{"id":15862,"date":"2023-06-15T08:20:23","date_gmt":"2023-06-15T06:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15862"},"modified":"2023-06-15T08:23:37","modified_gmt":"2023-06-15T06:23:37","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-20231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15862","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 20231"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2023<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach zwei Quartalen in Folge mit negativem Wachstum im Winterhalbjahr 2022\/23 deuten aktuelle<br \/>\nKonjunkturindikatoren einen verhaltenen Start in das zweite Quartal an. Nach g\u00e4ngiger Definition<br \/>\nbefand sich die deutsche Wirtschaft demnach in einer \u201etechnischen Rezession\u201c. Die Belastungen aus<br \/>\nden Energiepreissteigerungen, der weltwirtschaftlichen Schw\u00e4che und den ung\u00fcnstigeren<br \/>\nFinanzierungsbedingungen wirken noch nach und verz\u00f6gern die erwartete konjunkturelle Erholung. Die<br \/>\nkonjunkturelle Grunddynamik in der Industrie hat sich abgeschw\u00e4cht. Die Industrieproduktion blieb<br \/>\nim April nahezu unver\u00e4ndert, nachdem sie im M\u00e4rz mit -2,0 Prozent deutlich gefallen war. Die<br \/>\nAuftragseing\u00e4nge sanken im April leicht (-0,4 Prozent), nachdem es im Vormonat zu einem starken<br \/>\nEinbruch gekommen war (-10,9 Prozent). Nachdem sich die Ums\u00e4tze im Einzelhandel (ohne<br \/>\nKfz&#8211;Kraftfahrzeuge) im M\u00e4rz sp\u00fcrbar verringert hatten, kam es im April zu einer gewissen Erholung.<br \/>\nDie Stimmung unter den Verbrauchern hellte sich weiter auf, aber die Verbesserung fiel nur noch<br \/>\ngering aus. Insgesamt lag das Konsumklima immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau, weil die hohe<br \/>\nInflation weiterhin belastet. Der Auftrieb der Verbraucherpreise hat sich im Mai weiter<br \/>\nabgeschw\u00e4cht, die Inflationsrate lag bei 6,1 Prozent. Auch die Rate der Kerninflation ging leicht<br \/>\nauf 5,4 Prozent zur\u00fcck. Im weiteren Jahresverlauf ist mit Basiseffekten infolge der<br \/>\nEntlastungsma\u00dfnahmen vor einem Jahr zur D\u00e4mpfung der Preiserh\u00f6hungen zu rechnen, die tempor\u00e4r den<br \/>\nPreisauftrieb wieder verst\u00e4rken d\u00fcrften. Am Arbeitsmarkt hat die konjunkturelle Abschw\u00e4chung im<br \/>\nzur\u00fcckliegenden Winterhalbjahr zu einer nachlassenden Dynamik gef\u00fchrt. Die registrierte<br \/>\nArbeitslosigkeit erh\u00f6hte sich weiter leicht. Perspektivisch sprechen die r\u00fcckl\u00e4ufigen Preise auf<br \/>\nden globalen Energiem\u00e4rkten, die weiter nachlassende Inflationsdynamik, die h\u00f6heren Lohnabschl\u00fcsse<br \/>\nund die erwartete weltwirtschaftliche Belebung f\u00fcr eine moderate konjunkturelle Erholung der<br \/>\ndeutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf.<br \/>\nVERHALTENER START IN DAS ZWEITE QUARTAL<br \/>\nDie deutsche Wirtschaft befindet sich im Fr\u00fchsommer weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Zwar legte<br \/>\ndie reale Wertsch\u00f6pfung im ersten Quartal um 0,9 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal zu; nach der<br \/>\ndetaillierten Meldung des Statistischen Bundesamtes vom 25.05. lag das Bruttoinlandsprodukt im<br \/>\nersten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt aber um 0,3 Prozent unter dem<br \/>\nVorquartalsniveau. Mit dem vorherigen R\u00fcckgang im vierten Quartal 2022 ist damit die Definition<br \/>\neiner \u201etechnischen\u201c Rezession erf\u00fcllt. Urs\u00e4chlich hierf\u00fcr waren neben dem erneut r\u00fcckl\u00e4ufigen<br \/>\nrealen privaten Konsum (-1,2 Prozent) und dem Staatskonsum (-4,9 Prozent) auch Sonderentwicklungen<br \/>\ninfolge der umfangreichen staatlichen Stabilisierungs- und Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen, die rechnerisch<br \/>\ndas BIP-Wachstum ged\u00e4mpft haben. Eine \u201e\u00f6konomische\u201c Rezession im Sinne eines l\u00e4nger anhaltenden,<br \/>\ntiefen Einbruchs der Wirtschaftsleistung bei unterausgelasteten Kapazit\u00e4ten, sinkenden<br \/>\nInvestitionen, einem R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung und steigender Arbeitslosigkeit ist allerdings<br \/>\nderzeit nicht zu erkennen. Vielmehr lag die Kapazit\u00e4tsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe im<br \/>\nersten Quartal nach Angaben des ifo Instituts \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittelwert, die Besch\u00e4ftigung<br \/>\nnahm im Vorquartalsvergleich um +0,3 Prozent zu und die Investitionst\u00e4tigkeit stieg preis-, saison-<br \/>\nund kalenderbereinigt mit +3,0 Prozent kr\u00e4ftig.<br \/>\nGleichwohl deuten aktuelle Konjunkturindikatoren noch nicht auf eine sp\u00fcrbare Belebung im zweiten<br \/>\nQuartal hin: Die Auftragseing\u00e4nge verringerten sich im April nach dem Einbruch im M\u00e4rz erneut,<br \/>\nwobei zuletzt auch Gro\u00dfauftr\u00e4ge die monatliche Entwicklung bestimmten. Die Produktion im<br \/>\nProduzierenden Gewerbe legte im April leicht zu, im Baugewerbe sogar recht deutlich. Insgesamt aber<br \/>\nkonnte der deutliche R\u00fcckgang vom Vormonat nicht ausgeglichen werden. Auch Stimmungs\u00adindikatoren<br \/>\nwie der ifo Gesch\u00e4ftsklimaindex deuten zuletzt auf eine weniger positive Lageeinsch\u00e4tzung und<br \/>\nPerspektive in der Wirtschaft hin. Die erwartete konjunkturelle Erholung in Deutschland scheint<br \/>\nsich damit weiter zu verz\u00f6gern.<br \/>\nDennoch ist vor dem Hintergrund der r\u00fcckl\u00e4ufigen Preise auf den globalen Energiem\u00e4rkten, einer<br \/>\nweiter nachlassenden Inflationsdynamik, h\u00f6heren Lohnabschl\u00fcssen und einer erwarteten<br \/>\nweltwirtschaftlichen Belebung von einer moderaten konjunkturellen Erholung der deutschen Wirtschaft<br \/>\nim weiteren Jahresverlauf auszugehen.<br \/>\nWELTHANDEL TRITT NOCH AUF DER STELLE<br \/>\nW\u00e4hrend die weltweite Industrieproduktion im Berichtsmonat M\u00e4rz im Vergleich zum Vormonat<br \/>\nstagnierte (-0,1 Prozent), nahm der Welthandel zuletzt wieder etwas zu (+1,5 Prozent). Die globalen<br \/>\nContainerumschl\u00e4ge (RWI\/ISL-Containerumschlagindex) signalisieren im Berichtsmonat April<br \/>\nsaisonbereinigt eine moderate Belebung des Welthandels, vor allem aufgrund der deutlichen<br \/>\nAusweitung des Umschlags in den chinesischen H\u00e4fen. Auch in Europa deutet sich eine Stabilisierung<br \/>\nan. Der Nordrange-Index ist gegen\u00fcber M\u00e4rz 2023 auf 96,4 Punkte gestiegen, die Trendkomponente<br \/>\nweist aber immer noch abw\u00e4rts. Laut den Schiffbewegungsdaten des Kiel-Trade-Indikator d\u00fcrfte sich<br \/>\nder globale Handel im Mai seitw\u00e4rts bewegen.<br \/>\nDie OECD erwartet in ihrer aktuellen Prognose vom Juni 2023 eine verhaltene Erholung der<br \/>\nweltwirtschaftlichen Aktivit\u00e4t. Die Weltwirtschaft d\u00fcrfte demnach in diesem Jahr um 2,7 Prozent und<br \/>\nim kommenden Jahr um 2,9 Prozent wachsen. W\u00e4hrend die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t im Euroraum (+ 0,9<br \/>\nProzent) und in den USA&#8211;United States of America (+ 1,6 Prozent) nur schleppend zulegen d\u00fcrfte,<br \/>\nerwartet die OECD deutlichere Impulse f\u00fcr die Weltwirtschaft von den Schwellenl\u00e4ndern (insb. China:<br \/>\n+5,4 Prozent, Indien: +6,0 Prozent).<br \/>\nVERHALTENE IMPULSE VOM AU\u00dfENHANDEL<br \/>\nDie nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen haben nach dem deutlichen R\u00fcckgang im M\u00e4rz<br \/>\n(-4,4 Prozent) im April mit +0,7 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat wieder etwas zugenommen. Dennoch<br \/>\nlagen sie beim Start in das zweite Quartal um 1,3 Prozent unter dem Durchschnitt des Vorquartals.<br \/>\nW\u00e4hrend die Lieferungen in gro\u00dfe Schwellenl\u00e4nder (Brasilien, Mexiko, Indien) nach ersten<br \/>\nSch\u00e4tzungen zuletzt zur\u00fcckgingen, nahmen die Exporte in die EU&#8211;Europ\u00e4ische Union wieder zu. Die<br \/>\nnominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen waren im April sowohl gegen\u00fcber M\u00e4rz 2023 (-0,6<br \/>\nProzent) als auch gegen\u00fcber dem Durchschnitt des ersten Quartals (-2,0 Prozent) weiter r\u00fcckl\u00e4ufig.<br \/>\nDie Wareneinfuhren aus Russland reduzierten sich noch einmal um 8,8 Prozent. Binnen Jahresfrist<br \/>\nliegt der R\u00fcckgang nunmehr bei fast 90 Prozent.<br \/>\nIm Zuge der gegenl\u00e4ufigen Entwicklung der Aus- und Einfuhren nahm der monatliche<br \/>\nHandelsbilanz\u00fcberschuss zuletzt wieder von 12,1 Mrd. \u20ac im M\u00e4rz auf 14,2 Mrd. \u20ac im April zu.<br \/>\nDie Entwicklung der Au\u00dfenhandelspreise folgt weiterhin den r\u00fcckl\u00e4ufigen Energie- und<br \/>\nRohstoffpreisen sowie der Entspannung bei den Lieferketten- und Materialengp\u00e4ssen. Die Terms of<br \/>\nTrade verbesserten sich im April erneut um 1,3 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat, da sich die<br \/>\nEinfuhren st\u00e4rker verbilligten (-1,7 Prozent) als die Ausfuhren (-0,4 Prozent). In realer<br \/>\nBetrachtung d\u00fcrfte der Anstieg der Exporte im April also etwas st\u00e4rker ausgefallen sein, die<br \/>\nImporte d\u00fcrften real ebenfalls leicht gestiegen sein.<br \/>\nDie Fr\u00fchindikatoren geben aktuell verhalten positive Signale f\u00fcr den Au\u00dfenhandel. Der<br \/>\nStimmungsindikator von S&amp;P Global liegt seit Februar \u00fcber der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und<br \/>\nhat im Mai einen Wert von 54,4 erreicht. Impulse kamen dabei allerdings nur aus dem<br \/>\nDienstleistungsbereich. Die Stimmung in der Industrie hat sich zuletzt nicht verbessert, der Index<br \/>\nverharrt seit M\u00e4rz bei 49,6 Punkten. St\u00fctzend d\u00fcrfte auch die Entspannung bei den Lieferketten<br \/>\nwirken. Im April berichteten nur noch 35,3 Prozent der vom ifo Institut befragten<br \/>\nIndustrieunternehmen von Materialengp\u00e4ssen, nach 39,2 Prozent im M\u00e4rz.<br \/>\nDagegen gingen die Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland im Vormonatsvergleich nach dem Einbruch im M\u00e4rz<br \/>\n(-13,1 Prozent) im April noch einmal um 1,8 Prozent zur\u00fcck. Sowohl die Bestellungen aus dem<br \/>\nEuroraum (-2,7 Prozent) als auch aus dem Nicht-Euroraum (-1,1 Prozent) verringerten sich. Auch im<br \/>\nweniger schwankungsanf\u00e4lligen Dreimonatsvergleich lagen die Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland im<br \/>\nMinus (-2,3 Prozent).<br \/>\nDie ifo Exporterwartungen haben sich im Mai mit einem Saldo von +1,8 Punkten wieder etwas<br \/>\neingetr\u00fcbt, nachdem sie zuvor zwei Monate in Folge gestiegen waren. Sofern die Exporterwartungen im<br \/>\nJuni nicht weiter zur\u00fcckgehen, weist der Trend aber immer noch auf einen verhaltenen Anstieg der<br \/>\nAusfuhren im zweiten Quartal hin. Die Schiffbewegungsdaten des Kiel-Trade-Indikator deuten f\u00fcr die<br \/>\n(realen) deutschen Exporte eine moderate Zunahme im Mai gegen\u00fcber dem Vormonat an.<br \/>\nPRODUKTION STABILISERT SICH NACH D\u00c4MPFER<br \/>\nDie Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im April<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen, nachdem sie im M\u00e4rz deutlich gefallen war<br \/>\n(aufw\u00e4rtsrevidiert von -3,4 Prozent auf -2,1 Prozent). Der Aussto\u00df in der Industrie blieb im April<br \/>\nnahezu unver\u00e4ndert (+0,1 Prozent), im Baugewerbe kam es zu einem Plus von 2,0 Prozent. Der Bereich<br \/>\nEnergie meldete einen R\u00fcckgang um 1,5 Prozent.<br \/>\nIn den Wirtschaftszweigen der Industrie verlief die Entwicklung differenziert: Die Hersteller von<br \/>\npharmazeutischen Erzeugnissen steigerten ihre Produktion kr\u00e4ftig um 6,4 Prozent. Die gewichtigen<br \/>\nBereiche Kfz und Kfz-Teile sowie Maschinenbau verzeichneten hingegen Abnahmen um 0,8 Prozent bzw.<br \/>\n0,5 Prozent. Auch die meisten der besonders energieintensiven Wirtschaftszweige haben ihren Aussto\u00df<br \/>\nim Vormonatsvergleich zur\u00fcckgefahren: Herstellung chemischer Erzeugnisse -1,4 Prozent, Kokerei und<br \/>\nMineral\u00f6lverarbeitung -3,2 Prozent, Glas, Glaswaren und Keramik -2,4 Prozent sowie Papier und Pappe<br \/>\n-0,5 Prozent. Die Bereiche Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Metallerzeugnisse konnten indes<br \/>\nim Vergleich zum Vormonat zulegen (+1,2 Prozent bzw. +0,2 Prozent).<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe sanken im April gegen\u00fcber dem Vormonat nur leicht um<br \/>\n0,4 Prozent und entwickelten sich damit nach dem starken Einbruch im M\u00e4rz (-10,9 Prozent) auch zu<br \/>\nBeginn des zweiten Quartals schwach. Allerdings ist der Vormonatsvergleich aktuell stark durch<br \/>\nSchwankungen bei Gro\u00dfauftr\u00e4gen gepr\u00e4gt, ohne diese ergibt sich im April ein Plus von 1,4 Prozent.<br \/>\nDie exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet dabei besonders unter der schwachen Weltwirtschaft<br \/>\nund dem R\u00fcckgang der Bestellungen aus dem Euroraum (-2,7 Prozent). Die Nachfrage im Inland h\u00e4lt<br \/>\nsich dagegen vergleichsweise stabil (+1,6 Prozent).<br \/>\nDie konjunkturelle Grunddynamik in der Industrie hat sich sp\u00fcrbar abgeschw\u00e4cht: Die vorlaufenden<br \/>\nIndikatoren zeigen im April zwar teilweise eine gewisse Stabilisierung, nachdem es im M\u00e4rz zu<br \/>\ndeutlichen R\u00fcckg\u00e4ngen gekommen war. Die zu beobachtenden hohen Schwankungen, die<br \/>\nRevisionsanf\u00e4lligkeit sowie die zum Teil widerspr\u00fcchlichen Signale der Indikatoren sind an<br \/>\nkonjunkturellen Wendepunkten nicht ungew\u00f6hnlich. Insgesamt ist von einer zun\u00e4chst noch verhaltenen<br \/>\nkonjunkturellen Erholung in der Industrie auszugehen.<br \/>\nEINZELHANDELSUMSATZ LEGT WIEDER LEICHT ZU<br \/>\nDie Ums\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz sind im April gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen,<br \/>\nnachdem es im M\u00e4rz zu einem R\u00fcckgang um 1,0 Prozent gekommen war. Im Vergleich zum April 2022<br \/>\nmeldete der Einzelhandel ein reales Umsatzminus von 4,5 Prozent, was zu einem betr\u00e4chtlichen Teil<br \/>\ndie hohen Preissteigerungen widerspiegelt. Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im April im<br \/>\nVergleich zum Vormonat eine Zunahme des Umsatzes um 0,5 Prozent, gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat<br \/>\njedoch eine Abnahme um 4,4 Prozent. Damit ist der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln seit 22<br \/>\nMonaten in Folge im Vorjahresvergleich r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel haben sich zwar im<br \/>\nApril gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,8 Prozent verringert (Mai: -0,3 Prozent), aber im<br \/>\nVorjahresvergleich ergab sich mit +17,2 Prozent (Mai: +14,9 Prozent) immer noch ein sehr hoher<br \/>\nZuwachs. Nach wie vor sind die Nahrungsmittel der st\u00e4rkste Treiber der Verbraucherpreise. Der<br \/>\nInternet- und Versandhandel verbuchte im April eine Zunahme um 5,6 Prozent (gegen\u00fcber<br \/>\nVorjahresmonat -7,2 Prozent).<br \/>\nDie Neuzulassungen von Pkw durch private Halter haben sich im Mai um 3,1 Prozent erholt, nachdem<br \/>\nsie allerdings im M\u00e4rz und im April um 8,2 Prozent gefallen waren. Die Entwicklung d\u00fcrfte nach wie<br \/>\nvor Folge der verringerten staatliche F\u00f6rderung von E-Fahrzeugen sein.<br \/>\nDie Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die Stimmung unter den Verbrauchern senden keine einheitlichen Signale:<br \/>\nZwar ist das GfK Konsumklima im Mai zum achten Mal in Folge gestiegen und f\u00fcr Juni wird eine<br \/>\nerneute Verbesserung erwartet. Die Zuw\u00e4chse fallen jedoch nur noch gering aus und das Niveau liegt<br \/>\nnach wie vor sehr niedrig. Die Erholung des GfK-Konsumklimas wurde durch die Energiepreiskrise<br \/>\nunterbrochen und das Niveau von vor der Corona-Krise noch nicht wieder erreicht. Bei den ifo<br \/>\nGesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel kam es im Mai zu einem Zur\u00fccksetzer. Aufgrund der weiterhin<br \/>\nhohen Inflation ist das Konsumklima immer noch stark belastet, auch wenn die erwarteten Lohn- und<br \/>\nGehaltssteigerungen die Preissteigerungen zumindest teilweise ausgleichen d\u00fcrften.<br \/>\nANSTIEG DER VERBRAUCHERPREISE WEITER R\u00dcCKL\u00c4UFIG<br \/>\nDie Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) hat sich im Mai merklich auf 6,1 Prozent<br \/>\nverringert (April: +7,2 Prozent, M\u00e4rz: +7,4 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich gegen\u00fcber dem<br \/>\nVorjahresmonat erneut \u00fcberproportional (Mai: + 14,9 Prozent), allerdings lie\u00df der Preisauftrieb<br \/>\nhier weiter nach (April: + 17,2 Prozent, M\u00e4rz: +22,3 Prozent). Die Energiepreise legten im Mai<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorjahresmonat nur noch um 2,6 Prozent zu, deutlich geringer als der Gesamtindex.<br \/>\nEinerseits sind die Energiepreise auf den Weltm\u00e4rkten deutlich r\u00fcckl\u00e4ufig und die hohen<br \/>\nEnergiepreissteigerungen im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine fallen seit M\u00e4rz aus dem<br \/>\nVorjahresvergleich heraus (Basiseffekt). Andererseits haben die Ma\u00dfnahmen aus dem dritten<br \/>\nEntlastungspaket preisd\u00e4mpfend gewirkt. Auch die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) schw\u00e4chte sich<br \/>\netwas ab (Mai: +5,4 Prozent gg. Vorjahresmonat, April: +5,8 Prozent).<br \/>\nDer Preisdruck von Seiten der Energietr\u00e4ger hat weiter abgenommen. An den Spotm\u00e4rkten sind die<br \/>\nPreise f\u00fcr Erdgas erneut kr\u00e4ftig gefallen. Aktuell liegt der TTF Base Load mit rd. 30 \u20ac\/MWh wieder<br \/>\nauf Vorkrisenniveau. Nach den H\u00f6chstst\u00e4nden von \u00fcber 300 \u20ac\/MWh im August haben dazu dank der<br \/>\nanhaltenden Einsparungen und der \u00fcberwiegend milden Witterung die recht hohen F\u00fcllst\u00e4nde<br \/>\nbeigetragen. Die Markterwartungen deuten allerdings darauf hin, dass die Erdgaspreise in den<br \/>\nkommenden Quartalen wieder auf etwa 50 \u20ac\/MWh steigen k\u00f6nnten.<br \/>\nIm weiteren Jahresverlauf ist \u2013 auch mit Blick auf die Preiserwartungen der Unternehmen \u2013 von einer<br \/>\nweiter hohen, aber langsam abflauenden Preisdynamik auszugehen, da der Preisdruck vergangener<br \/>\nKostensteigerungen und Lieferkettenst\u00f6rungen weitgehend \u00fcberw\u00e4lzt wurde, die Energiepreise auf den<br \/>\nWeltm\u00e4rkten aktuell auf Vorkrisenniveau gefallen sind und die geldpolitische Straffung<br \/>\npreisd\u00e4mpfend auf die Nachfrageseite wirkt. Von Juni bis August d\u00fcrfe allerdings ein tempor\u00e4rer<br \/>\nBasiseffekt infolge der vor\u00fcbergehenden Absenkung der Kraftstoffsteuer und der vor\u00fcbergehenden<br \/>\nEinf\u00fchrung des Neun-Euro-Tickets im Vorjahresvergleich preissteigernd wirken. Ebenso ist im Juli<br \/>\nmit einem Basiseffekt aufgrund der Abschaffung der EEG-Umlage vor Jahresfrist und einem weiteren<br \/>\ntempor\u00e4ren Basiseffekt ab Oktober durch die Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf Gas und Fernw\u00e4rme<br \/>\nein Jahr zuvor bis M\u00e4rz 2024 zu rechnen.<br \/>\nNACHLASSENDE DYNAMIK AM ARBEITSMARKT AUFGRUND KONJUNKTURELLER ABSCHW\u00c4CHUNG IM WINTERHALBJAHR<br \/>\nDie konjunkturelle Abschw\u00e4chung im Winterhalbjahr 2022\/23 zeigt sich auch in einer nachlassenden<br \/>\nDynamik am Arbeitsmarkt: Die registrierte Arbeitslosigkeit erh\u00f6hte sich im Mai in saisonbereinigter<br \/>\nRechnung leicht um 9.000 Personen. Fluchtmigration wirkte sich dabei kaum aus: Ohne<br \/>\nBer\u00fccksichtigung ukrainischer Gefl\u00fcchteter lag die Zahl in etwa genauso hoch (+8.000 Personen).<br \/>\nSowohl Erwerbst\u00e4tigkeit (April +18.000 Personen) als auch sozialversicherungspflichtige<br \/>\nBesch\u00e4ftigung (M\u00e4rz +13.000 Personen) stiegen erneut an, auch wenn sich die Zuw\u00e4chse abschw\u00e4chten.<br \/>\nDie Inanspruchnahme der Kurzarbeit war bis zum aktuellen Rand unauff\u00e4llig, die R\u00fcckg\u00e4nge der<br \/>\nletzten Monate k\u00f6nnten nun aber zum Stillstand gekommen sein. Die Fr\u00fchindikatoren von IAB und ifo<br \/>\nhaben sich im Mai eingetr\u00fcbt. Die Abschw\u00e4chung bei den Auftragseing\u00e4ngen und inflationsbedingte<br \/>\nKaufkraftverluste f\u00fchren zu Zur\u00fcckhaltung bei Verbrauchern und Unternehmen. Der Handel geht von<br \/>\nStellenr\u00fcckg\u00e4ngen aus, die Dienstleistungsbereiche planen aber weitere Einstellungen. Die<br \/>\ngemeldeten Stellen gingen zur\u00fcck, liegen aber weiter auf hohem Niveau. Die erwartete konjunkturelle<br \/>\nErholung im weiteren Jahresverlauf d\u00fcrfte dann auch wieder auf dem Arbeitsmarkt zu einer Belebung<br \/>\nf\u00fchren.<br \/>\n________________<br \/>\n1 In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13. Juni 2023 vorlagen. Soweit nicht anders<br \/>\nvermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2023\/20230515-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2023.html<\/p>\n<p>Quelle: abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2023 Nach zwei Quartalen in Folge mit negativem Wachstum im Winterhalbjahr 2022\/23 deuten aktuelle Konjunkturindikatoren einen verhaltenen Start in das zweite Quartal an. Nach g\u00e4ngiger Definition befand sich die deutsche Wirtschaft demnach in einer \u201etechnischen Rezession\u201c. Die Belastungen aus den Energiepreissteigerungen, der weltwirtschaftlichen Schw\u00e4che und den ung\u00fcnstigeren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1457,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44,3,16],"tags":[4009],"class_list":["post-15862","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland-2","category-news","category-wirtschaft","tag-juni2023"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15862"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15862\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15867,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15862\/revisions\/15867"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}