{"id":13744,"date":"2020-09-08T08:15:27","date_gmt":"2020-09-08T06:15:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=13744"},"modified":"2020-09-08T08:15:27","modified_gmt":"2020-09-08T06:15:27","slug":"zukunftskommission-ist-bekenntnis-zur-heimischen-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=13744","title":{"rendered":"Zukunftskommission ist Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Zukunftskommission ist Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft<br \/>\nZukunftskommission Landwirtschaft tritt erstmals zusammen \u2013 Gremium soll Empfehlungen f\u00fcr mehr Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit erarbeiten, Ausgleich zwischen den Interessen schaffen<\/p>\n<p>Die Zukunftskommission Landwirtschaft ist heute im Bundeskanzleramt zu ihrer Auftaktsitzung zusammengekommen. Am Treffen nahmen auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, Julia Kl\u00f6ckner, sowie Bundesumweltministerin Svenja Schulze teil.<\/p>\n<p>Was wir essen, wo es herkommt und wie es erzeugt wurde, ist l\u00e4ngst nicht mehr nur im Interesse der Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft. Immer st\u00e4rker r\u00fcckt die landwirtschaftliche Produktion in den Fokus von Verbrauchern, Umweltverb\u00e4nden und Klimasch\u00fctzern. Die Auseinandersetzungen sind nicht selten polarisierend, pauschale Vorw\u00fcrfe werden gegenseitig gemacht, 100-Prozent-Forderungen werden adressiert. Landwirte sehen sich zunehmend der Erwartung ausgesetzt, mehr Landschaftsgestalter als Nahrungsmittelproduzent zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=12571\" rel=\"attachment wp-att-12571\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12571\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/huhn-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/huhn-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/huhn-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/huhn.jpg 774w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der Corona-Krise hat sich allerdings die Sichtweise in Teilen ge\u00e4ndert, die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Bauernfamilien und Regionalit\u00e4t ist gestiegen. Dennoch bleiben Zielkonflikte: Reduktion von Pflanzenschutzmitteln bei Zunahme neuer Pflanzensch\u00e4dlinge bringt Ernten in Gefahr und macht das Wirtschaften f\u00fcr Bauernfamilien unrentabel.<br \/>\nAber beides kann dennoch gelingen, mit neuen Techniken, Digitalisierung, Forschung, neuen Fruchtfolgen oder alternativen Pflanzenschutzmitteln. Zielkonflikte l\u00f6sen, statt Alles-oder-Nichts-Forderungen und Schwarz-Wei\u00df-Debatten zu f\u00fchren &#8211; das ist das Anliegen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner. In ihrem Ministerium wird die Gesch\u00e4ftsstelle der unabh\u00e4ngigen Zukunftskommission angesiedelt sein.<br \/>\nEs braucht einen gesellschaftlichen Ausgleich und eine Befriedung der Gruppen, die h\u00e4ufig gegeneinander auf der Stra\u00dfe und im Netz demonstrieren. Stattdessen sind konstruktive Verst\u00e4ndigung und Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander gefragt.<\/p>\n<p>Die Einsetzung der unabh\u00e4ngigen Regierungskommission war ein wesentliches Ergebnis des Agrargipfels im Dezember 2019, zu dem die Kanzlerin und Bundesministerin Kl\u00f6ckner rund 40 landwirtschaftliche Verb\u00e4nde eingeladen hatten. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider sollen die 31 Mitglieder der Kommission aus den Bereichen Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbraucher, Umwelt und Tierschutz sowie Wissenschaft einen Ausgleich zwischen den Interessen schaffen. Es geht auch darum, unter Beteiligung verschiedener Seiten Empfehlungen f\u00fcr eine produktive und zugleich ressourcenschonende Landwirtschaft zu erarbeiten. Es soll ein \u00fcbergreifendes gemeinsames Verst\u00e4ndnis und eine Verst\u00e4ndigung entwickelt werden, wie mehr Tierwohl, Biodiversit\u00e4t, Klima- und Umweltschutz mit der Sicherung von Ernten und der \u00f6konomischen Tragf\u00e4higkeit der heimischen Betriebe zusammengebracht werden k\u00f6nnen. Das Gremium f\u00e4ngt nicht bei Null an, Vorarbeiten durch die von Bundesministerin Julia Kl\u00f6ckner eingesetzte Borchert-Kommission oder durch das Bundeslandwirtschaftsministerium in Sachen Ackerbaustrategie und F\u00f6rderung von Tierwohlst\u00e4llen liegen auf dem Tisch und werden zur Diskussion gestellt.<\/p>\n<p>Julia Kl\u00f6ckner: \u201eDie Einsetzung der Kommission ist ein klares Bekenntnis: Wir wollen, dass eine wirtschaftlich erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft in unserem Land eine gute Zukunft hat. Damit die junge Generation bereit ist, auch weiterhin die H\u00f6fe ihrer Eltern und damit viel Arbeit zu \u00fcbernehmen, brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens, eine Art Befriedung. Landwirtschaft ist beileibe nicht an jeder Klima- und Umweltfrage schuld, auch wenn sie allzu schnell pauschal f\u00fcr vieles verantwortlich gemacht wird. Umgekehrt sind die Anliegen von Aktiven in der Umwelt-, Klima- und Tierschutzszene keine \u201aSpinnereien\u2018, sondern ernstzunehmende Anliegen.<br \/>\nWir m\u00fcssen uns aber klar dar\u00fcber werden, dass h\u00f6here Standards Geld kosten, das kann nicht alleine durch die Familienbetriebe in der Landwirtschaft getragen werden. Unsere Landwirte stehen jeden Tag im Wettbewerb mit Importware, die teilweise unter niedrigeren Produktionsstandards erzeugt wurde und deshalb kosteng\u00fcnstiger ist. Nach wie vor schaut die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher bei Lebensmitteln auf den g\u00fcnstigeren Preis. Was nicht aufgehen wird: Die eine Seite fordert und die andere Seite muss umsetzen. Die gesicherte Versorgung mit Lebensmitteln, familiengef\u00fchrte Betriebe vor Ort, die von ihrer Arbeit verl\u00e4sslich leben k\u00f6nnen, und mehr Ressourcenschutz: Diese Anliegen d\u00fcrfen sich nicht ausschlie\u00dfen, sie m\u00fcssen gleichberechtigt ber\u00fccksichtigt werden in der Debatte. Die Bereitschaft zum Kompromiss muss uns leiten, nicht einseitige Maximalforderungen. Die Kommission kann hier f\u00fcr einen Ausgleich sorgen und die Protagonisten vers\u00f6hnend an einen Tisch bringen. Ich danke dem Vorsitzenden, Prof. Strohschneider, und allen, die sich zur Mitarbeit bereit erkl\u00e4rt haben.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nDie Zukunftskommission legt ihrer Arbeit folgende Schwerpunkte zugrunde:<\/p>\n<p>Agrarpolitik der Zukunft<br \/>\n\u2022 Ziele der Agrarf\u00f6rderung<br \/>\n\u2022 Rolle der europ\u00e4ischen Gemeinsamen Agrarpolitik<br \/>\n\u2022 Bedeutung der Landwirtschaft f\u00fcr lebenswerte l\u00e4ndliche R\u00e4ume<br \/>\n\u00d6konomische Tragf\u00e4higkeit der Landwirtschaft<br \/>\n\u2022 Ans\u00e4tze f\u00fcr mehr Wertsch\u00f6pfung in der Landwirtschaft<br \/>\n\u2022 Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in der Lebensmittelkette<br \/>\n\u2022 Rolle der Verbraucher<br \/>\n\u2022 Globalisierung, Markt\u00f6ffnung und Handelsabkommen<br \/>\n\u2022 Steuerliche Rahmenbedingungen f\u00fcr die Landwirtschaft<br \/>\nLandwirtschaft und Umwelt<br \/>\n\u2022 D\u00fcngung und Gew\u00e4sserschutz<br \/>\n\u2022 Biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft<br \/>\n\u2022 Kooperationsmodelle Landwirtschaft \u2013 Naturschutz<br \/>\n\u2022 Zukunftsf\u00e4hige Ackerbausysteme<br \/>\n\u2022 Pflanzenschutz<br \/>\nLandwirtschaft und Klimaschutz<br \/>\n\u2022 Folgen des Klimawandels \u2013 Strategien zur Anpassung<br \/>\n\u2022 Erneuerbare Energien<br \/>\n\u2022 Beitr\u00e4ge der Landwirtschaft zur Erreichung der Klimaziele<br \/>\nZukunft der Tierhaltung<br \/>\n\u2022 Tiergesundheit<br \/>\n\u2022 Tierschutz und Vorgaben f\u00fcr die Tierhaltung<br \/>\n\u2022 Tierwohl und Kennzeichnung<br \/>\n\u2022 Vereinbarkeit mit bau- und umweltrechtlichen Anforderungen<\/p>\n<p>Zu Mitgliedern der Zukunftskommission wurden berufen:<br \/>\nVorsitz:<br \/>\nProf. Dr. Peter Strohschneider<\/p>\n<p>Landwirtschaft<br \/>\n\u2022 Hubertus Paetow (Pr\u00e4sident Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft)<br \/>\n\u2022 Joachim Rukwied (Pr\u00e4sident Deutscher Bauernverband)<br \/>\n\u2022 Petra Bentk\u00e4mper (Pr\u00e4sidentin Deutscher Landfrauenverband)<br \/>\n\u2022 Stefan Mann (Bundesvorsitzender Bundesverband Deutscher Milchviehhalter)<br \/>\n\u2022 Kathrin Muus (Bundesvorsitzende Bund der Deutschen Landjugend)<br \/>\n\u2022 Dirk Andresen (Sprecher Land schafft Verbindung)<br \/>\n\u2022 Dr. Felix Prinz zu L\u00f6wenstein (Vorstandsvorsitzender Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft)<br \/>\n\u2022 Elisabeth Fresen (Bundesvorsitzende Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft)<br \/>\n\u2022 J\u00fcrgen Mertz (Pr\u00e4sident Zentralverband Gartenbau)<br \/>\n\u2022 Ute Volquardsen (Vizepr\u00e4sidentin des Verbandes der Landwirtschaftskammern)<br \/>\nWirtschaft und Verbraucher<br \/>\n\u2022 Franz-Josef Holzenkamp (Pr\u00e4sident Deutscher Raiffeisenverband)<br \/>\n\u2022 Manfred Hudetz (Pr\u00e4sident Industrieverband Agrar)<br \/>\n\u2022 Stephanie Franck (Vorsitzende Bundesverband der Pflanzenz\u00fcchter)<br \/>\n\u2022 Philipp Hengstenberg (Pr\u00e4sident Lebensmittelverband Deutschland)<br \/>\n\u2022 Dr. Christian von Boetticher (Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Ern\u00e4hrungsindustrie)<br \/>\n\u2022 Klaus M\u00fcller (Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband)<br \/>\n\u2022 Miriam Schneider (Leiterin B\u00fcro Br\u00fcssel Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels)<br \/>\n\u2022 Susanne Dehmel (Mitglied Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr Verbraucherfragen)<br \/>\nUmwelt und Tierschutz<br \/>\n\u2022 Prof. Dr. Kai Niebert (Pr\u00e4sident Deutscher Naturschutzring)<br \/>\n\u2022 J\u00f6rg-Andreas Kr\u00fcger (Pr\u00e4sident Naturschutzbund Deutschland)<br \/>\n\u2022 Olaf Bandt (Vorsitzender Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland)<br \/>\n\u2022 Christoph Heinrich (Vorstand Naturschutz WWF Deutschland)<br \/>\n\u2022 Thomas Schr\u00f6der (Pr\u00e4sident Deutscher Tierschutzbund)<br \/>\n\u2022 Myriam Rapior (Mitglied im Bundesvorstand BUNDjugend)<br \/>\n\u2022 Martin Kaiser (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Greenpeace)<br \/>\nWissenschaft<br \/>\n\u2022 Prof. Dr. Manfred Niekisch (stellvertretender Vorsitzender Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr Umweltfragen)<br \/>\n\u2022 Prof. Dr. Achim Spiller (Universit\u00e4t G\u00f6ttingen)<br \/>\n\u2022 Prof. \u2018in Dr. Hiltrud Nieberg (Johann Heinrich von Th\u00fcnen-Institut)<br \/>\n\u2022 Prof. \u2018in Dr. Ute Knierim (Universit\u00e4t Kassel)<br \/>\n\u2022 Prof. \u2018in Dr. Ramona Teuber (Universit\u00e4t Gie\u00dfen)<br \/>\n\u2022 Prof. \u2018in Dr. Dr. h.c. Vera Bitsch (Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen)<\/p>\n<p>Quelle:bmel.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Zukunftskommission ist Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft Zukunftskommission Landwirtschaft tritt erstmals zusammen \u2013 Gremium soll Empfehlungen f\u00fcr mehr Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit erarbeiten, Ausgleich zwischen den Interessen schaffen Die Zukunftskommission Landwirtschaft ist heute im Bundeskanzleramt zu ihrer Auftaktsitzung zusammengekommen. 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