{"id":14097,"date":"2021-02-03T08:38:09","date_gmt":"2021-02-03T07:38:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14097"},"modified":"2021-02-09T08:58:09","modified_gmt":"2021-02-09T07:58:09","slug":"rosenheimer-stammbeckenmoore-als-feuchtgebiet-von-internationaler-bedeutung-ausgewiesen-50-jahrestag-der-ramsar-konvention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=14097","title":{"rendered":"Rosenheimer Stammbeckenmoore als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung ausgewiesen &#8211; 50. Jahrestag der Ramsar-Konvention"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin &#8211; Rosenheim:<\/span><\/p>\n<p>Rosenheimer Stammbeckenmoore als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung<br \/>\nausgewiesen &#8211; 50. Jahrestag der Ramsar-Konvention<\/p>\n<p>Die Rosenheimer Stammbeckenmoore in Bayern sind als \u201eFeuchtgebiet von<br \/>\ninternationaler Bedeutung\u201c ausgewiesen worden. Das gab das Internationale<br \/>\nRamsar-Sekretariat am heutigen Welttag der Feuchtgebiete bekannt. Das<br \/>\nGebiet ist Teil eines der gr\u00f6\u00dften Moorkomplexe S\u00fcddeutschlands und<br \/>\nbeherbergt unter anderem gef\u00e4hrdete Arten des Sonnentaus sowie vom<br \/>\nAussterben bedrohte Vogel-, Libellen-, Schmetterlings- und<br \/>\nHeuschreckenarten. Intakte Moore leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum<br \/>\nSchutz des Klimas. Mit der Ausweisung im Rahmen der Internationalen<br \/>\nFeuchtgebietskonvention (Ramsar-Konvention) verpflichtet sich Deutschland,<br \/>\ndieses Feuchtgebiet dauerhaft zu erhalten und zu f\u00f6rdern. Die<br \/>\nUnterzeichnung der Ramsar-Konvention j\u00e4hrt sich heute zum f\u00fcnfzigsten<br \/>\nMal. Die Rosenheimer Stammbeckenmoore sind das 35. deutsche<br \/>\nRamsar-Feuchtgebiet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=10707\" rel=\"attachment wp-att-10707\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-10707\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/torte-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/torte-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/torte.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bundesumweltministerin Svenja Schulze: \u201eEin besserer Moorschutz ist ein<br \/>\nzentraler Baustein, um die Artenvielfalt zu erhalten und das Klima zu<br \/>\nsch\u00fctzen. Das ist auch das Ziel der Moorschutzstrategie der<br \/>\nBundesregierung, die wir gerade erarbeiten. Die Rosenheimer<br \/>\nStammbeckenmoore sind ein weiteres gutes Beispiel, wie Moore in ihren<br \/>\nnat\u00fcrlichen Zustand gebracht und damit als wichtige Lebensr\u00e4ume f\u00fcr<br \/>\nseltene Arten wiedergewonnen werden k\u00f6nnen. Diese Moore geh\u00f6ren damit nun<br \/>\nzur Riege der international bedeutsamen Feuchtgebiete &#8211; neben der<br \/>\nfranz\u00f6sischen Camargue, dem einzigartigen Donaudelta in Rum\u00e4nien und<br \/>\nvielen mehr. Dadurch wird die Bedeutung dieses Alpenvorlandmoores<br \/>\ngest\u00e4rkt. Die langj\u00e4hrigen Bem\u00fchungen vieler Akteure vor Ort, die<br \/>\n\u00d6kosystemleistungen dieses Moores zu verbessern, haben sich ausgezahlt.\u201c<\/p>\n<p>Prof. Dr. Beate Jessel, Pr\u00e4sidentin des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz:<br \/>\n\u201eInsbesondere vor dem Hintergrund der Klimaerw\u00e4rmung haben der Schutz,<br \/>\ndas nachhaltige Management und die Wiederherstellung von Mooren in den<br \/>\nletzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mehr als 90 Prozent der<br \/>\nMoorb\u00f6den in Deutschland sind heute entw\u00e4ssert und werden land- oder<br \/>\nforstwirtschaftlich genutzt. Lebendige, naturnahe Hochmoore sind in<br \/>\nDeutschland auf ca. ein Prozent ihrer urspr\u00fcnglichen Ausdehnung<br \/>\nzur\u00fcckgedr\u00e4ngt worden. Umso erfreulicher ist es, dass es in Bayern<br \/>\ngelungen ist, gro\u00dffl\u00e4chig Hochmoorfl\u00e4chen der Rosenheimer<br \/>\nStammbeckemoore wiederzuvern\u00e4ssen und das Gebiet zu renaturieren.\u201c<\/p>\n<p>Noch bis 2005 wurde in den Rosenheimer Stammbeckenmooren wie in vielen<br \/>\nanderen Moorgebieten gro\u00dffl\u00e4chig Torf f\u00fcr Blumenerde abgebaut. Seitdem<br \/>\nwird lediglich auf kleinen Fl\u00e4chen, in \u00dcbereinstimmung mit den<br \/>\nNaturschutzzielen, Torf f\u00fcr Heilzwecke abgebaut. Au\u00dferdem gab es mehrere<br \/>\nProjekte zum Teil auf europ\u00e4ischer Ebene mit dem Ziel, die<br \/>\nHochmoorfl\u00e4chen wiederzuvern\u00e4ssen und das Gebiet zu renaturieren. An dem<br \/>\nProzess der Ausweisung waren die Gemeinden vor Ort von Anfang an beteiligt.<br \/>\nW\u00e4hrend die bayerischen Beh\u00f6rden und das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN)<br \/>\nfachliche Unterst\u00fctzung leisteten, f\u00f6rderte das Bundesumweltministerium<br \/>\nden Ausweisungsprozess in seiner Funktion als zust\u00e4ndige<br \/>\nVerwaltungbeh\u00f6rde der Ramsar-Konvention.<\/p>\n<p>Moore speichern Wasser, verbessern die Wasserqualit\u00e4t und sch\u00fctzen vor<br \/>\nNaturkatastrophen wie \u00dcberschwemmungen. Au\u00dferdem bringen Moore mit<br \/>\nintaktem Wasserhaushalt K\u00fchlung in hei\u00dfen Sommern und sind in naturnahem<br \/>\nZustand Lebensraum speziell angepasster Arten von Flora und Fauna. In<br \/>\nintaktem Zustand leisten Moore als langfristige Kohlenstoffsenken einen<br \/>\nh\u00f6heren Beitrag zum Klimaschutz als jedes andere \u00d6kosystem in<br \/>\nDeutschland. Die zunehmende Entw\u00e4sserung von Mooren f\u00fcr die Landnutzung<br \/>\noder Infrastrukturentwicklung f\u00fchrt jedoch zum Verlust ihrer<br \/>\nCO2-Speicherfunktion und Treibhausgase werden in erheblichem Umfang<br \/>\nfreigesetzt. Um dem entgegenzuwirken, werden weltweit Anstrengungen<br \/>\nunternommen, Moore zu sch\u00fctzen. So hat z.B. die Ramsar-Konvention<br \/>\nLeitf\u00e4den und technische Hilfestellungen erarbeitet, Resolutionen zum<br \/>\nMoorschutz verabschiedet und neue Initiativen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Hintergrund: Ramsar-Konvention<\/p>\n<p>Die Ramsar-Konvention wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt<br \/>\nRamsar von damals 18 Vertragsstaaten unterschrieben. J\u00e4hrlich wird am 2.<br \/>\nFebruar mit dem \u201eWeltfeuchtgebietstag\u201c auf die Bedeutung von<br \/>\nFeuchtgebieten und das Bestehen dieses v\u00f6lkerrechtlichen Abkommens<br \/>\nhingewiesen. Mit dem heutigen Tag existiert es seit 50 Jahren. Mittlerweile<br \/>\nz\u00e4hlt die Konvention 171 Mitgliedsstaaten. Weltweit konnten bisher 2415<br \/>\n\u201eFeuchtgebiete von internationaler Bedeutung\u201c ausgewiesen werden. Der<br \/>\nSchwerpunkt der Konvention hat sich dabei im Laufe der Jahre vom<br \/>\nanf\u00e4nglichen Fokus auf den Schutz von Wasser- und Watv\u00f6geln zum<br \/>\nganzheitlichen Schutz dieser \u00d6kosysteme, der darin vorkommenden Arten,<br \/>\naber auch deren \u00d6kosystemleistungen f\u00fcr die Bewohner der Regionen<br \/>\nweiterentwickelt.<\/p>\n<p>Mit einer Ausweisung von Ramsar-Feuchtgebieten verpflichten sich die<br \/>\nMitgliedsl\u00e4nder der Ramsar-Konvention zugleich, daf\u00fcr zu sorgen, dass<br \/>\nauch die \u00fcbrigen Feuchtgebiete innerhalb ihrer Grenzen nachhaltig genutzt<br \/>\nwerden. Weiterhin sind die Vertragsstaaten zur internationalen<br \/>\nZusammenarbeit aufgefordert. Alle drei Jahre muss eine ausf\u00fchrliche<br \/>\nBerichterstattung erfolgen.<\/p>\n<p>Rosenheimer Stammbeckenmoore<\/p>\n<p>Deutschland trat der Konvention im Jahre 1976 bei. Die Rosenheimer<br \/>\nStammbeckenmoore sind das 35. Ramsargebiet. Das Gebiet (1039 Hektar) ist<br \/>\nTeil eines der gr\u00f6\u00dften Moorkomplexe Bayerns und S\u00fcddeutschlands (4300<br \/>\nha), welcher bedrohte Feuchtlebensr\u00e4ume beherbergt und damit das Vorkommen<br \/>\nbesonderer Tier- und Pflanzenarten erm\u00f6glicht. So finden sich hier zum<br \/>\nBeispiel drei gef\u00e4hrdete Arten des Sonnentaus (Drosera), einer<br \/>\nfleischfressenden Pflanze, aber auch viele bedrohte Vogel-, Libellen-,<br \/>\nSchmetterlings- und Heuschreckenarten. Aufgrund des Vorkommens von<br \/>\nSchwarz-, Braun-, Blau- und Rotkehlchen wird das Gebiet auch als<br \/>\n\u201eVierkehlchenland\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Mehrere Projekte z.T. auf europ\u00e4ischer Ebene bem\u00fchen sich um die<br \/>\nWiederherstellung des Gebiets. So wurde zum Beispiel im Rahmen eines<br \/>\nLIFE-Natur Projekts die Wiederherstellung des nat\u00fcrlichen Wasserhaushalts<br \/>\nin 400 Hektar abgebauten und trockengelegten Hochmooren erreicht. Unter dem<br \/>\nKlimaprogramm Bayern 2050 Moore l\u00e4uft derzeit ein weiteres<br \/>\nMoorrenaturierungsprojekt.<\/p>\n<p>Mehr Information:<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmu.de\/presseverteiler\/lt.php?tid=2qjd1OUIr4S9zHPqfLxvhkgeqmNNOae2hDjuRlH\/5xOBuBNZyf8LoKSsg41K6FIQ<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmu.de\/presseverteiler\/lt.php?tid=Fm87PEt9NgukbzYwUdiC8kgeqmNNOUe2hDjuRlH\/5xOBuBNZyf\/LoKSsg41K6FIQ<\/p>\n<p>Umwelt &#8211; Landratsamt Rosenheim:<br \/>\nhttps:\/\/www.bmu.de\/presseverteiler\/lt.php?tid=uzcc2SpoyzSmEkgmnzlQA0geqmNNOUe2hDjuRlH\/5xOBuBNZyf\/boKSsg41K6FIQ<\/p>\n<p>Quelle:bumu.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin &#8211; Rosenheim: Rosenheimer Stammbeckenmoore als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung ausgewiesen &#8211; 50. Jahrestag der Ramsar-Konvention Die Rosenheimer Stammbeckenmoore in Bayern sind als \u201eFeuchtgebiet von internationaler Bedeutung\u201c ausgewiesen worden. 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