{"id":15150,"date":"2022-08-18T08:44:11","date_gmt":"2022-08-18T06:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15150"},"modified":"2022-08-18T08:44:11","modified_gmt":"2022-08-18T06:44:11","slug":"15150","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15150","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Wald naturnah bewirtschaften gegen Klimakrise und Biodiversit\u00e4tsverlust<br \/>\nParlamentarische Staatsekret\u00e4rinnen Hoffmann (BMUV) und Rottmann (BMEL) besuchen naturnahen Forstbetrieb in Brandenburg<\/p>\n<p>Die Folgen der Klimakrise machen unseren W\u00e4ldern zu schaffen. Sie werden durch zu wenig Regen und hohe Temperaturen geschw\u00e4cht. Besonders naturferne W\u00e4lder sind dadurch in den letzten Jahren anf\u00e4lliger f\u00fcr Sch\u00e4dlinge, Krankheiten und Br\u00e4nde geworden. Naturnah zu wirtschaften, ist deshalb wichtiger denn je. Denn nur so k\u00f6nnen wir den Wald als Ort unserer biologischen Vielfalt erhalten und fit machen f\u00fcr das ver\u00e4nderte Klima.<\/p>\n<p>Wald sch\u00fctzen und Wald nutzen, das kann erfolgreich Hand in Hand gehen. Wie genau das funktioniert, haben sich Dr. Bettina Hoffmann, Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin im Bundesumweltministerium, und Dr. Manuela Rottmann, Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin im Bundeslandwirtschaftsministerium, heute in einem Forstbetrieb im brandenburgischen Werneuchen angesehen. Ziel des Forstbetriebes ist es, Holz mit naturnaher Waldwirtschaft zu erzeugen. Der Forstbetrieb strebt an, W\u00e4lder mit hohen Anteilen standortheimischer Baumarten zu erhalten und zu entwickeln.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=8523\" rel=\"attachment wp-att-8523\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8523\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wald1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wald1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/wald1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin Dr. Manuela Rottmann: \u201eJeder Wald, den wir infolge der Klimakrise durch D\u00fcrre oder Waldbrand verlieren, ist ein Wald zu viel. Denn mit dem Wald geht unsere nat\u00fcrliche Klimaanlage ebenso verloren wie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie der wertvolle, nachwachsende Rohstoff Holz. Bei all den Sch\u00e4den, die wir in unseren W\u00e4ldern in Deutschland \u00fcber die letzten Jahre leider beobachten m\u00fcssen, stimmt mich der Besuch heute hoffnungsvoll. Wir sehen in Werneuchen, wie mit naturnaher Bewirtschaftung der Waldumbau erfolgreich gelingt. Statt auf Kiefernmonokulturen, wie sie zum Teil auch hier in Brandenburg noch typisch sind, setzt der Betrieb gezielt auf Mischwald f\u00fcr die n\u00e4chste Waldgeneration. Gut so! Denn der Umbau von reinen Nadelw\u00e4ldern ist wichtig, wenn es darum geht, unsere W\u00e4lder widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber den Risiken der Klimakrise zu machen. Wir unterst\u00fctzen die Waldbesitzenden mit gezielter F\u00f6rderung im gro\u00dfen Umfang beim \u00f6kologischem Waldumbau, sowie bei der Wiederbewaldung der Schadfl\u00e4chen mit klimaresilienten Mischw\u00e4ldern. Unsere W\u00e4lder werden damit zu Hotspots f\u00fcr Klimaschutz und Biodiversit\u00e4t!\u201c<\/p>\n<p>Auf der Exkursion besichtigten die Staatssekret\u00e4rinnen die verschiedenen Ma\u00dfnahmen, die der Inhaber des Forstbetriebes, Mathias Graf von Schwerin, f\u00fcr einen naturnahen Wald durchf\u00fchrt. Altbest\u00e4nde werden einzelstammweise genutzt. Totholz wird gef\u00f6rdert. Ausgew\u00e4hlte alte B\u00e4ume genie\u00dfen Schutz. Pflanzenschutzmittel werden nicht eingesetzt. Besonderen Wert legt Mathias Graf von Schwerin auf den Grundsatz \u201eWald vor Wild\u201c, denn nur angepasste Wildbest\u00e4nde erm\u00f6glichen die nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung. Gegen\u00fcber Pflanzungen hat die Naturverj\u00fcngung gerade in Zeiten, in denen D\u00fcrren zunehmen, entscheidende Vorteile. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Kohlenstoffspeicherung gelegt. So hebt der Betrieb durch Dauerwaldwirtschaft das Potential des Waldes als Klimaretter.<\/p>\n<p>Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin Dr. Bettina Hoffmann: \u201eIch bin beeindruckt, wie umsichtig und sehr gut durchdacht der Forstbetrieb mit seinem naturnahen Waldbaukonzept die aktuellen Herausforderungen angeht. Wie er den Wald als \u00d6kosystem akzeptiert, sch\u00fctzt und nutzt. Das Ergebnis kann man direkt sehen. Der Wald ist gr\u00fcner und feuchter, weil die unterschiedlich gro\u00dfen B\u00e4ume den Boden beschatten und Verdunstung vermeiden. So ist er gegen die Folgen der Klimakrise besser gewappnet. Naturverj\u00fcngung, alte h\u00f6hlenreiche B\u00e4ume und Totholz bieten Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Spechte, Flederm\u00e4use und Insekten. Genau das brauchen wir f\u00fcr unsere Wirtschaftsw\u00e4lder! Gesunde W\u00e4lder geh\u00f6ren zu unseren nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen und sichern diese dauerhaft. Sie sind Klimasch\u00fctzer, sorgen f\u00fcr einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, bieten Erholungsraum f\u00fcr uns Menschen und sind Hotspots biologischer Vielfalt. Daher ist die Entwicklung von naturfernen Forsten zu naturnahen klimaresilienten \u00d6kosystemen ein wichtiger Baustein der BMUV Waldpolitik.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Waldpolitik der Bundesregierung<\/p>\n<p>Finanzierung von \u00d6kosystemleistungen der W\u00e4lder<br \/>\nDas Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) investiert u.a. in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren 900 Millionen Euro in die Finanzierung von mehr Klimaschutz und mehr Biodiversit\u00e4t in den deutschen W\u00e4ldern. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die entsprechenden Mittel f\u00fcr das Jahr 2022 freigegeben. Die Umsetzung beginnt in diesem Jahr mit der Investition in klimaangepasstes Waldmanagement. Eine F\u00f6rderung k\u00f6nnen private und kommunale Waldbesitzende beantragen, die ihre W\u00e4lder nach genau festgelegten Kriterien oberhalb der gesetzlichen Anforderungen und oberhalb der Standards der forstlichen Zertifizierungssysteme bewirtschaften \u2013 und damit die Anpassung ihres Waldes an den Klimawandel verst\u00e4rken. So sind beispielsweise Kahlschl\u00e4ge verboten. Beim Aufbau neuer W\u00e4lder m\u00fcssen weitgehend standortheimische Baumarten verwendet werden. Und in gro\u00dfen W\u00e4ldern wird dort Raum f\u00fcr die nat\u00fcrliche Waldentwicklung gegeben, wo Holznutzung ausgeschlossen ist. Damit wird gleichzeitig die biologische Vielfalt in den W\u00e4ldern verbessert. Weitere Informationen finden Sie hier&lt;https:\/\/www.bmel.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2022\/93-wald-foerderprogramm.html&gt;.<\/p>\n<p>Hinzu kommen umfangreiche Mittel, die das Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) \u00fcber das Aktionsprogramm Nat\u00fcrlicher Klimaschutz (ANK) zur Verf\u00fcgung stellen wird. Das ANK wird im n\u00e4chsten Jahr aufgesetzt werden.<\/p>\n<p>Novellierung des Bundeswaldgesetzes<br \/>\nBei der Novellierung des Bundeswaldgesetzes ergibt sich aus dem Koalitionsvertrag der Auftrag, Rahmenbedingungen f\u00fcr einen Waldumbau hin zu artenreichen und klimaresilienten W\u00e4ldern mit \u00fcberwiegend heimischen Baumarten zu schaffen und dabei die Bewirtschaftung des Waldes einzubeziehen. Das Gesetz ist \u00fcber 40 Jahre alt und hat nur wenige \u00c4nderungen erfahren. Daher beabsichtigt die Bundesregierung, das Gesetz insgesamt an die neuen Herausforderungen anzupassen.<\/p>\n<p>Novellierung des Forstsch\u00e4den-Ausgleichsgesetz<br \/>\nDie zur\u00fcckliegenden Kalamit\u00e4ten infolge der Klimakrise haben gezeigt, dass das im Jahr 1969 in Kraft getretenen Forstsch\u00e4den-Ausgleichsgesetz den heutigen Erfordernissen nicht mehr gerecht wird. Auf Basis einer Evaluierung soll das Gesetz als Krisenreaktionsinstrument weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>Holzbauinitiative<br \/>\nBauen mit Holz aus nachhaltiger, \u00fcberwiegend heimischer Waldbewirtschaftung leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung endlicher Ressourcen. Im Koalitionsvertrag wurde deshalb die Umsetzung einer Holzbauinitiative vereinbart, deren Ziele und m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen zwischen Bundesministerium f\u00fcr Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), BMEL und BMUV abgestimmt werden. Zudem soll durch die verst\u00e4rkte F\u00f6rderung von Forschung, Innovation, Wissenstransfer und Bildung das klimafreundliche Bauen mit Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen vorangetrieben werden.<\/p>\n<p>Schutz von alten naturnahen Buchenw\u00e4ldern<br \/>\nLaut Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung das gemeinsame Ziel, \u201eden Einschlag in alten, naturnahen Buchenw\u00e4ldern in \u00f6ffentlichem Besitz zu stoppen\u201c. Umgesetzt werden soll dies in einem ersten Schritt auf den Fl\u00e4chen des Bundes als Vorreiter im Biodiversit\u00e4ts- und Klimaschutz in \u00f6ffentlichen W\u00e4ldern. Daran anschlie\u00dfend kann der Beitrag der anderen \u00f6ffentlichen Waldbesitzer, also der L\u00e4nder und Kommunen, \u00fcber eine \u201eAllianz der Freiwilligen\u201c umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Quelle: bmel.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Wald naturnah bewirtschaften gegen Klimakrise und Biodiversit\u00e4tsverlust Parlamentarische Staatsekret\u00e4rinnen Hoffmann (BMUV) und Rottmann (BMEL) besuchen naturnahen Forstbetrieb in Brandenburg Die Folgen der Klimakrise machen unseren W\u00e4ldern zu schaffen. Sie werden durch zu wenig Regen und hohe Temperaturen geschw\u00e4cht. Besonders naturferne W\u00e4lder sind dadurch in den letzten Jahren anf\u00e4lliger f\u00fcr Sch\u00e4dlinge, Krankheiten und Br\u00e4nde geworden. 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