{"id":12272,"date":"2019-01-26T08:54:47","date_gmt":"2019-01-26T07:54:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankensicht.de\/?p=12272"},"modified":"2019-03-09T07:53:30","modified_gmt":"2019-03-09T06:53:30","slug":"statement-von-aussenminister-heiko-maas-anlaesslich-des-arria-treffens-des-vn-sicherheitsrats-whats-next-for-women-peace-and-security-in-middle-east-and-north-africa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankensicht.de\/?p=12272","title":{"rendered":"Statement von Au\u00dfenminister Heiko Maas anl\u00e4sslich des Arria-Treffens des VN-Sicherheitsrats: \u201eWhat\u00b4s next for Women, Peace and Security in Middle East and North Africa"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\">Berlin:<\/span><\/p>\n<p>Statement von Au\u00dfenminister Heiko Maas anl\u00e4sslich des Arria-Treffens des VN-Sicherheitsrats: \u201eWhat\u00b4s next for Women, Peace and Security in Middle East and North Africa<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/?attachment_id=11996\" rel=\"attachment wp-att-11996\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11996\" src=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/greif2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/greif2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.frankensicht.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/greif2.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor f\u00fcnf Wochen habe ich den Irak besucht. Ich habe politische Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, in Bagdad und in Erbil. Ich hatte auch Gelegenheit, drei Frauen zu treffen. Diese Begegnung l\u00e4sst mich seitdem nicht los.<br \/>\nDie drei Frauen stammen aus Mosul. W\u00e4hrend der Terrorherrschaft des IS wurden zwei von ihnen von IS-K\u00e4mpfern vergewaltigt. Die dritte Frau war mit einem sp\u00e4teren IS-K\u00e4mpfer verheiratet.<br \/>\nSie alle bekamen Kinder von diesen M\u00e4nnern und konnten sich schlie\u00dflich in IDP-Camps in Sicherheit bringen.<br \/>\nAls sie nach der Befreiung Mosuls in ihre Heimatstadt zur\u00fcckkehren wollten, wurden sie versto\u00dfen. Ihre M\u00e4nner waren tot. Ihre Kinder galten als IS-Bastarde.<br \/>\nIhnen blieb nichts anders \u00fcbrig, als in die Trostlosigkeit des Camps zur\u00fcckzukehren. \u201eAber wir h\u00f6ren nicht auf zu k\u00e4mpfen\u201c, sagten sie mir.<br \/>\nMeine Damen und Herren,<br \/>\ndiese Frauen stehen f\u00fcr unz\u00e4hlige Frauen, die \u00e4hnliches durchleben. Tag f\u00fcr Tag.<br \/>\nWie etwa in Syrien, wo sexuelle Gewalt gezielt als Kriegswaffe eingesetzt wird. Das ist die perfide Realit\u00e4t fast aller Konflikte unserer Zeit.<br \/>\nWenn wir von \u201eFrauen, Frieden und Sicherheit\u201c reden, dann geht es nicht um abstrakte Szenarien. Es geht um menschliche Schicksale.<br \/>\nUnd es geht darum, was wir tun k\u00f6nnen.<br \/>\nWas kann der Sicherheitsrat tun, um sexuelle Gewalt gegen Frauen in Konflikten zu verhindern?<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir tun, um Frauen volle politische und wirtschaftliche Teilhabe zu erm\u00f6glichen?<br \/>\nDie kurze Antwort lautet: Mehr!<br \/>\nUnser Treffen heute findet deshalb bewusst zu Beginn unserer Mitgliedschaft im Sicherheitsrat statt. Denn wir wollen die Weiterentwicklung und Umsetzung der Agenda 1325 zu einem Schwerpunkt machen.<br \/>\nDem Sicherheitsrat stehen daf\u00fcr viele Instrumente zur Verf\u00fcgung \u2013 die er leider nicht gen\u00fcgend nutzt.<br \/>\nWir haben uns deshalb vorgenommen, das Mandat der VN-Sonderbeauftragten durch eine Resolution zu st\u00e4rken.<br \/>\nUnd wir wollen Initiativen unterst\u00fctzen, die Verbrechen gegen Frauen dokumentieren, um die T\u00e4ter zur Rechenschaft zu ziehen. Denn fehlende Aufarbeitung bef\u00f6rdert bis heute eine \u201eKultur der Straflosigkeit\u201c.<br \/>\nUnd wir werden diese und weitere Schritte im April zum Thema einer offenen Debatte des Sicherheitsrats machen.<br \/>\nMeine Damen und Herren,<br \/>\nes ist ein gro\u00dfer Fortschritt, dass immer mehr L\u00e4nder im Mittleren Osten und in Nordafrika nationale Aktionspl\u00e4ne verabschieden.<br \/>\nUnser Treffen heute soll aber auch dazu dienen, nach der Umsetzung zu fragen.<br \/>\nDaf\u00fcr sind wir auf die enge Zusammenarbeit mit Ihnen, mit Vertretern der Zivilgesellschaft, angewiesen.<br \/>\nUnser gemeinsames Ziel muss es sein, dass der Sicherheitsrat die Rolle von Frauen in Konflikten und bei der Friedenssicherung immer mitdenkt. Deshalb wollen wir den Empfehlungen der \u201eInformal Expert Group of the Security Council on Women, Peace and Security\u201c mehr Sichtbarkeit und Gewicht verschaffen.<br \/>\nUnd wir alle m\u00fcssen uns fragen, was wir auf nationaler Ebene tun k\u00f6nnen.<br \/>\nIn Deutschland hat der Generalbundesanwalt 2014 Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen, die der IS in Irak und Syrien begangen hat.<br \/>\nEinen Schwerpunkt bilden dabei die schrecklichen Verbrechen gegen Jesidinnen. Unsere Justiz arbeitet dabei eng mit der zust\u00e4ndigen VN-Sonderbeauftragten zusammen.<br \/>\nWir haben in den letzten Jahren zudem mehr als 1.100 Frauen und Kinder in Deutschland aufgenommen, die Opfer der IS-Verbrechen in Irak geworden waren.<br \/>\nEine dieser Frauen war die heutige Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Nadia Murad. Viele werden sich an ihren eindringlichen Appell hier vor den Vereinten Nationen erinnern: \u201eIch flehe euch an, die Menschlichkeit nicht zu vergessen\u201c.<br \/>\n\u00c4hnliches haben die drei jungen Frauen in Irak zu mir gesagt. Diese Worte gehen mir nicht aus dem Kopf. Wir arbeiten \u00a0zurzeit mit irakischen Partnern an Projekten, um den Stimmen von Frauen Geh\u00f6r zu verschaffen. Es geht darum, Netzwerke zu schaffen, Teilhabe zu st\u00e4rken, einen Prozess der Vers\u00f6hnung zu starten.<br \/>\nAuch daf\u00fcr brauchen wir die Unterst\u00fctzung der Zivilgesellschaft. Ich freue mich deshalb auf einen m\u00f6glichst intensiven Austausch mit ihnen \u2013 heute, in den n\u00e4chsten zwei Jahren und dar\u00fcber hinaus.<br \/>\nWohin diese Arbeit f\u00fchren kann, das konnte ich ebenso im Irak erleben. In Bagdad habe ich einen Co-Working Space besucht, der auch in New York oder Berlin h\u00e4tte stehen k\u00f6nnen. Junge Irakerinnen haben dort v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich mit ihren m\u00e4nnlichen Kollegen an der Zukunft ihres Landes gearbeitet. Sie haben mit mir \u00fcber Demokratie, \u00fcber Medienfreiheit und \u00fcber Gleichberechtigung diskutiert. Auch das ist eine Realit\u00e4t im Irak.<br \/>\nEine Realit\u00e4t, die Hoffnung macht. Vor allem aber ist sie uns Antrieb. Antrieb, Frauen in Konflikten besser zu sch\u00fctzen. Ihre Rolle in Friedensprozessen zu st\u00e4rken. Ohne Frauen kann es keinen nachhaltigen Frieden geben. Wer das einmal verstanden hat, f\u00fcr den wird die Zahl 1325 zum Code f\u00fcr eine bessere, friedlichere Welt.<br \/>\nVielen Dank!<\/p>\n<p>Quelle: auswaertiges-amt.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin: Statement von Au\u00dfenminister Heiko Maas anl\u00e4sslich des Arria-Treffens des VN-Sicherheitsrats: \u201eWhat\u00b4s next for Women, Peace and Security in Middle East and North Africa Vor f\u00fcnf Wochen habe ich den Irak besucht. Ich habe politische Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, in Bagdad und in Erbil. Ich hatte auch Gelegenheit, drei Frauen zu treffen. 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