{"id":12686,"date":"2019-07-16T08:22:39","date_gmt":"2019-07-16T06:22:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=12686"},"modified":"2019-07-16T08:22:39","modified_gmt":"2019-07-16T06:22:39","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juli-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=12686","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2019"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2019<\/p>\n<p>Die Industriekonjunktur entwickelt sich weiterhin schleppend; der Gegenwind von der<br \/>\nAuslandsnachfrage bleibt sp\u00fcrbar. Die aktuelle Datenlage l\u00e4sst auch eine ruhigere Gangart im<br \/>\nDienstleistungsbereich erwarten. Damit deutet sich f\u00fcr das zweite Quartal eine schwache<br \/>\nkonjunkturelle Grundtendenz an. Die Produktion in der Industrie ist im Mai moderat gestiegen,<br \/>\nw\u00e4hrend die Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe kr\u00e4ftig gesunken sind. Das Baugewerbe<br \/>\nverzeichnete ebenfalls sp\u00fcrbare Einbu\u00dfen. St\u00fctzend wirken die steigenden Einkommen der privaten<br \/>\nHaushalte und die fiskalpolitischen Impulse. Am Arbeitsmarkt macht sich die schw\u00e4chere Konjunktur<br \/>\nallm\u00e4hlich bemerkbar: Der Besch\u00e4ftigungsaufbau setzt sich mit gedrosselter Dynamik fort. Die<br \/>\nArbeitslosigkeit stagnierte im Juni.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=1513\" rel=\"attachment wp-att-1513\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1513\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/statistik.jpeg 370w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nNach einer \u00fcberraschend starken Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal deuten die<br \/>\naktuellen Konjunkturindikatoren auf eine verhaltene Entwicklung im zweiten Vierteljahr hin.[1] Die<br \/>\nSignale aus dem Dienstleistungssektor legen nahe, dass das starke Wachstum zum Jahresauftakt im<br \/>\nzweiten Quartal etwas nachlassen d\u00fcrfte. Zudem h\u00e4lt die industrielle Schw\u00e4chephase weiter an. Die<br \/>\nIndustrieproduktion hat sich zuletzt zwar auf niedrigem Niveau etwas erholt, zeigt aber schon seit<br \/>\ndem Jahreswechsel 2017\/18 eine abw\u00e4rtsgerichtete Tendenz. Die schwache Auftragslage und das<br \/>\neingetr\u00fcbte Gesch\u00e4ftsklima signalisieren, dass die deutlich ged\u00e4mpfte Industriekonjunktur anhalten<br \/>\nd\u00fcrfte. Zuletzt verzeichnete das Baugewerbe ebenfalls kr\u00e4ftige Produktionsr\u00fcckg\u00e4nge, allerdings von<br \/>\neinem sehr hohen Niveau aus. Auch wenn die Dynamik am Arbeitsmarkt im Zuge der konjunkturellen<br \/>\nAbschw\u00e4chung inzwischen nachl\u00e4sst, kommen von ihm nach wie vor merkliche binnenwirtschaftliche<br \/>\nAuftriebskr\u00e4fte. Die Besch\u00e4ftigung nimmt weiter zu, wenn auch verlangsamt, und Einkommenszuw\u00e4chse<br \/>\nstimulieren den privaten Konsum. Der Staat sorgt f\u00fcr fiskalische Impulse und f\u00f6rdert damit neben<br \/>\ndem privaten Konsum auch die staatlichen Konsum- und Investitionsausgaben. Nach der sich<br \/>\nabzeichnenden verhaltenen Entwicklung im zweiten Vierteljahr k\u00f6nnten die Auftriebskr\u00e4fte wieder<br \/>\nst\u00e4rker zum Tragen kommen, wenn sich das au\u00dfenwirtschaftliche Umfeld wieder beruhigen w\u00fcrde.<br \/>\nDerzeit bestehen jedoch erhebliche Abw\u00e4rtsrisiken, nicht zuletzt durch die Handelskonflikte, den<br \/>\nBrexitprozess und geopolitische Spannungen.<br \/>\nDie Weltkonjunktur befindet sich angesichts der genannten Risiken derzeit in einer Schw\u00e4chephase.<br \/>\nIm April waren sowohl bei der globalen Industrieproduktion als auch beim Welthandel r\u00fcckl\u00e4ufige<br \/>\nEntwicklungen zu beobachten. Die industrielle Erzeugung verlief dabei in den entwickelten<br \/>\nVolkswirtschaften und in den Schwellenl\u00e4ndern schwach. Der Stimmungsindikator IHS Markit PMI f\u00fcr<br \/>\ndie globale Industrie ging im Juni erneut zur\u00fcck und lag unter seiner Wachstumsschwelle. Das ifo<br \/>\nWeltwirtschaftsklima hat sich, nachdem es zuvor viermal in Folge zur\u00fcckgegangen war, im zweiten<br \/>\nQuartal zwar leicht erholt, blieb aber weiterhin unterk\u00fchlt. Vor dem Hintergrund dieser<br \/>\nIndikatorenlage und der Ballung globaler Risiken gehen die internationalen Organisationen von einer<br \/>\nweniger dynamischen, aber weiterhin aufw\u00e4rtsgerichteten weltwirtschaftlichen Entwicklung aus.<br \/>\nDie ged\u00e4mpften Impulse aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld spiegelten sich zuletzt in den deutschen<br \/>\nAusfuhren wider. So nahmen die Exporte von Waren und Dienstleistungen im Mai saisonbereinigt und in<br \/>\njeweiligen Preisen um 0,3 % ab. Im aussagekr\u00e4ftigeren Zweimonatsvergleich April\/Mai gegen\u00fcber<br \/>\nFebruar\/M\u00e4rz ergab sich ein noch deutlicheres Minus von 1,8 %. Aufgrund konstanter Ausfuhrpreise<br \/>\nd\u00fcrfte es in realer Rechnung in etwa genauso hoch ausfallen. Die Unternehmen gehen laut den ifo<br \/>\nExporterwartungen, die im Juni weiter gesunken sind, f\u00fcr die kommenden Monate von keinem<br \/>\nExportzuwachs mehr aus. Die Importe von Waren und Dienstleistungen sanken im Mai saisonbereinigt<br \/>\nund in jeweiligen Preisen um 1,4 %. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein Minus von 0,7 %. Die<br \/>\nEinfuhrpreise sind jedoch etwas gestiegen, sodass die Importe preisbereinigt deutlicher<br \/>\nzur\u00fcckgegangen sein d\u00fcrften. Der Leistungsbilanz\u00fcberschuss fiel in den ersten f\u00fcnf Monaten des<br \/>\nJahres 2019 mit 106,4 Mrd. Euro um 0,6 Mrd. Euro h\u00f6her aus als im Vorjahreszeitraum.<br \/>\nDie Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Mai leicht ausgeweitet (+0,3 %), nachdem im April<br \/>\neine kr\u00e4ftige Abnahme verzeichnet worden war. Die r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz in den letzten Monaten<br \/>\nspiegelt die Auftragsflaute und die weltwirtschaftliche Schw\u00e4chephase wider. Innerhalb des<br \/>\nProduzierenden Gewerbes waren zuletzt zwei gegenl\u00e4ufige Entwicklungen zu beobachten: W\u00e4hrend der<br \/>\nBausektor im Mai einen deutlichen R\u00fcckgang hinnehmen musste, konnte die industrielle Produktion<br \/>\neinen moderaten Zuwachs verzeichnen. Im aussagekr\u00e4ftigeren Zweimonatsvergleich April\/Mai gegen\u00fcber<br \/>\nFebruar\/M\u00e4rz verbuchte auch die Industrie einen Produktionsr\u00fcckgang von 1,2 %. Das Baugewerbe<br \/>\nverzeichnete einen noch deutlicheren R\u00fcckgang von 3,0 %. Innerhalb der Industrie wuchs im Gegensatz<br \/>\nzum April der Kfz-Bereich kr\u00e4ftig um 7,4 % und der Maschinenbau meldete ein leichtes Minus von -0,3<br \/>\n%. Die Entwicklung von Auftragseingangs- und Stimmungsindikatoren spricht daf\u00fcr, dass die<br \/>\nIndustriekonjunktur in den kommenden Monaten ged\u00e4mpft bleibt. Nach einer Stabilisierung auf<br \/>\nniedrigem Niveau in den Monaten M\u00e4rz und April haben die Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe<br \/>\nim Mai mit -2,2 % gegen\u00fcber dem Vormonat noch einmal deutlich abgenommen. Damit liegen sie nunmehr<br \/>\netwa 9 % unter ihrem durchschnittlichen Monatswert aus dem Jahre 2018. Das Gesch\u00e4ftsklima im<br \/>\nVerarbeitenden Gewerbe zeigt bereits seit dem Jahreswechsel 2017\/18 einen sp\u00fcrbaren Abw\u00e4rtstrend<br \/>\nund tr\u00fcbte sich im Juni nochmals etwas ein.<br \/>\nDie privaten Konsumausgaben nahmen im ersten Quartal 2019 \u00fcberraschend kr\u00e4ftig um 1,2 % gegen\u00fcber<br \/>\ndem Vorquartal zu. Einen vergleichbar gro\u00dfen Zuwachs hatte es zuletzt im dritten Quartal 2011<br \/>\ngegeben. Die Indikatoren am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass sich diese starke Entwicklung im<br \/>\nzweiten Quartal nicht fortsetzen wird: Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel (ohne Kfz) haben sich im Mai im<br \/>\nVergleich zum Vormonat um 0,6 % verringert. Die Neuzulassungen von Pkw bei privaten Haltergruppen<br \/>\nkonnten sich im Juni wieder etwas erholen (+1,3 %). Im gesamten zweiten Quartal 2019 gingen die<br \/>\nNeuzulassungen allerdings deutlich um 2,1 % zur\u00fcck.<br \/>\nDer Besch\u00e4ftigungsaufbau hat sich im Mai mit deutlich gedrosselter Dynamik fortgesetzt. Der<br \/>\nsaisonbereinigte Zuwachs der Erwerbst\u00e4tigkeit lag zuletzt bei 21.000 Personen, im ersten Quartal<br \/>\nwaren es im Monatsdurchschnitt noch 45.000 Personen. In den Ursprungszahlen wurden im Mai 45,3 Mio.<br \/>\nErwerbst\u00e4tige ausgewiesen. Auch die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung stieg im April<br \/>\nlangsamer als im Durchschnitt der letzten Monate. Die Arbeitslosigkeit stagnierte im Juni<br \/>\nsaisonbereinigt, in Ursprungszahlen ging sie um 20.000 Personen auf 2,2 Mio. zur\u00fcck. Sondereffekte<br \/>\ndurch die pr\u00e4zisere Erfassung von Betroffenen d\u00fcrfte es nach einer starken Korrektur im Mai in<br \/>\ndiesem Monat nicht mehr gegeben haben. Jedoch ist die Unterbesch\u00e4ftigung im Juni zum dritten Mal in<br \/>\nFolge gestiegen (+6.000 saisonbereinigt), was darauf hindeutet, dass sich die konjunkturelle<br \/>\nAbk\u00fchlung allm\u00e4hlich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Die Fr\u00fchindikatoren lassen<br \/>\nerwarten, dass dieser Trend in den kommenden Monaten weiter anh\u00e4lt. Die Wirtschaftskraft<br \/>\nstrukturschwacher Regionen zu st\u00e4rken, bleibt eine Herausforderung.<\/p>\n<p>Quelle:bmwi.bund.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2019 Die Industriekonjunktur entwickelt sich weiterhin schleppend; der Gegenwind von der Auslandsnachfrage bleibt sp\u00fcrbar. Die aktuelle Datenlage l\u00e4sst auch eine ruhigere Gangart im Dienstleistungsbereich erwarten. Damit deutet sich f\u00fcr das zweite Quartal eine schwache konjunkturelle Grundtendenz an. 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