{"id":15008,"date":"2022-06-17T07:17:55","date_gmt":"2022-06-17T05:17:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15008"},"modified":"2023-12-11T09:13:09","modified_gmt":"2023-12-11T08:13:09","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=15008","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2022"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2022 1<\/p>\n<p>Die deutsche Wirtschaft hat sich nach dem Kriegs-Schock vorerst stabilisiert. Die Produktion<br \/>\nverzeichnete wieder einen leichten Anstieg, wird aber weiterhin von den Kriegsfolgen gebremst. Die<br \/>\nAuftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe waren erneut von Unsicherheit gepr\u00e4gt und gingen sp\u00fcrbar<br \/>\nzur\u00fcck. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich allerdings aufgehellt. Vor allem die Beurteilung<br \/>\nder aktuellen Lage war deutlich optimistischer, die Erwartungen blieben ged\u00e4mpft. Die Ums\u00e4tze im<br \/>\nEinzelhandel haben sich im April gegen\u00fcber dem Vormonat wieder deutlich verringert, nachdem sie im<br \/>\nM\u00e4rz gestiegen waren. Die Stimmung unter den Verbrauchern wird ma\u00dfgeblich von der Unsicherheit<br \/>\naufgrund des Kriegs in der Ukraine und der hohen Inflation getr\u00fcbt, was sich nicht so schnell<br \/>\n\u00e4ndern d\u00fcrfte. Die Inflationsrate erh\u00f6hte sich von April auf Mai um 0,4 Prozentpunkte auf 7,8 % und<br \/>\nlag damit auf einem Niveau wie zuletzt im Winter 1973\/74 w\u00e4hrend der ersten \u00d6lkrise. Die Preise f\u00fcr<br \/>\nEnergie trugen mit rund<br \/>\n4 Prozentpunkten am st\u00e4rksten zur hohen Inflationsrate bei. Nahezu<br \/>\n1 Prozentpunkt kam von dem Preisanstieg f\u00fcr Nahrungsmitteln. Die Kernrate, bei der diese beiden<br \/>\nvolatilen Preiskomponenten herausgerechnet werden, blieb allerdings unver\u00e4ndert bei 3,8 %. Der<br \/>\nArbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil, auch wenn die Dynamik am aktuellen Rand etwas nachl\u00e4sst. Im<br \/>\nMai ging die registrierte Arbeitslosigkeit saisonbereinigt erneut zur\u00fcck und die Erwerbst\u00e4tigkeit<br \/>\nhat im April saisonbereinigt merklich zugenommen. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag im M\u00e4rz<br \/>\nmit rund 0,55 Mio. Personen deutlich niedriger als im Vormonat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1513\" rel=\"attachment wp-att-1513\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1513\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik.jpeg 370w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nDIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT ZEIGT SICH ROBUST \u2013 AUSBLICK WEITER VON UNSICHERHEIT GEPR\u00c4GT<br \/>\nDie deutsche Wirtschaft hat sich nach der russischen Invasion der Ukraine vorerst stabilisiert. Die<br \/>\nersten verf\u00fcgbaren Indikatoren f\u00fcr den Berichtsmonat April entwickelten sich nach dem ersten<br \/>\nKriegs-Schock im M\u00e4rz uneinheitlich. Die Industrieproduktion war leicht aufw\u00e4rtsgerichtet, auch der<br \/>\ndeutsche Au\u00dfenhandel erholte sich. Dennoch ist die Unsicherheit seit Kriegsbeginn nach wie vor<br \/>\nhoch. Dies zeigte sich vor allem in den r\u00fcckl\u00e4ufigen Auftragseing\u00e4ngen im Verarbeitenden Gewerbe,<br \/>\naber auch die Einzelhandelsums\u00e4tze haben sich wieder deutlich verringert. Die hohe Inflation zehrt<br \/>\nan der Kaufkraft und d\u00e4mpft die Konsumstimmung, auch wenn sich die R\u00fccknahme von<br \/>\nCorona-Beschr\u00e4nkungen in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen &#8211; f\u00fcr sich genommen &#8211; positiv<br \/>\nauswirkte. Die umfragebasierten Stimmungsindikatoren hellten sich im Mai auf, das ifo<br \/>\nGesch\u00e4ftsklima stieg merklich an. Dabei verbesserte sich vor allem die Beurteilung der aktuellen<br \/>\nLage. Die Erwartungen ver\u00e4nderten sich kaum.<\/p>\n<p>Die Inflationsrate erh\u00f6hte sich im Mai nochmals und liegt nun mit 7,9 % auf einem Niveau wie<br \/>\nzuletzt im Winter 1973\/74 w\u00e4hrend der ersten \u00d6lkrise. Nach wie vor sind es vor allem die Preise f\u00fcr<br \/>\nEnergie, die die allgemeine Teuerung treiben, aber auch die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel nahmen im Mai<br \/>\nmerklich zu. Der Ausblick f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung steht damit weiter unter dem<br \/>\nVorzeichen der hohen Energiepreise, wobei der eingef\u00fchrte Tankrabatt f\u00fcr eine Entlastung in den<br \/>\nSommermonaten sorgen d\u00fcrfte. Die weitere Entwicklung ist jedoch auch von den Unsicherheiten<br \/>\naufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gepr\u00e4gt.<br \/>\nWELTWIRTSCHAFT ENTWICKELT SICH ZUR\u00dcCKHALTENDER<br \/>\nDie Weltwirtschaft wird weiterhin vom Krieg in der Ukraine beeinflusst.<br \/>\nDie weltweite Industrieproduktion war im M\u00e4rz mit -1,0 % gegen\u00fcber Vormonat r\u00fcckl\u00e4ufig. Auch der<br \/>\nWelthandel verringerte sich gegen\u00fcber Februar, wenn auch nur leicht (-0,2 %). Der<br \/>\nStimmungsindikator von S&amp;P Global (ehemals IHS Markit) spricht f\u00fcr eine leichte Erholung. Er stieg<br \/>\nim Mai auf 51,50 Punkte und lag damit weiterhin \u00fcber der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die<br \/>\nifo-Exporterwartungen waren ebenfalls etwas optimistischer als im Vormonat. Wegen der strikten<br \/>\nNull-Covid-Politik in China mit ihren weitreichenden Schlie\u00dfungen ganzer Ballungsr\u00e4ume stehen im<br \/>\nHafen von Shanghai immer noch rund 3 % der weltweiten Containerfrachtkapazit\u00e4t im Stau. Zwar gab es<br \/>\nin Shanghai zuletzt weitreichende Lockerungen, sollte es aber erneut zu Lockdowns solcher<br \/>\nGr\u00f6\u00dfenordnungen in China kommen, dann w\u00e4ren versch\u00e4rfte Lieferengp\u00e4sse und eine weitere<br \/>\nVerlangsamung des Welthandels nicht auszuschlie\u00dfen.<br \/>\nDEUTSCHER AUSSENHANDEL AUF ERHOLUNGSKURS<br \/>\nDer deutsche Au\u00dfenhandel hat sich im April von seinem kriegsbedingten R\u00fcckgang erholt. Die<br \/>\nnominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im April saisonbereinigt um 3,2 % gegen\u00fcber<br \/>\ndem Vormonat gewachsen. Die Ausfuhren haben damit einen Teil des R\u00fcckgangs im M\u00e4rz (-4,5 %)<br \/>\nwettgemacht. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein leichtes Plus von 0,3 %. Die Exportpreise sind<br \/>\nim April um 0,7 % gestiegen und d\u00fcrften die Waren-Exporte in realer Rechnung leicht d\u00e4mpfen.<br \/>\nAuch die Importe von Waren und Dienstleistungen legten im April nominal zu. Saisonbereinigt kam es<br \/>\nzu einem Anstieg um 1,7 %. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein kr\u00e4ftiges Plus von 8,3 %. Bei<br \/>\nnochmals gestiegenen Importpreisen im April (+1,7 %) d\u00fcrfte die reale Entwicklung schw\u00e4cher<br \/>\nausgefallen sein.<br \/>\nIm Berichtsmonat April hat sich der deutsche Au\u00dfenhandel mit Waren laut Statistischem Bundesamt<br \/>\ninsgesamt vom Effekt des Kriegs in der Ukraine erholt. Die erlassenen Sanktionen und<br \/>\nExportbeschr\u00e4nkungen sowie der freiwillige R\u00fcckzug aus dem Handel mit Russland hatten im Vormonat<br \/>\nma\u00dfgeblich zum Einbruch der Ausfuhren beigetragen. Die Waren-Exporte nach Russland sanken aber auch<br \/>\nim April nochmals deutlich um 10,0 %.<\/p>\n<p>Auch bei den Waren-Importen aus Russland zeigt sich ein deutlicher Effekt: Sie brachen um 16,4 %<br \/>\nein. Im Gegensatz zu den Exporten waren die Importe aus Russland im Vormonat noch relativ stabil<br \/>\ngeblieben. Aus Russland importiert Deutschland vor allem Energieg\u00fcter wie \u00d6l und Gas sowie<br \/>\nRohstoffe. Da diese G\u00fcter von den Sanktionen ausgenommen sind bzw. noch \u00dcbergangsfristen gelten<br \/>\nwurde der Handel hier zun\u00e4chst aufrechterhalten. Dass die Importe aus Russland nun so kr\u00e4ftig<br \/>\nzur\u00fcckgingen deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft Importe aus Russland zunehmend ersetzt<br \/>\nund unabh\u00e4ngiger von Russland wird.<\/p>\n<p>Vorl\u00e4ufige Entspannung zeigte sich im April bei den Einfuhren aus China: Trotz langem Lockdown in<br \/>\nShanghai und der Schiff-Staus im dortigen Hafen sind die Importe aus der Volksrepublik China um<br \/>\n12,3 % gestiegen. Die deutschen Ausfuhren nach China sanken hingegen um 4,5 %. Die im April<br \/>\ndeutlich reduzierte Zahl an Container-Abfertigungen im Hafen von Shanghai konnte sich seit Mitte<br \/>\nMai wieder erholen und liegt nun etwa auf dem Stand von Anfang Januar. Trotz der Lockerungen in<br \/>\nShanghai von Ende Mai k\u00f6nnte es mit Verz\u00f6gerung noch zu Engp\u00e4ssen in Deutschland kommen.<\/p>\n<p>Containerdaten des IfW Kiel deuten darauf hin, dass sich die Ein- und Ausfuhren im Mai relativ<br \/>\nstabil halten d\u00fcrften. Die ifo-Exporterwartungen konnten auch im Mai nochmal zulegen (+4,5<br \/>\nSaldenpunkte). Der Ausblick f\u00fcr den deutschen Au\u00dfenhandel in den kommenden Monaten f\u00e4llt somit<br \/>\noptimistischer aus als noch im Vormonat.<\/p>\n<p>PRODUKTION STEIGT \u2013 WEITERHIN ABER KRIEGSBEDINGT GED\u00c4MPFT<br \/>\nIm April stieg die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,7 % gegen\u00fcber dem Vormonat. W\u00e4hrend<br \/>\ndie Industrie ihren Aussto\u00df nur leicht anheben konnte (+0,3 %), erholte sich der Bereich Energie<br \/>\ndeutlicher von seinem Einbruch im M\u00e4rz (+16,1 %). Im Baugewerbe wurde die Produktion hingegen<br \/>\ngedrosselt (-2,1 %).<br \/>\nDie deutsche Industrieproduktion wird derzeit durch den russischen Angriffskrieg ged\u00e4mpft. Zum<br \/>\neinen ist Deutschland als exportorientiertes Land \u00fcberproportional von den Handelssanktionen<br \/>\ngegen\u00fcber Russland betroffen. Zum anderen ergibt sich durch gest\u00f6rte Lieferketten ein Mangel bei<br \/>\nwichtigen Vorleistungsg\u00fctern. Zu Beginn des Kriegs beeintr\u00e4chtigten fehlende Kabelb\u00e4ume den<br \/>\nKfz-Bereich, zuletzt erh\u00f6hte sich hier die Produktion im April nach sehr starken R\u00fcckgang im M\u00e4rz<br \/>\nwieder um 6,8 %. Der gewichtige Maschinenbau reduzierte seine Produktion hingegen um 1,0 %.<br \/>\nGenerell verteuern die hohen Preise f\u00fcr Strom, Gas und \u00d6l kurzfristig viele Produktionsprozesse .<br \/>\nIm energieintensiven Bereich \u201eGlas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden\u201c wurde<br \/>\ndie Produktion um 3,1 % gedrosselt. In der Metallerzeugung und -bearbeitung wurden die Einbu\u00dfen aus<br \/>\ndem Vormonat mit einer Steigerung um 2,3 % nur teilweise aufgeholt.<br \/>\nDer russische Krieg in der Ukraine sorgt nun neben der Steigerung von Energie- und Rohstoffpreisen<br \/>\nf\u00fcr Knappheiten f\u00fcr die Produktionsprozesse wichtiger Inputs. Der Ausblick ist derzeit durch gro\u00dfe<br \/>\nUnsicherheit gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund haben die Auftragseing\u00e4nge im April gegen\u00fcber dem Vormonat um 2,7 %<br \/>\nabgenommen. Dieser R\u00fcckgang markiert die dritte Abw\u00e4rtsbewegung in Folge. Zuletzt lagen die<br \/>\nAuftragseing\u00e4nge arbeitst\u00e4glich bereinigt deutlich niedriger als ein Jahr zuvor (-6,2 %). Die<br \/>\nAuftragslage ist allerdings nach wie vor au\u00dfergew\u00f6hnlich gut. Das geringere Ordervolumen wurde vor<br \/>\nallem von einer niedrigeren Nachfrage nach Investitionsg\u00fctern (-4,3 %), aber auch nach Konsumg\u00fctern<br \/>\n(-2,6 %) getrieben. Die Bestellungen von Vorleistungsg\u00fctern verringerte sich indes nur leicht (-0,3<br \/>\n%). Geografisch schl\u00e4gt ein sp\u00fcrbares Nachfrageminus aus dem Ausland von 4,0 % zu Buche (Euroraum<br \/>\n-5,6 %, Nicht-Euroraum -3,0 %). Bei den Bestellungen aus dem Inland kam es zu einer Abnahme um 0,9<br \/>\n%. Im gewichtigen Automobilbereich ergab sich ein Orderr\u00fcckgang um 8,6 %. Es gab allerdings auch<br \/>\neinzelne Branchen, die zunehmende Auftragseing\u00e4nge verzeichneten, wie der Maschinenbau (+3,8 %),<br \/>\ndie Bekleidungsindustrie (+7,7 %) und der Bereich Elektrischer Ausr\u00fcstungen (+1,3 %). Die Stimmung<br \/>\nim Verarbeitenden Gewerbe hellte sich im Mai gegen\u00fcber dem Vormonat erneut merklich auf. Vor allem<br \/>\ndie Gesch\u00e4ftserwartungen fielen optimistischer aus, w\u00e4hrend sich die Einsch\u00e4tzung der aktuellen<br \/>\nLage nur leicht verbesserte.<\/p>\n<p>EINZELHANDELSUMSATZ GEHT ZUR\u00dcCK, PREISE STEIGEN WEITER<br \/>\nIm Einzelhandel ohne Kfz haben sich die Ums\u00e4tze im April gegen\u00fcber dem Vormonat um 5,4 %<br \/>\nverringert, nachdem sie im M\u00e4rz um 0,9 % zugenommen hatten. Die Ums\u00e4tze lagen damit zuletzt um 0,3<br \/>\n% unter ihrem Niveau von einem Jahr zuvor. Dabei meldete der Handel Textilien, Bekleidung, Schuhen<br \/>\nund Lederwaren zwar ein Minus gegen\u00fcber dem Vormonat von 4,3 %, konnte allerdings gegen\u00fcber dem<br \/>\nVorjahresmonat ein hohes Plus von 123,4 % verbuchen. Der Internet- und Versandhandel erzielte im<br \/>\nApril gegen\u00fcber dem Vormonat einen Umsatzzuwachs von 5,4 %, w\u00e4hrend er im Vergleich zum<br \/>\nVorjahresmonat 9,6 % an Umsatz einb\u00fc\u00dfte. Bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es<br \/>\nim Mai zu einer Zunahme um 6,4 %, nachdem im Vormonat ein sp\u00fcrbarer R\u00fcckgang von 11,2 % verzeichnet<br \/>\nworden war.<\/p>\n<p>Die Stimmung unter den Konsumenten wird ma\u00dfgeblich durch den russischen Angriffskrieg in der<br \/>\nUkraine und die weiterhin hohe Inflation getr\u00fcbt. Die beiden g\u00e4ngigen Fr\u00fchindikatoren sprechen f\u00fcr<br \/>\neine massive Verunsicherung bei den privaten Verbrauchern: Das GfK Konsumklima d\u00fcrfte sich nach<br \/>\nseinem historischen Tiefststand im Mai nur geringf\u00fcgig aufgehellt haben. Auch die ifo<br \/>\nGesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel konnten im Mai per saldo nur leicht von einem sehr niedrigen<br \/>\nNiveau aus wieder etwas zulegen.<\/p>\n<p>Das Niveau der Verbraucherpreise hat sich im Mai gegen\u00fcber dem Vormonat voraussichtlich um 0,9 %<br \/>\nund damit den sechsten Monat in Folge erh\u00f6ht. Energie verteuerte sich zuletzt wieder (+2,8 %),<br \/>\nnachdem sie sich im April verbilligte (-3,1 %). Die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel nahmen im Mai sp\u00fcrbar<br \/>\nzu (+2,1 %; April: +3,6 %). Die Inflationsrate, also die Entwicklung des Preisniveaus binnen<br \/>\nJahresfrist, legte im Mail sp\u00fcrbar um weitere 0,4 Prozentpunkte auf 7,9 % zu, w\u00e4hrend sie zu Beginn<br \/>\ndes Jahres noch unter 5 % gelegen hatte. Auf einem \u00e4hnlich hohen Niveau lag die Inflationsrate<br \/>\nzuletzt w\u00e4hrend der ersten \u00d6lkrise im Winter 1973\/1974. Vor allem die Preise f\u00fcr Energie treiben<br \/>\ndie Inflation; sie haben sich im Zuge des russischen Kriegs in der Ukraine kr\u00e4ftig erh\u00f6ht. So geht<br \/>\netwa die H\u00e4lfte der Inflationsrate auf das Konto der Energietr\u00e4ger zur\u00fcck (rd. 4 Prozentpunkte);<br \/>\nsie verteuerten sich gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat um 38,3 %. F\u00fcr den Berichtsmonat Juni ist u. a.<br \/>\naufgrund des Tankrabatts mit einem d\u00e4mpfenden Effekt auf den Preisanstieg zu rechnen. Auch<br \/>\nNahrungsmittel trugen merklich zur hohen Inflationsrate mit bei (nahezu 1 Prozentpunkt); hier lag<br \/>\ndie j\u00e4hrliche Zuwachsrate bei 11,1 %. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel)<br \/>\nbefand im Mai allerdings unver\u00e4ndert bei 3,8 %, zu Beginn des Jahres hatte sie jedoch noch unter 3<br \/>\n% gelegen. Eine rasche Entspannung des derzeit zu beobachtenden Inflationsdrucks ist angesichts der<br \/>\nUnsicherheiten aufgrund des Kriegs Russlands in der Ukraine nicht absehbar.<br \/>\nARBEITSMARKT BLEIBT STABIL, DYNAMIK SCHW\u00c4CHT SICH ETWAS AB<br \/>\nDer Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil, auch wenn die Dynamik am aktuellen Rand etwas nachl\u00e4sst.<br \/>\nDie registrierte Arbeitslosigkeit und Unterbesch\u00e4ftigung gingen im Mai saisonbereinigt geringf\u00fcgig<br \/>\nzur\u00fcck und verringerten sich um 4.000 bzw. 5.000 Personen. Damit hat sich die Abgangszahl etwas<br \/>\nabgeschw\u00e4cht. Weil im Winter weniger Arbeitslosigkeit aufgebaut wurde, f\u00e4llt die Fr\u00fchjahrsbelebung<br \/>\nnun etwas schw\u00e4cher aus. In Ursprungswerten verringerte sich die registrierte Arbeitslosigkeit um<br \/>\n50.000 auf 2,26 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 428.000 Personen weniger<br \/>\narbeitslos gemeldet. Auch bei Erwerbst\u00e4tigkeit und sozialversicherungspflichtiger Besch\u00e4ftigung<br \/>\nsetzte sich der bisherige positive Verlauf weiter fort. Die Erwerbst\u00e4tigkeit erh\u00f6hte sich im April<br \/>\nsaisonbereinigt um 55.000 Personen. In Ursprungswerten waren damit 45,4 Millionen Menschen<br \/>\nerwerbst\u00e4tig, 771.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Auch die sozialversicherungspflichtige<br \/>\nBesch\u00e4ftigung wuchs im M\u00e4rz merklich um 31.000 Personen gegen\u00fcber dem Vormonat. Die Inanspruchnahme<br \/>\nder Kurzarbeit lag im M\u00e4rz mit rund 0,55 Mio. Personen deutlich niedriger als im Vormonat. Die<br \/>\nAnzeigen der Kurzarbeit waren auch im Mai r\u00fcckl\u00e4ufig und deuten auf einen weiteren Abbau hin. Die<br \/>\nAnzeigen konzentrieren sich nun wieder auf das Produzierende Gewerbe. In den konsumnahen<br \/>\nDienstleistungen spielt die Kurzarbeit nach den Lockerungen nur noch eine geringe Rolle. Die<br \/>\nFr\u00fchindikatoren lassen eine weiterhin g\u00fcnstige Entwicklung des Arbeitsmarkts erwarten. Die<br \/>\nNachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften ist weiter auf hohem Niveau. Im Juni k\u00f6nnte sich trotzdem ein<br \/>\nleichter Anstieg bei der registrierten Arbeitslosigkeit zeigen. Dazu d\u00fcrfte ma\u00dfgeblich die<br \/>\nFluchtmigration der vergangenen Monate beitragen.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[1] In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 10. Juni 2022 vorlagen. Soweit nicht anders<br \/>\nvermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2022\/20220613-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2022.html<br \/>\n______________<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2022 1 Die deutsche Wirtschaft hat sich nach dem Kriegs-Schock vorerst stabilisiert. Die Produktion verzeichnete wieder einen leichten Anstieg, wird aber weiterhin von den Kriegsfolgen gebremst. Die Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe waren erneut von Unsicherheit gepr\u00e4gt und gingen sp\u00fcrbar zur\u00fcck. 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