{"id":15129,"date":"2022-08-09T08:44:35","date_gmt":"2022-08-09T06:44:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15129"},"modified":"2022-08-09T08:44:35","modified_gmt":"2022-08-09T06:44:35","slug":"tiermedizin-antibiotikaabgabe-sinkt-2021-deutlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15129","title":{"rendered":"Tiermedizin: Antibiotikaabgabe sinkt 2021 deutlich"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Tiermedizin: Antibiotikaabgabe sinkt 2021 deutlich<br \/>\nGesamtmenge der an Tier\u00e4rzt*innen abgegebenen Antibiotika hat sich gegen\u00fcber Vorjahr um 100 Tonnen verringert<\/p>\n<p>Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist im Jahr 2021 deutlich zur\u00fcckgegangen. Das meldet das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in seiner j\u00e4hrlichen Auswertung. Die Abgabemenge sank im Vergleich zum Vorjahr um 100 Tonnen auf 601 Tonnen (minus 14,3 Prozent). Betrachtet man den Zeitraum seit Beginn der Erfassung, im Jahr 2011, ist die abgegebene Antibiotikamenge um 65 Prozent gesunken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=12583\" rel=\"attachment wp-att-12583\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12583\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/rebhuhn1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/rebhuhn1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/rebhuhn1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erfreulich ist vor allem, dass die abgegebenen Mengen der f\u00fcr die Therapie beim Menschen kritisch wichtigen Fluorchinolone, Cephalosporine der 3. und 4. Generation und f\u00fcr Colistin auf den jeweils niedrigsten Wert seit 2011 sanken. In Zahlen:<br \/>\n\u2022 Die Abgabemenge der Fluorchinolone ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 0,8 Tonnen auf 5,6 Tonnen gesunken, das entspricht einer Reduktion von rd. 13 Prozent;<br \/>\n\u2022 die der Cephalosporine der 3. und 4. Generation auf 1,2 Tonnen (minus 0,098 Tonnen bzw. minus 7,7 Prozent).<br \/>\n\u2022 F\u00fcr Polypeptid-Antibiotika (hierbei handelt es sich \u00fcberwiegend um Colistin) ist die Abgabemenge ebenfalls gesunken (Ge\u00adsamtmenge im Jahr 2021 rund 51,3 Tonnen, minus 8,8 Tonnen bzw. minus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).<\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt die Staatssekret\u00e4rin im Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL), Silvia Bender: \u201eDie aktuellen Zahlen sind f\u00fcr uns Ansporn, den Einsatz von Antibiotika dauerhaft zu senken. Besonders der R\u00fcckgang der Abgabemengen f\u00fcr die sogenannten Reserveantibiotika ist zu begr\u00fc\u00dfen. Im Juli hat das Bundeskabinett die von Bundesminister Cem \u00d6zdemir vorgelegte \u00c4nderung des Tierarzneimittelgesetzes beschlossen. Damit sch\u00e4rfen wir das derzeit geltende Antibiotika-Minimierungskonzept nach. F\u00fcr Colistin, Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation wird zum Beispiel ein Wichtungsfaktor in das Antibiotika-Minimierungskonzept aufgenommen. F\u00fcr Tier\u00e4rzte und Tierhalter wird damit das Signal gesetzt, die Anwendung dieser Antibiotika mit kritischer Bedeutung auf das unvermeidbare Minimum zu reduzieren.\u201c<\/p>\n<p>Wie in den Vorjahren stellen Peni\u00adcilline und Tetrazykline den Hauptanteil der abgegebenen Antibiotika dar. Bei diesen Wirkstoff\u00adklassen ist im Vergleich zum Vorjahr eine Reduktion um rund 43 Tonnen (Penicilline) bzw. um rund 23 Tonnen (Tetra\u00adzykline) im Vergleich zum Vor\u00adjahr zu verzeichnen. Bei den Sulfonamiden betr\u00e4gt der R\u00fcckgang im Vergleich zum Vorjahr 1,7 Tonnen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen stellt eine globale Bedrohung dar, in der Human- und in der Veterin\u00e4rmedizin. Um der Verbreitung von Antibiotikaresistenzen (\u201eStille Pandemie\u201c) entgegenzuwirken, sind angesichts der grenz\u00fcberschreitenden Problematik neben nationalen auch europ\u00e4ische Vorschriften dringend notwendig. Das BMEL setzt sich deshalb aktuell auf EU-Ebene daf\u00fcr ein, dass im europ\u00e4ischen Tierarzneimittelrecht noch ausstehende Regelungen schnellstm\u00f6glich auf den Weg gebracht werden, die weitere europaweite Restriktionen f\u00fcr die Antibiotika-Anwendung bei Tieren vorsehen.<\/p>\n<p>Weitergehende Informationen<br \/>\nSeit dem Jahr 2011 sind pharmazeutische Unternehmen und Gro\u00dfh\u00e4ndler gesetzlich dazu verpflichtet, die Mengen an Antibiotika, die j\u00e4hrlich an Tier\u00e4rztinnen und Tier\u00e4rzte in Deutschland abgeben werden, zu melden &#8211; direkt an das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Gesamtabgabemenge l\u00e4sst sich nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der betreffenden Tierarzneimittel f\u00fcr mehrere Tierarten zugelassen ist. Ein Grund f\u00fcr die gesunkene Abgabemenge k\u00f6nnte der R\u00fcckgang der Tierzahlen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung insbesondere bei Schweinen sein.<\/p>\n<p>Weitere Informationen und Daten finden Sie auf der Seite&lt;http:\/\/www.bvl.bund.de\/tabelle_abgabemenge2021&gt; des BVL.<\/p>\n<p>Quelle: bmel.bund.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Tiermedizin: Antibiotikaabgabe sinkt 2021 deutlich Gesamtmenge der an Tier\u00e4rzt*innen abgegebenen Antibiotika hat sich gegen\u00fcber Vorjahr um 100 Tonnen verringert Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist im Jahr 2021 deutlich zur\u00fcckgegangen. Das meldet das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in seiner j\u00e4hrlichen Auswertung. 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