{"id":14611,"date":"2021-12-17T07:48:21","date_gmt":"2021-12-17T06:48:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14611"},"modified":"2021-12-17T07:48:21","modified_gmt":"2021-12-17T06:48:21","slug":"provenienzforschung-2020-in-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14611","title":{"rendered":"Provenienzforschung 2020 in Bayern"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">M\u00fcnchen:<\/span><\/p>\n<p>Provenienzforschung 2020 in Bayern: 26 restituierte Objekte, 33 Forschungs- und Erschlie\u00dfungsprojekte, \u00fcber 70 Suchmeldungen<\/p>\n<p>Kunstminister Sibler stellt mit Forschungsverbund Ergebnisse aus T\u00e4tigkeitsjahr 2020 vor &#8211;\u00a0\u201efortdauernde ethische Verpflichtung\u201c \u2013 23 Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungseinrichtungen recherchieren gemeinsam zur Herkunftsgeschichte von Kulturg\u00fctern in ihren Best\u00e4nden<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>26 Objekte wie Gem\u00e4lde, Tapisserien, Kunsthandwerk und B\u00fccher aus bayerischen Einrichtungen konnten im Jahr 2020 durch die Arbeit des Forschungsverbundes Provenienzforschung Bayern (FPB) an die Nachfahren der vormaligen Eigent\u00fcmer restituiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten noch nicht alle R\u00fcckerstattungen in die Tat umgesetzt werden, da die Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmer der Objekte oftmals eine weite Anreise in Kauf nehmen m\u00fcssen. \u00dcber dies gibt der T\u00e4tigkeitsbericht Auskunft, den Kunstminister Bernd Sibler heute gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden des Verbundes Dr. Johannes Gramlich und Prof. Dr. Christian Fuhrmeister der \u00d6ffentlichkeit vorstellte. Der Bericht gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Forschungsarbeit der 23 beteiligten Institutionen, darunter 15 Mitglieder und acht Kooperationspartner, die sich mit der Geschichte von mutma\u00dflich geraubten Kunst- und Kulturg\u00fctern befassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kunstminister Bernd Sibler hat die Forschung einen besonderen Wert: \u201eDie Erforschung ihrer Geschichte z\u00e4hlt zu den wichtigen Aufgaben unserer Museen im Freistaat. Restitutionsforderungen wollen wir umfassend nachgehen und aufkl\u00e4ren. Wenn die Forschungen Hinweise auf einen verfolgungsbedingten Entzug best\u00e4tigen und die Voraussetzungen nach der Washingtoner Erkl\u00e4rung und der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung der Bundesregierung, der L\u00e4nder und der kommunalen Spitzenverb\u00e4nde erf\u00fcllt sind, restituieren wir selbstverst\u00e4ndlich auch. Denn Ziel dieser arbeitsintensiven Forschungsarbeit ist es, verfolgungsbedingt entzogene Kunstgegenst\u00e4nde zur\u00fcckzugeben oder gerechte und faire L\u00f6sungen f\u00fcr eine Wiedergutmachung zu finden\u201c, betonte er. Die Aufarbeitung des Unrechts der NS-Zeit sei eine \u201efortdauernde ethische Verpflichtung\u201c. Auch die Aufarbeitung des Kolonialismus im Kontext der Beforschung der Best\u00e4nde versteht er als \u201eeine zentrale kulturpolitische Aufgabe\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=9432\" rel=\"attachment wp-att-9432\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9432\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/P1000974-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/P1000974-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/P1000974.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Breit aufgestellt: Museen, Archive und Forschungseinrichtungen sind beteiligt<\/p>\n<p>Bevor es zu einer Restitution kommen kann, sind umfangreiche Recherchen n\u00f6tig, die sich aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t \u00fcber Jahre hinziehen k\u00f6nnen. Der 2015 gegr\u00fcndete bayerische Forschungsverbund begegnet dieser Herausforderung durch seine breite Aufstellung: An ihm sind Museen unterschiedlicher Ausrichtung, die Bayerische Staatsbibliothek, Archive sowie universit\u00e4re Lehrst\u00fchle und au\u00dferuniversit\u00e4re Forschungseinrichtungen mit den Fachrichtungen Kunst- und Zeitgeschichte beteiligt. Durch eine enge Kooperation zwischen den Einrichtungen werden Synergieeffekte geschaffen. So kommt es zum Beispiel nicht selten vor, dass sich Objekte aus dem Bestand eines H\u00e4ndlers oder eines Sammlers aus der NS-Zeit heute in mehreren Institutionen befinden. In diesen F\u00e4llen schlie\u00dfen sich die Mitglieder \u00fcber den Verbund zusammen, recherchieren gemeinsam und unterst\u00fctzen sich gegenseitig durch ihre Forschungsarbeit.<\/p>\n<p>33 Projekte zu Raubkunst in Arbeit<\/p>\n<p>Insgesamt arbeiten die Institutionen des Verbunds derzeit an 33 Projekten. Ein beispielhaftes Vorhaben konnte im Berichtsjahr weiter vorangetrieben werden: Gemeinsam recherchieren die Archive, Forschungsinstitute und Museen des Verbundes zum Verfolgungsschicksal des bedeutenden M\u00fcnchner Kunsth\u00e4ndlers Hugo Helbing, von dem sich Kunstgegenst\u00e4nde und schriftliche Unterlagen in vielen bayerischen Einrichtungen befinden. Durch die aktive Forschung des Verbundes wurden im vergangenen Jahr zudem 74 Objekte aus bayerischen Museen und Bibliotheken, bei denen ein begr\u00fcndeter Verdacht auf Raubkunst besteht, auf der Internetplattform lostart.de eingetragen, einem zentralen Rechercheinstrument f\u00fcr Raubgut. Die Ver\u00f6ffentlichung der Rechercheergebnisse dient der Transparenz und erm\u00f6glicht es, gesuchte Objekte von der ganzen Welt aus zu finden.<\/p>\n<p>Zur Zusammenarbeit der Mitglieder erkl\u00e4rten die Vorsitzenden des Forschungsverbundes, Dr. Johannes Gramlich und Prof. Dr. Christian Fuhrmeister: \u201eDie beteiligten Archive, Bibliotheken, Museen sowie universit\u00e4ren und au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen decken grundlegende Aspekte der Provenienzforschung ab und bringen unterschiedliche Perspektiven und Wissensbest\u00e4nde ein. Die Institutionen des Verbundes betreiben objektbezogene Recherchen, Kontext- und Grundlagenforschung, sie erschlie\u00dfen und digitalisieren relevante Quellenbest\u00e4nde und sind in der fachwissenschaftlichen Vermittlung und Lehre aktiv. Die Zusammenarbeit im Verbund profitiert von dieser Vielfalt seiner Mitgliedsinstitutionen au\u00dferordentlich.\u201c Die im Bericht dargestellten Ergebnisse zeigen, so Gramlich und Fuhrmeister, dass Bayern eine \u201elebendige und wichtige Region f\u00fcr Provenienzforschung\u201c im nationalen und internationalen Zusammenhang sei.<\/p>\n<p>Der Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern legt jedes Jahr einen aktuellen T\u00e4tigkeitsbericht \u00fcber seine umfangreichen Aktivit\u00e4ten vor, der auch auf seiner Webseite ver\u00f6ffentlicht wird und dort heruntergeladen werden kann. Wesentlicher F\u00f6rderer ist der Freistaat Bayern. Wichtige Projektf\u00f6rderung kommt zudem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, eine von Bund und den L\u00e4ndern sowie von den drei kommunalen Spitzenverb\u00e4nden errichtete Einrichtung.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Forschungsverbund:<\/p>\n<p>https:\/\/www.provenienzforschungsverbund-bayern.de\/<\/p>\n<p>Der diesj\u00e4hrige T\u00e4tigkeitsbericht des Forschungsverbundes sowie ein Foto von der Vorstellung des Berichts stehen zum kostenfreien Download zur Verf\u00fcgung unter: Pressematerial zum Download (bayern.de)<\/p>\n<p>Quelle:stmwk.bayern.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen: Provenienzforschung 2020 in Bayern: 26 restituierte Objekte, 33 Forschungs- und Erschlie\u00dfungsprojekte, \u00fcber 70 Suchmeldungen Kunstminister Sibler stellt mit Forschungsverbund Ergebnisse aus T\u00e4tigkeitsjahr 2020 vor &#8211;\u00a0\u201efortdauernde ethische Verpflichtung\u201c \u2013 23 Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungseinrichtungen recherchieren gemeinsam zur Herkunftsgeschichte von Kulturg\u00fctern in ihren Best\u00e4nden &nbsp; 26 Objekte wie Gem\u00e4lde, Tapisserien, Kunsthandwerk und B\u00fccher aus bayerischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":9432,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[78,71],"tags":[3541],"class_list":["post-14611","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bayern","category-menue","tag-provenienzforschung-2020"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14611"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14612,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14611\/revisions\/14612"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}