuge der r\u00fcckl\u00e4ufigen<br \/>\nInflationsentwicklung und steigender L\u00f6hne insbesondere der private Konsum stabilisierend gewirkt<br \/>\nhaben. Negativ d\u00fcrfte sich hingegen vor allem der Au\u00dfenbeitrag (Exporte abz\u00fcglich Importe)<br \/>\nniedergeschlagen haben, da das schwache au\u00dfenwirtschaftliche Umfeld die Exportentwicklung und die<br \/>\nProduktionst\u00e4tigkeit d\u00e4mpft. Mit der Schnellmeldung legte das Statistische Bundesamt turnusgem\u00e4\u00df<br \/>\nauch Revisionen des BIP der vorangegangenen Jahre vor. Demnach fiel der wirtschaftliche R\u00fcckgang im<br \/>\nvierten Quartal 2022 (mit -0,4 statt -0,5 Prozent) und im ersten Quartal 2023 (mit -0,1 statt -0,3<br \/>\nProzent) jeweils etwas geringer aus als zuvor gemeldet. Detaillierte Ergebnisse zu den<br \/>\nVolkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im zweiten Quartal werden vom Statistischen Bundesamt am<br \/>\n25.08. ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nNach der \u2013 nunmehr etwas weniger ausgepr\u00e4gten \u2013 r\u00fcckl\u00e4ufigen Entwicklung der deutschen<br \/>\nWirtschaftsleistung im Winterhalbjahr 2022\/23 stellte sich die allgemein erwartete konjunkturelle<br \/>\nErholung auch im Fr\u00fchsommer noch nicht ein. Binnenwirtschaftlich zeigen sich mit der erwarteten<br \/>\nvorsichtigen Belebung des privaten Konsums, der Dienstleistungen wie auch der<br \/>\nInvestitionsentwicklung erste Lichtblicke, die sich im weiteren Jahresverlauf festigen d\u00fcrften.<br \/>\nGleichzeitig d\u00e4mpfen die noch schwache au\u00dfenwirtschaftliche Nachfrage, die anhaltenden<br \/>\ngeopolitischen Unsicherheiten, die nach wie vor hohen Preissteigerungsraten wie auch die zunehmend<br \/>\nsp\u00fcrbaren Auswirkungen der geldpolitischen Straffungen eine kr\u00e4ftigere wirtschaftliche Erholung.<br \/>\nAktuelle Fr\u00fchindikatoren wie Auftragseing\u00e4nge und Gesch\u00e4ftsklima deuten weiterhin nicht auf eine<br \/>\nnachhaltige wirtschaftliche Belebung in Deutschland in den kommenden Monaten hin.WELTWEITE<br \/>\nKONJUNKTURAUSSICHTEN TR\u00dcBEN SICH EIN<br \/>\nDie weltweite Industrieproduktion blieb im Berichtsmonat Mai im Vergleich zum Vormonat unver\u00e4ndert<br \/>\n(+0,0 %), der Welthandel konnte einen leichten Zuwachs von 0,3 % verzeichnen, die Fr\u00fchindikatoren<br \/>\nzum Welthandel deuten jedoch auf eine uneinheitliche Entwicklung in den kommenden Monaten hin. Der<br \/>\nRWI\/ISL-Containerumschlag-Index ist im Berichtsmonat Juni zwar leicht von 123,2 auf 125,2 Punkte<br \/>\ngestiegen, was auf eine moderate Erholung des Welthandels hindeutet. Diese Belebung des globalen<br \/>\nContainerumschlags geht jedoch haupts\u00e4chlich auf H\u00e4fen au\u00dferhalb Europas und Chinas zur\u00fcck. In<br \/>\nNordeuropa blieb der Nordrange-Index gg\u00fc. Mai relativ konstant (104,0 nach 104,2 Punkten). Laut<br \/>\nSchiffbewegungsdaten des Kiel-Trade-Indikators d\u00fcrfte der Welthandel im Juli dagegen deutlich<br \/>\nnachgeben (-1,6 %).<br \/>\nDer Stimmungsindikator von S&amp;P Global liegt seit Februar durchweg oberhalb der Wachstumsschwelle<br \/>\nvon 50 Punkten, ist im Juni jedoch merklich auf einen Wert von 52,7 gefallen und deutet somit auf<br \/>\neine nachlassende Dynamik der Weltwirtschaft hin.<br \/>\nDer IWF erwartet in den kommenden Jahren ein j\u00e4hrliches Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei<br \/>\nProzent und damit eine im historischen Vergleich unterdurchschnittliche Entwicklung. Laut dem<br \/>\naktuellen Prognosedurchschnitt von Consensus Economics d\u00fcrfte die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t in<br \/>\nwichtigen Handelspartnerl\u00e4ndern Deutschlands in diesem Jahr nur verhalten zulegen (Euroraum: +0,5<br \/>\n%, USA: +1,6 %). Aus Asien d\u00fcrften dagegen st\u00e4rkere Impulse auf die Weltwirtschaft<br \/>\nausgehen.WEITERHIN KEINE WACHSTUMSIMPULSE VOM DEUTSCHEN AUSSENHANDEL<br \/>\nDie nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im Juni mit 0,8 % gg\u00fc. dem Vormonat<br \/>\nsaison- und kalenderbereinigt leicht gestiegen (Mai: -1,0 %). Im Quartalsvergleich lagen sie<br \/>\nallerdings um 0,8 % niedriger. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen fielen im<br \/>\nJuni gegen\u00fcber Mai 2023 um 2,4 %, im Quartalsvergleich ergibt sich ein Minus von 1,2 %. Die<br \/>\nWaren-Ausfuhren in die EU- und in Nicht-EU-L\u00e4nder entwickelten sich gegenl\u00e4ufig: W\u00e4hrend<br \/>\nLieferungen in die EU um 1,3 % stiegen, gingen Warenexporte in Drittstaaten um 1,1 % zur\u00fcck. Dabei<br \/>\nschlug sich die schw\u00e4chere Nachfrage aus China in deutlich fallenden Warenexporten dorthin nieder<br \/>\n(-5,9 %); auch Warenexporte in die USA und das Vereinigte K\u00f6nigreich waren leicht r\u00fcckl\u00e4ufig<br \/>\n(jeweils -0,2 %). Importe von Waren aus der EU nach Deutschland sanken um 3,1 %, aus den \u00fcbrigen<br \/>\nL\u00e4ndern sogar um 3,7 %, trotz deutlich steigender Warenimporte aus China (+5,3 %).<br \/>\nAufgrund der r\u00fcckl\u00e4ufigen Importe bei moderat gestiegenen Exporten ist der monatliche<br \/>\nHandelsbilanz\u00fcberschuss merklich von 10,9 Mrd. \u20ac im Mai auf 16,0 Mrd. \u20ac im Juni angestiegen.<br \/>\nBei den Au\u00dfenhandelspreisen zeigen sich im Berichtszeitraum weiterhin die Auswirkungen der<br \/>\nsinkenden Energie- und Rohstoffpreise auf den Weltm\u00e4rkten sowie der Abbau der Lieferkettenprobleme.<br \/>\nDie Terms of Trade verbesserten sich im Juni um 1,5 % gg\u00fc. dem Vormonat, da sich die Einfuhren<br \/>\nerneut deutlich st\u00e4rker verbilligten (-1,6 %) als die Ausfuhren (-0,1 %). Die Exporte d\u00fcrften somit<br \/>\nauch in realer Betrachtung leicht gestiegen sein, w\u00e4hrend die Importe real weniger stark gesunken<br \/>\nsein d\u00fcrften.<br \/>\nDie Fr\u00fchindikatoren zeichnen derzeit ein schwaches Bild f\u00fcr die weitere Exportentwicklung. Die ifo<br \/>\nExporterwartungen sind im Juli geringf\u00fcgig auf -6,0 Punkte gefallen, nachdem es von Mai auf Juni zu<br \/>\neinem kr\u00e4ftigen R\u00fcckgang von +0,9 auf -5,9 Punkte gekommen war. Der Kiel-Trade-Indikator<br \/>\nsignalisiert f\u00fcr den Juli einen R\u00fcckgang der deutschen Exporte um real 0,4%.AUSBLICK IN DER<br \/>\nINDUSTRIE BLEIBT VERHALTEN<br \/>\nDie Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vormonat sp\u00fcrbar um 1,5 % gefallen, nachdem sie im Mai in etwa unver\u00e4ndert geblieben<br \/>\nwar (-0,1 %). In der Industrie und im Baugewerbe verringerte sich die Ausbringung zuletzt um 1,3 %<br \/>\nbzw. 2,8 %. Im Bereich Energie kam es im Juni zu einer Stabilisierung (+0,6 %), nachdem hier in den<br \/>\nMonaten zuvor kr\u00e4ftige Abnahmen verzeichnet worden waren.<br \/>\nIn den beiden gewichtigen Industriebereichen Kfz und Kfz-Teile sowie Maschinenbau nahm die<br \/>\nHerstellung im Juni um 3,5 % bzw. 1,3 % ab. Die energieintensiven Industriezweige verzeichneten<br \/>\nhingegen insgesamt ein Plus von 1,1 %, wobei Zuw\u00e4chsen bei chemischen Erzeugnissen (+3,5 %) sowie<br \/>\nKokerei und Mineral\u00f6lverarbeitung (+15,3 %) Abnahmen in den Bereichen Metallerzeugung und<br \/>\n-bearbeitung (-3,1 %), Papier und Pappe (-2,3%) sowie Glas, Glaswaren und Keramik (-0,7 %)<br \/>\ngegen\u00fcberstanden.<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe lagen im Juni gegen\u00fcber dem Vormonat mit +7,0 %<br \/>\nerneut kr\u00e4ftig im Plus. Bereits im Mai hatten sie mit +6,2 % deutlich zugelegt. Allerdings waren<br \/>\ndie Anstiege im Vormonatsvergleich im Wesentlichen durch Gro\u00dfauftr\u00e4ge verursacht. Rechnet man diese<br \/>\nheraus, gingen die Neuauftr\u00e4ge im Juni um 2,6 % zur\u00fcck.<br \/>\nPositiv entwickelten sich die Ordereing\u00e4nge insbesondere in den Bereichen elektrische Ausr\u00fcstungen<br \/>\n(+9,6 %), pharmazeutische Erzeugnisse (+7,0 %) sowie im gewichtigen Maschinenbau (+5,1 %). Die<br \/>\nBestellungen im ebenfalls gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile waren hingegen mit -7,3 % kr\u00e4ftig<br \/>\nr\u00fcckl\u00e4ufig und auch der Bereich EDV und optische Ger\u00e4te verzeichnete einen R\u00fcckgang (-3,3 %). Im<br \/>\nsonstigen Fahrzeugbau schlug insbesondere ein Gro\u00dfauftrag im Luft- und Raumfahrzeugbau zu Buche<br \/>\n(+89,2 %).<br \/>\nNach den leichten Zuw\u00e4chsen in der Industrieproduktion im April und Mai entwickelte sie sich zum<br \/>\nEnde des zweiten Quartals schwach. Im Quartalsvergleich ergab sich ein Minus von 0,6 %. Hier<br \/>\nschl\u00e4gt ein weiterer deutlicher R\u00fcckgang von 3,4 % bei den energieintensiven Industrien zu Buche.<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge in der Industrie zeigen weiter ein uneinheitliches Bild, das von starken<br \/>\nSchwankungen und Sondereffekten durch Gro\u00dfbestellungen gepr\u00e4gt ist. Im aussagekr\u00e4ftigeren<br \/>\nQuartalsvergleich entwickelten sich die Bestellungen im zweiten Quartal mit +0,2 % gegen\u00fcber dem<br \/>\nersten Quartal aber stabil. Angesichts der ged\u00e4mpften Gesch\u00e4fts- und Exporterwartungen der<br \/>\nUnternehmen ist eine sp\u00fcrbare Erholung der Industriekonjunktur derzeit noch nicht<br \/>\nabsehbar.EINZELHANDELSUMSATZ NIMMT WIEDER LEICHT AB, DIE STIMMUNG UNTER DEN VERBRAUCHERN VERBESSERT<br \/>\nSICH AUF NIEDRIGEM NIVEAU<br \/>\nDie Ums\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz sind im Juni gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,6 % zur\u00fcckgegangen,<br \/>\nnachdem sie im Mai um 2,1 % und im April um 0,8 % gestiegen waren. Damit ergab sich im zweiten<br \/>\nQuartal insgesamt gegen\u00fcber dem Vorquartal ein Anstieg um 1,3 %. Im Vergleich zum zweiten Quartal<br \/>\n2022 meldete der Einzelhandel allerdings ein reales Umsatzminus von 2,5 %, was vor allem die<br \/>\nanhaltend hohen Preissteigerungen widerspiegelt. Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im Juni<br \/>\nim Vergleich zum Vormonat eine Abnahme des Umsatzes um 3,1 %, gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat war der<br \/>\nR\u00fcckgang noch deutlicher (-8,1 %). Vor allem aufgrund der starken Verteuerung von Lebensmitteln<br \/>\nverzeichnet diese Sparte des Einzelhandels seit 24 Monaten in Folge im Vorjahresvergleich<br \/>\nr\u00fcckl\u00e4ufige Ums\u00e4tze. Nach wie vor sind die Nahrungsmittel ein starker Treiber der<br \/>\nVerbraucherpreise, auch wenn sich deren Preissteigerungen gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat zuletzt<br \/>\nweiter abgeschw\u00e4cht haben (Juli: +11,0 %, Juni: +13,7 %, Mai: + 14,9 %, April: +17,2 %). Der Umsatz<br \/>\nim Internet- und Versandhandel erh\u00f6hte sich im Juni um 2,9 % (gegen\u00fcber Vorjahresmonat -1,9 %).<br \/>\nDie Neuzulassungen von Pkw durch private Halter haben im Juli um 2,7 % zugelegt, nachdem sie im<br \/>\nJuni um 1,6 % gefallen waren (Mai: +2,9 %).<br \/>\nDie Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die Stimmung unter den Verbrauchern senden unterschiedliche Signale: Laut<br \/>\nPrognose von GfK wird sich die Stimmung unter den privaten Konsumenten im August wieder erholen,<br \/>\nnachdem sie im Juli einen kleinen D\u00e4mpfer erlitten hatte. Zuvor war sie acht Mal in Folge,<br \/>\nausgehend von einem sehr niedrigen Niveau, gestiegen. Die ifo Gesch\u00e4ftslage im Einzelhandel hat<br \/>\nsich im Zuge der leichten Konsumbelebung zwar etwas verbessert, die Erwartungen bez\u00fcglich der<br \/>\nweiteren Entwicklung haben sich hingegen im Juli wieder sp\u00fcrbar eingetr\u00fcbt und liegen tief im<br \/>\nnegativen Bereich. Der private Konsum hat sich im zweiten Quartal nach den deutlichen R\u00fcckg\u00e4ngen im<br \/>\nWinter zun\u00e4chst stabilisiert. Insgesamt sprechen die Fr\u00fchindikatoren am aktuellen Rand f\u00fcr eine<br \/>\nged\u00e4mpfte Entwicklung. Mit weiter r\u00fcckl\u00e4ufigen Inflationsraten und steigenden Tarifabschl\u00fcssen ist<br \/>\ninsgesamt von einer zunehmenden Belebung des privaten Verbrauchs auszugehen.R\u00dcCKL\u00c4UFIGER TREND BEI<br \/>\nINFLATION SETZT SICH WEITER FORT<br \/>\nDie Inflationsrate (Verbraucherpreisanstieg binnen Jahresfrist) hat sich im Juli leicht auf 6,2 %<br \/>\nverringert (Mai: +6,4 %). Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) hat sich ebenfalls verringert auf<br \/>\n5,5 % (Juni: +5,8 %). Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat erneut<br \/>\n\u00fcberproportional (+11,0 %), allerdings lie\u00df der Preisauftrieb hier weiter nach (Juni: +13,7 %, Mai:<br \/>\n+ 14,9 %, April: +17,2 %). Die Energiepreise legten im Juli mit +5,7 gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat<br \/>\nzwar etwas weniger stark zu als der Gesamtindex, aber st\u00e4rker als noch im Juni (+3,0 %).<br \/>\nAusschlaggebend hierf\u00fcr war auch ein Basiseffekt infolge des Wegfalls der EEG-Umlage zum 1. Juli<br \/>\n2022.<br \/>\nDer Preisdruck von Seiten der Energietr\u00e4ger hat weiter abgenommen. An den Spotm\u00e4rkten sind die<br \/>\nNotierungen f\u00fcr Erdgas gefallen: Aktuell liegt der TTF Base Load mit 29 \u20ac\/MWh 86 % unter dem Niveau<br \/>\ndes Vorjahres bzw. 15 % unter dem des Vormonats. Zum R\u00fcckgang im Vergleich zu den H\u00f6chstst\u00e4nden von<br \/>\n\u00fcber 300 \u20ac\/MWh im August 2022 haben die anhaltenden Einsparungen, die \u00fcberwiegend milde Witterung<br \/>\nund die hohen F\u00fcllst\u00e4nde der Gasspeicher beigetragen. Die Markterwartungen deuten allerdings darauf<br \/>\nhin, dass die Erdgaspreise in den kommenden Quartalen wieder auf etwa 50 \u20ac\/MWh steigen k\u00f6nnten.<br \/>\nErst 2027 d\u00fcrften sie sich gem\u00e4\u00df der Future-Preise beim Vorkrisenniveau einpendeln.<br \/>\nAufgrund der Energiepreisentwicklung zeigt sich auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen eine<br \/>\nnachlassende Preisdynamik. Die Einfuhrpreise gingen im Juni um 1,6 % gg\u00fc. Vormonat zur\u00fcck und<br \/>\nliegen damit 11,4 % unter dem Vorjahresniveau. Die Erzeugerpreise sind im Juni nur noch leicht um<br \/>\n0,1 % gegen\u00fcber Vorjahresmonat gestiegen (Mai: +1,0; April: +4,1 %); gegen\u00fcber dem Vormonat nahmen<br \/>\nsie ab (\u20110,3 %). Auch die Verkaufspreise im Gro\u00dfhandel gaben im Juni sowohl im Vormonats- (\u20110,2 %)<br \/>\nals auch im Vorjahresvergleich (\u20112,9 %) nach. Auf allen drei Wirtschaftsstufen gab es im Vergleich<br \/>\nzum Vorjahresmonat einen R\u00fcckgang, der sich mit Verz\u00f6gerung auch in einem r\u00fcckl\u00e4ufigen<br \/>\nVerbraucherpreisanstieg niederschlagen d\u00fcrfte.<br \/>\nF\u00fcr die n\u00e4chsten Monate ist damit \u2013 auch mit Blick auf die Preiserwartungen der Unternehmen \u2013 von<br \/>\neiner weiter hohen, aber langsam abflauenden Preisdynamik auszugehen. Der Preisdruck vergangener<br \/>\nKostensteigerungen und Lieferkettenst\u00f6rungen ist weitgehend \u00fcberw\u00e4lzt. Die Energiepreise liegen auf<br \/>\nmoderatem Niveau. Die geldpolitische Straffung wirkt d\u00e4mpfend auf die Nachfrageseite. Vor diesem<br \/>\nHintergrund liegt das aktuelle Prognosespektrum f\u00fcr die Inflationsrate im Jahr 2023 bei 5,3 bis 6,1<br \/>\n% und im Jahr 2024 bei 2,0 bis 3,1 %. Zu beachten sind dabei weitere Preisniveau-steigernde<br \/>\nBasiseffekte: Im Zeitraum Oktober 2023 bis M\u00e4rz 2024 d\u00fcrfte die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes<br \/>\nauf Gas und Fernw\u00e4rme ein Jahr zuvor zu einem leichten Anstieg f\u00fchren.SCHWACHE KONJUNKTUR<br \/>\nHINTERL\u00c4SST WEITERHIN BREMSSPUREN AM ARBEITSMARKT<br \/>\nAuch im Juli zeigt sich die konjunkturelle Schw\u00e4che am Arbeitsmarkt, der merkliche R\u00fcckgang im<br \/>\nVormonat hat sich aber nicht fortgesetzt. Die Arbeitslosigkeit sank saisonbereinigt leicht um 4.000<br \/>\nPersonen. Ein Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte auch in den Auswirkungen der Fluchtmigration liegen: eine<br \/>\nvermehrte Teilnahme dieser Personengruppe an Integrationskursen d\u00e4mpft die Arbeitslosigkeit. Die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit lag im Juni unver\u00e4ndert auf Vormonatswert, wobei der Mai kr\u00e4ftig um 20.000<br \/>\nPersonen aufw\u00e4rtsrevidiert wurde. Hier d\u00fcrften sich auch die revidierten amtlichen BIP-Zahlen von<br \/>\nEnde Juli widerspiegeln. Die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung konnte im Mai zulegen (sb<br \/>\n+14.000 Personen). Die Kurzarbeit war im Juli weiter deutlich r\u00fcckl\u00e4ufig, auch, weil Ende Juni die<br \/>\nerleichterten Zugangsbedingungen ausliefen. Die Fr\u00fchindikatoren von IAB und ifo entwickelten sich<br \/>\nim Juli m\u00e4\u00dfig und deuten auf eine verminderte Dynamik am Arbeitsmarkt hin. Die Zahl der gemeldeten<br \/>\noffenen Stellen sank im zweiten Quartal auf 1,74 Millionen und liegt damit 10 Prozent unter dem<br \/>\nNiveau des Vorjahresquartals. Unternehmen planen weniger Neueinstellungen. Trotzdem liegt die<br \/>\nBesch\u00e4ftigungskomponente des IAB-Barometers weiter auf hohem Niveau. Der Arbeitsmarkt zeigt sich<br \/>\nsomit insgesamt weiter stabil. Die schwache Grunddynamik d\u00fcrfte allerdings anhalten, bis die<br \/>\ndeutsche Wirtschaft konjunkturell wieder an Fahrt aufnimmt.INSOLVENZEN IM FR\u00dcHJAHR 2023 ANGESTIEGEN<br \/>\nDie Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen ist nach endg\u00fcltigen Ergebnissen im Mai 2023<br \/>\n(1.478) um 3,5 % gg\u00fc. dem Vormonat (1.428) und um 19 % gg\u00fc. dem Vorjahreswert (1.242) angestiegen.<br \/>\nVon Januar bis Mai 2023 wurden insgesamt 7.023 Unternehmensinsolvenzen beantragt, dies entspricht<br \/>\neinem Anstieg von 17,6 % gg\u00fc. dem Vorjahreszeitraum (5.973).<br \/>\nAls Fr\u00fchindikator gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen Hinweise auf die k\u00fcnftige<br \/>\nEntwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Diese sind nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen<br \/>\nBundesamtes im Juli 2023 im Vormonatsvergleich um 4,1 % angestiegen und lagen damit um 23,8 % \u00fcber<br \/>\ndem Vorjahresniveau. Mit insgesamt 2.962 Antr\u00e4gen im Juli 2023 ist es der zweith\u00f6chste Wert in den<br \/>\nletzten 12 Monaten (h\u00f6chster Wert im M\u00e4rz 2023: 3.040). Der IWH-Insolvenztrend zeigt f\u00fcr Juli 2023<br \/>\ninsgesamt 1.025 gemeldete Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften; diese Zahl liegt<br \/>\nzwar leicht unter dem Niveau des Vormonats (-2,4 %), aber deutlich \u00fcber dem Vorjahresmonat (+44,4<br \/>\n%). Insgesamt nimmt das Insolvenzgeschehen seit der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2022 im Trendverlauf<br \/>\nkontinuierlich zu, allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau.<br \/>\n_____________________________<br \/>\n1 In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 11. August 2023 vorlagen. Soweit nicht anders<br \/>\nvermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2023\/20230814-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-august-2023.html<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 20231 Nach der leicht rezessiven Entwicklung im Winterhalbjahr 2022\/23 stagnierte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal. W\u00e4hrend der private Konsum stabilisierend gewirkt haben d\u00fcrfte, d\u00e4mpften die noch schwachen au\u00dfenwirtschaftlichen Rahmenbe\u00addingungen Produktion und Exportentwicklung. 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