{"id":15787,"date":"2023-05-16T08:37:25","date_gmt":"2023-05-16T06:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15787"},"modified":"2023-05-16T08:37:42","modified_gmt":"2023-05-16T06:37:42","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-mai-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15787","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2023"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 20231<\/p>\n<p>Die konjunkturelle Grunddynamik hat sich zuletzt sp\u00fcrbar abgeschw\u00e4cht: Wichtige Indikatoren weisen<br \/>\nam aktuellen Rand deutliche R\u00fcckg\u00e4nge auf, die nur zum Teil eine Gegenbewegung zu den zuvor<br \/>\ndeutlichen Anstiegen darstellen d\u00fcrften.<br \/>\nBei der Industrieproduktion ist es nach zwei schwungvollen Vormonaten im M\u00e4rz zu R\u00fcckprall-Effekten<br \/>\ngekommen. Die Auftragseing\u00e4nge verzeichneten im M\u00e4rz die st\u00e4rkste Abnahme seit der Hochphase der<br \/>\nCorona-Pandemie im April 2020. Die Stimmung in den Unternehmen hellte sich indes zum sechsten Mal<br \/>\nin Folge auf.<br \/>\nDie Ums\u00e4tze im Einzelhandel (ohne Kfz) verringerten sich im M\u00e4rz erneut. Die Stimmung unter den<br \/>\nVerbrauchern d\u00fcrfte ihre Erholung in den kommenden Monaten fortsetzen, auch wenn die nach wie vor<br \/>\nhohe Inflationsrate belastet.<br \/>\nDie Inflationsrate ging im M\u00e4rz auf +7,2 Prozent zur\u00fcck. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr den leichten R\u00fcckgang<br \/>\n(M\u00e4rz: +7,4 Prozent) war ein nachlassender Preisdruck bei Nahrungsmitteln, die im Vorjahrsvergleich<br \/>\nallerdings immer noch eine hohe Dynamik aufweisen.<br \/>\nDie Fr\u00fchjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibt vorerst verhalten. Die registrierte Arbeitslosigkeit<br \/>\nstieg im April saisonbereinigt etwas an, allerdings spielen hier auch die Osterferien eine Rolle.<br \/>\nDie Arbeitsnachfrage k\u00fchlte ausweislich der IAB-Stellenerhebung im ersten Quartal etwas ab, liegt<br \/>\naber immer noch auf hohem Niveau. Die Erwerbst\u00e4tigkeit legte im ersten Quartal kr\u00e4ftig zu.<br \/>\nIm Januar und Februar 2023 lag die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen lt. amtlicher Statistik rund<br \/>\n20 Prozent \u00fcber den jeweiligen Monatswerten des Vorjahres. Aktuelle Fr\u00fchindikatoren deuten auf eine<br \/>\n\u00e4hnliche Dynamik in den n\u00e4chsten Monaten hin, eine weitere Versch\u00e4rfung des Insolvenzgeschehens ist<br \/>\nderzeit jedoch nicht in Sicht. Die derzeit zu beobachtenden hohen Schwankungen und<br \/>\nRevisionsanf\u00e4lligkeit sowie die zum Teil widerspr\u00fcchlichen Signale der Indikatoren sind an<br \/>\nkonjunkturellen Wendepunkten nicht ungew\u00f6hnlich. Stimmungsindikatoren deuten nach dem schwachen<br \/>\nWinterhalbjahr aber eine wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf an.<br \/>\nSCHWACHER AUSKLANG ZUM WINTERHALBJAHR<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Konjunktur hat zum Ende des Winterhalbjahrs 2022\/23 einen sp\u00fcrbaren D\u00e4mpfer hinnehmen m\u00fcssen.<br \/>\n&#8222;Harte&#8220; Indikatoren wie Auftragseing\u00e4nge und Industrieproduktion, die sich zu Jahresbeginn deutlich<br \/>\nerholt hatten, wiesen im M\u00e4rz kr\u00e4ftige R\u00fcckg\u00e4nge auf. Gerade auch in gesamtwirtschaftlich wichtigen<br \/>\nBereichen wie dem Maschinenbau, der Kfz-Produktion oder den energieintensiven Wirtschaftszweigen<br \/>\nkam es zu sp\u00fcrbaren R\u00fcckg\u00e4ngen bei der Produktion. Auch die Bauindustrie, die sich zu Jahresbeginn<br \/>\nzum Teil auch infolge von g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen sp\u00fcrbar belebt hatte, wies am aktuellen<br \/>\nRande eine deutliche Abschw\u00e4chung auf.<br \/>\nDie schwache Entwicklung der Einzelhandelsums\u00e4tze, die in preisbereinigter Rechnung zuletzt auch im<br \/>\nM\u00e4rz sp\u00fcrbar r\u00fcckl\u00e4ufig waren, zeigen die noch durch Kaufkraftverluste ged\u00e4mpfte Entwicklung des<br \/>\nprivaten Konsums an.<br \/>\nAuch die Impulse seitens der Au\u00dfenwirtschaft lie\u00dfen im M\u00e4rz sp\u00fcrbar nach: Es kam zu einem<br \/>\ndeutlichen R\u00fcckgang der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen.<br \/>\nDer zuletzt bei vielen Konjunkturindikatoren zu beobachtendem uneinheitlichem Verlauf mit starken<br \/>\nSchwankungen und hoher Revisionsanf\u00e4lligkeit ist an konjunkturellen Wendepunkten nicht<br \/>\nungew\u00f6hnlich; dies erschwert allerdings die Interpretation der wirtschaftlichen Lage. Die<br \/>\nEntwicklung der Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex, dem GfK-Konsumklima oder auch<br \/>\ndem S&amp;P-Einkaufsmanagerindex deuten nach dem schwachen Winterhalbjahr nach wie vor auf eine<br \/>\nwirtschaftliche Belebung im weiteren Jahresverlauf hin.<br \/>\nWELTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD NOCH GED\u00c4MPFT<br \/>\nW\u00e4hrend die weltweite Industrieproduktion im Berichtsmonat Februar im Vergleich zum Vormonat erneut<br \/>\nzulegte (+1,2 Prozent), entwickelte sich der Welthandel schwach (-0,9 Prozent). Die<br \/>\nContainerumschl\u00e4ge in europ\u00e4ischen H\u00e4fen (Nordrange-Index) setzten im M\u00e4rz ihren Abw\u00e4rtstrend fort.<br \/>\nDagegen nahm die Aktivit\u00e4t in den chinesischen H\u00e4fen deutlich zu. Insgesamt entwickelt sich der<br \/>\nWelthandel weiterhin schwach.<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland brachen im Vormonatsvergleich nach dem deutlichen Plus im<br \/>\nFebruar (+4,3 Prozent) im M\u00e4rz mit einem Minus von 13,3 Prozent kr\u00e4ftig ein. Sowohl die<br \/>\nBestellungen aus dem Euroraum (-10,8 Prozent) als auch aus dem Nicht-Euroraum (-14,8 Prozent)<br \/>\ngingen deutlich zur\u00fcck. Allerdings schwanken die Auftragseing\u00e4nge von Monat zu Monat stark; im<br \/>\naussagekr\u00e4ftigeren Zweimonatsvergleich lagen sie mit -0,2 Prozent nur leicht im Minus.<br \/>\nLaut der aktuellen Prognose von Oxford Economics wird die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t wichtiger<br \/>\nHandelspartner Deutschlands &#8211; z.B. dem Euroraum (+0,8 Prozent) und den USA (+0,5 Prozent) \u2013 in<br \/>\ndiesem Jahr wohl nur verhalten gegen\u00fcber 2022 zulegen. St\u00e4rkere Impulse f\u00fcr die Weltwirtschaft und<br \/>\nden deutschen Au\u00dfenhandel d\u00fcrften dagegen von den Schwellenl\u00e4ndern (+3,7 Prozent) und insbesondere<br \/>\nvon China (+ 5,5 Prozent) ausgehen.<br \/>\nR\u00dcCKSETZER BEI DEN AUS- UND EINFUHREN<\/p>\n<p>Nach der kr\u00e4ftigen Entwicklung im Februar ist der Wert der Aus- und Einfuhren im Berichtsmonat M\u00e4rz<br \/>\ndeutlich gefallen. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen gingen gegen\u00fcber dem Vormonat nominal<br \/>\num 4,3 Prozent zur\u00fcck, die Importe sogar um 6,2 Prozent. Im weniger schwankungsanf\u00e4lligen<br \/>\nZweimonatsvergleich lagen die nominalen Aus- und Einfuhren aber mit +1,6 Prozent bzw. +1,0 Prozent<br \/>\nweiter im Plus. Die schwache Entwicklung des Au\u00dfenhandels im M\u00e4rz d\u00fcrfte als Gegenbewegung zu den<br \/>\nkr\u00e4ftigen Anstiegen im Februar zu sehen sein.<br \/>\nDie Au\u00dfenhandelspreise waren dabei wie in den vorangegangenen Berichtsmonaten weiter r\u00fcckl\u00e4ufig.<br \/>\nDie Exportpreise gaben im M\u00e4rz leicht um -0,2 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat nach, w\u00e4hrend die<br \/>\nImportpreise mit &#8211; 1,1 Prozent noch deutlicher zur\u00fcck gingen. In realer Rechnung d\u00fcrfte der<br \/>\nR\u00fcckgang der Aus- und Einfuhren im Berichtsmonat M\u00e4rz daher etwas geringer ausfallen als in<br \/>\nnominaler Rechnung. Mit dem erneut st\u00e4rkeren R\u00fcckgang der Einfuhrpreise im Vergleich zu den<br \/>\nAusfuhrpreisen setzte sich die Verbesserung der Terms of Trade auch im M\u00e4rz weiter fort (+0,8<br \/>\nProzent).<br \/>\nDer monatliche Handelsbilanz\u00fcberschuss stieg im M\u00e4rz saisonbereinigt gegen\u00fcber dem Vormonat leicht<br \/>\nauf 15,0 Mrd. Euro an. Im Durchschnitt des ersten Quartals 2023 lag er bei 14,1 Mrd. Euro und war<br \/>\ndamit rund doppelt so hoch wie im Jahresdurchschnitt 2022. Im Zuge der Corona-Pandemie und<br \/>\ngest\u00f6rter Lieferketten war der Handelsbilanz\u00fcberschuss gesunken, danach wirkten sich vor allem<br \/>\nPreissteigerungen bei Energie aus.<br \/>\nDer Ausblick f\u00fcr den Au\u00dfenhandel hellt sich tendenziell auf: Der Stimmungsindikator von S&amp;P Global<br \/>\nlegte im April weiter auf 54,2 Punkte zu. Er befindet sich damit seit Februar 2023 wieder \u00fcber der<br \/>\nWachstumsschwelle von 50 Punkten. Allerdings verbesserte sich die Stimmung vor allem im<br \/>\nDienstleistungsbereich, in der Industrie war sie zuletzt unver\u00e4ndert. Auch die ifo<br \/>\nExporterwartungen wiesen im April weiter nach oben. Sie lagen zuletzt bei +6,9 Saldenpunkten, dem<br \/>\nh\u00f6chsten Wert seit Februar 2022. Vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine lag der Index mit rund 15<br \/>\nSaldenpunkten noch deutlich h\u00f6her.<br \/>\nIn den letzten Monaten haben sich die Materialengp\u00e4sse in der Industrie weiter entspannt. Im April<br \/>\nberichteten 39,2 Prozent der vom ifo Institut befragten Unternehmen von Engp\u00e4ssen bei der<br \/>\nBeschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten. Im M\u00e4rz waren es noch 41,6 Prozent. Basierend auf<br \/>\nSchiffsbewegungsdaten weist der Kiel-Trade-Indikator f\u00fcr den Berichtsmonat April wieder auf einen<br \/>\ndeutlichen Zuwachs der (realen) Ausfuhren hin. F\u00fcr M\u00e4rz hatte der Indikator des IfW \u2013 passend zu<br \/>\nden nun ver\u00f6ffentlichten M\u00e4rz-Werten der Warenausfuhren \u2013 einen R\u00fcckgang der deutschen Exporte<br \/>\nangezeigt.<br \/>\nR\u00dcCKPRALLEFFEKTE IM M\u00c4RZ NACH SCHWUNGVOLLEN VORMONATEN<br \/>\nNachdem sich sowohl die Produktion als auch die Auftragseing\u00e4nge in den beiden ersten Monaten<br \/>\ndieses Jahrs recht schwungvoll entwickelt hatten, ist es im M\u00e4rz zu unerwartet deutlichen<br \/>\nR\u00fcckprall-Effekten gekommen. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des<br \/>\nStatistischen Bundesamtes im M\u00e4rz gegen\u00fcber dem Vormonat merklich gesunken (- 3,4 Prozent). Der<br \/>\nAussto\u00df in der Industrie ging um 3,3 Prozent zur\u00fcck, im Baugewerbe kam es zu einem Minus von 4,6<br \/>\nProzent. Der Bereich Energie legte um 0,8 Prozent zu.<br \/>\nIn den meisten Wirtschaftszweigen der Industrie kam es zu Produktionsr\u00fcckg\u00e4ngen: Insbesondere der<br \/>\ngewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile meldete eine kr\u00e4ftige Abnahme (-6,5 Prozent) und auch der<br \/>\n\u00e4hnlich gro\u00dfe Maschinenbau verzeichnete ein sp\u00fcrbares Minus (-3,4 Prozent). Die besonders<br \/>\nenergieintensiven Wirtschaftszweige haben ebenfalls im Vormonatsvergleich ihren Aussto\u00df fast<br \/>\ndurchweg heruntergefahren: Herstellung chemischer Erzeugnisse -2,0 Prozent, Papier und Pappe -3,4<br \/>\nProzent. Metallerzeugung und -bearbeitung -4,0 Prozent sowie Glas, Glaswaren und Keramik -6,5<br \/>\nProzent. Nur der Bereich Kokerei und Mineral\u00f6lverarbeitung konnte im Vergleich zum Vormonat etwas<br \/>\nzulegen (+1,5 Prozent).<br \/>\nAuch die Auftragseing\u00e4nge sanken im M\u00e4rz gegen\u00fcber dem Vormonat um 10,7 Prozent. Damit wurde der<br \/>\nst\u00e4rkste R\u00fcckgang seit der Hochphase der Corona- Pandemie im April 2020 verzeichnet. Ohne<br \/>\nGro\u00dfauftr\u00e4ge ergibt sich eine Verringerung um 7,7 Prozent. Die Auftragseing\u00e4nge bewegten sich 11,0<br \/>\nProzent unterhalb des Vorjahresniveaus. Insbesondere die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum schw\u00e4chte<br \/>\nsich gegen\u00fcber dem Vormonat ab (-14,8 Prozent). Auch die Auftr\u00e4ge aus dem Euroraum (-10,8 Prozent)<br \/>\nund dem Inland (-6,8 Prozent) gaben sp\u00fcrbar nach.<br \/>\nIm ersten Quartal insgesamt ist es bei der Produktion in der Industrie gegen\u00fcber dem Vorquartal zu<br \/>\neinem Anstieg um 1,8 Prozent und bei den Auftragseing\u00e4ngen zu einer Seitw\u00e4rtsbewegung gekommen<br \/>\n(+0,1 Prozent). Die Stimmung in den Unternehmen hat sich bis zuletzt weiter verbessert, was f\u00fcr<br \/>\neine Erholung der Industriekonjunktur im weiteren Verlauf des Jahres 2023 spricht.<\/p>\n<p>PRIVATER KONSUM WEITERHIN DURCH HOHE INFLATION BELASTET<br \/>\nDie Ums\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz verringerten sich im M\u00e4rz gegen\u00fcber dem Vormonat um 2,2<br \/>\nProzent. Im ersten Quartal insgesamt ergab sich damit gegen\u00fcber dem Vorquartal ein Minus von 1,3<br \/>\nProzent. Im Vergleich zum M\u00e4rz 2022 meldete der Einzelhandel ein reales Umsatzminus von 8,1<br \/>\nProzent, was zu einem betr\u00e4chtlichen Teil die hohen Preissteigerungen widerspiegelt. Der Handel mit<br \/>\nLebensmitteln verzeichnete im M\u00e4rz im Vergleich zum Vormonat eine Abnahme um 1,3 Prozent und<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorjahresmonat um 10,6 Prozent. Dies ist der st\u00e4rkste Umsatzr\u00fcckgang im<br \/>\nVorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994. Ursache hierf\u00fcr d\u00fcrfte sein, dass der<br \/>\nPreisauftrieb bei Nahrungsmitteln im M\u00e4rz mit +22,3 Prozent erneut wesentlich h\u00f6her lag als die<br \/>\nInflationsrate insgesamt. Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln ging im Vormonatsvergleich um<br \/>\n2,4 Prozent zur\u00fcck (gg\u00fc. Vorjahresmonat -1,4 Prozent). Der Internet- und Versandhandel verbuchte im<br \/>\nM\u00e4rz eine Abnahme um 4,8 Prozent (gg\u00fc. Vorjahresmonat -2,0 Prozent).<br \/>\nDie Neuzulassungen von Pkw durch private Halter haben sich im April um 4,5 Prozent verringert,<br \/>\nnachdem sie bereits im M\u00e4rz um 8,2 Prozent gefallen waren. Hier d\u00fcrfte sich die verringerte<br \/>\nstaatliche F\u00f6rderung von E-Fahrzeugen bemerkbar machen.<br \/>\nTrotz der fast durchweg r\u00fcckl\u00e4ufigen Umsatzdaten f\u00fcr den M\u00e4rz deuten die Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die<br \/>\nStimmung unter den Verbrauchern auf eine Erholung in den kommenden Monaten hin. So ist das GfK<br \/>\nKonsumklima im April zum sechsten Mal in Folge gestiegen und f\u00fcr Mai wird eine erneute Verbesserung<br \/>\nerwartet. Auch bei den ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel setzte sich im April die positive<br \/>\nTendenz fort. Der nachlassende Pessimismus d\u00fcrfte insbesondere auf die moderateren Preise f\u00fcr<br \/>\nEnergie an den M\u00e4rkten, aber auch auf die Stabilisierungsma\u00dfnahmen der Bundesregierung<br \/>\nzur\u00fcckzuf\u00fchren sein, die die Unsicherheit bei den privaten Verbrauchern begrenzt haben.<\/p>\n<p>VERBRAUCHERPREISANSTIEG AM ABKLINGEN<br \/>\nDie Inflationsrate (Preisniveauanstieg gegen\u00fcber Vorjahresmonat) belief sich im April auf 7,2<br \/>\nProzent. Ma\u00dfgeblich verantwortlich f\u00fcr diesen erneut leichten R\u00fcckgang (M\u00e4rz: +7,4 Prozent;<br \/>\nFebruar: +8,7 Prozent) war ein nachlassender Preisdruck bei Nahrungsmitteln, die mit +17,2 Prozent<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorjahresmonat zwar weiterhin eine hohe, aber im Vergleich zum M\u00e4rz (-0,8 Prozent)<br \/>\nr\u00fcckl\u00e4ufige Steigerung verzeichneten. Allerdings bewegt sich die Rate f\u00fcr die Nahrungsmittel<br \/>\ninsgesamt weiterhin auf deutlich \u00fcberdurchschnittlichem Niveau.<br \/>\nDie Energiepreise sind im April gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat mit +6,8 Prozent zwar st\u00e4rker<br \/>\ngestiegen als im Vormonat (+3,5 Prozent), liegen aber erneut unterhalb der Ver\u00e4nderung der<br \/>\nGesamtrate. Verantwortlich daf\u00fcr ist auch ein Basiseffekt: Mit Beginn des Kriegs in der Ukraine war<br \/>\nes zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise gekommen, der seit M\u00e4rz aus dem<br \/>\nVorjahresvergleich herausgefallen ist. Daneben haben die Ma\u00dfnahmen aus dem dritten Entlastungspaket<br \/>\nd\u00e4mpfend gewirkt. Dennoch verteuerte sich Haushaltsenergie von April 2022 auf April 2023 mit +21,1<br \/>\nProzent nach wie vor fast unver\u00e4ndert stark (M\u00e4rz: +21,9 Prozent). Dabei legten die Preise f\u00fcr<br \/>\nErdgas um 33,8 Prozent, f\u00fcr Strom um 15,4 Prozent und Fernw\u00e4rme um 12,3 Prozent zu.<br \/>\nFl\u00fcssigbrennstoffe wurden hingegen mehr als ein F\u00fcnftel billiger (-21,8 Prozent).<br \/>\nDie Kerninflationsrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) verharrte im April nach neun Anstiegen in<br \/>\nFolge bei 5,8 Prozent. Im Vormonatsvergleich legten die Preise \u00e4hnlich stark zu wie im M\u00e4rz (April:<br \/>\n+0,6 Prozent; M\u00e4rz: +0,7 Prozent). Die nachlassende Dynamik k\u00f6nnte darauf hindeuten, dass der<br \/>\nH\u00f6hepunkt auch bei der Kernrate allm\u00e4hlich erreicht ist.<br \/>\nLaut Gliederung nach Verwendungszwecken hat erneut der Bereich Nahrungsmittel trotz des zuletzt<br \/>\nverringerten Preisdrucks am st\u00e4rksten zum Verbraucherpreisanstieg beigetragen (+1,8 Prozentpunkte).<br \/>\nDer Beitrag der Wohnkosten ist unver\u00e4ndert hoch (+1,7 Prozentpunkte, darunter +0,4 Prozentpunkte<br \/>\ndurch Strom und +0,2 Prozentpunkte durch Gas). Die Preisimpulse aus den Bereichen Freizeit,<br \/>\nErholung und Kultur erh\u00f6hten sich auf 0,7 Prozentpunkte. Der Beitrag des Bereich Verkehr wurde<br \/>\nebenfalls wieder sp\u00fcrbarer (+0,4 Prozentpunkte).<br \/>\nIm Vormonatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im April um 0,4 Prozent und damit nur halb so<br \/>\nstark wie im M\u00e4rz (+0,8 Prozent). Hier schlagen die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel durch, die erstmals<br \/>\nseit Oktober 2021 zur\u00fcckgegangen sind (-0,8 Prozent, Gem\u00fcse: -7,5 Prozent, Speisefette\/-\u00f6le: 3,0<br \/>\nProzent; Butter: -3,6 Prozent). Die Energiepreise erh\u00f6hten sich hingegen zum ersten Mal seit Januar<br \/>\nwieder (+0,7 Prozent). Ausschlaggebend war eine Teuerung bei Fernw\u00e4rme (+3,3 Prozent) und<br \/>\nKraftstoffen (+1,6 Prozent). Heiz\u00f6l (-3,1 Prozent) und Erdgas (-0,3 Prozent) waren dagegen<br \/>\ng\u00fcnstiger.<br \/>\nF\u00fcr die n\u00e4chsten Monate werden weiter nachlassende, wenn auch immer noch hohe Inflationsraten<br \/>\nerwartet. Im Rahmen ihrer Fr\u00fchjahrsprojektion geht die Bundesregierung f\u00fcr das Gesamtjahr 2023 von<br \/>\neiner Inflationsrate von 5,9 Prozent und f\u00fcr 2024 von 2,7 Prozent aus.<\/p>\n<p>FR\u00dcHJAHRSBELEBUNG AM ARBEITSMARKT BLEIBT VERHALTEN<br \/>\nIm April kam es zu einem Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit um 24.000 Personen gegen\u00fcber<br \/>\nVormonat in saisonbereinigter (sb) Rechnung. Ohne Ber\u00fccksichtigung ukrainischer Gefl\u00fcchteter lag<br \/>\nder Anstieg bei 15.000 Personen. In den April-Zahlen zur Arbeitslosigkeit spiegeln sich neben der<br \/>\nkonjunkturellen Schw\u00e4chephase vor allem die Osterferien wider, w\u00e4hrend der weniger Menschen an<br \/>\narbeitsmarktpolitischen Ma\u00dfnahmen wie Sprach- und Integrationskursen teilnahmen. Die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit legte im M\u00e4rz erneut kr\u00e4ftig um 56.000Personen (sb) zu. Bei der<br \/>\nsozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung gab es im Februar ebenfalls ein deutliches Plus zum<br \/>\nVormonat (sb +46.000 Personen). Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit erh\u00f6hte sich im Februar nur<br \/>\nleicht auf rund 160 Tausend Personen. Die Tendenz laut der Anzeigen ist hier aber r\u00fcckl\u00e4ufig. Die<br \/>\nFr\u00fchindikatoren vom Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie dem ifo Institut im<br \/>\nApril deuten weiterhin aufzunehmende Besch\u00e4ftigung und tendenziell abnehmende Arbeitslosigkeit hin.<br \/>\nZwar sank die Zahl der offenen Stellen laut Stellenerhebung des IAB im ersten Quartal, die<br \/>\nArbeitsnachfrage liegt mit rund 1,75 Mio. offenen Stellen aber weiter auf hohem Niveau.<br \/>\nINSOLVENZEN AUCH IM FR\u00dcHJAHR 2023 AUF ERH\u00d6HTEM NIVEAU<br \/>\nIm Gesamtjahr 2022 gab es mit insgesamt 14.590 Unternehmensinsolvenzen einen Anstieg in der<br \/>\namtlichen Insolvenzstatistik um 4,3 Prozent gg\u00fc. dem Vorjahr. Damit stiegen die<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen erstmals seit der Finanzkrise 2009 im Vorjahresvergleich wieder an,<br \/>\nallerdings ausgehend von einem historisch niedrigen Niveau (2021: 13.993) seit Einf\u00fchrung der<br \/>\nInsolvenzordnung im Jahr 1999. Auch die Werte f\u00fcr der Januar- und Februar 2023 lagen nach<br \/>\nendg\u00fcltigen Ergebnissen des StBA mit jeweils rund 20 Prozent \u00fcber dem Wert des Vorjahres.<br \/>\nAls Fr\u00fchindikator gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen Hinweise auf die k\u00fcnftige<br \/>\nEntwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Diese sind nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen<br \/>\nBundesamtes im April 2023 um 14,1 Prozent gegen\u00fcber M\u00e4rz 2023 zur\u00fcckgegangen, nachdem Sie im<br \/>\nFebruar und M\u00e4rz 2023 um 10,8 Prozent bzw. 13,2 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat gestiegen waren. Das<br \/>\nInsolvenzgeschehen nimmt seit der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2022 kontinuierlich zu, eine Versch\u00e4rfung<br \/>\nder Insolvenzlage mit einer Insolvenzwelle ist im weiteren Verlauf jedoch nicht zu erwarten. Die<br \/>\nFolgen des Kriegs in der Ukraine und die zwischenzeitlich drastisch gestiegenen Energiepreise<br \/>\nstellen f\u00fcr viele Unternehmen Belastungen dar, deren Auswirkungen auf das Insolvenzgeschehen in den<br \/>\nn\u00e4chsten Monaten nur schwer abzusch\u00e4tzen sind.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 15. Mai 2023 vorlagen. Soweit nicht anders<br \/>\nvermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2023\/20230515-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-mai-2023.html<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 20231 Die konjunkturelle Grunddynamik hat sich zuletzt sp\u00fcrbar abgeschw\u00e4cht: Wichtige Indikatoren weisen am aktuellen Rand deutliche R\u00fcckg\u00e4nge auf, die nur zum Teil eine Gegenbewegung zu den zuvor deutlichen Anstiegen darstellen d\u00fcrften. Bei der Industrieproduktion ist es nach zwei schwungvollen Vormonaten im M\u00e4rz zu R\u00fcckprall-Effekten gekommen. Die Auftragseing\u00e4nge [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1457,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44,3],"tags":[3978],"class_list":["post-15787","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland-2","category-news","tag-mai-2023"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15787"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15788,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15787\/revisions\/15788"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}