{"id":15477,"date":"2022-12-31T08:07:35","date_gmt":"2022-12-31T07:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15477"},"modified":"2022-12-31T08:07:35","modified_gmt":"2022-12-31T07:07:35","slug":"staerkerer-schutz-von-menschenrechten-und-umwelt-in-globalen-lieferketten-ab-2023-gilt-das-lieferkettensorgfaltspflichtengesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15477","title":{"rendered":"St\u00e4rkerer Schutz von Menschenrechten und Umwelt in globalen Lieferketten Ab 2023 gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>St\u00e4rkerer Schutz von Menschenrechten und Umwelt in globalen Lieferketten<br \/>\nAb 2023 gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz<\/p>\n<p>Am 1. Januar 2023 tritt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Kraft. Damit werden<br \/>\nweltweit zum ersten Mal unternehmerische Sorgfaltspflichten f\u00fcr die Achtung von Menschenrechten und<br \/>\nden Schutz von Umweltbelangen umfassend gesetzlich geregelt. Unternehmen m\u00fcssen ein wirksames<br \/>\nRisikomanagement einrichten, um Gefahren f\u00fcr Menschenrechtsverletzungen und bestimmte Sch\u00e4digungen<br \/>\nder Umwelt zu identifizieren, zu vermeiden oder zu minimieren. Das Gesetz legt dar, welche<br \/>\nPr\u00e4ventions- und Abhilfema\u00dfnahmen im eigenen Gesch\u00e4ftsbereich und entlang ihrer Lieferketten<br \/>\nnotwendig sind und verpflichtet zur Errichtung eines Beschwerdeverfahrens und regelm\u00e4\u00dfiger<br \/>\nBerichterstattung. Es gilt zun\u00e4chst f\u00fcr Unternehmen in Deutschland mit mindestens 3.000<br \/>\nBesch\u00e4ftigten, ab 2024 auch f\u00fcr Unternehmen ab 1.000 Besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=12574\" rel=\"attachment wp-att-12574\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12574\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/fisch-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/fisch-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/fisch.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nBundesminister f\u00fcr Arbeit und Soziales, Hubertus Heil: \u201eAusbeutung, Zwangs- und Kinderarbeit sind<br \/>\nkeine Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr unsere soziale Marktwirtschaft. Unsere wirtschaftliche St\u00e4rke muss auf<br \/>\nVerantwortung aufbauen &#8211; f\u00fcr die N\u00e4herin in Bangladesch, die Kleidung f\u00fcr den deutschen Markt<br \/>\nproduziert, genauso wie f\u00fcr den Minenarbeiter im Kongo, der Rohstoffe f\u00fcr Mobiltelefone abbaut. Mit<br \/>\ndem Lieferkettengesetz f\u00fchrt ab 2023 kein Weg mehr vorbei an Menschenrechten und Umweltschutz, egal<br \/>\nwo auf der Welt Unternehmen mit Sitz in Deutschland produzieren lassen. Gleichzeitig ist das<br \/>\nLieferkettengesetz so ausgestaltet, dass die Unternehmen es gut umsetzen k\u00f6nnen. Deswegen gilt es<br \/>\nim ersten Jahr nur f\u00fcr Unternehmen ab 3.000 Besch\u00e4ftigten. Au\u00dferdem haben wir die Berichtspflichten<br \/>\nnoch anwendungsfreundlicher gestaltet, damit die Unternehmen ihre gesetzlichen Anforderungen gut<br \/>\nund wirksam erf\u00fcllen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nBundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck: \u201cWirtschaftliches Handeln muss im<br \/>\nEinklang mit Menschrechten stehen und nachhaltig sein. Hierf\u00fcr ist das<br \/>\nLieferkettensorgfaltspflichtengesetz wichtig. Das Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle<br \/>\nbetreut an seinem Standort im s\u00e4chsischen Borna die Umsetzung des Gesetzes. Der f\u00fcr diese Umsetzung<br \/>\nnotwendige Fragebogen f\u00fcr Unternehmen wurde gerade j\u00fcngst noch einmal verbessert und muss jetzt den<br \/>\nPraxischeck bestehen.\u201c<br \/>\nBundesministerin f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Svenja Schulze: \u201eDeutschland<br \/>\nleistet mit diesem Gesetz Pionierarbeit f\u00fcr eine gerechtere Globalisierung. In Entwicklungsl\u00e4ndern<br \/>\nhaben die Menschen oft nicht die Chance, ihre Rechte gegen international agierende Unternehmen und<br \/>\nihre Zulieferer durchzusetzen. Unser Gesetz hilft dabei, dieses Machtgef\u00e4lle auszugleichen, indem<br \/>\nes die Unternehmen st\u00e4rker in die Pflicht nimmt. Gest\u00e4rkt werden vor allem die vielen Frauen und<br \/>\nKinder in den Entwicklungsl\u00e4ndern, die unter oft unw\u00fcrdigen Bedingungen in den N\u00e4hereien, in den<br \/>\nMinen oder in anderen Risikosektoren arbeiten. Auch f\u00fcr die vielen Unternehmen, die sich heute<br \/>\nschon glaubw\u00fcrdig um Menschenrechte und Umweltstandards in ihren Lieferketten k\u00fcmmern, ist das<br \/>\nGesetz gut: Denn nachhaltiges Wirtschaften zahlt sich k\u00fcnftig aus.\u201c<br \/>\nBundesministerin f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke:<br \/>\n\u201eSp\u00e4testens seit der Anerkennung des Menschenrechts auf eine saubere Umwelt ist klar: Der Schutz<br \/>\nvon Natur und Menschenrechten m\u00fcssen Hand in Hand gehen. Umweltfreundliche Lieferketten dienen dem<br \/>\nErhalt unserer Lebensgrundlagen. Doch woher die Rohstoffe stammen, welche Belastungen durch L\u00e4rm,<br \/>\nEmissionen und Abwasser die Herstellung verursacht, sieht man einem Produkt nicht an. Mit dem<br \/>\nLieferkettengesetz wird der \u00f6kologische Rucksack eines Produkts sichtbarer und die nachhaltige<br \/>\nPraxis von Unternehmen transparenter. Umweltschutz liegt auch im strategischen Interesse der<br \/>\nWirtschaft. Insbesondere multinationale Unternehmen d\u00fcrfen nicht wegschauen und sollen k\u00fcnftig mehr<br \/>\nVerantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, wie sich ihre Lieferketten weltweit auf Menschen und Natur<br \/>\nauswirken.\u201c Das Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird k\u00fcnftig pr\u00fcfen, ob<br \/>\nUnternehmen die Sorgfaltspflichten umsetzen und j\u00e4hrlich dar\u00fcber berichten. Es kann Nachbesserungen<br \/>\nverlangen und Bu\u00dfgelder verh\u00e4ngen.<br \/>\nDas BAFA wird als erfahrene Kontrollbeh\u00f6rde die Umsetzung effektiv und b\u00fcrokratiearm pr\u00fcfen und hat<br \/>\nin den vergangenen Monaten erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Start des Gesetzes<br \/>\nm\u00f6glichst anwendungsfreundlich zu gestalten.<br \/>\nZum Hintergrund<br \/>\n1,4 Milliarden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten weltweit unter menschenunw\u00fcrdigen<br \/>\nBedingungen. Die Zahl der Opfer von Zwangsarbeit und Sklaverei steigt signifikant, nach j\u00fcngsten<br \/>\nSch\u00e4tzungen der ILO sind es nunmehr 28 Millionen Menschen. Ebenso werden weltweit immer mehr Kinder<br \/>\nzur Arbeit gezwungen, weil der Lohn der Eltern nicht reicht &#8211; in den Goldminen von Burkina Faso,<br \/>\nals Textilarbeiterinnen und &#8211; arbeiter in Bangladesch oder auf Kakaoplantagen in der<br \/>\nElfenbeink\u00fcste. Durch die Pandemie hat sich die Situation weiter verschlechtert, sodass die ILO<br \/>\naktuell von rund 160 Millionen arbeitenden Kindern ausgeht. Die H\u00e4lfte von ihnen ist j\u00fcnger als<br \/>\nzw\u00f6lf Jahre.<br \/>\nAuch globale Umweltprobleme werden zu einem gro\u00dfen Teil in den internationalen Lieferketten<br \/>\nverursacht. Je nach Sektor entstehen bis zu 90 Prozent der Treibhausgase und Luftverschmutzung in<br \/>\nden Lieferketten und nicht im Gesch\u00e4ftsbereich multinationaler Unternehmen selbst. So entf\u00e4llt<br \/>\nbeispielsweise der Fl\u00e4chen- und Wasserverbrauch in der Lebensmittel- und Textilindustrie fast<br \/>\nvollst\u00e4ndig auf die Ebene der Zulieferer.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/2022\/12\/20221229-staerkerer-schutz-von-menschenrechten-und-umwelt-in-globalen-lieferketten.html<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: St\u00e4rkerer Schutz von Menschenrechten und Umwelt in globalen Lieferketten Ab 2023 gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Am 1. Januar 2023 tritt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Kraft. Damit werden weltweit zum ersten Mal unternehmerische Sorgfaltspflichten f\u00fcr die Achtung von Menschenrechten und den Schutz von Umweltbelangen umfassend gesetzlich geregelt. 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