{"id":15722,"date":"2023-04-17T08:37:42","date_gmt":"2023-04-17T06:37:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15722"},"modified":"2023-04-17T08:37:42","modified_gmt":"2023-04-17T06:37:42","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-april-20231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15722","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 20231"},"content":{"rendered":"<p>Berlin:<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 20231<\/p>\n<p>Aktuelle Konjunkturindikatoren zeigen eine sp\u00fcrbare Belebung der Wertsch\u00f6pfung im ersten Quartal<br \/>\n2023 an: Die Industrie- und die Bauproduktion waren infolge der weiter nachlassenden<br \/>\nMaterialengp\u00e4sse, der deutlich r\u00fcckl\u00e4ufigen Energiepreise sowie der g\u00fcnstigen Witterung deutlich<br \/>\naufw\u00e4rtsgerichtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><br \/>\nInsgesamt d\u00fcrfte das BIP im Vergleich zum Vorquartal leicht gestiegen sein, eine \u201etechnische<br \/>\nRezession\u201c konnte damit vermieden werden. Auch f\u00fcr das Gesamtjahr gehen aktuelle Prognosen des<br \/>\nSachverst\u00e4ndigenrates und die Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute von einem<br \/>\nleicht positiven BIP-Zuwachs aus.<br \/>\nDie Industriekonjunktur befand sich im ersten Quartal auf Erholungskurs. Sowohl Produktion im<br \/>\nProduzierenden Gewerbe als auch die Auftragseing\u00e4nge in der Industrie legten im Januar und Februar<br \/>\ndeutlich zu. Die Gesch\u00e4ftsaussichten hellten sich auf und weniger Unternehmen berichten von<br \/>\nMaterialengp\u00e4ssen.<br \/>\nDie Ums\u00e4tze im Einzelhandel (ohne Kfz) verringerten sich im Februar wieder, nachdem sie im Dezember<br \/>\ntrotz Weihnachtsgesch\u00e4ft sp\u00fcrbar gesunken und im Januar in etwa konstant geblieben waren. Die<br \/>\nStimmung unter den Verbrauchern d\u00fcrfte ihre Erholung in den kommenden Monaten fortsetzen,<br \/>\nallerdings belasten nach wie vor die inflationsbedingten Kaufkraftverluste.<br \/>\nDie Inflationsrate ging im M\u00e4rz auf +7,4 % zur\u00fcck. Ma\u00dfgeblich war vor allem ein Basiseffekt.<br \/>\nInzwischen sind Nahrungsmittel der gr\u00f6\u00dfte Preistreiber, nicht nur wegen ihres hohen Gewichts am<br \/>\nWarenkorb, sondern auch, weil sie mittlerweile eine h\u00f6here Teuerung als die Energietr\u00e4ger<br \/>\naufweisen.<br \/>\nDer Arbeitsmarkt zeigte im Berichtsmonat M\u00e4rz eine robuste Seitw\u00e4rtsbewegung. Die typische<br \/>\nFr\u00fchjahrsbelebung fiel aber vergleichsweise schwach aus. Die registrierte Arbeitslosigkeit erh\u00f6hte<br \/>\nsich im M\u00e4rz in saisonbereinigter Rechnung, es kam aber auch zu kr\u00e4ftigen Anstiegen bei der<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit. Die Arbeitsnachfrage liegt weiterhin auf hohem Niveau.<br \/>\nKONJUNKTURELL G\u00dcNSTIGER START ZU JAHRESBEGINN 2023<br \/>\nDie konjunkturelle Ausgangslage stellt sich im ersten Quartal 2023 besser dar als zum Jahreswechsel<br \/>\nangenommen: Der milde Winter und die hohen Gasspeicherst\u00e4nde haben zu einer ausreichenden<br \/>\nGasverf\u00fcgbarkeit in Deutschland und Europa beigetragen, was sich auch in einem sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang<br \/>\nder Energiepreise niederschl\u00e4gt. Die Weltmarktpreise f\u00fcr Gas befinden sich beispielsweise wieder<br \/>\nauf dem Niveau vor dem \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine. Der H\u00f6hepunkt des<br \/>\nVerbraucherpreisanstiegs d\u00fcrfte damit \u00fcberschritten sein. Die Industrieproduktion hat sich infolge<br \/>\nder weiteren Normalisierung der Lieferketten- und Materialengp\u00e4sse sowie der moderaten globalen<br \/>\nErholung zuletzt sp\u00fcrbar belebt. Auch die Produktion in den energieintensiven Branchen, die infolge<br \/>\nder gestiegenen Gas- und Strompreise im zweiten Halbjahr 2022 deutlich zur\u00fcckgefahren wurde, war<br \/>\nzuletzt wieder aufw\u00e4rtsgerichtet. Der Bau konnte von der zumeist milden Witterung im Winter<br \/>\nprofitieren und bestehende Auftr\u00e4ge abarbeiten.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Konjunktur- und Fr\u00fchindikatoren deuten damit auf einen leicht positiven BIP-Zuwachs im<br \/>\nersten Quartal hin. Dies wird auch von der Fr\u00fchjahrsprognose des Sachverst\u00e4ndigenrates zur<br \/>\nBegutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wie auch von den gro\u00dfen<br \/>\nWirtschaftsforschungsinstituten im Rahmen ihrer Gemeinschaftsdiagnose best\u00e4tigt, die beide ein<br \/>\nleicht positives BIP-Wachstum zu Jahresbeginn unterstellen. Eine \u201etechnische Rezession\u201c von zwei<br \/>\nnegativen Quartalen in Folge scheint damit abgewendet und auch f\u00fcr das Gesamtjahr 2023 gehen die<br \/>\naktuellen Prognosen von einem leichten Anstieg des BIP im Vorjahresvergleich aus.<\/p>\n<p>Dennoch bestehen sp\u00fcrbare Belastungen und Risiken f\u00fcr die weitere konjunkturelle Entwicklung,<br \/>\ninsbesondere die derzeit noch sehr schwache Entwicklung der privaten Konsumausgaben, die<br \/>\nVerschlechterung der Rahmenbedingungen in der Bauindustrie, j\u00fcngsten Problemen in einzelnen<br \/>\nFinanzinstituten und nicht zuletzt die geopolitischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Krieg<br \/>\nin der Ukraine.<br \/>\nWELTWIRTSCHAFT ERHOLT SICH LANGSAM<br \/>\nWelthandel (-0,1 %) und weltweite Industrieproduktion (0,0 %) stagnierten im Berichtsmonat Januar.<br \/>\nAllerdings ist nach den schwachen Vormonaten ein Aufw\u00e4rtstrend erkennbar. Die Auftragseing\u00e4nge aus<br \/>\ndem Ausland waren im Januar (+4,9 %) und im Februar (+4,2 %) deutlich aufw\u00e4rtsgerichtet. Der IWF<br \/>\ngeht in seiner aktuellen Prognose vom 11. April von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,8 % im<br \/>\nJahr 2023 aus. Die gro\u00dfen, entwickelten Volkswirtschaften wachsen dabei langsamer (+1,3 %) als die<br \/>\nSchwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder, deren Wirtschaftsleistung mit einer Durchschnittsrate von 3,9 %<br \/>\nzulegen d\u00fcrfte. Insbesondere von China (+5,2%) und Indien (5,9%) d\u00fcrften in diesem Jahr sp\u00fcrbare<br \/>\nWachstumsimpulse auf die Weltwirtschaft ausgehen.<br \/>\nSTARKE ERHOLUNG DER AUS- UND EINFUHREN<\/p>\n<p>Der Wert der Aus- und Einfuhren ist im Berichtsmonat Februar deutlich gestiegen. Die Exporte legten<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vormonat nominal um 3,1 % zu, die Importe sogar um 4,9 %. Diese Entwicklung ist<br \/>\ninsofern \u00fcberraschend, als aktuelle Indikatoren wie die Containerumschl\u00e4ge in nordeurop\u00e4ischen<br \/>\nH\u00e4fen (Nordrange-Index) sowie Tiefgangs- und Positionsdaten von Schiffen (Kiel Trade Indikator)<br \/>\neine Abschw\u00e4chung des Au\u00dfenhandels im Februar suggeriert hatten.<\/p>\n<p>In der aktuellen Preisentwicklung verdeutlicht sich die Entspannung bei den globalen Energie- und<br \/>\nRohstoffpreisen sowie weiter nachlassenden Lieferkettenengp\u00e4ssen. Die Exportpreise gaben im Februar<br \/>\nleicht um -0,3 % gegen\u00fcber dem Vormonat nach. Die Importpreise waren hingegen deutlich im Minus,<br \/>\nhier betrug der R\u00fcckgang -2,4 %. In realer Rechnung d\u00fcrfte der Anstieg der Aus- und Einfuhren im<br \/>\nBerichtsmonat Februar daher noch deutlicher ausfallen als in nominaler Rechnung. Da die<br \/>\nImportpreise st\u00e4rker gefallen sind als die Exportpreise, verbesserten sich die Terms of Trade der<br \/>\ndeutschen Volkswirtschaft erneut leicht.<\/p>\n<p>Der Ausblick f\u00fcr den Au\u00dfenhandel hat sich etwas aufgehellt. Der Stimmungsindikator von S&amp;P Global<br \/>\nlegte im M\u00e4rz auf 53,4 Punkte zu. Er befindet sich damit seit zwei Monaten wieder \u00fcber der<br \/>\nWachstumsschwelle von 50 Punkten, wobei die Stimmungsaufhellung vor allem auf den<br \/>\nDienstleistungsbereich zur\u00fcckging. Auch die ifo Exporterwartungen konnten im M\u00e4rz leicht zulegen.<br \/>\nSie liegen jetzt bei +4,0 Saldenpunkten. Allerdings lag der Index vor Ausbruch des Kriegs in der<br \/>\nUkraine noch bei rund 15 Saldenpunkten. Gem\u00e4\u00df dem Trend der letzten Monate haben sich die<br \/>\nMaterialengp\u00e4sse in der Industrie weiter entspannt. So gaben in der Umfrage des ifo Instituts vom<br \/>\nM\u00e4rz nur noch 41,6 % der Unternehmen an, von Knappheiten bei Vorprodukten betroffen zu sein. Im<br \/>\nVormonat waren es noch 45,4 %.<\/p>\n<p>Ein Jahr nach der russischen Invasion in der Ukraine l\u00e4sst sich auch in den deutschen<br \/>\nAu\u00dfenhandelsdaten beobachten, wie sich die Verflechtung der deutschen und der russischen<br \/>\nVolkswirtschaft zunehmend aufl\u00f6st. Die Exporte nach Russland lagen im Februar 2023 60,5 % unter dem<br \/>\nVorjahresniveau, vor allem getrieben durch die Vielzahl an warenverkehrsbezogenen Sanktionen. Die<br \/>\nImporte aus Russland waren im gleichen Zeitraum sogar um 91,0 % r\u00fcckl\u00e4ufig. In dieser Zahl macht<br \/>\nsich die weit fortgeschrittene Bem\u00fchung um energiepolitische Unabh\u00e4ngigkeit bemerkbar.<br \/>\nROBUSTE INDUSTRIEKONJUNKTUR IM ERSTEN QUARTAL<\/p>\n<p>Sowohl Produktion als auch Auftragseing\u00e4nge waren im ersten Quartal auf Erholungskurs. Die<br \/>\nProduktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vormonat merklich gestiegen (+2,0 %). Der Aussto\u00df in der Industrie legte um 2,4 % zu,<br \/>\nim Baugewerbe kam es zu einem Plus von 1,5 %. Der Bereich Energie und Wasserversorgung war<br \/>\nr\u00fcckl\u00e4ufig (-1,1 %).<\/p>\n<p>Bei den jeweiligen Wirtschaftszweigen konnte insbesondere der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile<br \/>\nkr\u00e4ftig expandieren (+7,6 %). Der \u00e4hnlich gro\u00dfe Maschinenbau stagnierte dagegen (-0,2 %). Die<br \/>\nEntwicklung in den besonders energieintensiven Wirtschaftszweigen war fast \u00fcberall<br \/>\naufw\u00e4rtsgerichtet: Die Herstellung chemischer Erzeugnisse (+3,2 %) legte erneut kr\u00e4ftig zu, ebenso<br \/>\ndie Kokerei und Mineral\u00f6lverarbeitung (+6,7 %). Der Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung<br \/>\nsteigerte seine Produktion um 1,7 %, Papier und Pappe stagnierte mit +0,1 %. Nur die<br \/>\nGlasherstellung war mit 0,8 % r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Auch die Auftragseing\u00e4nge erh\u00f6hten sich im Februar kr\u00e4ftig gegen\u00fcber dem Vormonat um 4,8 %. Dieser<br \/>\nAnstieg stellt den dritten Zuwachs in Folge und den h\u00f6chsten seit Juni 2021 dar. Ohne Gro\u00dfauftr\u00e4ge<br \/>\nergibt sich eine Erh\u00f6hung um 1,2 %. Allerdings lagen die Bestellungen zuletzt immer noch 5,7 %<br \/>\nunter ihrem Vorjahresniveau. Im Vormonatsvergleich legte die Inlandsnachfrage kr\u00e4ftig zu (+5,6 %).<br \/>\nAuch die Auftr\u00e4ge aus dem Euroraum erholten sich von ihrem R\u00fcckgang zu Jahresbeginn (+8,9 %).<br \/>\nDerweil stiegen die Auftr\u00e4ge aus dem Nicht-Euroraum nach ihrem starken Plus im Januar nur noch<br \/>\nleicht (+1,4 %).<\/p>\n<p>Die Zuw\u00e4chse bei Produktion und Auftr\u00e4gen des Produzierenden Gewerbes im Februar sprechen f\u00fcr eine<br \/>\nrobuste Industriekonjunktur im ersten Quartal. Die Gesch\u00e4ftsaussichten der Unternehmen hellten sich<br \/>\nUmfragen zufolge zuletzt weiter auf. Hinzu kommen die gute Auftragslage sowie die sich nach und<br \/>\nnach aufl\u00f6senden Lieferengp\u00e4sse. Dass sich auch die Herstellung in den energieintensiven<br \/>\nIndustriezweigen merklich ausweitete, deutet darauf hin, dass die Talsohle der Energiekrise<br \/>\ndurchschritten wurde. Insgesamt zeichnet sich nach dem schwachen Jahresendquartal 2022 zu<br \/>\nJahresbeginn 2023 eine konjunkturelle Erholung ab.<\/p>\n<p>KAUFKRAFTVERLUSTE BELASTEN WEITERHIN PRIVATEN KONSUM<\/p>\n<p>Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz verringerten sich im Februar um 0,4 %, nach einem schwachen<br \/>\nWeihnachtsgesch\u00e4ft im Dezember (-1,6 %) und einem geringf\u00fcgigen Anstieg im Januar (+0,2 %). Im<br \/>\nVergleich zum Februar 2022 meldete der Einzelhandel ein (reales) Umsatzminus von 7,0 %, was zu<br \/>\neinem betr\u00e4chtlichen Teil die hohen Preissteigerungen widerspiegelt. Im Vergleich zum Niveau vor<br \/>\nder Corona-Pandemie im Februar 2020 lag der Umsatz ebenfalls niedriger (-0,5 %).<\/p>\n<p>Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im Februar im Vergleich zum Vormonat ein leichtes<br \/>\nUmsatzplus von 0,3 % (gg\u00fc.&#8211;gegen\u00fcber Vorjahresmonat -7,4 %). Der Einzelhandel mit<br \/>\nNicht-Lebensmitteln ging im Vormonatsvergleich um 0,3 % zur\u00fcck (gg\u00fc.&#8211;gegen\u00fcber Vorjahresmonat -6,8<br \/>\n%). Der Internet- und Versandhandel verbuchte im Februar eine Zunahme um 4,1 % (gg\u00fc.&#8211;gegen\u00fcber<br \/>\nVorjahresmonat -8,9 %). Hier war der Umsatz aber dennoch 15,0 % h\u00f6her als im Februar 2020 vor der<br \/>\nCorona-Pandemie.<\/p>\n<p>Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter haben sich im M\u00e4rz um 17,4 % verringert, nachdem<br \/>\nsie sich im Februar wieder stabilisiert hatten (+15,5 %) und im Januar deutlich um 39,8 % gefallen<br \/>\nwaren. Zum Ende letzten Jahres war die F\u00f6rderung von E-Autos und Pkw mit Hybrid-Antrieb<br \/>\n(\u201eUmweltbonus\u201c) reduziert worden bzw. lief aus, weshalb die Neuzulassungen im November und Dezember<br \/>\nsp\u00fcrbar um 14,6 % bzw. 21,5 % zugelegt hatten.<\/p>\n<p>Die beiden g\u00e4ngigen Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die Stimmung unter den Verbrauchern deuten auf eine weitere<br \/>\nErholung in den kommenden Monaten hin, allerdings mit nachlassender Dynamik. So ist das GfK<br \/>\nKonsumklima im M\u00e4rz zum f\u00fcnften Mal in Folge gestiegen und f\u00fcr April wird eine weitere jedoch nur<br \/>\nleichte Verbesserung prognostiziert. Auch bei den ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel setzte<br \/>\nsich im M\u00e4rz die positive Tendenz mit verringertem Schwung fort. Der nachlassende Pessimismus<br \/>\nd\u00fcrfte insbesondere auf die gesunkenen Preise f\u00fcr Energie an den M\u00e4rkten, aber auch auf die<br \/>\nStabilisierungsma\u00dfnahmen der Bundesregierung zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, die die Unsicherheit bei den<br \/>\nprivaten Verbrauchern begrenzt haben.<\/p>\n<p>INFLATIONSRATE ZULETZT DEUTLICH R\u00dcCKL\u00c4UFIG<\/p>\n<p>Die Inflationsrate hat sich M\u00e4rz sp\u00fcrbar um 1,3 Prozentpunkte auf +7,4 % verringert. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr<br \/>\nden merklichen R\u00fcckgang war vor allem ein Basiseffekt: Im M\u00e4rz 2022 hatte sich die Inflationsrate<br \/>\nmit Beginn des Kriegs in der Ukraine infolge des sprunghaften Anstiegs der Energiepreise kr\u00e4ftig<br \/>\nerh\u00f6ht. Diese Steigerung f\u00e4llt nun aus dem Vorjahresvergleich heraus. Daneben haben die Ma\u00dfnahmen<br \/>\naus dem dritten Entlastungspaket entlastend gewirkt. Im Vorjahresvergleich hat der Preisauftrieb<br \/>\nbei Nahrungsmitteln weiter an Dynamik gewonnen (22,3 %; Feb.&#8211;Februar: +21,8 %; Jan.&#8211;Januar: +20,2<br \/>\n%) und liegt inzwischen deutlich oberhalb des Niveaus bei den Energietr\u00e4gern (+3,5 %;<br \/>\nFeb.&#8211;Februar: +19,1 %; Jan.&#8211;Januar: +23,1 %). Seit Januar 2023 wird der Anstieg teilweise durch<br \/>\ndie (r\u00fcckwirkend wirksamen) Preisbremsen begrenzt. Dennoch verteuerte sich Haushaltsenergie im M\u00e4rz<br \/>\n2023 im Vorjahresvergleich um 21,9 % nach wie vor recht stark (Feb.&#8211;Februar: +32,2 %). Dabei<br \/>\nlegten die Preise f\u00fcr Erdgas um +39,5 %, f\u00fcr Strom um +17,1 % und Fernw\u00e4rme um +16,4 % zu.<br \/>\nFl\u00fcssigbrennstoffe wurden hingegen mehr als ein Drittel billiger (-35,7 %). Die Kerninflationsrate<br \/>\n(ohne Nahrungsmittel und Energie) erh\u00f6hte sich im M\u00e4rz mit +5,8 % erneut (Feb.&#8211;Februar.: +5,7 %).<br \/>\nAuch im Vormonatsvergleich legte die Kernrate erneut sp\u00fcrbar zu (+0,7 %). Dies zeigt, dass der<br \/>\nPreisdruck an Breite gewinnt.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im M\u00e4rz um 0,8 %. Vor allem die Preise f\u00fcr<br \/>\nNahrungsmittel verteuerten sich mit +1,3 % weiter sp\u00fcrbar, wenn auch nicht mehr so stark wie im<br \/>\nFebruar (+2,4 %). Die Energiepreisen stagnierten erneut (\u00b10,0 %). Hier glichen Preisanstiege bei<br \/>\nFernw\u00e4rme (+1,2 %) und Erdgas (+0,7 %) R\u00fcckg\u00e4nge bei Heiz\u00f6l (-2,3 %) und Strom (-0,6 %) aus. Die<br \/>\nPreise f\u00fcr Kraftstoffe insgesamt blieben nahezu stabil (-0,1 %; Superbenzin: +0,3 %,<br \/>\nDieselkraftstoff: -1,6 %).<\/p>\n<p>Laut aktueller Gliederung nach Verwendungszwecken hat erneut der Bereich Nahrungsmittel am<br \/>\nst\u00e4rksten zur Inflationsrate beigetragen (+2,5 Prozentpunkte). Der Beitrag der Wohnkosten ist<br \/>\nweiterhin hoch (+1,7 Prozentpunkte, darunter +0,4 Prozentpunkte durch Strom und +0,2 Prozentpunkte<br \/>\ndurch Gas). Der Preisimpulse aus den Bereichen Freizeit, Erholung und Kultur erh\u00f6hte sich mit 0,8<br \/>\nProzentpunkten deutlich, w\u00e4hrend der Bereich Verkehr insgesamt in den Hintergrund trat (\u00b10,0<br \/>\nProzentpunkte).<\/p>\n<p>F\u00fcr die kommenden Monate werden weiter nachlassende, wenn auch immer noch hohe Inflationsraten<br \/>\nerwartet. Das aktuelle Prognosespektrum liegt bei 5,4 % bis 6,6 % f\u00fcr das Jahr 2023 und bei 2,1 %<br \/>\nbis 3,5 % f\u00fcr 2024. Anzeichen f\u00fcr eine Lohn-Preis-Spirale zeichnen sich allerdings laut<br \/>\nEinsch\u00e4tzung der Gemeinschaftsdiagnose und des Sachverst\u00e4ndigenrates zur Begutachtung der<br \/>\ngesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht ab.<\/p>\n<p>FR\u00dcHJAHRSBELEBUNG AM ARBEITSMARKT SCHW\u00c4CHER ALS IN VORJAHREN<br \/>\nDer Arbeitsmarkt ist im Berichtsmonat M\u00e4rz weiterhin von einer hohen Nachfrage gekennzeichnet,<br \/>\nallerdings fiel die typische Fr\u00fchjahrsbelebung vergleichsweise schwach aus. Der Anstieg der<br \/>\nregistrierten Arbeitslosigkeit betrug im M\u00e4rz in saisonbereinigter Rechnung 16.000 Personen. Ohne<br \/>\nBer\u00fccksichtigung ukrainischer Gefl\u00fcchteter betrug der Anstieg noch 10.000 Personen. Die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit legte im Februar um 31.000 Personen (sb) zu. Bei der<br \/>\nsozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung gab es im Januar ebenfalls ein Plus (sb +34.000<br \/>\nPersonen). Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit fiel im Januar auf rund 140 Tausend Personen. Sie ist<br \/>\nsomit seit November r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Fr\u00fchindikatoren von IAB und ifo blieben im M\u00e4rz stabil und<br \/>\ndeuten auf leicht zunehmende Besch\u00e4ftigung und tendenziell abnehmende Arbeitslosigkeit hin. Die<br \/>\nArbeitsnachfrage gab am aktuellen Rand zwar etwas nach, liegt aber immer noch auf hohem Niveau: Die<br \/>\nIAB-Stellenerhebung hatte f\u00fcr das vierte Quartal 2022 mit fast 2 Mio. offenen Stellen einen neuen<br \/>\nH\u00f6chststand ausgewiesen. In den M\u00e4rz-Zahlen der Arbeitslosigkeit spiegelt sich vor allem die<br \/>\nWachstumsschw\u00e4che am Jahresende 2022 wider. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit kommt dabei vor allem<br \/>\naus den konsumnahen Wirtschaftszweigen, weniger aus den energieintensiven Bereichen.<br \/>\nERSTMALIGER ANSTIEG DER UNTERNEHMENSINSOLVENZEN SEIT FINANZKRISE<br \/>\nIm Gesamtjahr 2022 gab es mit insgesamt 14.590 Unternehmensinsolvenzen einen Anstieg in der<br \/>\namtlichen Insolvenzstatistik um 4,3 % gg\u00fc.&#8211;gegen\u00fcber dem Vorjahr. Damit stiegen die<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen erstmals seit der Finanzkrise 2009 im Vorjahresvergleich wieder an,<br \/>\nallerdings ausgehend von einem historisch niedrigen Niveau (2021: 13.993) seit Einf\u00fchrung der<br \/>\nInsolvenzordnung im Jahr 1999. Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Jahr 2022 mit 2.698<br \/>\nF\u00e4llen im Baugewerbe (Jahr 2021: 2.423; +11,3 %). Es folgte der Handel (einschl. Instandhaltung und<br \/>\nReparatur von Kfz) mit 2.239 Verfahren (Jahr 2021: 2.122; +5,5 %).<\/p>\n<p>Als Fr\u00fchindikator gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen Hinweise auf die k\u00fcnftige<br \/>\nEntwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Diese sind nach vorl\u00e4ufigen Angaben des Statistischen<br \/>\nBundesamtes im Februar um 11 % gegen\u00fcber dem Vormonat gestiegen, nach einem R\u00fcckgang zum<br \/>\nJahresbeginn (Januar: -3,2 % gg\u00fc.&#8211;gegen\u00fcber Vm). Im weiteren Verlauf ist mit einem Anstieg der<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen zu rechnen, allerdings ausgehend von einem im langfristigen Vergleich sehr<br \/>\nniedrigen Niveau. Die Folgen des Kriegs in der Ukraine und die zwischenzeitlich drastisch<br \/>\ngestiegenen Energiepreise stellen f\u00fcr viele Unternehmen Belastungen dar, deren Auswirkungen auf das<br \/>\nInsolvenzgeschehen in den n\u00e4chsten Monaten nur schwer abzusch\u00e4tzen sind.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 10. April 2023 vorlagen. Soweit nicht anders<br \/>\nvermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2023\/20230413-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-april-2023.html<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 20231 Aktuelle Konjunkturindikatoren zeigen eine sp\u00fcrbare Belebung der Wertsch\u00f6pfung im ersten Quartal 2023 an: Die Industrie- und die Bauproduktion waren infolge der weiter nachlassenden Materialengp\u00e4sse, der deutlich r\u00fcckl\u00e4ufigen Energiepreise sowie der g\u00fcnstigen Witterung deutlich aufw\u00e4rtsgerichtet. 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