{"id":14693,"date":"2022-01-24T08:02:41","date_gmt":"2022-01-24T07:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14693"},"modified":"2022-01-24T08:02:41","modified_gmt":"2022-01-24T07:02:41","slug":"habeck-und-lemke-bekraeftigen-kritik-an-atomregeln-in-taxonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14693","title":{"rendered":"Habeck und Lemke bekr\u00e4ftigen Kritik an Atomregeln in Taxonomie"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Habeck und Lemke bekr\u00e4ftigen Kritik an Atomregeln in Taxonomie<\/p>\n<p>Die Bundesregierung hat in der Nacht zu Sonnabend ihre Stellungnahme zur Taxonomie nach Br\u00fcssel<br \/>\n\u00fcbermittelt. Die Taxonomie ist ein EU-weit g\u00fcltiges System zur Klassifizierung von Finanzprodukten.<br \/>\nSie soll, Anlegerinnen und Anlegern Orientierung geben und Kapital in den gr\u00fcnen Umbau von<br \/>\nEnergieproduktion und Wirtschaft lenken. Im Konkreten ging es um den sogenannten zweiten<br \/>\ndelegierten Rechtsakt, mit dem die EU-Kommission Atomkraft und Gas mit in das Taxonomie-System<br \/>\naufnehmen will. Hierzu hatte sie einen Entwurf vorgelegt.<br \/>\nBundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck sowie Umweltministerin Steffi Lemke<br \/>\nerkl\u00e4rten: \u201eAls Bundesregierung haben wir unsere Ablehnung zur Einbeziehung von Atomenergie nochmal<br \/>\ndeutlich zum Ausdruck gebracht. Sie ist risikobehaftet und teuer; auch neue Reaktorkonzepte wie<br \/>\nMini-Reaktoren bringen \u00e4hnliche Probleme mit sich und k\u00f6nnen nicht als nachhaltig eingestuft<br \/>\nwerden\u201d, sagten Lemke und Habeck.<br \/>\nIn der Stellungnahme weist die Bundesregierung zudem auf mangelnde Sicherheitsanforderungen im<br \/>\nBereich der Atomkraft hin. Zudem bringt sie ihre Zweifel zum Ausdruck, dass die Aufnahme der<br \/>\nAtomenergie mit den Vorgaben der Taxonomieverordnung vereinbar ist und macht damit auf rechtliche<br \/>\nBedenken aufmerksam.<br \/>\nIm Bereich Gas gab es Pr\u00e4zisierungshinweise an die Kommission. So braucht es aus Sicht der<br \/>\nBundesregierung gesonderte Grenzwerte f\u00fcr Fernw\u00e4rmenetze und f\u00fcr den Ersatz von alten durch neue<br \/>\nGaskraftwerke. Weil die Wasserstoffproduktion in den ersten Jahren noch nicht im vollen Hochlauf<br \/>\nist und zudem der gr\u00fcne Wasserstoff auch f\u00fcr die Umstellung auf eine CO\u2082-neutrale<br \/>\nIndustrieproduktion gebraucht wird, sollen die Bedingungen f\u00fcr die \u00dcbergangsphase noch angepasst<br \/>\nwerden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=12574\" rel=\"attachment wp-att-12574\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12574\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/fisch-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/fisch-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/fisch.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nHabeck und Lemke betonten: \u201eSollte der delegierte Rechtsakt unver\u00e4ndert bleiben und die Kommission<br \/>\ndie kritischen Stellungnahmen etlicher Mitgliedstaaten und auch unsere unber\u00fccksichtigt lassen,<br \/>\nsollte Deutschland ihn unserer Meinung nach ablehnen.\u201d<br \/>\nDie Stellungnahme der Bundesregierung finden Sie hier.<br \/>\nWeitergehende Informationen und weiteres Verfahren:<br \/>\n1.Was ist Taxonomie?<br \/>\nDie Taxonomie ist ein EU-weit g\u00fcltiges System zur Klassifizierung von Finanzprodukten. Sie soll,<br \/>\nAnlegerinnen und Anlegern Orientierung geben und Kapital in den gr\u00fcnen Umbau von Energie\u00acproduktion<br \/>\nund Wirtschaft lenken. Das Finanzsystem spielt eine Schl\u00fcsselrolle im \u00dcbergang zu einer<br \/>\nemissionsarmen, ressourcenschonenden Wirtschaft. Die Europ\u00e4ische Kommission hat daher bereits im<br \/>\nJuni 2021 Kriterien vorgelegt, die dazu beitragen sollen, in der Europ\u00e4ischen Union mehr Geld in<br \/>\nnachhaltige T\u00e4tigkeiten zu lenken und Klimarisiken in Unternehmensbilanzen sichtbar zu machen.<br \/>\n2. Wie funktioniert die Taxonomie?<br \/>\nRechtlich bildet die sogenannte EU-Taxonomie-Verordnung die Grundlage. Sie st\u00e4rkt die<br \/>\nMarkttransparenz f\u00fcr private Investitionen in \u00f6kologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivit\u00e4ten. Sie<br \/>\netabliert ein Klassifikationssystem f\u00fcr den Finanzmarktbereich f\u00fcr \u00f6kologisch nachhaltige<br \/>\nWirtschaftsaktivit\u00e4ten, um Anreize f\u00fcr private Investoren zu schaffen, die Transformation zu einer<br \/>\nnachhaltigen Wirtschaft zu unterst\u00fctzen.<br \/>\n3. Was sagt der erste delegierte Rechtsakt?<br \/>\nZur Konkretisierung der Taxonomie-Verordnung gab es einen ersten delegierten Rechtsakt der<br \/>\nEurop\u00e4ischen Kommission, in dem die technischen Kriterien f\u00fcr die Ermittlung der T\u00e4tigkeiten<br \/>\nfestgelegt werden, die einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den<br \/>\nKlimawandel leisten. Der erste delegierte Rechtsakt deckt wirtschaftliche T\u00e4tigkeiten von etwa 40 %<br \/>\nder b\u00f6rsennotierten Unternehmen in Sektoren ab, auf die knapp 80 % der direkten<br \/>\nTreibhausgas\u00acemissionen in Europa entfallen. Zu diesen Sektoren geh\u00f6ren Energie, Forstwirtschaft,<br \/>\nHerstellung, Verkehr und Geb\u00e4ude. Ausgenommen aus dem ersten delegierten Rechtsakt wurde u.a. die<br \/>\nEnergieerzeugung.<\/p>\n<p>4. Warum gibt es \u00fcberhaupt einen zweiten erg\u00e4nzenden delegierten Rechtsakt?<br \/>\nDer erste delegierte Rechtsakt legt richtige, angemessene und strenge Ma\u00dfst\u00e4be an, um nachhaltige<br \/>\nT\u00e4tigkeiten zu klassifizieren. Nach Einsch\u00e4tzung des BMWK und des BMUV h\u00e4tte es eines zweiten<br \/>\nerg\u00e4nzenden delegierten Rechtsaktes nicht bedurft. Die EU-Kommission hatte sich aber bereits fr\u00fch<br \/>\nim Verfahren \u00f6ffentlich festgelegt, in einem solchen erg\u00e4nzenden delegierten Rechtsakt Atomenergie<br \/>\nund Gas aufzunehmen. Diesen zweiten delegierten Rechtsakts hat die Europ\u00e4ische Kommission am<br \/>\n31.12.2021 in die Konsultation gegeben. Die EU-Mitgliedstaaten und andere Akteure konnten bis zum<br \/>\n21.01.2022 Stellungnahmen dazu einreichen.<br \/>\n5. Wie ist jetzt das weitere Verfahren?<br \/>\nDie EU-Kommission wird die bis zum 21.01.2022 eingegangenen Stellungnahmen nun pr\u00fcfen und den<br \/>\nerg\u00e4nzenden delegierten Rechtsakt finalisieren. Anschlie\u00dfend versendet die EU-Kommission den<br \/>\nRechtsakt an die EU-Mitgliedstaaten. Ab dann l\u00e4uft eine Frist von vier Monaten, verl\u00e4ngerbar auf<br \/>\nsechs Monate, innerhalb derer die Mitgliedstaaten einen Einwand gegen den delegierten Rechtsakt<br \/>\nerheben k\u00f6nnen. Der Rechtsakt gilt als angenommen, wenn es im Rat oder im Europ\u00e4ischen Parlament<br \/>\nkeine qualifizierte Mehrheit von 20 der 27 Mitgliedstaaten, die zudem f\u00fcr 65 Prozent der<br \/>\nEU-Einwohner stehen, gegen ihn gibt. Die H\u00fcrden, den Rechtsakt zu stoppen, sind mithin hoch.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/2022\/01\/20220122-habeck-und-lemke-bekraeftigen-kritik-an-atomregeln-in-taxonomie.html<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Habeck und Lemke bekr\u00e4ftigen Kritik an Atomregeln in Taxonomie Die Bundesregierung hat in der Nacht zu Sonnabend ihre Stellungnahme zur Taxonomie nach Br\u00fcssel \u00fcbermittelt. Die Taxonomie ist ein EU-weit g\u00fcltiges System zur Klassifizierung von Finanzprodukten. Sie soll, Anlegerinnen und Anlegern Orientierung geben und Kapital in den gr\u00fcnen Umbau von Energieproduktion und Wirtschaft lenken. 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