{"id":15203,"date":"2022-09-09T08:40:49","date_gmt":"2022-09-09T06:40:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15203"},"modified":"2022-09-09T08:40:49","modified_gmt":"2022-09-09T06:40:49","slug":"kunstfoerderpreise-2022-in-der-sparte-literatur-fuer-junge-kuenstlerinnen-und-kuenstler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15203","title":{"rendered":"Kunstf\u00f6rderpreise 2022 in der Sparte \u201eLiteratur\u201c f\u00fcr junge K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">M\u00fcnchen:<\/span><\/p>\n<p>Kunstf\u00f6rderpreise 2022 in der Sparte \u201eLiteratur\u201c f\u00fcr junge K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler<\/p>\n<p>Kunstminister Markus Blume gibt f\u00fcnf Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger bekannt \u2013 Blume: \u201eDie Kunstf\u00f6rderpreise 2022 pr\u00e4sentieren in der Sparte \u201aLiteratur\u2018 einen starken Jahrgang junger bayerischer Autorinnen und Autoren\u201c<\/p>\n<p>M\u00dcNCHEN. Den Kunstf\u00f6rderpreis in der Sparte \u201eLiteratur\u201c erhalten in diesem Jahr Jeff Chi aus N\u00fcrnberg f\u00fcr seine Graphic Novel \u201eWho\u00b4s the Scatman\u201c (2022), Annika Domainko aus M\u00fcnchen f\u00fcr ihren Roman \u201eUngef\u00e4hre Tage\u201c (2022), Krisha Kops aus M\u00fcnchen f\u00fcr seinen Roman \u201eDas ewige Rauschen\u201c (2022), Slata Roschal aus M\u00fcnchen f\u00fcr ihren Roman \u201e153 Formen des Nichtseins\u201c (2022) und Claudia Voit aus M\u00fcnchen f\u00fcr ihre \u00dcbersetzung der Essaysammlung \u201eGewissheiten\u201c (2021) und des Erz\u00e4hlbandes \u201eObjekte des Begehrens\u201c (2022). Das gab Kunstminister Markus Blume heute in M\u00fcnchen bekannt. \u201eEinen starken Jahrgang junger bayerischer Autorinnen und Autoren pr\u00e4sentieren die Kunstf\u00f6rderpreise 2022 in der Sparte \u201aLiteratur\u2018: Die Werke der jungen Talente bestechen durch Raffinesse und Reife sowie individuell ausgepr\u00e4gte erz\u00e4hlerische F\u00e4higkeiten. Die Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger stellen einen bunten Querschnitt der facettenreichen jungen Literaturszene im Freistaat dar. Ich gratuliere ganz herzlich zur Auszeichnung\u201c, so Blume.<\/p>\n<p>Bis zu 17 Bayerische Kunstf\u00f6rderpreise in vier Sparten<\/p>\n<p>Jedes Jahr verleiht der Freistaat 17 Kunstf\u00f6rderpreise in den vier Sparten \u201eMusik\u201c, \u201eBildende Kunst\u201c, \u201eDarstellende Kunst (inkl. Tanz)\u201c sowie \u201eLiteratur\u201c. Die ausgezeichneten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler der verschiedenen Sparten werden von Fachjurys vorgeschlagen. Die Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger, die am Beginn ihres Schaffens stehen, zeichnen sich durch eine au\u00dfergew\u00f6hnliche k\u00fcnstlerische Begabung aus und k\u00f6nnen hervorragende Leistungen vorweisen. Der Preis ist mit jeweils 6.000 Euro f\u00fcr Einzelpersonen bzw. mit jeweils 10.000 Euro f\u00fcr Ensembles dotiert. Die Verleihung der diesj\u00e4hrigen Bayerischen Kunstf\u00f6rderpreise findet am 14. November 2022 in der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater M\u00fcnchen statt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=9432\" rel=\"attachment wp-att-9432\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9432\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/P1000974-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/P1000974-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/P1000974.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Informationen zu den einzelnen Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4gern der Bayerischen Kunstf\u00f6rderpreise 2022 in der Sparte \u201eLiteratur\u201c:<\/p>\n<p>Jeff Chi, geboren 1993 in Kiel, wird f\u00fcr seine Graphic Novel \u201eWho\u2019s the Scatman\u201c (2022, Zwerchfell-Verlag) mit einem halben Preis ausgezeichnet. Chi lebt und arbeitet seit bald zehn Jahren in N\u00fcrnberg. Hauptberuflich entwickelt er Internetseiten. Mit seiner originellen Comic-Biografie \u00fcber \u201eScatman\u201c John Larkin zeigt der junge K\u00fcnstler eine der ungew\u00f6hnlichsten One-Hit-Wonder-Karrieren der 90 Jahre, sodass die Leserinnen und Leser ein eindrucksvolles Bild von dieser K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit entwickeln k\u00f6nnen. Die Jury w\u00fcrdigt vor allem, dass der Autor die Informationen zu dieser Graphic Novel fast ausschlie\u00dflich durch Interviews \u00fcber mehrere Jahre hinweg selbst recherchiert habe. Auch handwerklich sei das Biopic \u00e4u\u00dferst gut gemacht, indem verschiedene Erz\u00e4hlstr\u00e4nge und unterschiedliche Zeitebenen virtuos ineinander gewoben w\u00fcrden. Dadurch werde das durchaus disparate biographische Material zu einem wundersch\u00f6nen literarischen Projekt zusammengef\u00fchrt. Es handle sich in vielerlei Hinsicht um ein beeindruckendes Buch, bei dem Form und Inhalt dynamisch miteinander korrespondierten und dessen Bildsprache die Leserinnen und Leser abhole.<\/p>\n<p>Annika Domainko, geboren 1988 im Saarland, wird f\u00fcr ihren Roman \u201eUngef\u00e4hre Tage\u201c (2022, Verlag C. H. Beck) ausgezeichnet. Domainko studierte Arch\u00e4ologie und Latein in Heidelberg und Cambridge und schloss ihr Studium mit einer Dissertation ab. Heute lebt sie in M\u00fcnchen arbeitet als Sachbuch-Lektorin beim Hanser-Verlag. In ihrem Deb\u00fctroman \u201eUngef\u00e4hre Tage\u201c w\u00e4hlt die Schriftstellerin eine besonders risikoreiche Erz\u00e4hlweise aus der Sicht eines stark belasteten Pflegers, der auf einer geschlossenen Station der Psychiatrie arbeitet und sich in unangemessener Weise einer jungen Patienten n\u00e4hert. Dem kunstvoll und mitunter gelehrt erz\u00e4hlten Roman gelinge es, durch seine sensible Sprache eine komplexe T\u00e4terperspektive sichtbar zu machen, so die Jury. Bemerkenswert sei insbesondere die behutsame Darstellungsweise der Erz\u00e4hlung, die vieles absichtsvoll im Ungef\u00e4hren lasse.<\/p>\n<p>Krisha Kops, geboren 1986 in M\u00fcnchen, wird f\u00fcr seinen Roman \u201eDas ewige Rau-schen\u201c (2022, Arche Verlag Hamburg) mit einem halben Preis ausgezeichnet. Kops studierte an der London and Westminster University Philosophie und Journalismus und promovierte im Bereich interkulturelle Philosophie an der Universit\u00e4t Hildesheim. Er nahm an mehreren Autorenwerkst\u00e4tten teil und wurde 2020 mit dem Haidhauser Werkstattpreis ausgezeichnet. Sein autobiographisch inspiriertes Werk erz\u00e4hlt die Heimatsuche des Erz\u00e4hlers zwischen Indien und M\u00fcnchen. Die Jury w\u00fcrdigt besonders die herausragende Sprache des Romans mit ihrem gro\u00dfen Reichtum an Metaphern sowie dessen au\u00dfergew\u00f6hnliche Konzeption mit mehreren metaphorischen Ebenen. Durch diese stimmige Montagetechnik gelinge eine eindr\u00fcckliche Verwebung der deutschen und indischen Kultur. Ferner bringe Kops den Leserinnen und Lesern mittels der gelungenen Einbettung \u00fcbersetzter Textfragmente aus dem Indischen die indische Literatur n\u00e4her.<\/p>\n<p>Slata Roschal, geboren 1989 in St. Petersburg, wird f\u00fcr ihren Roman \u201e153 Formen des Nichtseins\u201c (2022, Homunculus Verlag) ausgezeichnet. Slata Roschal lebt seit 1997 mit ihrer Familie in Deutschland. Sie studierte in Greifswald Slawistik, Germanistik und Komparatistik und schreibt derzeit an ihrer Dissertation an der LMU M\u00fcnchen. 2019 erschien ihr erster Lyrikband \u201eWir verzichten auf das gelobte Land\u201c im Verlag Reinecke und Vo\u00df. F\u00fcr ihre literarischen Arbeiten wurde sie bereits mit Arbeits- und Aufenthaltsstipendien ausgezeichnet, so etwa mit dem Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern 2020. Die Autorin behandelt in ihrem Deb\u00fctroman verschiedene Themen wie Identit\u00e4t, Migration, Au\u00dfenseitertum oder Weiblichkeit auf \u00e4u\u00dferst differenzierte Weise. Die Jury w\u00fcrdigt insbesondere ihre ungew\u00f6hnliche Erz\u00e4hlform. Slata Roschal entwerfe ein kaleidoskopartiges Bild, das in Form von Erinnerungsfetzen, E-Mails, Szenen, Dialogen, Listen, Notizen und Informationsk\u00e4sten eindrucksvoll die Zersplitterung von Identit\u00e4t und die damit einhergehenden unterschiedlichen Konfliktlinien aufzeige. Auf diese Weise \u00f6ffnet die Autorin ihren Leserinnen und Lesern neue gedankliche R\u00e4ume und verschafft ihnen ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Leseerlebnis.<\/p>\n<p>Claudia Voit, geboren 1991 in M\u00fcnchen, wird f\u00fcr ihr bisheriges \u00fcbersetzerisches Werk ausgezeichnet. Claudia Voit habe in den drei Jahren seit Aufnahme ihrer T\u00e4tigkeit 2019 bereits ein eindrucksvolles Werkverzeichnis mit Titeln j\u00fcngerer britischer und amerikanischer Autorinnen und Autoren vorgelegt, so die Jury. Voit verf\u00fcge \u00fcber ein bemerkenswertes Gesp\u00fcr f\u00fcr den modernen, oft lakonisch-unterk\u00fchlten Sound ihrer Originale: Ihre deutschen Fassungen der Essaysammlung \u201eGewissheiten\u201c von Maria Tumarkin (2021) und des Erz\u00e4hlbands \u201eObjekte der Begierde\u201c von Clare Sestanovich (2022) best\u00e4chen durch eine sehr zeitgem\u00e4\u00dfe, knappe und temporeiche Sprache, die allen idiomatischen Erfordernissen des Deutschen Gen\u00fcge tue, gleichzeitig aber auch die Einfl\u00fcsse des Englischen auf die Alltagssprache einer j\u00fcngeren Generation ber\u00fccksichtige. So werde sie sowohl der sprachwahrenden als auch der sprachwandelnden Rolle gerecht, die literarische \u00dcbersetzerinnen und \u00dcbersetzer im Idealfall erf\u00fcllen k\u00f6nnten. Sie zeige sich als empathische, kundige und f\u00e4hige Vertreterin ihrer Sprachgeneration.<\/p>\n<p>Quelle: stmwk.bayern.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen: Kunstf\u00f6rderpreise 2022 in der Sparte \u201eLiteratur\u201c f\u00fcr junge K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler Kunstminister Markus Blume gibt f\u00fcnf Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger bekannt \u2013 Blume: \u201eDie Kunstf\u00f6rderpreise 2022 pr\u00e4sentieren in der Sparte \u201aLiteratur\u2018 einen starken Jahrgang junger bayerischer Autorinnen und Autoren\u201c M\u00dcNCHEN. Den Kunstf\u00f6rderpreis in der Sparte \u201eLiteratur\u201c erhalten in diesem Jahr Jeff Chi aus N\u00fcrnberg f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":9432,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[78,71],"tags":[3763],"class_list":["post-15203","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bayern","category-menue","tag-kunstfoederpreis-2022"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15203"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15203\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15204,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15203\/revisions\/15204"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15203"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}