{"id":13534,"date":"2020-06-13T08:03:23","date_gmt":"2020-06-13T06:03:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=13534"},"modified":"2020-06-13T08:03:23","modified_gmt":"2020-06-13T06:03:23","slug":"frauen-in-fuehrungspositionen-freiwillig-tut-sich-wenig-nur-feste-vorgaben-wirken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=13534","title":{"rendered":"Frauen in F\u00fchrungspositionen: Freiwillig tut sich wenig &#8211; nur feste Vorgaben wirken"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Frauen in F\u00fchrungspositionen: Freiwillig tut sich wenig &#8211; nur feste Vorgaben wirken<\/p>\n<p>Bundesfrauenministerin Giffey und Bundesjustizministerin Lambrecht legen Dritte und Vierte J\u00e4hrliche Information zu Frauen- und M\u00e4nneranteilen an F\u00fchrungsebenen vor<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freiwillig tut sich wenig, nur die feste Quote wirkt \u2013 das belegen erneut die aktuellsten Berichte zur Entwicklung des Frauenanteils in F\u00fchrungspositionen, die Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht gemeinsam vorgelegt haben. Die \u201eDritte und Vierte J\u00e4hrliche Information der Bundesregierung \u00fcber die Entwicklung des Frauen- und M\u00e4nneranteils an F\u00fchrungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des \u00f6ffentlichen Dienstes\u201c wurden heute vom Bundeskabinett beschlossen und anschlie\u00dfend dem Deutschen Bundestag zugeleitet.<\/p>\n<p>Im Bereich der Privatwirtschaft ist demnach der Frauenanteil in den Aufsichtsr\u00e4ten der Unternehmen, die unter die feste Quote fallen, weiter gewachsen. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes 2015 stieg er von 25 Prozent auf 32,5 Prozent im Jahr 2017 und in diesem Jahr sogar auf 35,2 Prozent. Im Vergleich dazu sind es bei Unternehmen, die nicht unter die feste Quote fallen, allerdings nur magere 19,9 Prozent.<\/p>\n<p>Ern\u00fcchternd ist der Blick auf die Entwicklung in den Vorst\u00e4nden deutscher Unternehmen. Hier sind Frauen nach wie vor stark unterrepr\u00e4sentiert. Ihr Anteil erh\u00f6hte sich seit 2015 lediglich von 6,3 Prozent auf 7,7 Prozent im Gesch\u00e4ftsjahr 2017. 80 Prozent der Unternehmen haben keine Frau im Vorstand. Etwa 70 Prozent der Unternehmen, die sich Zielgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr den Vorstand setzten, meldeten Zielgr\u00f6\u00dfe 0 Prozent.<\/p>\n<p>Bundesfrauenministerin Giffey betont: \u201eDie Zahlen zeigen erneut das seit Jahren bekannte Dilemma: Mit Freiwilligkeit kommen wir einfach nicht weiter, ohne politischen Druck bewegt sich gar nichts. Umso wichtiger ist, dass wir endlich die Reform des Gesetzes f\u00fcr mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen angehen. Unsere Vorschl\u00e4ge liegen seit langem auf dem Tisch. Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie wird \u00fcberdeutlich: Frauen stehen in vorderster Reihe, um die aktuelle Krise zu bew\u00e4ltigen, allen voran in den sozialen Berufen. Aber in den F\u00fchrungspositionen sind sie systematisch unterrepr\u00e4sentiert. Dabei wissen wir aus vielen Studien: Die besten Entscheidungen treffen F\u00fchrungsteams, in denen M\u00e4nner UND Frauen vertreten sind. Und das gilt besonders dann, wenn Unternehmen in Krisensituationen stecken. Frauen in F\u00fchrungspositionen sind also keine Belastung der Wirtschaft in schwierigen Zeiten, sondern f\u00f6rdern den wirtschaftlichen Erfolg und stehen f\u00fcr eine moderne Unternehmenskultur\u201c, so Ministerin Giffey.<\/p>\n<p>Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erkl\u00e4rt: &#8222;Die in der vergangenen Legislaturperiode eingef\u00fchrte Aufsichtsratsquote hat Wirkung gezeigt: Im Vergleich zu Unternehmen, die noch nicht einer fixen Quote unterliegen, hat sich der Frauenanteil hier deutlich gesteigert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=11996\" rel=\"attachment wp-att-11996\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11996\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/greif2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/greif2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/greif2.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diesen Erfolg wollen wir fortschreiben: Wir wollen die Aufsichtsratsquote fl\u00e4chendeckend auf alle parit\u00e4tisch mitbestimmten Unternehmen in Deutschland ausweiten. Das Erfordernis der B\u00f6rsennotierung soll k\u00fcnftig wegfallen.<\/p>\n<p>Zudem sollte bei gro\u00dfen Unternehmen ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau im Vorstand sein. In unserem Land gibt es ausreichend exzellent ausgebildete Frauen, die Leitungsverantwortung \u00fcbernehmen wollen und vor allem auch k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Das \u201eGesetz f\u00fcr die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und M\u00e4nnern an F\u00fchrungspositionen in der Privatwirtschaft und im \u00f6ffentlichen Dienst (F\u00fcPoG)\u201c beinhaltet folgende Regelungen f\u00fcr die Privatwirtschaft:<\/p>\n<p>Das Gesetz sieht vor, dass seit dem 1. Januar 2016 f\u00fcr Aufsichtsr\u00e4te von Unternehmen, die sowohl b\u00f6rsennotiert sind als auch der parit\u00e4tischen Mitbestimmung unterliegen, ein fester Mindestanteil an Frauen und M\u00e4nnern von 30 Prozent zu erzielen ist. Bei Nichterf\u00fcllung des Mindestanteils ist die quotenwidrige Wahl nichtig. Es folgt die Sanktion des leeren Stuhls. Unternehmen, die entweder b\u00f6rsennotiert sind oder in irgendeiner Form der unternehmerischen Mitbestimmung unterliegen, m\u00fcssen Zielgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr die Zusammensetzung des gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Organs, des Aufsichtsrats sowie der beiden obersten F\u00fchrungsebenen unterhalb des gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Organs festlegen. Zugleich sind die Unternehmen verpflichtet, sich Fristen f\u00fcr die angestrebte Erreichung der Zielgr\u00f6\u00dfen zu setzen, die bei der erstmaligen Festlegung (zum 30. September 2015) nicht l\u00e4nger als bis zum 30. Juni 2017 dauern durften. Die darauffolgenden Fristen d\u00fcrfen f\u00fcnf Jahre nicht \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Im Bereich des \u00f6ffentlichen Dienstes ist die Entwicklung weiterhin positiv. Dennoch sind Frauen in F\u00fchrungspositionen in der Bundesverwaltung nach wie vor unterrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Hier gibt der Gleichstellungsindex, den das Statistische Bundesamt im Auftrag des BMFSFJ erstellt hat, Aufschluss \u00fcber die Geschlechteranteile an<\/p>\n<p>F\u00fchrungspositionen in den obersten Bundesbeh\u00f6rden:34 Prozent der mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben Besch\u00e4ftigten in den obersten Bundesbeh\u00f6rden waren 2018 Frauen. Im Verh\u00e4ltnis dazu lag der Frauenanteil an der Gesamtbesch\u00e4ftigung 2018 bei 53 Prozent. Einen R\u00fcckschritt zeigt der Vorjahresvergleich mit Blick auf den Frauenanteil im h\u00f6heren Dienst in den obersten Bundesbeh\u00f6rden. Er verringerte sich im Vorjahresvergleich um einen Prozentpunkt auf 45<\/p>\n<p>Prozent, nachdem er zuvor seit 2015 j\u00e4hrlich um jeweils einen Prozentpunkt gestiegen war<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum aktuellen Gleichstellungsindex 2019 finden Sie unter:<\/p>\n<p>https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Staat\/Oeffentlicher-Dienst\/Publikationen\/_publikationen-innen-gleichstellungsindex.html%20<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gremienbesetzung hat sich der Bund selbst strengere Regeln als der Privatwirtschaft gegeben. Seit dem 1. Januar 2016 ist die Bundesregierung verpflichtet, bei der Bestimmung von Mitgliedern f\u00fcr Aufsichtsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen, sukzessive f\u00fcr diese Sitze eine Geschlechterquote von 30 Prozent zu erreichen bzw. eine solche beizubehalten und seit 1. Januar 2018 sollen diese Mindestanteile von 30 Prozent auf 50 Prozent erh\u00f6ht werden. Die Institutionen des Bundes haben zum Stichtag 31. Dezember 2018 insgesamt 540 Gremien mit dazugeh\u00f6rigen vom Bund bestimmten Mitgliedern gemeldet. In 239 der Gremien kann der Bund drei oder mehr Mitglieder bestimmen. Der Frauenanteil betrug bei den Mitgliedern, die der Bund bestimmen kann, 45,4 Prozent.<\/p>\n<p>Die \u201eDritte und Vierte J\u00e4hrliche Information der Bundesregierung \u00fcber die Entwicklung des Frauen- und M\u00e4nneranteils an F\u00fchrungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des \u00f6ffentlichen Dienstes\u201c finden Sie hier:<\/p>\n<p>Quelle: bmfsfj.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Frauen in F\u00fchrungspositionen: Freiwillig tut sich wenig &#8211; nur feste Vorgaben wirken Bundesfrauenministerin Giffey und Bundesjustizministerin Lambrecht legen Dritte und Vierte J\u00e4hrliche Information zu Frauen- und M\u00e4nneranteilen an F\u00fchrungsebenen vor &nbsp; Freiwillig tut sich wenig, nur die feste Quote wirkt \u2013 das belegen erneut die aktuellsten Berichte zur Entwicklung des Frauenanteils in F\u00fchrungspositionen, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":11996,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44,3],"tags":[616],"class_list":["post-13534","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland-2","category-news","tag-frauenquote"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13534"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13534\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13536,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13534\/revisions\/13536"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11996"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.frankensicht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}