{"id":12829,"date":"2019-09-01T07:55:12","date_gmt":"2019-09-01T05:55:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=12829"},"modified":"2019-09-01T07:55:12","modified_gmt":"2019-09-01T05:55:12","slug":"bundesagrarministerin-kloeckner-stellt-erntebericht-2019-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=12829","title":{"rendered":"Bundesagrarministerin Kl\u00f6ckner stellt Erntebericht 2019 vor"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Bundesagrarministerin Kl\u00f6ckner stellt Erntebericht 2019 vor<br \/>\nGetreideernte f\u00e4llt unterdurchschnittlich aus \u2013 Nationale Ackerbaustrategie soll Landwirten Handlungsoptionen zur Anpassung an Klimaver\u00e4nderungen aufweisen<\/p>\n<p>Die Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, Julia Kl\u00f6ckner, hat heute in Berlin den Erntebericht 2019 vorgelegt. Damit gab die Ministerin das vorl\u00e4ufige Ergebnis der diesj\u00e4hrigen Raps und Getreideernte bekannt. Grundlage des Berichts sind die festgestellten Ertr\u00e4ge der bisher ausgewerteten Probefl\u00e4chen aus allen Teilen des Bundesgebiets. F\u00fcr diese repr\u00e4sentative Ertragsermittlung werden jedes Jahr bis zu 10.000 Felder herangezogen.<\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner: \u201eBei der Ernte geht es um unsere Nahrungsmittelsicherung und f\u00fcr unsere Bauernfamilien um die Fr\u00fcchte ihrer harten Arbeit &#8211; es geht um ihr Einkommen, von einer Ernte lebt eine ganze Familie. Die Ertr\u00e4ge, das zeigt unser Erntebericht, sind erfreulicherweise besser als im Vorjahr, das f\u00fcr viele H\u00f6fe ein Katastrophenjahr war. Insgesamt f\u00e4llt die diesj\u00e4hrige Ernte bei Getreide und Raps aber unterdurchschnittlich aus. In einigen Regionen waren die Niederschl\u00e4ge auch in dieser Vegetationsperiode zu gering, um das Wasserdefizit aus dem Jahr 2018 auszugleichen. Deutlich wird, dass sich unsere Landwirte verst\u00e4rkt auf den Klimawandel einstellen m\u00fcssen! Sie sind die ersten, die die Auswirkungen unmittelbar sp\u00fcren \u2013 dabei unterst\u00fctzen wir sie in der Klimaanpassung und beim aktiven Klimaschutz. Noch dieses Jahr werde ich unsere Nationale Ackerbaustrategie vorstellen, die Handlungsoptionen aufweist. D\u00fcrrehilfen wird es in diesem Jahr aufgrund der Zahlen und Daten nicht geben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1513\" rel=\"attachment wp-att-1513\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1513\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik.jpeg 370w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die wichtigsten Ergebnisse des Ernteberichtes 2019:<\/p>\n<p>\u27a2 Erneut sind gro\u00dfe regionale Unterschiede festzustellen. Insbesondere in Brandenburg und Sachsen-Anhalt dr\u00fcckt sich die anhaltende Wasserknappheit in sehr niedrigen Hektarertr\u00e4gen aus. Deutlich besser als im Vorjahr schneiden diesmal Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ab. Je nach Bodenqualit\u00e4t und Niederschlagsverteilung unterscheiden sich die Ernteergebnisse bereits kleinr\u00e4umig erheblich.<\/p>\n<p>\u27a2 Die bundesdeutsche Erntemenge an Getreide einschlie\u00dflich K\u00f6rnermais wird nach derzeitigem Kenntnisstand bei rund 44,7 Millionen Tonnen liegen. Das sind knapp 18 Prozent mehr als im Jahr 2018. Der sechsj\u00e4hrige Durchschnitt, also das Mittel der Jahre 2013 bis 2018, wird damit jedoch um 3,3 Prozent verfehlt.<\/p>\n<p>\u27a2 Die Ver\u00e4nderungen zum Vorjahr sind teilweise auf bessere Fl\u00e4chenertr\u00e4ge zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Durchschnitt aller Getreidearten ohne K\u00f6rnermais liegt der bisher festgestellte Hektarertrag bei 68,3 Dezitonnen, das sind 13,1 Prozent mehr als im Jahr 2018.<\/p>\n<p>\u27a2 Dar\u00fcber hinaus spielen auch die ver\u00e4nderten Anbaufl\u00e4chen der einzelnen Getreidearten eine wichtige Rolle. Es wurden wieder in gr\u00f6\u00dferem Umfang ertragreichere Wintergetreidearten ausges\u00e4t. Der Anbau von Winterweizen wurde um 6 Prozent, der von Wintergerste um rund 12 Prozent und der von Roggen um fast 23 Prozent ausgeweitet.<\/p>\n<p>\u27a2 Besonders negativ hat sich die Trockenheit auf den Rapsanbau ausgewirkt. Zur Aussaatzeit Ende August\/Anfang September 2018 war die Bodenfeuchte vielfach zu gering. Manche Landwirte verzichteten daher ganz oder teilweise auf die Rapssaat. Weitere Best\u00e4nde mussten nach dem Auflaufen oder nach dem Winter umgebrochen werden, weil die Pflanzendecke zu l\u00fcckig war. Infolgedessen wurde 2019 mit rund 857 500 Hektar die kleinste deutsche Rapsanbaufl\u00e4che seit 1996 registriert.<\/p>\n<p>\u27a2 Der durchschnittliche Hektarertrag ist von dem entt\u00e4uschenden Vorjahresergebnis von knapp 30 Dezitonnen je Hektar auf 33,4 Dezitonnen angestiegen, liegt aber immer noch um 9,6 Prozent unter dem Mittel der Jahre 2013 bis 2018.<\/p>\n<p>\u27a2 Insgesamt werden damit in diesem Jahr nur knapp 2,9 Millionen Tonnen Raps geerntet. Dies sind 21,9 Prozent weniger als im vergangenen Jahr und 41,7 Prozent weniger als im sechsj\u00e4hrigen Durchschnitt.<\/p>\n<p>\u27a2 Die unzureichenden Niederschl\u00e4ge haben vielerorts auch Betriebe mit Viehhaltung erneut vor ernsthafte Versorgungsprobleme beim Grundfutter gestellt. Zwar konnte \u00fcberwiegend ein zufriedenstellender erster Schnitt von Gr\u00fcnland und Ackerfutterfl\u00e4chen erzielt werden Doch ab Juni war der Aufwuchs nur noch m\u00e4\u00dfig, sodass die Folgeschnitte meist nur wenig an Ertrag brachten. Weil oft auch keine Futterreserven aus dem Problemjahr 2018 mehr vorhanden sind, m\u00fcssen manche Betriebe bereits auf Heu und Silage aus der diesj\u00e4hrigen Ernte zur\u00fcckgreifen, um ihre Tiere zu versorgen.<\/p>\n<p>\u27a2 Bei Kartoffeln und Zuckerr\u00fcben sind die Ernteaussichten aufgrund der Trockenheit \u00fcberwiegend ebenfalls m\u00e4\u00dfig, soweit die Best\u00e4nde nicht beregnet wurden. Konkrete Angaben sind allerdings noch nicht m\u00f6glich, da die Ernte erst anl\u00e4uft (Zuckerr\u00fcben) bzw. noch andauert (Kartoffeln).<\/p>\n<p>\u27a2 Bei Obst wird es ein gutes Ergebnis geben. Bei \u00c4pfeln wird nach der gro\u00dfen Vorjahresmenge das Aufkommen im Marktobstanbau auf rund 946 000 Tonnen und von Streuobstwiesen auf rund 350 000 Tonnen gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>\u27a2 Optimistisch sind die Erwartungen ebenfalls f\u00fcr den Weinjahrgang 2019.<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Erntebericht 2019 kann unter www.bmel.de\/erntebericht&lt;http:\/\/www.bmel.de\/erntebericht&gt;<br \/>\nabgerufen werden.<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nUm die Anpassung der landwirtschaftlichen Betriebe an die Herausforderungen des Klimawandels zu unterst\u00fctzen, wurden diverse politische Ma\u00dfnahmen auf den Weg gebracht:<br \/>\n\u2022 Der Bund und die L\u00e4nder haben sich auf ein Hilfsprogramm zum Teilausgleich der Sch\u00e4den in existenzgef\u00e4hrdeten Betrieben geeinigt. Insgesamt sind f\u00fcr das Programm bis zu 340 Millionen Euro vorgesehen, die jeweils h\u00e4lftig von Bund und L\u00e4ndern bereitgestellt werden. Das Programm wird von den Landwirten gut angenommen.<br \/>\n\u2022 Das BMEL setzt sich f\u00fcr die Einf\u00fchrung der sogenannten Gewinngl\u00e4ttung ein. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde am 31.07.2019 vom Bundeskabinett verabschiedet und geht nun in das Gesetzgebungsverfahren.<br \/>\n\u2022 Das BMEL unterst\u00fctzt zudem die Einf\u00fchrung eines erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes f\u00fcr die Elementargefahr \u201eD\u00fcrre\u201c. Es soll auch hier der erm\u00e4\u00dfigte Versicherungssteuersatz wie bei anderen Elementargefahren in H\u00f6he von 0,03 Prozent der Versicherungssumme gelten und nicht weiter 19 Prozent der Versicherungspr\u00e4mie.<br \/>\n\u2022 Die meisten L\u00e4nder haben als \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen genutzte Brachfl\u00e4chen zur Futternutzung zugelassen.<br \/>\n\u2022 Das BMEL hat eine Verordnung auf den Weg gebracht, die es den Landwirten erm\u00f6glichen soll, auch den Aufwuchs von Zwischenfr\u00fcchten und Untersaaten, die als \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen angemeldet wurden, als Futter zu nutzen. Der Bundesrat muss dieser Verordnung allerdings noch zustimmen.<br \/>\n\u2022 Das BMEL wird Ende 2019 die Ackerbaustrategie vorstellen, die Handlungsoptionen und Hilfestellungen f\u00fcr die Landwirte anbieten wird, um sich an die kommenden Klima\u00e4nderungen anzupassen.<\/p>\n<p>Quelle:bmel.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Bundesagrarministerin Kl\u00f6ckner stellt Erntebericht 2019 vor Getreideernte f\u00e4llt unterdurchschnittlich aus \u2013 Nationale Ackerbaustrategie soll Landwirten Handlungsoptionen zur Anpassung an Klimaver\u00e4nderungen aufweisen Die Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, Julia Kl\u00f6ckner, hat heute in Berlin den Erntebericht 2019 vorgelegt. Damit gab die Ministerin das vorl\u00e4ufige Ergebnis der diesj\u00e4hrigen Raps und Getreideernte bekannt. 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