{"id":15444,"date":"2022-12-17T08:53:05","date_gmt":"2022-12-17T07:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15444"},"modified":"2022-12-17T08:53:05","modified_gmt":"2022-12-17T07:53:05","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-20221","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15444","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20221"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20221<\/p>\n<p>Die zunehmend bei den Verbrauchern ankommenden hohen Energiepreise belasten die wirtschaftliche<br \/>\nEntwicklung in Deutschland. Au\u00dferdem sorgen hohe Unsicherheiten \u00fcber die wirtschaftlichen<br \/>\nPerspektiven und steigende Zinsen f\u00fcr eine Investitionszur\u00fcckhaltung. \u00dcber den Winter d\u00fcrfte die<br \/>\nWirtschaftsleistung leicht r\u00fcckl\u00e4ufig sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><\/p>\n<p>Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die Rezession milder ausfallen k\u00f6nnte, als bislang<br \/>\nerwartet worden ist. Das ifo Gesch\u00e4ftsklima stieg im November bereits den zweiten Monat in Folge,<br \/>\nwenn auch ausgehend von niedrigem Niveau. Zur Stabilisierung der Erwartungen trugen sicherlich auch<br \/>\ndie Beschl\u00fcsse der Bundesregierung zur Gas- und Strompreisbremse bei.<\/p>\n<p>Die Industrie ist schwach ins vierte Quartal gestartet und ihre Aussichten bleiben tr\u00fcb. Die<br \/>\nIndustrieproduktion ging im Oktober zur\u00fcck. Insbesondere die energieintensiven Wirtschaftszweige<br \/>\nhaben ihren Aussto\u00df erneut zum Teil deutlich heruntergefahren. Dies d\u00fcrfte auch darauf<br \/>\nzur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass bestimmte energieintensive Erzeugnisse angesichts stark gestiegener<br \/>\nEnergiepreise verst\u00e4rkt importiert statt vor Ort hergestellt wurden.<\/p>\n<p>Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel nahmen im Oktober wieder ab. Die Stimmung unter den privaten<br \/>\nVerbrauchern hat sich zuletzt aber weiter stabilisiert, allerdings auf einem immer noch sehr<br \/>\nniedrigen Niveau.<\/p>\n<p>Die Inflationsrate ist im November gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,5 Prozent gesunken, was den ersten<br \/>\nR\u00fcckgang seit November 2021 darstellt. Im Vorjahresvergleich stieg sie um 10,0 %. Ursache f\u00fcr die<br \/>\nleicht r\u00fcckl\u00e4ufige Entwicklung waren vor allem r\u00fcckl\u00e4ufige Preise f\u00fcr Pauschalreisen sowie<br \/>\ngeringere Energiepreise.<\/p>\n<p>Die Lage am Arbeitsmarkt ist nach wie vor stabil, auch wenn die Hinweise auf eine Abk\u00fchlung<br \/>\nzunehmen. Unternehmen werden z\u00f6gerlicher bei Neueinstellungen, Anzeigen f\u00fcr Kurzarbeit nehmen auf<br \/>\neinem niedrigen Niveau wieder leicht zu. Angesichts der Engp\u00e4sse an Arbeitskr\u00e4ften versuchen<br \/>\nUnternehmen, ihre Besch\u00e4ftigten zu halten.<\/p>\n<p>Im 1. bis 3. Quartal 2022 meldeten die deutschen Amtsgerichte mit insgesamt 10.643 beantragten<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen in etwa genauso viele Antr\u00e4ge wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.<br \/>\nAktuelle Fr\u00fchindikatoren und Umfragen deuten auf leicht steigende Insolvenzzahlen in den n\u00e4chsten<br \/>\nMonaten hin, eine \u201eInsolvenzwelle\u201c ist derzeit jedoch nicht in Sicht.<br \/>\nSCHWERER WINTER &#8211; REZESSION K\u00d6NNTE ABER MILD VERLAUFEN<br \/>\nDeutschland steht vor einem wirtschaftlich herausfordernden Winter. Die hohen Energiepreise kommen<br \/>\nzunehmend bei den Verbrauchern an. Die damit verbundenen Kaufkraftverluste belasten die Aussichten<br \/>\nf\u00fcr den privaten Konsum und das Weihnachtsgesch\u00e4ft. Obwohl die Industrie im Durchschnitt bislang<br \/>\nvergleichsweise gut mit den gestiegenen Energiepreisen umgehen konnte, sind die Auswirkungen der<br \/>\nEnergiepreis- krise insbesondere in den energieintensiven Bereichen sichtbar. So lag die Produktion<br \/>\nin der chemischen Industrie im Oktober rund 22 % unter dem Vorjahresniveau. Zus\u00e4tzlich sorgen die<br \/>\nunsicheren wirtschaftlichen Perspektiven und steigende Zinsen daf\u00fcr, dass viele<br \/>\nInvestitionsprojekte zun\u00e4chst zur\u00fcckgestellt werden. Insbesondere am Bau verlief die Entwicklung im<br \/>\nletzten Vierteljahr schwach, weil die Finanzierung deutlich teurer geworden ist.<br \/>\nAuch wenn sich die Lage vieler Unternehmen am aktuellen Rand weiter verschlechtert hat, gibt es<br \/>\ndennoch Lichtblicke. Das ifo Gesch\u00e4ftsklima hellte sich im November auf breiter Front auf. Grund<br \/>\nwaren deutlich bessere Gesch\u00e4ftserwartungen. Dazu d\u00fcrften auch die Beschl\u00fcsse der Bundesregierung<br \/>\nzur Gas- und Strompreisbremse beigetragen haben, die f\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher wie auch<br \/>\nUnternehmen wie eine \u201eVersicherung\u201c gegen allzu hohe Preisausschl\u00e4ge bei diesen Energietr\u00e4gern im<br \/>\nRahmen des subventionierten Basisverbrauchs wirkt.<br \/>\nAuch bei der Inflationsrate gibt es erstmals seit langer Zeit Anzeichen einer Stabilisierung. Zwar<br \/>\nblieben die Verbraucherpreise mit einer Ver\u00e4nderungsrate von +10,0 % gegen\u00fcber dem Vorjahr auf<br \/>\nhohem Niveau. Im Vormonatsvergleich sind die Preise jedoch um 0,5 % gesunken, was vor allem auf<br \/>\neine Beruhigung des Energiepreisanstiegs zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Mit dem ersten R\u00fcckgang der<br \/>\nErzeugerpreise seit Mai 2020 deutet sich auch auf den vorgelagerten Absatzstufen eine gewisse<br \/>\nEntspannung an (Oktober: &#8211; 4,2 % gg\u00fc. September).<br \/>\nMit dem Jahreswirtschaftsbericht, der am 25. Januar 2023 ver\u00f6ffentlicht wird, legt die<br \/>\nBundesregierung ihre neue Jahresprojektion zu den wirtschaftlichen Aussichten im kommenden Jahr<br \/>\nvor.<\/p>\n<p>ABK\u00dcHLUNG IN DER WELTWIRTSCHAFT<br \/>\nAktuelle Indikatoren zeigen eine insgesamt schwache Entwicklung des globalen Umfeldes. Das Wachstum<br \/>\nder weltweiten Industrieproduktion verlangsamte sich im September auf +0,3 %, der Welthandel<br \/>\nstagnierte mit einer Ver\u00e4nderungsrate von +0,1 % nahezu. Auch die Stimmungsindikatoren am aktuellen<br \/>\nRand suggerieren eine schwache Entwicklung \u00fcber den Winter. Der Index von S&amp;P Global (ehemals IHS<br \/>\nMarkit) lag im November weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Gegen\u00fcber dem Vormonat<br \/>\nverringerte sich der Indexwert erneut und notierte zuletzt bei 48,0 Punkten. Sowohl im<br \/>\nDienstleistungsbereich als auch im Verarbeitenden Gewerbe waren sp\u00fcrbare R\u00fcckg\u00e4nge zu verzeichnen.<br \/>\nF\u00fcr die kommenden Monate rechnen die Umfrageteilnehmer mit einem anhaltend schwierigen<br \/>\nweltwirtschaftlichen Umfeld.<\/p>\n<p>R\u00dcCKGANG DER IM- UND EXPORTE<br \/>\nDie nominalen Einfuhren haben sich im Berichtsmonat Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat deutlich<br \/>\nverringert (-3,7 %). Der starke R\u00fcckgang d\u00fcrfte vor allem auf einen Preiseffekt infolge sinkender<br \/>\nGaspreise zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Die nominalen Ausfuhren waren im Vormonatsvergleich mit einem<br \/>\nR\u00fcckgang um 1,3 % ebenfalls niedriger, allerdings weniger ausgepr\u00e4gt als die Importe.<br \/>\nNachdem sich der deutsche Au\u00dfenhandel \u00fcber den Sommer noch \u00fcberraschend robust entwickelte,<br \/>\nschw\u00e4chte er sich in den letzten beiden Monaten sp\u00fcrbar ab. Die weltweite konjunkturelle Abk\u00fchlung<br \/>\ngeht auch an Deutschland nicht spurlos vorbei.<br \/>\nDer monatliche Handelsbilanz\u00fcberschuss Deutschlands erholt sich langsam wieder. Im Oktober lag er<br \/>\nmit 6,8 Mrd. Euro im Plus. Im August war der \u00dcberschuss durch die Energiepreiskrise mit +1,0 Mrd.<br \/>\nEuro auf ein Rekordtief gefallen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der vergangenen Jahre betrug der<br \/>\nmonatliche Handelsbilanz\u00fcberschuss rund 18 Mrd. Euro.<br \/>\nDer Ausblick f\u00fcr den Au\u00dfenhandel hat sich leicht aufgehellt, bleibt aber trotzdem verhalten. Die<br \/>\nifo Exporterwartungen konnten im November leicht zulegen. Sie liegen jetzt bei +0,4 Saldenpunkten<br \/>\nund damit 5 Saldenpunkte h\u00f6her als im Vormonat. Au\u00dferdem weckt die zunehmende Entspannung der<br \/>\nLieferkettenengp\u00e4sse Hoffnungen. Containerfrachtraten sind fast auf Vorkrisenniveau gefallen, die<br \/>\nL\u00fccke zwischen Auftragseingang und Produktion schlie\u00dft sich zunehmend und auch in der ifo Umfrage<br \/>\nzum Materialmangel gaben weniger Unternehmen an, von Knappheiten in der Beschaffung betroffen zu<br \/>\nsein (59 % im November, rund f\u00fcnf Prozentpunkte weniger als im Vormonat).<\/p>\n<p>INDUSTRIE STARTET SCHWACH INS VIERTE QUARTAL<br \/>\nDie Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat nahezu unver\u00e4ndert<br \/>\ngeblieben (-0,1 %). W\u00e4hrend der Aussto\u00df in der Industrie um 0,4 % abnahm, kam es im Baugewerbe zu<br \/>\neinem deutlichen Plus von 4,2 %, was auch auf die vergleichsweise milde Witterung zur\u00fcckgef\u00fchrt<br \/>\nwerden kann. Der Bereich Energie verzeichnete einen kr\u00e4ftigen R\u00fcckgang um 7,6 %.<br \/>\nIn den Industriebranchen kam es \u00fcberwiegend zu R\u00fcckg\u00e4ngen der Produktionst\u00e4tigkeit. In den beiden<br \/>\ngewichtigen Bereichen Kfz und Kfz- Teile sowie Maschinenbau gab es Drosselungen von 2,1 % bzw. 1,5<br \/>\n%. Auch die energieintensiven Wirtschaftszweige haben im Vormonatsvergleich ihren Aussto\u00df zum Teil<br \/>\ndeutlich heruntergefahren: Chemische Erzeugnisse -6,8 %, Kokerei und Mineral\u00f6lverarbeitung -6,1 %,<br \/>\nPapier und Pappe -4,9 % sowie Metallerzeugung und -bearbeitung -1,9 %. Glas, Glaswaren und Keramik<br \/>\nhingegen verzeichneten zuletzt einen leichten Zuwachs um 2,9 %, nachdem es in den f\u00fcnf Monaten<br \/>\nzuvor zu R\u00fcckg\u00e4ngen gekommen war.<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat<br \/>\nsaisonbereinigt um 0,8 % gestiegen. Damit stabilisierten sich die Bestellungen wieder, nachdem es<br \/>\nim August und September zu zwei markanten R\u00fcckg\u00e4ngen gekommen war (-2,0 bzw. -2,9 %; aufw\u00e4rts<br \/>\nrevidiert). Insgesamt lagen die Bestellungen zuletzt 3,2 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats.<br \/>\nDas leichte Plus im Vormonatsvergleich ist vor allem auf eine Erholung der Auslandsnachfrage<br \/>\nzur\u00fcckzuf\u00fchren. Sie lag um 2,5 % \u00fcber dem Wert des Vormonats. Die Bestellungen aus dem Inland<br \/>\ngingen hingegen um 1,9 % zur\u00fcck. In der Betrachtung nach Wirtschaftszweigen konnte sich vor allem<br \/>\nder gewichtige Bereich Kfz\/Kfz- Teile mit einem Orderanstieg um 5,5 % vom R\u00fcckgang im Vormonat<br \/>\nerholen.<br \/>\nDer Ausblick auf die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten bleibt angesichts einer sp\u00fcrbar<br \/>\nunterk\u00fchlten Stimmung in den Unternehmen und der verhaltenen Nachfrage eingetr\u00fcbt. Dass das<br \/>\nBaugewerbe zuletzt einen beachtlichen Zuwachs verzeichnete, d\u00fcrfte an der vergleichsweise milden<br \/>\nWitterung im Oktober gelegen haben. Der bemerkenswerte R\u00fcckgang im Bereich der Energie- und<br \/>\nWasserwirtschaft kann vermutlich auf die Energiesparanstrengungen von Wirtschaft und privaten<br \/>\nHaushalten zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>EINZELHANDELSUMSATZ ZULETZT WIEDER SCHW\u00c4CHER<br \/>\nDie Ums\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz haben sich im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat um 2,8 %<br \/>\nverringert. Im Vergleich zum Oktober 2021 meldete der Einzelhandel ein (reales) Umsatzminus von 4,9<br \/>\n%, was zu einem betr\u00e4chtlichen Teil auch die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel widerspiegelt.<br \/>\nSo kam es in nominaler Rechnung, also ohne Preisbereinigung, binnen Jahresfrist zu einem Umsatzplus<br \/>\nvon 6,6 %. Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im Oktober im Vergleich zum Vormonat ein<br \/>\nreales Umsatzminus von 1,2 % (gg\u00fc. Vorjahresmonat -3,9 %). Der Handel ohne Nahrungsmittel meldete<br \/>\neinen R\u00fcckgang seines Umsatzes von 4,5 % (gg\u00fc. Vorjahresmonat -5,5 %). Auch der Internet- und<br \/>\nVersandhandel verbuchte im Oktober eine Abnahme um 1,8 % (gg\u00fc. Vorjahresmonat -7,1 %). Die<br \/>\nNeuzulassungen von Pkw durch private Halter sind im November deutlich um 14,9 % gestiegen, nachdem<br \/>\nes allerdings im Oktober zu einer Abnahme um 5,4 % gekommen war.<br \/>\nDas Klima bei den privaten Verbrauchern d\u00fcrfte sich aber zuletzt weiter stabilisiert haben. Laut<br \/>\ndem GfK Konsumklima ist im Dezember mit einer weiteren leichten Verbesserung zu rechnen. Es wird<br \/>\nerneut ein kleiner Anstieg des Indikators prognostiziert, ausgehend von einem \u00e4u\u00dferst niedrigen<br \/>\nNiveau liegt. Die ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel haben sich im November ebenfalls<br \/>\naufgehellt. Der Saldo der Meldungen liegt hier auf einem nicht mehr ganz so niedrigem Niveau wie in<br \/>\nden vergangenen Monaten. Auch die Beurteilung der Gesch\u00e4ftslage hat sich im Einzelhandel weiter<br \/>\nverbessert.<\/p>\n<p>INFLATIONSRATE IM NOVEMBER LEICHT R\u00dcCKL\u00c4UFIG<br \/>\nDie Inflationsrate, gemessen am Anstieg des Verbraucherpreisniveaus binnen Jahresfrist, hat sich im<br \/>\nNovember auf 10,0 % verringert. Damit ist die Rate 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat<br \/>\n(Oktober: +10,4 %). Die Kerninflationsrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) lag mit +5,0 % halb so<br \/>\nhoch wie die Gesamtrate.<br \/>\nGegen\u00fcber Oktober fielen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,5 %. Dies markiert den ersten<br \/>\nR\u00fcckgang seit einem Jahr (November 2021). Bei steigenden Preisen f\u00fcr Nahrungsmittel (+1,2 %) ist<br \/>\ndiese Entwicklung vor allem auf r\u00fcckl\u00e4ufige Preise f\u00fcr Pauschalreisen, die sich saisonbedingt um<br \/>\n25,3 % verringerten, zur\u00fcckzuf\u00fchren. Auch die Preise f\u00fcr Energie gaben leicht um 1,2 % nach. Die<br \/>\nKernrate ist wie die Gesamtrate im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % gesunken.<br \/>\nDer Anstieg der Preise f\u00fcr Nahrungsmittel im Vorjahresvergleich markierte mit +21,1 % ein neues<br \/>\nAllzeithoch (zuvor: +20,3%). Die Teuerung der Energietr\u00e4ger fiel erneut etwas schw\u00e4cher als im<br \/>\nVormonat (+38,7 %; zuvor: +43,0 %) aus. Auch auf den vorgelagerten Absatzstufen deutet sich wegen<br \/>\nder nicht mehr ganz so hohen Energiepreise eine gewisse Entspannung an. So sind die Erzeugerpreise<br \/>\nim Oktober erstmals seit Mai 2020 im Vormonatsvergleich gesunken (-4,2 %), vor allem weil die<br \/>\nEnergiepreise zur\u00fcckgegangen sind (Gas: -9,0 %; Strom: -15,4 %). Die Abgabepreise von Lieferanten<br \/>\nprivater Haushalte sind jedoch weiter deutlich aufw\u00e4rtsgerichtet (Gas: +21,8 %; Strom: +3,2 %), da<br \/>\ndiese die Energiepreissteigerung mit Verz\u00f6gerung an die Kunden weitergeben. Die<br \/>\nGro\u00dfhandelsverkaufspreise verringerten sich im Oktober ebenfalls im Vergleich zum September (-0,6<br \/>\n%). Im Vorjahresvergleich stiegen sie aber noch um 17,4 %. \u00c4hnlich verhielt es sich mit den<br \/>\nImportpreisen im Oktober (-1,2 % gg\u00fc. Vormonat; +23,5 % gg\u00fc. Vorjahr).<br \/>\nAuch f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate werden anhaltend hohe Inflationsraten erwartet. Die Bundesregierung<br \/>\nging in ihrer Herbstprojektion von Mitte Oktober f\u00fcr den Jahresdurchschnitt 2022 von einem Anstieg<br \/>\num 8,0 % aus. F\u00fcr das Jahr 2023 wird aufgrund der Gas- und Strompreisbremsen mit einer gewissen<br \/>\nD\u00e4mpfung gerechnet (+7,0 %).<\/p>\n<p>ARBEITSMARKT BISLANG STABIL \u2013 ZEICHEN DES ABSCHWUNGS ERKENNBAR<br \/>\nDie Lage am Arbeitsmarkt ist nach wie vor stabil, auch wenn die Hinweise auf eine Abschw\u00e4chung der<br \/>\nDynamik zunehmen. Verglichen mit den Vorjahren fiel die Herbstbelebung bei der registrierten<br \/>\nArbeitslosigkeit erneut relativ schwach aus. Saisonbereinigt (sb) kam es im November zu einem<br \/>\nAnstieg um 17.000 Personen. Grund daf\u00fcr ist vor allem, dass es Menschen etwas schwerer f\u00e4llt, aus<br \/>\nder Arbeitslosigkeit heraus eine Besch\u00e4ftigung zu finden, weil die Unternehmen bei Einstellungen<br \/>\nzur\u00fcckhaltender geworden sind. Fluchtmigration aus der Ukraine wirkte sich zuletzt hingegen nicht<br \/>\nmehr erh\u00f6hend aus. Die Erwerbst\u00e4tigkeit lag im Oktober wieder merklich im Plus (+32.000 Personen<br \/>\ngegen\u00fcber September). Auch bei der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung gab es im September<br \/>\neinen kr\u00e4ftigen Zuwachs (+42.000 Personen gegen\u00fcber August). Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit<br \/>\nstieg im September auf rund 0,16 Mio. Personen. Die Anzeigen deuten auf ein weiterhin erh\u00f6htes<br \/>\nNiveau am aktuellen Rand hin. Betrachtet nach Wirtschaftszweigen, nehmen die Anzeigen aus den<br \/>\nnicht-energieintensiven Industrien zu, die besonders energieintensiven Branchen bleiben bislang<br \/>\naber unauff\u00e4llig. Die Fr\u00fchindikatoren haben sich etwas stabilisiert. Zwar waren die gemeldeten<br \/>\nStellen leicht r\u00fcckl\u00e4ufig, das ifo Besch\u00e4ftigungsbarometer legte allerdings wieder zu. Insgesamt<br \/>\nversuchen Unternehmen angesichts der Arbeitskr\u00e4fteengp\u00e4sse auch weiterhin ihre Besch\u00e4ftigten zu<br \/>\nhalten.<\/p>\n<p>INSOLVENZEN IM 1. BIS 3. QUARTAL 2022 AUF VORJAHRESNIVEAU<br \/>\nNach endg\u00fcltigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes meldeten die deutschen Amtsgerichte von<br \/>\nJanuar bis August 2022 mit insgesamt 10.643 beantragten Unternehmensinsolvenzen 0,4 % weniger<br \/>\nAntr\u00e4ge als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.<br \/>\nAls Fr\u00fchindikator gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen Hinweise auf die k\u00fcnftige<br \/>\nEntwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Nach einem deutlichen Anstieg der Regelinsolvenzen von<br \/>\n18,4 % im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat sind diese im November nur leicht gestiegen (+1,2 %).<br \/>\nDamit lagen die beantragten Regelinsolvenzverfahren im November in etwa auf Vorjahresniveau.<br \/>\nExperten des IW Halle gehen von einem Anstieg der Insolvenzen in den n\u00e4chsten Monaten aus; im<br \/>\nlangfristigen Vergleich sind die derzeitigen Insolvenzzahlen jedoch weiterhin niedrig. Die Folgen<br \/>\ndes Kriegs in der Ukraine und die drastisch gestiegenen Energiepreise stellen f\u00fcr viele Unternehmen<br \/>\nBelastungen dar, deren Auswirkungen auf das Insolvenzgeschehen in den n\u00e4chsten Monaten nur schwer<br \/>\nabzusch\u00e4tzen sind.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n1 In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13. Dezember 2022 vorlagen. Soweit nicht<br \/>\nanders vermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2022\/20221214-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-2022.html<\/p>\n<p>Quelle: abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20221 Die zunehmend bei den Verbrauchern ankommenden hohen Energiepreise belasten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Au\u00dferdem sorgen hohe Unsicherheiten \u00fcber die wirtschaftlichen Perspektiven und steigende Zinsen f\u00fcr eine Investitionszur\u00fcckhaltung. \u00dcber den Winter d\u00fcrfte die Wirtschaftsleistung leicht r\u00fcckl\u00e4ufig sein. 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