{"id":14688,"date":"2022-01-23T08:59:32","date_gmt":"2022-01-23T07:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14688"},"modified":"2022-01-23T08:59:32","modified_gmt":"2022-01-23T07:59:32","slug":"finale-klimabilanz-2020-emissionen-sanken-um-41-prozent-gegenueber-1990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14688","title":{"rendered":"Finale Klimabilanz 2020: Emissionen sanken um 41 Prozent gegen\u00fcber 1990"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Finale Klimabilanz 2020: Emissionen sanken um 41 Prozent gegen\u00fcber 1990<br \/>\nUmweltbundesamt rechnet f\u00fcr 2021 allerdings wieder mit Anstieg der CO2-Emissionen<\/p>\n<p>2020 wurden in Deutschland insgesamt 728,7 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente ausgesto\u00dfen. Das sind<br \/>\nrund 71 Millionen Tonnen bzw. 8,9 Prozent weniger als 2019 und 41,3 Prozent weniger im Vergleich<br \/>\nmit 1990. Dies zeigen die Ergebnisse der finalen Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) an die<br \/>\nEurop\u00e4ische Kommission \u00fcbermittelt hat. Am deutlichsten sind die Emissionen in der<br \/>\nEnergiewirtschaft zur\u00fcckgegangen. Mit 407,4 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalenten im<br \/>\nNicht-EU-Emissionshandelsbereich (v.a. Verkehr und Geb\u00e4ude) h\u00e4lt Deutschland 2020 sein Budget aus<br \/>\nder Lastenteilungsentscheidung (Effort-Sharing-Decision, ESD) wieder ein. Jedoch kann der geringe<br \/>\n\u00dcberschuss von 3,5 Millionen Tonnen nicht das kumulierte Defizit der Vorjahre ausgleichen.<br \/>\nDeutschland muss daher Emissionsberechtigungen von anderen Mitgliedstaaten zukaufen.<br \/>\nPatrick Graichen, Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz: &#8222;Wir stehen<br \/>\nvor einer enormen klimapolitischen Herausforderung. Wir m\u00fcssen das Tempo erh\u00f6hen und die<br \/>\nTransformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft aktiv gestalten. Die Klimaziele erfordern bis<br \/>\n2030 fast eine Verdreifachung der bisherigen Geschwindigkeit der Emissionsminderung.<br \/>\nZur k\u00fcnftigen Einhaltung der Jahresemissionsmengen im Klimaschutzgesetz sind zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen<br \/>\ndie alle Sektoren betreffen dringend erforderlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=7144\" rel=\"attachment wp-att-7144\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7144\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/himmel-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/himmel-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/himmel-2.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nMit dem Start des Klimaschutz-Sofortprogramm bringen wir jetzt alle notwendigen Gesetze und<br \/>\nMa\u00dfnahmen daf\u00fcr auf den Weg.&#8220;<br \/>\nDirk Messner, Pr\u00e4sident des UBA: \u201eDie Coronakrise hat 2020 die Emissionen stark sinken lassen. Das<br \/>\nwird aber nicht von Dauer sein, denn 2021 stiegen die Emissionen nach unseren ersten Prognosen<br \/>\nwieder an. Um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, brauchen wir daher mehr Energie aus Wind<br \/>\nund Sonne, mehr Elektromobilit\u00e4t und eine W\u00e4rmewende hin zu erneuerbaren Energien sowie eine<br \/>\ngrundlegende Transformation der Industrieproduktion. Die ersten Schritte sind dazu getan, jetzt<br \/>\nm\u00fcssen alle Ressorts an die Umsetzung gehen.\u201c Das UBA wird seine vollst\u00e4ndige Prognose der<br \/>\nCO2-Emissionen 2021 am 15. M\u00e4rz 2022 ver\u00f6ffentlichen.<br \/>\nIm Jahr 2020 konnte die Energiewirtschaft ihre Treibhausgasemissionen 2020 deutlich reduzieren, und<br \/>\nzwar um 38,1 Millionen Tonnen oder 15,2 Prozent. Besonders stark ging der Einsatz von Stein- und<br \/>\nBraunkohle zur\u00fcck. Die Nutzung von emissions\u00e4rmeren Erdgas nahm dagegen aufgrund von gesunkenen<br \/>\nGaspreisen und vergleichsweise hohen CO2 Zertifikatspreisen leicht zu. Die Stromerzeugung aus<br \/>\nerneuerbaren Energietr\u00e4gern stieg insbesondere durch die g\u00fcnstige Witterung f\u00fcr die Windenergie an<br \/>\nLand ebenfalls an. Aufgrund der Coronakrise sank der Stromverbrauch. Das f\u00fchrte in der Summe zu<br \/>\neinem unerwartet hohen Emissionsr\u00fcckgang, obwohl Ende 2019 das Kernkraftwerk Philippsburg 2 vom<br \/>\nNetz ging und damit die aus Kernenergie erzeugte Strommenge sank. Den deutlichsten<br \/>\nEmissionsr\u00fcckgang verzeichnete die Braunkohle. Im Laufe des Jahres 2019 wurden weitere<br \/>\nKraftwerksbl\u00f6cke in die Sicherheitsbereitschaft \u00fcberf\u00fchrt. Das wirkte sich 2020 noch<br \/>\nemissionsmindernd aus. Die Stromerzeugung aus Steinkohle ging trotz eines erheblichen R\u00fcckgangs im<br \/>\nVorjahr und der Inbetriebnahme des Kraftwerkes Datteln 4 in 2020 noch einmal deutlich zur\u00fcck.<br \/>\nDie Emissionen der Haushalte stiegen um 0,3 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente bzw. 0,3 Prozent,<br \/>\nw\u00e4hrend die Emissionen aus Gewerbe, Handel und Dienstleistungen um zwei Millionen Tonnen<br \/>\nCO2-\u00c4quivalente bzw. 7,0 Prozent sanken. Emissionsmindernd wirkte sich der Lock-Down aus, als<br \/>\nRestaurants, Theater, Schwimmb\u00e4der etc. geschlossen blieben. Dem entgegen wirkte ein leicht<br \/>\nerh\u00f6hter Heiz\u00f6labsatz, aufgrund der vergleichsweise g\u00fcnstigen Preise und des f\u00fcr 2021 angek\u00fcndigten<br \/>\nnationalen Brennstoffemissionshandels. Allerdings fiel dieser Lagerhaltungseffekt deutlich<br \/>\nniedriger aus als im Jahr 2019.<br \/>\nDie CO2-Emissionen des Verkehrs sanken f\u00fcr das Jahr 2020 gegen\u00fcber 2019 deutlich, obwohl der<br \/>\nBestand an Pkw im 13. Jahr in Folge weiter zugenommen hat. Mit 147,2 Mio. Tonnen CO2-\u00c4quivalenten<br \/>\nliegen die Verkehrsemissionen um knapp elf Prozent unter 2019 und damit wieder unterhalb des Wertes<br \/>\nvon 1990. Die Emissionen des Pkw-Verkehrs sind gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar um 13 Prozent gesunken.<br \/>\nDer Gro\u00dfteil dieser Minderung ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass bedingt durch die Corona- Pandemie im<br \/>\nSchnitt deutlich weniger gefahren wurde. In deutlich geringerem Umfang haben mehr Elektro-PKW und<br \/>\nh\u00f6here Beimischungen von Biokraftstoffen zum Emissionsr\u00fcckgang beigetragen. Die \u2060Fahrleistung\u2060 der<br \/>\nLkw lag trotz Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr nur wenig niedriger und die Emissionen der<br \/>\nNutzfahrzeuge gingen um f\u00fcnf Prozent zur\u00fcck. Die Emissionen des inl\u00e4ndischen Flugverkehrs gingen<br \/>\nprozentual deutlich zur\u00fcck (-53 Prozent).<br \/>\nDie sogenannten \u201ediffusen\u201c Treibhausgasemissionen, z.B. durch die Freisetzung von Grubengas, sanken<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vorjahr um 0,4 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente oder 5,1 Prozent.<br \/>\nDeutliche R\u00fcckg\u00e4nge gab es auch bei industriellen Prozessen. Hier sanken die Emissionen um \u00fcber<br \/>\nsieben Prozent bzw. 4,3 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente. Hier spielen Konjunktureffekte in Folge<br \/>\nder Corona-Krise eine wichtige Rolle, die in den Branchen allerdings unterschiedlich ausfielen. Die<br \/>\ndeutlichste Minderung gab es in der Stahlindustrie, wo die Rohstahlerzeugung stark zur\u00fcckging. Im<br \/>\nproduzierenden Gewerbe gab es \u00fcberwiegend leichte Emissionsr\u00fcckg\u00e4nge.<br \/>\nIn der Landwirtschaft sanken die Treibhausgasemissionen ebenfalls leicht um 0,8 Millionen Tonnen<br \/>\nauf 56,1 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente. Hier setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort.<br \/>\nGr\u00fcnde daf\u00fcr sind ein vergleichsweise geringer Einsatz von Minerald\u00fcnger, sinkende Rinderbest\u00e4nde<br \/>\nund die erneut trockene \u2060Witterung\u2060.<br \/>\nEmissionen nach Treibhausgasen<br \/>\nMit fast 88 Prozent dominiert auch 2020 Kohlendioxid (CO2) die Treibhausgasemissionen \u2013<br \/>\ngr\u00f6\u00dftenteils aus der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger. Die \u00fcbrigen Emissionen verteilen sich auf<br \/>\nMethan (CH4) mit 6,7 Prozent und Lachgas (N2O) mit knapp vier Prozent, dominiert durch den Bereich<br \/>\nder Landwirtschaft. Gegen\u00fcber 1990 sanken die Emissionen von Kohlendioxid um 39,2 Prozent, Methan<br \/>\num 58,7 Prozent und Lachgas um 51,4 Prozent.<br \/>\nFluorierte Treibhausgase (F-Gase) verursachen insgesamt nur etwa 1,7 Prozent der<br \/>\nTreibhausgasemissionen, haben aber zum Teil sehr hohes Treibhauspotenzial. Seit 1995 sind die<br \/>\nfluorierten Treibhausgasemissionen um 28,9 Prozent gesunken.<br \/>\nHintergrund: Lastenteilungsentscheidung (Effort-Sharing-Decision, ESD)<br \/>\nMit den Rechtsvorschriften zur Lastenteilung wurden f\u00fcr die EU-Mitgliedstaaten verbindliche<br \/>\nJahresziele f\u00fcr die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den Zeitr\u00e4umen 2013-2020 und<br \/>\n2021-2030 festgelegt. Diese Ziele betreffen Emissionen aus den meisten Sektoren, die nicht unter<br \/>\ndas EU-Emissionshandelssystem fallen, so die Sektoren Verkehr, Geb\u00e4ude, Landwirtschaft und Abfall,<br \/>\naber auch Teile des Industriesektors.<br \/>\nDie genaue Berechnung der f\u00fcr die ESD relevanten Emissionen und damit auch der n\u00f6tigen Zuk\u00e4ufe von<br \/>\nZertifikaten aus anderen Mitgliedstaaten erfolgt durch die EU-Kommission. Neben Gutschriften aus<br \/>\nVorjahren und einem Zukauf von Zertifikaten kann eine \u00dcberschreitung auch mit den Einsparungen im<br \/>\nJahr 2020 verrechnet werden.<br \/>\nWeitere Informationen<br \/>\nDie \u00c4nderungen gegen\u00fcber der ver\u00f6ffentlichten ersten Sch\u00e4tzung der THG-Emissionen f\u00fcr 2020 (siehe<br \/>\nPressemitteilung 07\/2021 vom 15.03.2020) gehen auf Aktualisierungen der damals nur vorl\u00e4ufigen<br \/>\nstatistischen Informationen zur\u00fcck.<br \/>\nDie offizielle Sch\u00e4tzung f\u00fcr die Emissionen 2021 wird das UBA gem\u00e4\u00df Klimaschutzgesetz Mitte M\u00e4rz<br \/>\n2022 vorstellen.<br \/>\nWeitere Informationen finden Sie hier.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/2022\/01\/20220120-finale-klimabilanz-2020-emissionen-sanken-um-41-prozent-gegenuber-1990.html<\/p>\n<p>Quelle:abo-bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Finale Klimabilanz 2020: Emissionen sanken um 41 Prozent gegen\u00fcber 1990 Umweltbundesamt rechnet f\u00fcr 2021 allerdings wieder mit Anstieg der CO2-Emissionen 2020 wurden in Deutschland insgesamt 728,7 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente ausgesto\u00dfen. 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