{"id":14203,"date":"2021-03-15T08:23:50","date_gmt":"2021-03-15T07:23:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14203"},"modified":"2021-03-15T08:23:50","modified_gmt":"2021-03-15T07:23:50","slug":"holetschek-legt-reformplan-fuer-die-pflege-vor-bayerns-gesundheits-und-pflegeminister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14203","title":{"rendered":"Holetschek legt Reformplan f\u00fcr die Pflege vor &#8211; Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister:"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">M\u00fcnchen:<\/span><\/p>\n<p>Holetschek legt Reformplan f\u00fcr die Pflege vor &#8211; Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister: Pflegebed\u00fcrftige m\u00fcssen besser unterst\u00fctzt und\u00a0Pflegekr\u00e4fte mehr gef\u00f6rdert werden<\/p>\n<p>Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat am Sonntag in M\u00fcnchen die Eckpunkte f\u00fcr eine zukunftsfeste Pflegereform vorgelegt. Holetschek betonte: Die Pflege ist unabh\u00e4ngig von der Corona-Pandemie die gro\u00dfe gesellschaftliche Herausforderung der kommenden Jahre. Wir brauchen sowohl mehr gut qualifiziertes Personal als auch Versorgungsformen, die besser auf die Menschen zugeschnitten sind. Das Ganze muss zudem finanzierbar sein. Eine wirksame Reform muss daher an verschiedenen Stellen gleichzeitig ansetzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=12995\" rel=\"attachment wp-att-12995\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12995\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johaniter-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johaniter-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/johaniter.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Holetscheks Reformplan enth\u00e4lt die folgenden Eckpunkte:<\/p>\n<p>I. Pflegebed\u00fcrftige unterst\u00fctzen<\/p>\n<p>Der Minister erl\u00e4uterte: Die Pflegeversicherung muss als substantieller Beitrag zur Absicherung des finanziellen Risikos sp\u00fcrbarer werden, das eine Pflegebed\u00fcrftigkeit mit sich bringen kann. Die Menschen wollen bei Pflegebed\u00fcrftigkeit nicht zum Sozialfall werden oder ihren Angeh\u00f6rigen zur Last fallen. K\u00fcnftige Generationen d\u00fcrfen nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig belastet werden.<\/p>\n<p>Holetschek fordert deshalb ein Drei-S\u00e4ulen-Modell mit pflegerischer Vollkostenversicherung.<\/p>\n<p>&#8211; Es soll k\u00fcnftig drei Budgets geben, die in der H\u00f6he gestaffelt nach Pflegegrad entweder f\u00fcr qualit\u00e4tsgesicherte Leistungen (z. B. ambulante, station\u00e4re, teilstation\u00e4re Versorgung), f\u00fcr geregelte Leistungen (z. B. Angebote zur Unterst\u00fctzung im Alltag) oder f\u00fcr unreglementierte Leistungen (informelle Pflege, z. B. Unterst\u00fctzung durch An- und Zugeh\u00f6rige) in Anspruch genommen werden k\u00f6nnen. Der Minister betonte: Damit werden die Leistungen flexibler und einfacher handhabbar.<\/p>\n<p>&#8211; Die Kosten der Behandlungspflege (z. B. \u00e4rztlich verordnete T\u00e4tigkeiten, Medikamentengabe, Verbandswechsel, Blutdruckkontrolle) soll unabh\u00e4ngig von der Versorgungsform die Pflegeversicherung in voller H\u00f6he \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Holetschek unterstrich: Damit werden die Pflegebed\u00fcrftigen entlastet, B\u00fcrokratie agebaut und die pflegerische Versorgung gest\u00e4rkt. Gleichzeitig wird diese Leistung so dem Teilleistungsprinzip der Pflegeversicherung und dem Wettbewerbsprinzip der Krankenversicherung entzogen.<\/p>\n<p>&#8211; Bei langen Pflegeverl\u00e4ufen (Pflegebed\u00fcrftigkeit von Kindern, demenzielle Erkrankungen, nach Unf\u00e4llen) soll die Pflegeversicherung die Kosten der Pflege und Betreuung nach einer bestimmten Zeit vollst\u00e4ndig \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>&#8211; Die Kosten der Ausbildung in der Langzeitpflege sollen k\u00fcnftig allein von der Pflegeversicherung, \u00fcbernommen werden. Diese refinanziert sich wiederum \u00fcber einen Steuerzuschuss. Holetschek erl\u00e4uterte: Bisher zahlen die Pflegebed\u00fcrftigen f\u00fcr die Ausbildung. So k\u00f6nnen wir sie zus\u00e4tzlich entlasten und die Kosten generationengerecht verteilen.<\/p>\n<p>II. Pflegepersonal f\u00f6rdern<\/p>\n<p>Der Minister betonte: Die Zukunft einer guten Pflege entscheidet sich in der Frage, ob es gelingt, ausreichend gut qualifiziertes Personal zu gewinnen. Die steigenden Ausbildungszahlen belegen, dass viele Menschen den Pflegeberuf als attraktive Chance wahrnehmen.<\/p>\n<p>&#8211; Auf Initiative Bayerns wurden bereits die Grundlagen geschaffen, Tarifverg\u00fctungen in den Pfleges\u00e4tzen verl\u00e4sslich zu refinanzieren. Es bedarf nun endlich attraktiver und f\u00fcr alle verbindlicher tariflicher Verg\u00fctungsstrukturen.<\/p>\n<p>&#8211; Da die T\u00e4tigkeit in der Pflege zwangsl\u00e4ufig mit Nacht- und Wochenenddiensten verbunden ist, gleichzeitig aber dem Allgemeinwohl dient, sollen Zuschl\u00e4ge f\u00fcr \u00dcberstunden, Wochenendarbeit und Nachtarbeit k\u00fcnftig st\u00e4rker steuerlich beg\u00fcnstigt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Um den Pflegeberuf als sektoren\u00fcbergreifenden Gesundheitsfachberuf zu positionieren und den Besch\u00e4ftigten attraktive Aufgabengebiete zu \u00f6ffnen, soll ihnen im Arbeitsalltag ein Aufgabenspektrum er\u00f6ffnet werden, das den erworbenen Kompetenzen gerecht wird. Hierzu geh\u00f6rt auch die M\u00f6glichkeit der selbst\u00e4ndigen \u00dcbernahme heilkundlicher T\u00e4tigkeiten (z. B. im Rahmen der Schmerzbehandlung, der Behandlung von Menschen mit Demenz oder der Diabetesbehandlung).<\/p>\n<p>&#8211; Grundst\u00e4ndig beruflich ausgebildete Pflegefachpersonen werden auch k\u00fcnftig das R\u00fcckgrat der pflegerischen Versorgung sein. Die Zunahme hochkomplexer Pflegesituationen erfordert aber einen steigenden Anteil hochschulisch ausgebildeter Pflegefachpersonen. Es sollen daher prim\u00e4rqualifizierende Pflegestudieng\u00e4nge ausgebaut werden. Im Pflegeberufegesetz soll zudem ein gesetzlicher Anspruch auf Ausbildungsverg\u00fctung f\u00fcr die Absolventen dieser Studieng\u00e4nge geschaffen werden.<\/p>\n<p>III. Versorgung weiterentwickeln<\/p>\n<p>Beim dritten Baustein meines Reformplans geht es um die Versorgung vor Ort, erl\u00e4uterte der bayerische Pflegeminister. Die Menschen m\u00fcssen sich darauf verlassen k\u00f6nnen, auch bei Pflegebed\u00fcrftigkeit in ihrem gewohnten sozialen Umfeld und Teil des gesellschaftlichen Lebens bleiben zu k\u00f6nnen. Hierzu sollen die Versorgungsstrukturen vor Ort gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Die ma\u00dfgeblichen Entscheidungen \u00fcber die erforderliche Versorgung k\u00f6nnen nur gemeinsam von den Kommunen, den Pflegekassen und den Leistungserbringern getroffen werden. Die Entscheidungskompetenzen der \u00f6rtlichen Ebene m\u00fcssen daher gest\u00e4rkt werden. Bei drohender pflegerischer Unterversorgung m\u00fcssen die Kommunen steuernd eingreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8211; Um dem Wunsch der Menschen, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben, Rechnung zu tragen, sollen die ambulante Versorgung und die Kurzzeitpflege weiter gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Fehlanreize f\u00fcr die Erbringer pflegerischer Leistungen sollen beseitigt werden. Im Mittelpunkt sollen die Pflegebed\u00fcrftigen und ihre Bed\u00fcrfnisse stehen, nicht Abrechnungsm\u00f6glichkeiten. Hierzu sollen die pflegerischen Leistungen in Budgets unter dem Dach der Pflegeversicherung zusammengef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Holetschek betonte: Es muss uns klar sein, dass die Ausgaben f\u00fcr Pflege aufgrund des demographischen Wandels in den n\u00e4chsten Jahren deutlich steigen werden. Diese Entwicklung d\u00fcrfen wir nicht allein den Pflegebed\u00fcrftigen \u00fcber die Eigenanteile oder k\u00fcnftigen Generationen \u00fcber Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge aufb\u00fcrden! Deshalb brauchen wir einen Steuerzuschuss aus dem Bundeshaushalt, der dem gesamtgesellschaftlichen Anspruch dieser Zukunftsaufgabe gerecht wird.<\/p>\n<p>Der Minister f\u00fcgte hinzu:Bayern hat stets seine Bereitschaft erkl\u00e4rt, gemeinsam mit dem Bund und den anderen L\u00e4ndern zum Wohle der Pflegebed\u00fcrftigen Reformen voranzutreiben. Dabei wollen wir jetzt verst\u00e4rkt der Reformmotor sein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:stmgp.bayern.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen: Holetschek legt Reformplan f\u00fcr die Pflege vor &#8211; Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister: Pflegebed\u00fcrftige m\u00fcssen besser unterst\u00fctzt und\u00a0Pflegekr\u00e4fte mehr gef\u00f6rdert werden Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat am Sonntag in M\u00fcnchen die Eckpunkte f\u00fcr eine zukunftsfeste Pflegereform vorgelegt. Holetschek betonte: Die Pflege ist unabh\u00e4ngig von der Corona-Pandemie die gro\u00dfe gesellschaftliche Herausforderung der kommenden Jahre. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":12995,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[78,71],"tags":[3243],"class_list":["post-14203","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bayern","category-menue","tag-pflegereform"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14203"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14203\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14204,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14203\/revisions\/14204"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14203"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}