{"id":13523,"date":"2020-06-06T08:53:54","date_gmt":"2020-06-06T06:53:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=13523"},"modified":"2020-06-06T08:53:54","modified_gmt":"2020-06-06T06:53:54","slug":"aus-spass-wird-ernst-gefaehrdungen-von-jungen-menschen-im-netz-nehmen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=13523","title":{"rendered":"Aus Spa\u00df wird Ernst: Gef\u00e4hrdungen von jungen Menschen im Netz nehmen zu"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Aus Spa\u00df wird Ernst: Gef\u00e4hrdungen von jungen Menschen im Netz nehmen zu<\/p>\n<p>Jahresbericht von jugendschutz.net registriert hohe Zahl an gef\u00e4hrlichen Mutproben \u2013 Betreiber m\u00fcssen<\/p>\n<p>Schutzkonzepte verbessern<\/p>\n<p>Nagellackentferner auf der Haut anz\u00fcnden, auf fahrende Z\u00fcge klettern, an einer Steckdose einen Kurzschluss erzeugen: Kinder und Jugendliche werden im Netz immer h\u00e4ufiger zu hochgef\u00e4hrlichen Mutproben animiert. Viele der Wettbewerbe gelten als hip und unterhaltsam, k\u00f6nnen jedoch ernsthafte Gesundheitssch\u00e4den verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht von jugendschutz.net, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und L\u00e4ndern f\u00fcr den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Bei seinen Recherchen hat jugendschutz.net auch festgestellt, dass beliebte Dienste der Sozialen Medien zu wenig Vorsorge betreiben, um Kinder und Jugendliche optimal vor Gefahren zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=3002\" rel=\"attachment wp-att-3002\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3002\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/handy-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/handy-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/handy.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bundesjugendministerien Dr. Franziska Giffey erkl\u00e4rt dazu: \u201eSelbstgef\u00e4hrdungswettbewerbe, Mobbing oder sexuelle Anmache sind kein Spa\u00df. Wir d\u00fcrfen nicht hinnehmen, dass Kinder im Netz immer \u00f6fter mit Inhalten konfrontiert werden, die ihnen Angst machen oder sie verst\u00f6ren. Sie haben das Recht, gut aufzuwachsen und sich ohne Angst zu bewegen \u2013 offline wie online. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir den Schutz und die Pers\u00f6nlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen im Netz st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken und die Anbieter verpflichten, sie besser zu sch\u00fctzen. Die notwendige Technik ist da, aber unser Jugendschutz ist noch nicht so weit. Er braucht ein Update f\u00fcr das 21. Jahrhundert. Genau das will ich mit dem vorliegenden Gesetzentwurf f\u00fcr einen modernen Jugendmedienschutz liefern. Wir verpflichten damit Anbieter zu altersgerechten Angeboten, wirksamen Schutzkonzepten, effektiven Melde- und Beschwerdeverfahren und Alterskennzeichnungen, die Eltern und Fachkr\u00e4ften mehr Orientierung bieten.\u201c Das Gesetz soll voraussichtlich im Herbst nach dem Notifizierungsverfahren der EU-Kommission im Kabinett beschlossen werden.<\/p>\n<p>Stefan Glaser, Leiter von jugendschutz.net, stellt fest: \u201eGef\u00e4hrliche Online-Challenges verbreiten sich in Social Media rasend schnell und finden durch den Mitmachdruck schnell Nachahmer. Wir beobachten, dass bei den Mutproben immer h\u00f6here Risiken eingegangen werden. Aus Spa\u00df kann dann ganz schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen.\u201c Auch die indirekten Folgen der Teilnahme an riskanten Challenges seien nicht zu untersch\u00e4tzen. \u201eEs zeigt sich, dass Videos von missgl\u00fcckten Versuchen besonders viele Klicks bekommen und h\u00e4misch kommentiert werden. Die User werden mit Spott und Schadenfreude \u00fcberzogen, bis zum Cybermobbing sind es dann nur noch wenige Schritte\u201c, so Glaser weiter.<\/p>\n<p>\u201eEltern m\u00fcssen sich bei der Auswahl von Angeboten f\u00fcr ihre Kinder vorbehaltlos auf die Einstufungen in den App-Stores verlassen k\u00f6nnen\u201d, fordert die rheinland-pf\u00e4lzische Jugendministerin Anne Spiegel. Es d\u00fcrfe nicht sein, dass Apps, die sich an die J\u00fcngsten richten, Gefahren wie Bel\u00e4stigungen, Mobbing und Selbstgef\u00e4hrdungsinhalte bergen. \u201eUm Kinder und Jugendliche hinreichend sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen alle Risiken ber\u00fccksichtigt werden. Die gesetzlichen Regelungen im Jugendschutz greifen hier zu kurz\u201c, so Spiegel weiter.<\/p>\n<p>\u201eViele Diensteanbieter bleiben hinter dem zur\u00fcck, was notwendig w\u00e4re und m\u00f6glich ist. Dabei belegen Tests von jugendschutz.net, dass moderne Techniken existieren, die gef\u00e4hrdende Inhalte in Social Media schnell identifizieren und Kinder vor der Konfrontation sch\u00fctzen k\u00f6nnten\u201d, erkl\u00e4rt Dr. Marc Jan Eumann, der Vorsitzende der Kommission f\u00fcr Jugendmedienschutz (KJM). \u201eUm die Sicherheit von Kindern in Social Media zu gew\u00e4hrleisten und Risiken f\u00fcr Jugendliche zu reduzieren, muss Vorsorge bereits bei der Entwicklung neuer Dienste und Ger\u00e4te mitgedacht werden. Die KJM steht daher im intensiven Austausch mit Verb\u00e4nden, Selbstkontrolleinrichtungen und Politik, um auf vermehrte Anstrengungen im Bereich des technischen Jugendmedienschutzes hinzuwirken.\u201d<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Jahresbericht 2019:<\/p>\n<p>2019 registrierte jugendschutz.net insgesamt 6.950 Versto\u00dff\u00e4lle (2018: 6.575). 4.164 beziehen sich auf beliebte und hoch frequentierte Social-Media-Dienste, davon 20 % auf Instagram, 19 % auf YouTube, 18 % auf Facebook und 13 % auf Twitter. Zwei Dienste haben erheblich an Relevanz gewonnen: Beim Bildernetzwerk Pinterest wurden neunmal so viele Verst\u00f6\u00dfe registriert wie im Vorjahr (Anstieg von 46 auf 413), beim Videodienst TikTok f\u00fcnfmal so viele (Anstieg von 38 auf 192).<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Zuwachs an F\u00e4llen gegen\u00fcber dem Vorjahr verzeichnete jugendschutz.net im Bereich der Selbstgef\u00e4hrdung (plus 77 %, von 478 auf 846 F\u00e4lle) und im Bereich der Gewaltdarstellungen (plus 72 %, von 364 auf 627 F\u00e4lle). Den gr\u00f6\u00dften Anteil der Versto\u00dff\u00e4lle nahmen auch 2019 Darstellungen sexualisierter Gewalt mit 37 % (2.553 F\u00e4lle) ein. Knapp ein Viertel (1.606 F\u00e4lle) bezog sich thematisch auf politischen Extremismus.<\/p>\n<p>Der aktuelle Jahresbericht von jugendschutz.net steht zum Download bereit unter: http:\/\/www.jugendschutz.net\/pdf\/bericht2019.pdf<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzende Videostatements finden Sie unter http:\/\/www.jugendschutz.net\/pressemitteilungen\/pressemeldung-2020-06-04<\/p>\n<p>Hintergrundinformationen zu jugendschutz.net:<\/p>\n<p>jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und L\u00e4ndern f\u00fcr den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Jugendministerien haben jugendschutz.net 1997 gegr\u00fcndet. Die Stelle ist seit 2003 an die Kommission f\u00fcr Jugendmedienschutz (KJM) angebunden und recherchiert Gefahren und Risiken in jugendaffinen Diensten. Sie fordert Anbieter und Betreiber auf, ihre Angebote so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche sie unbeschwert nutzen k\u00f6nnen. Finanziert wird jugendschutz.net von den Obersten Landesjugendbeh\u00f6rden, den Landesmedienanstalten und dem Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend.<\/p>\n<p>jugendschutz.net nimmt \u00fcber seine Online-Beschwerdestelle Hinweise auf Verst\u00f6\u00dfe gegen den Jugendmedienschutz entgegen. Verst\u00f6\u00dfe im Netz k\u00f6nnen gemeldet werden unter: www.jugendschutz.net\/hotline<\/p>\n<p>Quelle:bmfsfj.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Aus Spa\u00df wird Ernst: Gef\u00e4hrdungen von jungen Menschen im Netz nehmen zu Jahresbericht von jugendschutz.net registriert hohe Zahl an gef\u00e4hrlichen Mutproben \u2013 Betreiber m\u00fcssen Schutzkonzepte verbessern Nagellackentferner auf der Haut anz\u00fcnden, auf fahrende Z\u00fcge klettern, an einer Steckdose einen Kurzschluss erzeugen: Kinder und Jugendliche werden im Netz immer h\u00e4ufiger zu hochgef\u00e4hrlichen Mutproben animiert. 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