{"id":14604,"date":"2021-12-19T08:42:16","date_gmt":"2021-12-19T07:42:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14604"},"modified":"2021-12-19T08:42:16","modified_gmt":"2021-12-19T07:42:16","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-20211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14604","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20211"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20211<\/p>\n<p>Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens haben die konjunkturellen Risiken zuletzt wieder<br \/>\nzugenommen. Insgesamt d\u00fcrfte die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal des Jahres eher schwach<br \/>\nausfallen. W\u00e4hrend die kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche durch neue Beschr\u00e4nkungen wie<br \/>\n2G-Regelungen gebremst werden, leidet die Industrie nach wie vor unter Engp\u00e4ssen bei<br \/>\nVorleistungsg\u00fctern. Dennoch d\u00fcrfte der H\u00f6hepunkt dieser Engp\u00e4sse bald \u00fcberwunden sein. Die<br \/>\nProduktion in der Industrie legte im Oktober wieder zu. Insbesondere in den gewichtigen Bereichen<br \/>\nKfz und -Teile sowie im Maschinenbau gab es kr\u00e4ftige Steigerungen. Beide Industriezweige sind seit<br \/>\nMonaten besonders von den Knappheiten vor allem bei Halbleitern beeintr\u00e4chtigt. Die Produktion<br \/>\nliegt allerdings weiter unter Vorkrisenniveau und der Ausblick bleibt verhalten. Die Ums\u00e4tze im<br \/>\nEinzelhandel verringerten sich im Oktober erneut leicht, \u00fcbertrafen ihr Vorkrisenniveau vom Februar<br \/>\n2020 allerdings weiterhin. Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens und hoher Preise sind die<br \/>\nprivaten Verbraucher und H\u00e4ndler aber zuletzt wieder verunsichert worden. Die Inflationsrate<br \/>\nerh\u00f6hte sich im November auf 5,2 %, was zum Teil auf einen Basiseffekt zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Aufgrund<br \/>\nvon Sonderfaktoren ist die Inflationsrate schon seit Jahresbeginn deutlich erh\u00f6ht. Zur Jahresmitte<br \/>\ndieses Jahres hat sie sich erwartungsgem\u00e4\u00df wegen der vor\u00fcbergehenden Senkung der Umsatzsteuers\u00e4tze<br \/>\nzum 1. Juli 2020 nochmals sprunghaft erh\u00f6ht. Zu Beginn n\u00e4chsten Jahres nach Auslaufen der<br \/>\nSondereffekte d\u00fcrfte sich der Auftrieb der Verbraucherpreise wieder merklich abschw\u00e4chen. Auf dem<br \/>\nArbeitsmarkt ist die vierte Welle der Pandemie bislang kaum sp\u00fcrbar, die Erholung h\u00e4lt an. Die<br \/>\nArbeitslosigkeit hat sich im November saisonbereinigt erneut sp\u00fcrbar reduziert, die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit nahm im Oktober saisonbereinigt weiter zu. Die Kurzarbeit blieb im September<br \/>\npraktisch unver\u00e4ndert (0,8 Mio. Personen), allerdings stiegen die Anzeigen wieder an. Im Jahr 2021<br \/>\nd\u00fcrfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nochmals niedriger ausfallen als im Vorjahr und damit<br \/>\nein neues Rekordtief erreichen. Von Januar bis September gab es lediglich 10.682<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen \u2013 14,5 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum; auch im Herbst<br \/>\ndeutet sich kein gr\u00f6\u00dferer Anstieg an. Gro\u00dfe Nachholeffekte im kommenden Jahr sind aktuell nicht zu<br \/>\nerwarten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1457\" rel=\"attachment wp-att-1457\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1457\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/StatPressCN-\u2039-frankensicht.de-\u2014-WordPress_1336737358340.jpeg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"119\" \/><\/a><br \/>\n_______________________________<br \/>\n1 In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 10. Dezember 2021 vorlagen. Soweit nicht<br \/>\nanders vermerkt, handelt es sich um Ver\u00e4nderungsraten gegen\u00fcber der jeweiligen Vorperiode auf Basis<br \/>\npreisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.<\/p>\n<p>INFEKTIONSGESCHEHEN BREMST WIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG<br \/>\nDie deutsche Wirtschaft bereitet sich auf einen harten Corona-Winter vor. Nachdem die<br \/>\nWirtschaftsleistung im dritten Quartal noch um 1,7 % zugelegt hatte, d\u00fcrfte im vierten Quartal<br \/>\nlediglich mit einer schwachen Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts zu rechnen sein. Grund daf\u00fcr<br \/>\nist das Infektionsgeschehen, das die \u00fcber den Sommer erfolgte Erholung im Dienstleistungsbereich<br \/>\nabermals bremsen d\u00fcrfte. Durch Beschr\u00e4nkungen wie 2G-Regelungen und regionale Beschr\u00e4nkungen sind<br \/>\nvor allem das Gastgewerbe und \u2013 in geringerem Ma\u00dfe \u2013 auch der Einzelhandel betroffen. In der<br \/>\nIndustrie machen sich weiterhin Lieferengp\u00e4sse und hohe Beschaffungskosten negativ bemerkbar.<br \/>\nDadurch wurde die Produktion im bisherigen Verlauf des Jahres gebremst \u2013 trotz guter Auftragslage.<br \/>\nEin erster Hoffnungsschimmer: Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe konnte nach einem<br \/>\ndurchwachsenen Sommer im Oktober wieder deutlich zulegen. Insbesondere der gewichtige Kfz-Bereich<br \/>\nhat \u2013 gem\u00e4\u00df Verbandsangaben \u2013 seinen Aussto\u00df in den letzten drei Monaten mit jeweils zweistelligen<br \/>\nRaten gesteigert. Dies ist ein erstes Anzeichen, dass die Unternehmen lernen, mit den<br \/>\nLieferengp\u00e4ssen umzugehen, indem sie z. B. ihre Beschaffung neu organisieren. Wenn sich die<br \/>\nLieferengp\u00e4sse \u00fcber das n\u00e4chste Jahr aufl\u00f6sen, wird es zu einer deutlichen Beschleunigung der<br \/>\nwirtschaftlichen Erholung kommen.<br \/>\nDie Inflationsrate hat bis zuletzt weiter angezogen. Die Knappheiten bei Rohstoffen und<br \/>\nVorprodukten sowie hohe Energiepreise machen sich nach wie vor bemerkbar. Im n\u00e4chsten Jahr, wenn<br \/>\nma\u00dfgebliche Sonderfaktoren wie die tempor\u00e4re Senkung der Umsatzsteuers\u00e4tze und der starke Anstieg<br \/>\nder Weltmarktpreise f\u00fcr Rohstoffe wieder aus dem Vorjahresvergleich herausfallen, d\u00fcrfte sich die<br \/>\nInflationsrate merklich verringern. Diese Einsch\u00e4tzung wird von der gro\u00dfen Mehrheit der<br \/>\nWirtschaftsexperten geteilt, wie das derzeitige Prognosespektrum belegt.<br \/>\nAuf dem Arbeitsmarkt setzte sich die Erholung weiter fort, wenngleich mit verminderter Dynamik. Die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit entwickelte sich weiter positiv und die Arbeitslosigkeit verringerte sich erneut<br \/>\nsp\u00fcrbar. Die Kurzarbeit blieb auf konstantem Niveau, allerdings haben sich die Anzeigen im<br \/>\nVerarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe aufgrund der Lieferengp\u00e4sse und der neuerlichen<br \/>\nBeschr\u00e4nkungen wieder erh\u00f6ht. Die Fr\u00fchindikatoren sprechen daf\u00fcr, dass der Aufschwung am<br \/>\nArbeitsmarkt in den kommenden Monaten mit vermindertem Schwung anh\u00e4lt.<br \/>\nWELTWIRTSCHAFT WEITERHIN VON LIEFERENGP\u00c4SSEN BEEINTR\u00c4CHTIGT<br \/>\nDie Weltwirtschaft leidet weiter unter den Lieferengp\u00e4ssen bei wichtigen Vorleistungsg\u00fctern und<br \/>\nRohstoffen. Sowohl die globale Industrieproduktion als auch der Welthandel gingen im dritten<br \/>\nQuartal gegen\u00fcber dem Vorquartal zur\u00fcck (-0,2 % bzw. -1,1 %). Der globale Aussto\u00df wurde vor allem<br \/>\nin den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern heruntergefahren, w\u00e4hrend er in den Industriel\u00e4ndern<br \/>\ninsgesamt in etwa konstant blieb. Zuletzt (September) schw\u00e4chten sich die weltweite<br \/>\nIndustrieproduktion und der Welthandel weiter leicht ab. Die Stimmung bei den Unternehmen ist<br \/>\nallerdings relativ stabil. Der Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan\/IHS Markit erh\u00f6hte sich im<br \/>\nNovember sogar um 0,3 Punkte auf 54,8 Punkte. Auch die Teilindizes f\u00fcr den Dienstleistungssektor<br \/>\nsowie die Industrie befinden sich mit 55,6 Punkten bzw. 54,2 Punkten deutlich oberhalb der<br \/>\nWachstumsschwelle von 50 Punkten.<br \/>\nAUSSENHANDEL STARTET MIT KR\u00c4FTIGEN ZUW\u00c4CHSEN INS VIERTE QUARTAL<br \/>\nDie Waren-Ausfuhren legten im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat saisonbereinigt und in jeweiligen<br \/>\nPreisen um 3,3 % zu (September: +1,5 %). Mit diesem deutlichen Anstieg konnten die Einbu\u00dfen aus<br \/>\nAugust (-1,8 %) wettgemacht werden. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich eine Zunahme um 2,2 %. Bei<br \/>\nmoderat gestiegenen Ausfuhrpreisen erh\u00f6hten sich die Ausfuhren auch preisbereinigt sp\u00fcrbar. Die<br \/>\nWaren-Einfuhren stiegen im Oktober im Vormonatsvergleich nominal und saisonbereinigt zum dritten<br \/>\nMal in Folge mit einer h\u00f6heren Wachstumsrate, zuletzt um kr\u00e4ftige 3,0 % (September +2,3 %). Im<br \/>\nZweimonatsvergleich f\u00e4llt die Erh\u00f6hung noch st\u00e4rker aus (+4,6 %). Aufgrund deutlich steigender<br \/>\nEinfuhrpreise d\u00fcrften die Einfuhren preisbereinigt allerdings weniger stark zugenommen haben.<br \/>\nDie Fr\u00fchindikatoren zur Au\u00dfenwirtschaft auf nationaler Ebene zeichnen die derzeitige L\u00fccke zwischen<br \/>\nAngebot und Nachfrage nach. Die Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland verringerten sich im Oktober \u2013 vor<br \/>\nallem bedingt durch ein geringeres Volumen von Gro\u00dfauftr\u00e4gen \u2013 gegen\u00fcber dem Vormonat zwar um 13,1<br \/>\n%, aber diese betr\u00e4chtliche Abnahme ging vom zweith\u00f6chsten Wert seit dem Jahr 1991 aus. Die ifo-<br \/>\nExporterwartungen zeigen, dass das Verarbeitende Gewerbe Schwierigkeiten hat, die Nachfrage zu<br \/>\nbefriedigen. Im November hat sich der Saldowert nur wenig von seinem deutlichen D\u00e4mpfer im Vormonat<br \/>\nerholt und befinden sich auf dem Niveau vom Februar. Weniger als ein F\u00fcnftel der Unternehmen glaubt<br \/>\nderzeit an eine Verbesserung bis Februar 2022. Trotz Beeintr\u00e4chtigung durch die Lieferengp\u00e4sse<br \/>\nbleibt der Ausblick f\u00fcr den deutschen Au\u00dfenhandel angesichts des hohen Auftragsbestands<br \/>\ngrunds\u00e4tzlich positiv.<br \/>\nTROTZ KR\u00c4FTIGER PRODUKTIONSAUSWEITUNG BLEIBT DER AUSBLICK F\u00dcR INDUSTRIEKONJUNKTUR ANGESICHTS VON<br \/>\nLIEFERENGP\u00c4SSEN VERHALTEN<br \/>\nDie Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat um 2,8 % gestiegen.<br \/>\nDer Aussto\u00df in der Industrie erh\u00f6hte sich um 3,2 %, w\u00e4hrend die Herstellung im Baugewerbe um 1,2 %<br \/>\nzunahm.<br \/>\nDie Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat um 6,9 %<br \/>\ngefallen. Insbesondere die Nachfrage nach Investitionsg\u00fctern ging zur\u00fcck, sie sank \u00fcberproportional<br \/>\num 10,7 %. Im Zweimonatsvergleich gingen die Auftragseing\u00e4nge um 6,2 % zur\u00fcck. Sie liegen nun im<br \/>\nOktober leicht unter dem Niveau des Vorjahres ( -1,0 % gg\u00fc. Okt. 2020). Insgesamt zeigen sich die<br \/>\nAuftragseing\u00e4nge im Moment recht volatil: Nachdem sie zur Jahresmitte 2021 auf ein Allzeithoch<br \/>\ngeklettert waren, hat der Index in den letzten Monaten wieder mehr als 16 Punkte verloren. Vor<br \/>\nallem die sehr volatile Entwicklung der Gro\u00dfauftr\u00e4ge beeinflussen die Daten. Ohne deren<br \/>\nBer\u00fccksichtigung w\u00e4ren die Auftragseing\u00e4nge im Oktober lediglich um 1,8 % zur\u00fcckgegangen.<br \/>\nDie Industrieproduktion wird seit Jahresbeginn durch Lieferengp\u00e4sse bei wichtigen<br \/>\nVorleistungsg\u00fctern und Rohstoffen gebremst. Dadurch wurde sie in den Sommermonaten teilweise<br \/>\ndeutlich zur\u00fcckgefahren. Die Gegenbewegung im Oktober stellt in der angespannten konjunkturellen<br \/>\nLage eine Normalisierung gegen\u00fcber den vorigen Einbr\u00fcchen dar, auch wenn die Produktionseinbu\u00dfen<br \/>\nseit Jahresbeginn noch nicht kompensiert sind und die Lieferengp\u00e4sse in vielen Bereichen nach wie<br \/>\nvor anhalten. Erfreulich sind die kr\u00e4ftigen Steigerungen in den gewichtigen Bereichen Kfz und<br \/>\nKfz-Teile (+12,6 %) sowie im Maschinenbau (+5,0 %). Beide Industriezweige sind seit Monaten<br \/>\nbesonders von den Knappheiten vor allem bei Halbleitern beeintr\u00e4chtigt. Hier ging es, ausgehend von<br \/>\neinem niedrigen Niveau, wieder etwas aufw\u00e4rts. Zuw\u00e4chse gab es auch in den Bereichen Sonstiger<br \/>\nFahrzeugbau (+8,2 %) sowie Datenverarbeitungsger\u00e4te (+3,4 %). Zu R\u00fcckg\u00e4ngen kam es dagegen in den<br \/>\nBereichen Chemische und Pharmazeutische Erzeugnisse (-4,0 % bzw. -3,7 %).<br \/>\nDer weitere Ausblick f\u00fcr die Industriekonjunktur bleibt allerdings verhalten. Darauf deuten<br \/>\nStimmungsindikatoren am aktuellen Rand hin. Die Beeintr\u00e4chtigungen durch die Lieferengp\u00e4sse d\u00fcrften<br \/>\ndie Industrie noch eine Weile begleiten und sich erst im n\u00e4chsten Jahr allm\u00e4hlich aufl\u00f6sen.<br \/>\nEINZELHANDELSUMSATZ ERNEUT LEICHT R\u00dcCKL\u00c4UFIG<br \/>\nIm Einzelhandel ohne Kfz verringerten sich die Ums\u00e4tze im Oktober gegen\u00fcber dem Vormonat<br \/>\ngeringf\u00fcgig um 0,3 %, nachdem sie bereits im September deutlich um 1,9 % gesunken waren. Der<br \/>\nEinzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren meldete zwar nach einem R\u00fcckgang im<br \/>\nSeptember f\u00fcr den Oktober ein Umsatzplus von 5,4 %, lag damit jedoch weiterhin sp\u00fcrbar unter dem<br \/>\nVorkrisenniveau vom Februar 2020 (-3,5 %). Auch der Internet- und Versandhandel verzeichnete eine<br \/>\nZunahme seines Umsatzes von 4,9 % und \u00fcbertraf das Vorkrisenniveau damit kr\u00e4ftig um 32,9 %. Bei den<br \/>\nNeuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es im November zu einer sp\u00fcrbaren Zunahme um 6,4 %,<br \/>\nnachdem im Vormonat ein R\u00fcckgang um 3,4 % verzeichnet worden war.<br \/>\nBeim Ausblick auf die kommenden Monate ist zu bedenken, dass die privaten Konsumenten und die<br \/>\nH\u00e4ndler angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens und steigender Preise verunsichert sein<br \/>\nd\u00fcrften. Die ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel fielen im November abermals per Saldo<br \/>\nnegativer aus und sind damit den f\u00fcnften Monat in Folge gesunken. Auch das GfK Konsumklima deutet<br \/>\nauf eine Verschlechterung hin. F\u00fcr Dezember wird ein kr\u00e4ftiger R\u00fcckgang auf einen deutlich<br \/>\nnegativen Bereich des Indikators erwartet. Die Aussichten f\u00fcr das Weihnachtsgesch\u00e4ft sind vor dem<br \/>\nHintergrund des anhaltend hohen Infektionsgeschehens und hoher Inflationsraten ged\u00e4mpft.<br \/>\nDas Verbraucherpreisniveau hat sich im November gegen\u00fcber dem Vormonat zwar um 0,2 % verringert<br \/>\n(Oktober: +0,5 %). Die Inflationsrate, also die Preisniveauentwicklung gegen\u00fcber dem Vorjahr, nahm<br \/>\nindes im November um 0,7 Prozentpunkte auf 5,2 % zu, den h\u00f6chsten Wert seit Juni 1992. Der Anstieg<br \/>\nder Inflationsrate ist zu einem kleinen Teil auch auf einen Basiseffekt zur\u00fcckzuf\u00fchren, da sich der<br \/>\nVerbraucherpreisindex im November 2020 gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,3 % verringert hatte. Im Juli<br \/>\ndieses Jahres war die Inflationsrate erwartungsgem\u00e4\u00df sprunghaft um 1,5 Prozentpunkte angestiegen.<br \/>\nAusschlaggebend f\u00fcr das erh\u00f6hte Niveau ab der Jahresmitte ist ein Basiseffekt aufgrund der<br \/>\ntempor\u00e4ren Senkung der Umsatzsteuers\u00e4tze im Vorjahr. Hierbei kommt es zu einem Vergleich der<br \/>\naktuellen Verbraucherpreise mit den \u201enormalen\u201c Umsatzsteuers\u00e4tzen mit denjenigen mit verminderten<br \/>\nUmsatzsteuers\u00e4tzen. Bereits zu Jahresbeginn hatten weitere Sonderfaktoren wie die Erholung der<br \/>\nImport- und Rohstoffpreise sowie die Einf\u00fchrung der CO2-Bepreisung f\u00fcr einen deutlichen Anstieg der<br \/>\nInflationsrate gesorgt. Nach Auslaufen der Sondereffekte d\u00fcrfte sich der Auftrieb zum Jahreswechsel<br \/>\nwieder deutlich abschw\u00e4chen. Des Weiteren wirkt der Mangel an Vorleistungsg\u00fctern wie Halbleitern<br \/>\npreistreibend. Hier ist erst im Jahresverlauf 2022 mit einer allm\u00e4hlichen Entspannung zu rechnen.<br \/>\nDie Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) lag im November bei 3,3 % (Oktober: +2,9<br \/>\n%) und erreichte damit ihren h\u00f6chsten Wert seit Januar 1994. Energie verteuerte sich zuletzt binnen<br \/>\nJahresfrist beachtlich um 22,1 % (September: +18,6 %). Aktuell lassen die Entwicklungen an den<br \/>\nRohstoffm\u00e4rkten aber eine mittelfristige Entspannung beim \u00d6lpreis erwarten. Bei Nahrungsmitteln<br \/>\nbetrug die Jahresrate zuletzt 4,5 % (Oktober: 4,4 %).<br \/>\nERHOLUNG AM ARBEITSMARKT H\u00c4LT AN<br \/>\nDie positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich weiter fort. Auswirkungen der vierten Welle<br \/>\nsind bislang kaum sp\u00fcrbar. Arbeitslosigkeit und Unterbesch\u00e4ftigung verringerten sich im November<br \/>\nsaisonbereinigt erneut um jeweils 34.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen sank die<br \/>\nArbeitslosigkeit kr\u00e4ftig um 60.000 auf 2,32 Millionen Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat<br \/>\nwaren damit 382.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch bei Erwerbst\u00e4tigkeit und<br \/>\nsozialversicherungspflichtiger Besch\u00e4ftigung war ein positiver Verlauf zu verzeichnen. Die<br \/>\nErwerbst\u00e4tigkeit erh\u00f6hte sich im Oktober saisonbereinigt um 34.000 Personen. In Ursprungszahlen<br \/>\nwaren damit 45,3 Millionen Menschen erwerbst\u00e4tig, 289.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im<br \/>\nSeptember erh\u00f6hte sich die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung sp\u00fcrbar um 46.000 Personen<br \/>\ngegen\u00fcber dem Vormonat. Die Kurzarbeit blieb laut Hochrechnungen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit im<br \/>\nSeptember nahezu unver\u00e4ndert (0,8 Millionen Personen). Die Zahl der Kurzarbeitenden d\u00fcrfte sich<br \/>\nauch im Oktober kaum ver\u00e4ndern. Die Anzeigen sind aber wieder angestiegen, zum einen im<br \/>\nVerarbeitenden Gewerbe weil dort weiterhin Lieferengp\u00e4sse belasten und zum anderen im Gastgewerbe<br \/>\nangesichts der neuerlichen Einschr\u00e4nkungen.<br \/>\nDie Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften nahm weiter zu. Die Fr\u00fchindikatoren von ifo und IAB entwickelten<br \/>\nsich im November uneinheitlich. Das ifo Besch\u00e4ftigungsbarometer ist geringf\u00fcgig gestiegen. Das IAB-<br \/>\nArbeitsmarktbarometer ist hingegen gesunken, lag aber weiterhin auf einem hohen Niveau. In den<br \/>\nkommenden Monaten d\u00fcrfte sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fortsetzen, allerdings bei<br \/>\nwieder zunehmender Kurzarbeit.<br \/>\nINSOLVENZENTWICKLUNG WEITER R\u00dcCKL\u00c4UFIG<br \/>\nVon Januar bis September verzeichneten die Amtsgerichte 10.682 Unternehmensinsolvenzen. Das sind<br \/>\n14,5 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch wenn IWHalle im Rahmen seines<br \/>\nInsolvenztrends mit einem leichten Anstieg der Insolvenzzahlen rechnet, d\u00fcrfte die Zahl der<br \/>\nUnternehmensinsolvenzen im Gesamtjahr 2021 noch einmal deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen<br \/>\nund ein neues Allzeittief erreichen. Gro\u00dfe Nachholeffekte im kommenden Jahr sind derzeit nicht zu<br \/>\nerwarten, auch wenn die Unsicherheit \u00fcber den weiteren Pandemieverlauf mit der neuen<br \/>\nOmikron-Variante zugenommen hat.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Pressemitteilungen\/Wirtschaftliche-Lage\/2021\/20211215-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-2021.html<\/p>\n<p>Quelle:abo.bmwi.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 20211 Angesichts des aktuellen Pandemiegeschehens haben die konjunkturellen Risiken zuletzt wieder zugenommen. Insgesamt d\u00fcrfte die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal des Jahres eher schwach ausfallen. W\u00e4hrend die kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche durch neue Beschr\u00e4nkungen wie 2G-Regelungen gebremst werden, leidet die Industrie nach wie vor unter Engp\u00e4ssen bei Vorleistungsg\u00fctern. 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