{"id":14873,"date":"2022-04-16T08:16:00","date_gmt":"2022-04-16T06:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14873"},"modified":"2022-04-16T08:16:00","modified_gmt":"2022-04-16T06:16:00","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-april-2022-neue-prognosen-fuer-die-deutsche-konjunktur1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14873","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2022 &#8211; neue Prognosen f\u00fcr die deutsche Konjunktur[1]"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2022 &#8211; neue Prognosen f\u00fcr die deutsche<br \/>\nKonjunktur[1]<\/p>\n<p>russische Angriffskrieg in der Ukraine birgt substanzielle Risiken f\u00fcr die deutsche Konjunktur.<br \/>\nDie Auswirkungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nur schwer beziffern. Sie h\u00e4ngen stark<br \/>\nvon der Dauer und der Intensit\u00e4t des Kriegs ab. Seit Beginn der milit\u00e4rischen Invasion hat es<br \/>\nextreme Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen gegeben. Auch Handelsstr\u00f6me und<br \/>\nLieferkettenbeziehungen werden beeintr\u00e4chtigt. Die Unsicherheit \u00fcber die weitere wirtschaftliche<br \/>\nEntwicklung bleibt entsprechend hoch. Da die g\u00e4ngigen Konjunkturindikatoren mit einem zeitlichen<br \/>\nVerzug von ein bis zwei Monaten ver\u00f6ffentlicht werden, ist der Krieg in der Ukraine in ihnen<br \/>\nbislang kaum abgebildet. Zuletzt (also mit Berichtsmonat Februar) zeigten die Indikatoren eine<br \/>\nuneinheitliche Industriekonjunktur, w\u00e4hrend die Entwicklung der Dienstleistungsbereiche weiterhin<br \/>\ndurch den Pandemieverlauf gepr\u00e4gt war. Sowohl in der Industrie als auch im Baugewerbe entwickelte<br \/>\nsich die Produktion im Februar schwach (+0,1 % bzw. -0,7 %). Auch die Auftragseing\u00e4nge im<br \/>\nVerarbeitenden Gewerbe gingen zur\u00fcck (-2,2 %). Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sind in<br \/>\ndiesen Daten allerdings noch kaum enthalten. F\u00fcr die kommenden Monate f\u00e4llt der Ausblick somit<br \/>\nged\u00e4mpft aus. Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel sind im Februar trotz weiterhin geltender 2G-Regeln<br \/>\nleicht gestiegen. Das Vorkrisenniveau vom Februar 2020 wurde zuletzt wieder sp\u00fcrbar \u00fcberschritten.<br \/>\nIn den kommenden Monaten d\u00fcrften die von den Energiepreisen getriebene Inflationsrate und die<br \/>\nVerunsicherung durch die russische Intervention in der Ukraine den privaten Konsum belasten. Die<br \/>\nInflationsrate stieg von zuvor 5,1 % auf 7,3 % im M\u00e4rz an. Die Preise f\u00fcr Energie, aber auch f\u00fcr<br \/>\nNahrungsmittel trugen ma\u00dfgeblich zu dem sp\u00fcrbar verst\u00e4rkten Auftrieb des Preisniveaus bei. Die<br \/>\nKernrate, bei der diese beiden volatilen Preiskomponenten herausgerechnet werden, legte indes<br \/>\nweitaus schw\u00e4cher zu. Am Arbeitsmarkt hielt die positive Entwicklung im M\u00e4rz an. Der russische<br \/>\nAngriff auf die Ukraine macht sich in den Daten bislang nicht bemerkbar. Im M\u00e4rz ging die<br \/>\nregistrierte Arbeitslosigkeit saisonbereinigt erneut zur\u00fcck und die Erwerbst\u00e4tigkeit hat im Februar<br \/>\nsaisonbereinigt abermals merklich zugenommen. Die Kurzarbeit ging im Januar weiter leicht auf rd.<br \/>\n0,65 Mio. Personen zur\u00fcck. Die Gemeinschaftsdiagnose und der Sachverst\u00e4ndigenrat haben erste<br \/>\nEinsch\u00e4tzungen zu den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in aktuellen Prognosen erarbeitet.<br \/>\nDie weitere konjunkturelle Entwicklung ist gegenw\u00e4rtig von sehr gro\u00dfer Unsicherheit \u00fcber den<br \/>\nweiteren Verlauf des Krieges gepr\u00e4gt.<br \/>\nSTAGNIERENDE INDUSTRIEKONJUNKTUR MIT UNKLAREN AUSSICHTEN<br \/>\nDie wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 steht seit Ende Februar ganz im Zeichen des russischen<br \/>\nAngriffskriegs in der Ukraine. In den meisten Konjunkturindikatoren ist der Effekt des Krieges noch<br \/>\nnicht abzulesen, da diese mit einer Verz\u00f6gerung von ein bis zwei Monaten ver\u00f6ffentlicht werden. Im<br \/>\naktuellen Berichtsmonat Februar ergab sich ein gemischtes Bild: Die Industrieproduktion bewegte<br \/>\nsich lediglich seitw\u00e4rts, die Auftragseing\u00e4nge gingen sp\u00fcrbar zur\u00fcck. Daf\u00fcr konnte sich der<br \/>\nAu\u00dfenhandel nach einem schwachen Start ins erste Quartal wieder erholen. Auch die<br \/>\nEinzelhandelsums\u00e4tze legten trotz anhaltender Beschr\u00e4nkungen aufgrund der Corona-Pandemie leicht<br \/>\nzu. Dennoch bleiben viele Fragen offen: Wie machen sich die gegen\u00fcber Russland erlassenen<br \/>\nSanktionen im Au\u00dfenhandel bemerkbar? Welchen Effekt haben die hohen Energiepreise und m\u00f6gliche neue<br \/>\nLieferengp\u00e4sse auf die Produktion? Und wie gehen Konsumenten und Investoren mit der gestiegenen<br \/>\nUnsicherheit um? Erste Antworten wird es im n\u00e4chsten Monat geben, in dem erstmals harte<br \/>\nKonjunkturindikatoren f\u00fcr den Berichtsmonat M\u00e4rz vorgelegt werden.<br \/>\nAktuell gibt es lediglich umfragebasierte Stimmungsindikatoren. So ist das ifo Gesch\u00e4ftsklima im<br \/>\nM\u00e4rz deutlich zur\u00fcckgegangen. Dies war jedoch zuvorderst auf die stark r\u00fcckl\u00e4ufigen<br \/>\nGesch\u00e4ftserwartungen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen kaum schlechter<br \/>\nals im Vormonat. Demgegen\u00fcber zeigte der Einkaufsmanagerindex eine merklich geringere Reaktion auf<br \/>\nden russischen Krieg im Monat M\u00e4rz.<br \/>\nEin Grund zur Sorge bleibt jedoch die Inflationsrate: Sie lag im M\u00e4rz 2022 bei 7,3 %, ma\u00dfgeblich<br \/>\ngetrieben durch eine explosive Zunahme der Energiepreise infolge des Kriegsausbruchs am 24. Februar<br \/>\n2022. Die weitere Preisniveauentwicklung l\u00e4sst sich kaum verl\u00e4sslich vorhersagen, weil weder die<br \/>\nDauer noch Ausgang des Krieges zurzeit absehbar sind. Da Deutschland gro\u00dfe Teile seines Gasbedarfs<br \/>\naus Russland importiert, besteht hier ein hohes Risiko f\u00fcr die Preisniveauentwicklung f\u00fcr diesen<br \/>\nEnergietr\u00e4ger. Zwar haben sich die Gaspreise im M\u00e4rz wieder r\u00fcckl\u00e4ufig entwickelt, allerdings<br \/>\nausgehend von einem bereits sehr hohen Niveau im Vorfeld des russischen Angriffskriegs. Aktuell<br \/>\nliegen sie immer noch mehr als vier Mal so hoch wie ihr langj\u00e4hriger Durchschnitt. Deutschland wird<br \/>\nim Jahr 2022 deutlich mehr f\u00fcr Energie zahlen m\u00fcssen als in den Vorjahren.<br \/>\nWELTWIRTSCHAFT LEGT BIS ZULETZT WEITER ZU<br \/>\nAus der Weltwirtschaft kamen bis vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine noch positive Signale. So<br \/>\nstieg die weltweite Industrieproduktion im Januar um 1,8 %. Der Welthandel stagnierte im gleichen<br \/>\nMonat, nachdem allerdings substanzielle Zuw\u00e4chse in den drei Vormonaten zu beobachten waren. Auch<br \/>\nder Stimmungsindikator von S&amp;P Global (ehemals IHS Markit) konnte im Februar nochmal zulegen und<br \/>\nlag mit 53,4 Punkten \u00fcber der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.<br \/>\nDEUTSCHER AUSSENHANDEL: EXPANSION MIT UNSICHEREN AUSSICHTEN<br \/>\nIm letzten Monat vor Kriegsausbruch hat der deutsche Au\u00dfenhandel nochmal kr\u00e4ftig expandiert. Die<br \/>\nnominalen Waren-Ausfuhren sind im Februar saisonbereinigt um 6,4 % gegen\u00fcber dem Vormonat<br \/>\ngestiegen. Nach einem schwachen Januar bleibt im Zweimonatsvergleich noch ein Plus von 0,8 %<br \/>\nbestehen. Da die Ausfuhrpreise im Februar um 1,0 % stiegen, d\u00fcrfte der reale Anstieg der<br \/>\nWaren-Ausfuhren etwas geringer ausgefallen sein.<br \/>\nParallel zur Entwicklung der Ausfuhren legten auch die nominalen Waren- Einfuhren im Februar<br \/>\ndeutlich zu. Saisonbereinigt kam es zu einem Anstieg um 4,5 %. Auch hier sorgt das kr\u00e4ftige Minus<br \/>\ndes Vormonats f\u00fcr einen nahezu kontanten Zweimonatsvergleich (+0,1 %). Bei erheblich gestiegenen<br \/>\nEinfuhrpreisen d\u00fcrfte die reale Entwicklung schw\u00e4cher ausgefallen sein.<br \/>\nAllerdings ist zu erwarten, dass diese positive Grunddynamik durch den russischen Angriffskrieg in<br \/>\nder Ukraine einen deutlichen D\u00e4mpfer erh\u00e4lt. Bereits im Februar sanken die deutschen Ex- und<br \/>\nImporte nach bzw. aus Russland entgegen dem allgemeinen positiven Trend um -6,3 % und -7,3 %. Durch<br \/>\ndie erlassenen Sanktionen wird Russland mehr oder weniger vom weltweiten Handel abgekoppelt,<br \/>\nwodurch neue Lieferengp\u00e4sse und Knappheiten bei bestimmten Rohstoffen entstehen k\u00f6nnten. Insgesamt<br \/>\nist die Unsicherheit massiv gestiegen. Die ersten harten Daten, die den Effekt der Sanktionen auf<br \/>\ndie deutschen Ein- und Ausfuhren umfassen, werden erst Anfang Mai ver\u00f6ffentlicht. Am aktuellen Rand<br \/>\ngibt es nur Stimmungsindikatoren. So sind die ifo Exporterwartungen im M\u00e4rz um 19,3 Saldenpunkte<br \/>\neingebrochen. Zum Vergleich: W\u00e4hrend des ersten Corona-Lockdowns im Fr\u00fchjahr 2020 brachen die ifo<br \/>\nExporterwartungen innerhalb von zwei Monaten um rund 50 Saldenpunkte ein. Auch der S&amp;P Global\/BME<br \/>\nEinkaufsmanagerindex gab im M\u00e4rz deutlich nach und sank auf ein 18-Monats-Tief.<br \/>\nDer Krieg in der Ukraine geht f\u00fcr Deutschland vor allem mit stark steigenden Einfuhrpreisen einher.<br \/>\nIm Gesamtjahr 2022 d\u00fcrften sich die Terms of Trade (Verh\u00e4ltnis von Export- zu Importpreisen;<br \/>\n\u201ereales Austauschverh\u00e4ltnis\u201c) daher deutlich verschlechtern, auch der Leistungsbilanz\u00fcberschuss<br \/>\nd\u00fcrfte angesichts h\u00f6herer Kosten f\u00fcr Energieimporte geringer ausfallen. Der Ausblick f\u00fcr den<br \/>\ndeutschen Au\u00dfenhandel hat sich in der Folge des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine merklich<br \/>\neingetr\u00fcbt.<br \/>\nINDUSTRIEKONJUNKTUR KURZ VOR KRIEGSAUSBRUCH SEITW\u00c4RTS GERICHTET<br \/>\nDie Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm im Februar im Vormonatsvergleich lediglich um 0,2 %<br \/>\nzu. Dabei kam es im Baugewerbe nach dem kr\u00e4ftigen Anstieg im Januar (+5,9 %) nun zu einem R\u00fcckgang<br \/>\num 0,7%. Dieser wurde vor allem durch einen kr\u00e4ftigen Anstieg der Energieproduktion kompensiert,<br \/>\ndie infolge des st\u00fcrmischen Februars ein Plus von 4,9% verzeichnete. Die Industrieproduktion zeigte<br \/>\nmit einer Zuwachsrate von 0,1% eine quasi-Stagnation. Der Aussto\u00df in den gewichtigen Bereichen<br \/>\nMaschinenbau (-2,1 %) sowie Kfz &amp; Kfz-Teile (-1,3 %) ging allerdings merklich zur\u00fcck. Zuw\u00e4chse in<br \/>\nden Bereichen Pharmazeutische Erzeugnisse (+15,6 %) und elektrische Ausr\u00fcstungen (+1,4 %) wirkten<br \/>\ndem allerdings entgegen.<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe gingen im Februar gegen\u00fcber dem Vormonat um 2,2 %<br \/>\nzur\u00fcck und beenden damit die seit Oktober vorherrschende Aufw\u00e4rtsentwicklung. Dabei ging vor allem<br \/>\ndie Nachfrage nach Investitions- (-2,8 %) und Vorleistungsg\u00fctern (-1,9 %) zur\u00fcck, w\u00e4hrend die<br \/>\nBestellungen von Konsumg\u00fctern (+0,7 %) den insgesamt resultierenden R\u00fcckgang etwas abfedern<br \/>\nkonnten.<br \/>\nDas Minus entstammte vorwiegend aus dem Ausland und dabei in \u00e4hnlichem Ma\u00dfe aus L\u00e4ndern der<br \/>\nEurozone (-3,3 %) und L\u00e4ndern aus dem Nicht-Euroraum (-3,4%). Besonders hohe R\u00fcckg\u00e4nge der<br \/>\nBestellungen verzeichneten die Bereiche Chemie (-4,9%), Metallerzeugnisse (-22,3%), Maschinenbau<br \/>\n(-5,3%) und Kfz &amp; Kfz-Teile Bereich (-3,4%). Insgesamt bewegt sich der Auftragsbestand aber immer<br \/>\nnoch auf sehr hohem Niveau. Zusammen mit der nahezu unver\u00e4nderten Produktion deutet der R\u00fcckgang<br \/>\nder Auftragseing\u00e4nge eine Abk\u00fchlung der Industriekonjunktur an. Angesichts des russischen<br \/>\nAngriffskriegs in der Ukraine d\u00fcrfte diese in den kommenden Monaten noch ged\u00e4mpfter verlaufen.<br \/>\nEINZELHANDELSUMSATZ LEICHT GESTIEGEN<br \/>\nIm Einzelhandel ohne Kfz sind die Ums\u00e4tze im Februar gegen\u00fcber dem Vormonat trotz weiterhin<br \/>\ngeltender 2G-Regeln voraussichtlich um 0,3 % gestiegen, nachdem sie im Januar stagnierten (0,0 %).<br \/>\nSie waren im Dezember 2020 wegen versch\u00e4rfter Regelungen um 2,3 % zur\u00fcckgegangen. Der Dezemberwert<br \/>\nwurde damit vom Statistischen Bundesamt kr\u00e4ftig aufw\u00e4rtsrevidiert. Die Ums\u00e4tze lagen damit zuletzt<br \/>\num 4,4 % \u00fcber ihrem Niveau im Vorkrisenmonat Februar 2020. Bei den Neuzulassungen von Pkw durch<br \/>\nprivate Halter kam es im M\u00e4rz zu einem kr\u00e4ftigen R\u00fcckgang um 18,3 %, nachdem auch die Entwicklung<br \/>\nin den beiden Vormonaten schwach war.<br \/>\nW\u00e4hrend bislang vor allem der Pandemieverlauf die Entwicklung des privaten Verbrauchs belastet hat,<br \/>\ntreten nun die hohe Inflation und die Ungewissheit aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs in den<br \/>\nVordergrund. Die beiden g\u00e4ngigen Fr\u00fchindikatoren zeigen, dass sich die Verunsicherung bei den<br \/>\nprivaten Verbraucher massiv verst\u00e4rkt hat: So haben sich die ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im<br \/>\nEinzelhandel im M\u00e4rz per saldo kr\u00e4ftig eingetr\u00fcbt. Auch beim GfK Konsumklima wird f\u00fcr April eine<br \/>\nerhebliche Beeintr\u00e4chtigung prognostiziert.<\/p>\n<p>stat<a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><br \/>\nDas Niveau der Verbraucherpreise hat sich im M\u00e4rz gegen\u00fcber dem Vormonat kr\u00e4ftig um 2,5 % erh\u00f6ht<br \/>\n(Februar: +0,9 %). Die Inflationsrate, also die Preisniveauentwicklung gegen\u00fcber dem Vorjahr,<br \/>\nerh\u00f6hte sich im M\u00e4rz um 2,2 Prozentpunkte auf 7,3 %. Ausschlaggebend hierf\u00fcr sind insbesondere<br \/>\ndeutliche Steigerungen bei den Preisen f\u00fcr Energie (+39,5 %; zuvor +22,5 %) und auch bei<br \/>\nNahrungsmitteln (+6,2 %; zuvor +5,3 %). Die weitere Entwicklung des Russland-Ukraine-Kriegs wird<br \/>\ndie Energiepreise ma\u00dfgeblich beeinflussen. So ist der Preis f\u00fcr Roh\u00f6l, einer der ma\u00dfgeblichen<br \/>\nIndikatoren, vor dem Hintergrund des russischen Einmarschs in die Ukraine zun\u00e4chst auf fast 130<br \/>\nUS-Dollar je Barrel geklettert, aktuell liegt dieser bei rund 100 US-Dollar je Barrel. Dies sind<br \/>\nH\u00f6chstst\u00e4nde, die seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007\/08 nicht mehr beobachtet wurden. Eine<br \/>\nrasche Entspannung ist aktuell nicht absehbar. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und<br \/>\nNahrungsmittel) lag im M\u00e4rz bei 3,4 %.<br \/>\nPOSITIVE TENDENZ AM ARBEITSMARKT H\u00c4LT AUCH IM M\u00c4RZ AN<br \/>\nAm Arbeitsmarkt ist bislang unbeeindruckt vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die Folgen<br \/>\ndes Kriegs d\u00fcrften sich erst mit Zeitverz\u00f6gerung zeigen. Arbeitslosigkeit und Unterbesch\u00e4ftigung<br \/>\ngingen auch im M\u00e4rz saisonbereinigt erneut um 18.000 bzw. 23.000 Personen zur\u00fcck. In<br \/>\nUrsprungswerten verringerte sich die registrierte Arbeitslosigkeit um 66.000 auf 2,36 Mio.<br \/>\nPersonen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 465.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch<br \/>\nbei Erwerbst\u00e4tigkeit und sozialversicherungspflichtiger Besch\u00e4ftigung setzte sich der bisherige<br \/>\npositive Verlauf fort. Die Erwerbst\u00e4tigkeit expandierte im Februar saisonbereinigt merklich um<br \/>\n34.000 Personen. In Ursprungswerten waren damit 45,1 Millionen Menschen erwerbst\u00e4tig, 678.000<br \/>\nPersonen mehr als im Vorjahresmonat. Im Januar erh\u00f6hte sich die sozialversicherungspflichtige<br \/>\nBesch\u00e4ftigung deutlich um 71.000 Personen gegen\u00fcber dem Vormonat. Die Kurzarbeit ging laut<br \/>\nHochrechnungen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA) im Januar erneut leicht zur\u00fcck und lag bei rund<br \/>\n0,65 Millionen Personen. Beim wichtigen Indikator der Kurzarbeit- Anzeigen kam es im M\u00e4rz zu einer<br \/>\ndeutlichen Untererfassung wegen der kurzfristigen Verl\u00e4ngerung der Kurzarbeits-Regelungen, dieser<br \/>\nhat daher in diesem Monat praktisch keine Aussagekraft. Zu erwarten ist aber ein moderater Anstieg.<br \/>\nDie Fr\u00fchindikatoren von ifo und IAB lassen eine weiterhin robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt ohne<br \/>\neinen nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit erwarten. Das ifo-Barometer signalisiert<br \/>\nallerdings eine verminderte Einstellungsbereitschaft der Unternehmen und spiegelt damit einmal mehr<br \/>\ndie hohe Unsicherheit in der Wirtschaft seit Kriegsbeginn wider. Bei den Arbeitsagenturen fiel der<br \/>\nZugang an gemeldeten Stellen dementsprechend schwach aus, der Bestand an offenen Stellen liegt aber<br \/>\nweiter auf einem H\u00f6chststand. Daher ist zu erwarten, dass sich die robuste Entwicklung am<br \/>\nArbeitsmarkt zun\u00e4chst fortsetzt, wenn auch mit etwas verminderter Dynamik.<br \/>\nAKTUELLE KONJUNKTURPROGNOSEN<br \/>\nDie Gemeinschaftsdiagnose (DIW Berlin, ifo M\u00fcnchen, IfW Kiel, IWH Halle und RWI Essen) sowie der<br \/>\nSachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben vor kurzem ihre<br \/>\nFr\u00fchjahrsprojektionen vorgelegt.<br \/>\nDie Gemeinschaftsdiagnose erwartet in diesem Jahr einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 %<br \/>\nund im kommenden Jahr um 3,1 %. Mit der nun abflauenden Pandemie w\u00e4re es f\u00fcr sich genommen zu einer<br \/>\nkr\u00e4ftigen Konjunkturerholung gekommen. Diese Erholung wird nun aber durch den Ausbruch des Kriegs<br \/>\nin der Ukraine zun\u00e4chst gebremst. Das Vorkrisenniveau der Wirtschaftsleistung wird demnach erst im<br \/>\ndritten Quartal des laufenden Jahres wieder erreicht. Die Verbraucherpreise legen im Jahr 2022 mit<br \/>\n+6,1 % so kr\u00e4ftig zu wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr. Im Jahr 2023 bleibt die Inflationsrate<br \/>\nmit +2,8 % deutlich \u00fcber der durchschnittlichen Rate seit der Wiedervereinigung. Ein gro\u00dfes Risiko<br \/>\nf\u00fcr die Prognose geht vom weiteren Verlauf des milit\u00e4rischen Konflikts in der Ukraine und den<br \/>\npolitischen Konsequenzen aus. Aus diesem Grund haben die Wirtschaftsforschungsinstitute f\u00fcr das<br \/>\nalternative Szenario eines sofortigen Embargos von Erd\u00f6l und Erdgas f\u00fcr die Lieferungen von<br \/>\nRussland in die Europ\u00e4ische Union analysiert. In diesem Fall ger\u00e4t die deutsche Wirtschaft in eine<br \/>\nschwere Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt gingen in diesem Jahr nur noch um 1,9 % wachsen und im<br \/>\nkommenden Jahr um 2,2 % zur\u00fcck. Die Inflationsrate w\u00fcrde mit +7,3 % im Jahr 2022 und +6,5 % ihre<br \/>\nhohen Werte aus dem Basisszenario nochmals deutlich \u00fcbersteigen.<br \/>\nAuch der Sachverst\u00e4ndigenrat hat seine Wachstumsprognose f\u00fcr das Jahr 2022 deutlich auf +1,8 % nach<br \/>\nunten korrigiert, w\u00e4hrend er im Herbst noch von einem deutlichen Zuwachs von 4,6 % ausgegangen war.<br \/>\nAls Gr\u00fcnde nennt er das Pandemiegeschehen, die stark gestiegenen Preise f\u00fcr Rohstoffe und Energie<br \/>\nsowie den Ausbruch des Kriegs in der Ukraine. Die Inflationsrate wird nach Einsch\u00e4tzung des Rates<br \/>\nim Jahr 2022 bei +6,1 % liegen (Jahresgutachten 2021: 2,6 %) und im n\u00e4chsten Jahr wieder auf +3,4 %<br \/>\nzur\u00fcckgehen. Neben den stark gestiegenen Energiepreisen verweist der Rat hier auch auf einen<br \/>\ngewissen Lohndruck und steigende Nahrungsmittelpreise. Die Notierungen an den Terminm\u00e4rkten f\u00fcr \u00d6l<br \/>\nund Gas (Futures) deuteten jedoch darauf hin, dass sich der Preisdruck bei Energie im Jahresverlauf<br \/>\nabschw\u00e4chen wird.<br \/>\nDie neuen Prognosen der Gemeinschaftsdiagnose und des Sachverst\u00e4ndigenrates sind erste<br \/>\nEinsch\u00e4tzungen, die die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in aktuellen Prognosen<br \/>\nverarbeiten. Die konjunkturelle Entwicklung ist gegenw\u00e4rtig von sehr gro\u00dfer Unsicherheit \u00fcber den<br \/>\nweiteren Verlauf des Krieges gepr\u00e4gt. Die Bundesregierung wird ihre Fr\u00fchjahrsprojektion am 27.<br \/>\nApril 2022 ver\u00f6ffentlichen.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n[1] In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 12. April 2022 vorlagen. Soweit nicht<br \/>\nanders vermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2022\/20220413-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-april-2022.html<\/p>\n<p>Quelle: abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2022 &#8211; neue Prognosen f\u00fcr die deutsche Konjunktur[1] russische Angriffskrieg in der Ukraine birgt substanzielle Risiken f\u00fcr die deutsche Konjunktur. Die Auswirkungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nur schwer beziffern. Sie h\u00e4ngen stark von der Dauer und der Intensit\u00e4t des Kriegs ab. 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