{"id":15571,"date":"2023-02-12T09:00:33","date_gmt":"2023-02-12T08:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15571"},"modified":"2023-02-12T09:00:33","modified_gmt":"2023-02-12T08:00:33","slug":"eu-mitgliedstaaten-billigen-politische-einigung-zur-reform-des-eu-emissionshandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15571","title":{"rendered":"EU-Mitgliedstaaten billigen politische Einigung zur Reform des EU-Emissionshandels"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin &#8211; Br\u00fcssel:<\/span><\/p>\n<p>EU-Mitgliedstaaten billigen politische Einigung zur Reform des EU-Emissionshandels<\/p>\n<p>Die Mitgliedstaaten der EU haben heute im sogenannten Rat der St\u00e4ndigen Vertreter (AStV) die<br \/>\npolitische Einigung zur Reform des EU-Emissionshandelns vom 18.12.2022 best\u00e4tigt. Nachdem die<br \/>\nSprachfassungen erstellt sind, wird es noch eine formale Befassung im Rat geben. Auch das<br \/>\nEurop\u00e4ische Parlament muss die Einigung noch final best\u00e4tigen.<br \/>\nDer Europ\u00e4ische Emissionshandel wird auf fast alle Sektoren ausgeweitet, insbesondere auf die<br \/>\nBereiche Geb\u00e4ude und Verkehr. Darauf hatten sich am 18.12.2022 das Europ\u00e4ische Parlament, der Rat<br \/>\nund die Europ\u00e4ische Kommission im Rahmen der sogenannten Trilog-Verhandlungen geeinigt. Ca. 85<br \/>\nProzent aller europ\u00e4ischen CO2-Emissionen sind damit zuku\u0308nftig an Zertifikate bzw. Emissionsrechte<br \/>\ngebunden. Deren Menge sinkt kontinuierlich ab \u2013 entsprechend der europ\u00e4ischen Klimaziele. Heute<br \/>\nerfolgte die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=7057\" rel=\"attachment wp-att-7057\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7057\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/himmel-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/himmel-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/himmel.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nMit diesem Durchbruch werden endlich in ganz Europa auch die bislang schwierigen Sektoren Verkehr<br \/>\nund Geb\u00e4ude st\u00e4rker in die Pflicht genommen. Verschiedene Vorkehrungen sorgen ohne Beeintr\u00e4chtigung<br \/>\ndes Emissionsminderungsziels dafu\u0308r, dass die Preise nicht zu stark ansteigen k\u00f6nnen und im<br \/>\nGeb\u00e4ude- und Verkehrsbereich schon ab 45 Euro pro Zertifikat abgefedert werden. Die EU hat sich<br \/>\ndamit auf den zentralen Hebel bei der Absenkung der Treibhausgase bis 2030 geeinigt und ebnet ihren<br \/>\nWeg zur vollst\u00e4ndigen Treibhausgasneutralit\u00e4t bis 2050.<br \/>\nBundesminister fu\u0308r Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck: \u201eDie EU geht voran beim Klimaschutz<br \/>\nund beweist nun auch effektive Tatkraft. Nach der politischen Einigung vom Dezember folgte heute<br \/>\ndie Best\u00e4tigung der EU-Mitgliedstaten. Das ist ein wichtiger Baustein und zeigt, dass wir in der EU<br \/>\nden Weg zur Klimaneutralit\u00e4t konsequent gehen, ohne dabei den sozialen Ausgleich aus dem Blick zu<br \/>\nverlieren, und sie setzt Ma\u00dfst\u00e4be fu\u0308r die Umsetzung von Klimapolitik weltweit.\u201c<br \/>\nUm die finanziellen Belastungen der zus\u00e4tzlichen CO2-Bepreisung fu\u0308r einkommensschw\u00e4chere Haushalte<br \/>\nabzufedern, wird ein neuer Klimasozialfonds in H\u00f6he von 65 Milliarden Euro eingerichtet. Mit dem<br \/>\nanfangs etwas langsameren Einstieg in den CO2-Grenzausgleich und der St\u00e4rkung des Innovationsfonds<br \/>\nenth\u00e4lt die Einigung auch eine gute Balance bei der Dekarbonisierung der europ\u00e4ischen Industrie:<br \/>\nSie erh\u00e4lt bis 2030 mehr Raum und auch mehr Unterstu\u0308tzung fu\u0308r notwendige<br \/>\nDekarbonisierungsma\u00dfnahmen. Ein Review in 2025 erm\u00f6glicht zudem weitere mit dem WTO-Recht<br \/>\nkompatible Nachbesserungen beim Carbon Leakage-Schutz, sollte dies als erforderlich angesehen<br \/>\nwerden.<br \/>\nMit der Einigung zum europ\u00e4ischen Emissionshandel ist nun der gr\u00f6\u00dfte Teil des Fit-for-55-Programms<br \/>\nausverhandelt. Das Programm enth\u00e4lt alle Ma\u00dfnahmen mit der die EU-Mitgliedsstaaten ihre<br \/>\nversch\u00e4rften Klimaziele &#8211; die CO2-Emissionen der EU mu\u0308ssen bis 2030 um 55 % gegenu\u0308ber 1990<br \/>\nabsinken &#8211; erreichen wollen.<br \/>\n\u00dcberblick zum EU-Emissionshandel:<br \/>\nSch\u00e4rfere Regeln fu\u0308r den Emissionshandel<br \/>\nDie Trilog-Einigung sieht vor, die Menge der CO2-Zertifikate \u2013 die Emissionsrechte \u2013 im<br \/>\nEU-Emissionshandelssystem (ETS-1) bis 2030 im Vergleich zu 2005 schrittweise um 62 Prozent zu<br \/>\nsenken (bisher 43 Prozent). Auch die Regeln fu\u0308r die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten wurden<br \/>\numfangreich u\u0308berarbeitet. Insbesondere sollen effiziente Unternehmen ku\u0308nftig von einer<br \/>\nkostenlosen Zuteilung profitieren, wohingegen ineffiziente Anlagen Ku\u0308rzungen befu\u0308rchten mu\u0308ssen,<br \/>\nwenn sie keine Effizienzma\u00dfnahmen durchfu\u0308hren. Die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten fu\u0308r den<br \/>\nLuftfahrtbereich und fu\u0308r die Industriesektoren, die ku\u0308nftig durch den CO2-Grenzausgleich vor<br \/>\neinem Carbon Leakage Risiko geschu\u0308tzt werden, soll stufenweise auslaufen. Au\u00dferdem wird der<br \/>\nSeeverkehr ab 2024 in den Emissionshandel einbezogen. Damit deckt der ETS-1 dann fast die H\u00e4lfte<br \/>\naller europ\u00e4ischen Treibhausgasemissionen und die gr\u00f6\u00dften Quellen fu\u0308r klimasch\u00e4dliche<br \/>\nTreibhausgase ab: im Energiesektor, in der energieintensiven Industrie sowie im See- und<br \/>\nLuftverkehr.<br \/>\nEin Teil der Einnahmen flie\u00dft in den Innovationsfonds, der Investitionen in klimafreundliche<br \/>\nTechnologien f\u00f6rdert. Im Vergleich zur derzeitigen Gr\u00f6\u00dfe des Fonds wurden zus\u00e4tzlich etwa 85<br \/>\nMillionen Zertifikate hinzugefu\u0308gt, die u.a. aus der Einbeziehung des Seeverkehrs und aufgrund der<br \/>\nEinfu\u0308hrung des CO2-Grenzausgleichs gewonnen werden. Das Volumen des Innovationsfonds bel\u00e4uft sich<br \/>\ndamit auf gesch\u00e4tzt etwa 40 Mrd. EUR fu\u0308r den Zeitraum 2021-2030.<br \/>\nNeuer Emissionshandel fu\u0308r Geb\u00e4ude, Verkehr und Prozessw\u00e4rme in der Kleinindustrie<br \/>\nDie Einigung sieht zudem vor, ab 2027 ein neues zus\u00e4tzliches und eigenst\u00e4ndiges<br \/>\nEmissionshandelssystem fu\u0308r Geb\u00e4ude, den Stra\u00dfenverkehr und Brennstoffe in bestimmten industriellen<br \/>\nSektoren zu schaffen \u2013 \u00e4hnlich dem nationalen deutschen Brennstoffemissionshandel. Hier ist es auf<br \/>\nden letzten Metern noch gelungen, im europ\u00e4ischen ETS zus\u00e4tzliche Emissionsmengen einzubeziehen.<br \/>\nDie Menge der Emissionsrechte soll um 5,10 Prozent und ab 2028 um 5,38 Prozent j\u00e4hrlich<br \/>\nzuru\u0308ckgehen. Kostenlose Emissionsrechte sind nicht vorgesehen, da die Preise von den<br \/>\nBrennstoffh\u00e4ndlern an die Verbraucher weitergegeben werden sollen, um die notwendigen<br \/>\nKlimaschutzanreize zu erzielen.<br \/>\nKlimasozialfonds<br \/>\nEin neuer Klimasozialfonds soll den Mitgliedstaaten Finanzmittel zur Verfu\u0308gung stellen, um die<br \/>\nsozialen Auswirkungen des vorgeschlagenen neuen Emissionshandelssystems ETS-II auszugleichen. Der<br \/>\nFonds soll vor allem Investitionen in effizientere Geb\u00e4ude und emissions\u00e4rmere Mobilit\u00e4t<br \/>\nunterstu\u0308tzen. Die Ma\u00dfnahmen sollen haupts\u00e4chlich einkommensschwachen Haushalten und finanziell<br \/>\nschw\u00e4cheren Kleinstunternehmen zugutekommen. Vorru\u0308bergehend k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten u\u0308ber den<br \/>\nFonds auch direkte Einkommensbeihilfen fu\u0308r besonders vulnerable Haushalte finanzieren.<br \/>\nDer Fonds hat eine Gesamth\u00f6he von 65 Milliarden Euro u\u0308ber eine Laufzeit von 2026-2032 und wird<br \/>\ngr\u00f6\u00dftenteils aus Einnahmen des neuen ETS II fu\u0308r Geb\u00e4ude und Stra\u00dfenverkehr finanziert. Zus\u00e4tzlich<br \/>\nwerden die Mitgliedstaaten mit eigenen Haushaltsmitteln zu den durchgefu\u0308hrten Ma\u00dfnahmen beitragen.<br \/>\nDurch einen entsprechenden Zuweisungsschlu\u0308ssel der Gesamtmittel wird nicht nur ein solidarischer<br \/>\nAusgleich innerhalb der Mitgliedstaaten, sondern auch europaweit zwischen allen Mitgliedsstaaten<br \/>\nsichergestellt.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/2023\/02\/20230208-eu-mitgliedstaaten-billigen-politische-einigung-zur-reform-des-eu-emissionshandels.html<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin &#8211; Br\u00fcssel: EU-Mitgliedstaaten billigen politische Einigung zur Reform des EU-Emissionshandels Die Mitgliedstaaten der EU haben heute im sogenannten Rat der St\u00e4ndigen Vertreter (AStV) die politische Einigung zur Reform des EU-Emissionshandelns vom 18.12.2022 best\u00e4tigt. 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