Paris – Berlin:

Europäische Arbeitsgruppe „Nachhaltige Tierproduktion“ berät in Paris über Forschung und Herausforderungen

Unter Vorsitz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) findet am Donnerstag und Freitag auf Einladung der französischen Partner das dritte Treffen der Europäischen Arbeits­gruppe „Nachhaltige Tierproduktion“ statt. Dabei stellen 18 Vertreter der Europäischen Mitgliedstaaten den Stand der Forschung im eige­nen Land für den Bereich nachhaltige Tierproduktion vor, hierbei werden auch Aspekte des Tierwohls eingebracht. Die Status-Quo Berichte dienen als Ausgangspunkt für die Beantragung eines neuen European Research Area Networks (ERA-Net) „Sustainable Livestock Production“, welches im laufenden Arbeitsprogramm der EU unter „Horizont 2020“ für 2015 ausgeschrieben ist. Mit dem von der EU bezuschussten In­strument des „ERA-Net“ sollen die Mitgliedstaaten die Forschungsförderung auf nationaler und europäischer Ebene mit Blick auf den Ausbau der wissenschaftlichen Kompetenz Euro­pas enger aufeinander abstimmen.

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Mit der steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen tierischen Lebensmitteln sieht sich die landwirtschaftliche Nutztierhaltung vor immer neue Herausforderungen gestellt. Dies sind nicht nur die Umweltauflagen und die effizientere Nutzung knapper, natürlicher Res­sourcen, sondern auch die Auflagen, die das Endprodukt in puncto Verbrauchererwartung und Lebensmittelsicherheit erfüllen muss. In diesem Spannungsfeld sehen sich die Landwirte dar­über hinaus bei der Vermarktung der tierischen Erzeugnisse dem internationalen Wettbewerb mit Ländern ausgesetzt, in denen oftmals nicht zuletzt aufgrund geringerer Auflagen deutlich günstiger produ­ziert werden kann. In Deutschland werden diese Herausforderungen zwischen Bund, Ländern und Vertretern der Wissenschaft seit langem diskutiert. Die Ergebnisse dieser Diskussionen spiegeln sich unter anderem bereits im „Forschungs- und Innovationsbedarf Nutztiere“ sowie in der „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher des BMEL“ wieder. Aufgrund der grenzüberschreitenden Verflechtungen der Land- und Ernährungswirtschaft ist jedoch eine enge Zusammenarbeit vor allem mit Partnern aus Europa unerlässlich. Vor dem Hintergrund, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Tierproduktionssektor in Europa weiterzuentwickeln und zu stärken, stellt die Arbeitsgruppe „Nachhaltige Tierproduktion“ des Ständigen Agrarforschungsausschusses der EU (SCAR) jetzt den Forschungsbedarf im europäischen Kontext zusammen. Dem integrier­ten Ansatz folgend wird das gesamte Spektrum der Tierproduktion mit Fokus auf die Nachhaltig­keits­aspekte Umwelt, Soziologie und Ökonomie betrachtet.

Quelle: bmel.bund.de

Von redaktion