{"id":15378,"date":"2022-11-20T08:59:18","date_gmt":"2022-11-20T07:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15378"},"modified":"2022-11-20T08:59:18","modified_gmt":"2022-11-20T07:59:18","slug":"schieb-den-gedanken-nicht-weg-kampagne-fuer-ein-umdenken-bei-sexueller-gewalt-gegen-kinder-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15378","title":{"rendered":"\u201eSchieb den Gedanken nicht weg!\u201c Kampagne f\u00fcr ein Umdenken bei sexueller Gewalt gegen Kinder gestartet"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>\u201eSchieb den Gedanken nicht weg!\u201c Kampagne f\u00fcr ein Umdenken bei sexueller Gewalt gegen Kinder gestartet<\/p>\n<p>Sexuelle Gewalt kann es \u00fcberall und jederzeit geben \u2013 auch im pers\u00f6nlichen Umfeld<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 8. Europ\u00e4ischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt haben Bundesfamilienministerin Lisa Paus und die Unabh\u00e4ngige Beauftragte f\u00fcr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, heute in Berlin die gemeinsame Aufkl\u00e4rungs- und Aktivierungskampagne \u201eSchieb den Gedanken nicht weg!\u201c vorgestellt. Die Botschaft: Kinder und Jugendliche sind vor allem im eigenen Umfeld der Gefahr sexueller Gewalt ausgesetzt.<br \/>\nSeit Jahren werden konstant tausende F\u00e4lle von sexuellem Kindesmissbrauch zur Anzeige gebracht. Doch das ist nur das polizeiliche Hellfeld, das Dunkelfeld ist ungleich gr\u00f6\u00dfer. Es wird gesch\u00e4tzt, dass 1 bis 2 Kinder pro Schulklasse von sexueller Gewalt betroffen sind &#8211; bei rund drei Viertel der F\u00e4lle geschieht das in der eigenen Familie oder im sozialen Nahfeld. Von den meisten Menschen wird dieses reale Risiko im eigenen Umfeld allerdings weitgehend verdr\u00e4ngt: 90% der Bev\u00f6lkerung halten es zwar f\u00fcr wahrscheinlich, dass sexuelle Gewalt vor allem in Familien stattfindet. 85% halten es aber f\u00fcr unwahrscheinlich oder ausgeschlossen, dass sexuelle Gewalt in ihrer eigenen Familie passiert oder passieren kann, so das Ergebnis einer FORSA-Umfrage im Auftrag der Unabh\u00e4ngigen Beauftragten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1235\" rel=\"attachment wp-att-1235\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1235\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/stop.png\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"258\" \/><\/a><br \/>\nBundesfamilienministerin Lisa Paus: \u201eNur wenn ich den Gedanken zulasse, dass auch Kindern in meinem pers\u00f6nlichen Umfeld sexuelle Gewalt angetan wird, kann ich notfalls handeln. Daher ist unsere zentrale Botschaft: Schieb den Gedanken nicht weg! Wir alle m\u00fcssen uns bewusst machen, dass Missbrauch nicht nur in Institutionen, sondern in den meisten F\u00e4llen im vertrauten Umfeld der Kinder vorkommt. Genau hier setzt die Kampagne an und zeigt Handlungsm\u00f6glichkeiten auf. Ich muss kein Profi sein, um helfen zu k\u00f6nnen. Aber ich kann und sollte wissen, an wen ich mich wenden kann, wenn ich einen Verdacht habe. Jede und jeder kann etwas tun!\u201c<br \/>\nKerstin Claus, Unabh\u00e4ngige Beauftragte f\u00fcr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM): \u201eDie Vorstellung, dass sexuelle Gewalt woanders stattfindet, dient der eigenen Beruhigung \u2013 kann aber blind machen f\u00fcr m\u00f6glichen Missbrauch im eigenen Umfeld. Wenn wir unsere Kinder besser sch\u00fctzen wollen, d\u00fcrfen wir diese m\u00f6gliche Realit\u00e4t nicht l\u00e4nger wegschieben. Erst wenn wir diesen Gedanken zulassen, fangen wir an, unsere eigene Hilflosigkeit zu \u00fcberwinden. Und das ist der erste, wichtige Schritt. Nur wer Missbrauch als reale Gefahr erkennt und sich informiert, kann auch wirkungsvoll handeln, wenn es darum geht Kinder und Jugendliche besser vor Missbrauch zu sch\u00fctzen.\u201c<br \/>\nDer Betroffenenrat bei der Unabh\u00e4ngigen Beauftragten: \u201eDiese Kampagne soll Mut machen und dazu auffordern, selbst Verantwortung zu \u00fcbernehmen und Teil einer gesellschaftlichen Selbstverst\u00e4ndlichkeit zu werden: Immer da informiert zu handeln, wo Kinder und Jugendliche sexualisierte Gewalt erleben und erwachsene Betroffene sexualisierte Gewalterfahrungen in der Familie oder anderen Tatkontexten offenlegen. Sexualisierte Gewalt in der Familie ist keine Privatangelegenheit, sondern Unrecht. Dieses oft fehlende Unrechtsbewusstsein f\u00fchrt in gro\u00dfen Teilen der Gesellschaft zum Schweigen \u00fcber den Tatort Familie. Jedoch hat das Umfeld die Verantwortung und vor allem die M\u00f6glichkeit, zu helfen und den Betroffenen zur Seite zu stehen.&#8220;<br \/>\nMit kontrastiven, irritierenden Aussagen wie: \u201eGeh nicht mit Fremden mit! \u2013 Und wenn es gar kein Fremder ist?\u201c oder \u201eMach niemandem die T\u00fcr auf! \u2013 Und wenn die Gefahr schon drinnen ist?\u201c stellt die Kampagne gewohnte famili\u00e4re Denkmuster in Frage und weist auf die reale Gefahr von sexueller Gewalt im pers\u00f6nlichen Umfeld hin. Ziel ist es, Menschen zu bef\u00e4higen, aktiv zu werden, wenn sie Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch sch\u00f6pfen.<br \/>\n\u201eSchieb den Gedanken nicht weg!\u201c ist als mehrj\u00e4hrige Kampagne konzipiert. Neben einer Vielzahl von Informationsmaterialien st\u00e4rkt die Kampagne lokale Netzwerke und kommunale Initiativen und unterst\u00fctzt diese mit einem Kampagnenb\u00fcro. Durch die Zusammenarbeit von Fachpraxis, Politik und Zivilgesellschaft sollen nachhaltige B\u00fcndnisse vor Ort zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt erreicht werden. Auch der Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger Partner, der die Kampagne und die bundesweiten und lokalen Aktivierungsma\u00dfnahmen unterst\u00fctzt.<br \/>\nLandingpage der Kampagne mit Materialien zum Download und Bestellen sowie zum Pressebereich der Kampagne: www.hilfe-portal-missbrauch.de<br \/>\nInformationen f\u00fcr eine betroffenensensible Berichterstattung und Hinweise auf Hilfeangebote unter: http:\/\/www.ubskm.de\/medienpaket<br \/>\nFORSA-Befragung sowie weitere Zahlen und Fakten zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen unter: https:\/\/beauftragte-missbrauch.de\/service\/publikationen\/zahlen-und-fakten<\/p>\n<p>Web-Ansicht: https:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/aktuelles\/presse\/pressemitteilungen\/-schieb-den-gedanken-nicht-weg-kampagne-fuer-ein-umdenken-bei-sexueller-gewalt-gegen-kinder-gestartet-205106<\/p>\n<p>Abonnieren: https:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/service\/newsletter\/abonnieren<\/p>\n<p>Archiv: https:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/service\/newsletter\/newsletter-archiv<\/p>\n<p>Quelle: bmfsfj.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: \u201eSchieb den Gedanken nicht weg!\u201c Kampagne f\u00fcr ein Umdenken bei sexueller Gewalt gegen Kinder gestartet Sexuelle Gewalt kann es \u00fcberall und jederzeit geben \u2013 auch im pers\u00f6nlichen Umfeld Anl\u00e4sslich des 8. 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