Geschrieben am: Fr, Sep 3rd, 2021

Bundesumweltministerium veröffentlicht Nationale Moorschutzstrategie

Berlin:

Bundesumweltministerium veröffentlicht Nationale Moorschutzstrategie

Flasbarth: Nach Jahrhundert des Moor-Verlusts braucht Deutschland nun
Jahrzehnt des engagierten Wiederaufbaus

Das Bundesumweltministerium hat erstmals eine Nationale Moorschutzstrategie
veröffentlicht. Sie enthält die Grundsätze, Ziele und Maßnahmen, die
für einen erfolgreichen Moorschutz auf Bundesebene erforderlich sind. Rund
sieben Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen entweichen aus
entwässerten Moorböden. Durch die Entwässerung ist auch die für
Moorgebiete typische Artenvielfalt stark bedroht. Daher ist ein
ambitionierter Moorschutz wichtig: für Klimaschutz und Biodiversität,
für die Klimaanpassung und für eine nachhaltige Landwirtschaft.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: „Mit Moorschutz schafft man
vielfachen Nutzen. Moorschutz ist gut für das Klima, weil der Kohlenstoff
im Boden bleibt. Er ist gut für Deutschlands biologische Vielfalt, weil
viele Arten nur im Moor vorkommen, etwa Birkhuhn, Moorfrosch oder
Sonnentau. Und Moorschutz hilft bei der Anpassung an den Klimawandel, denn
Moore können die Folgen von Starkregen, Hochwasser, Dürre oder Hitze
abmildern. Mit der Nationalen Moorschutzstrategie schaffen wir die
Grundlage für einen konsistenten, zwischen Bundes- und Länderebene gut
verzahnten Moorschutz. Die Strategie baut auf einem breit angelegten
Beteiligungsprozess auf. Wir nehmen die darin geäußerten Anliegen ernst
und setzen daher auf ein ambitioniertes Minderungsziel für die
Treibhausgasemissionen und auf das Prinzip der Freiwilligkeit bei der
Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Klar ist, dass wir
nach einem Jahrhundert des Verlustes an Mooren nun ein Jahrzehnt des
engagierten Wiederaufbaus von Mooren brauchen.“

Mit der Erstellung und Veröffentlichung der Nationalen Moorschutzstrategie
folgt das Bundesumweltministerium einem Auftrag aus dem aktuellen
Koalitionsvertrag. Während die Länder ihre Maßnahmen zum großen Teil
bereits festgelegt haben, fehlen bisher die Festlegungen für die
Bundesebene. Diese Lücke wird durch die Moorschutzstrategie geschlossen
und somit eine solide Grundlage für die bevorstehende Unterzeichnung einer
Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Moorbodenschutz geschaffen. Damit stellt
die Nationale Moorschutzstrategie das auf Bundesebene notwendige Fundament
für einen ambitionierten Moorschutz dar und soll so direkt zum Klima- und
Biodiversitätsschutz beitragen.

Die Umsetzung von Moorschutzmaßnahmen, die zur Renaturierung und
Wiedervernässung degradierter und entwässerter Flächen z.B. bei
landwirtschaftlich genutzten Moorböden Nutzungsänderungen hin zu nassen
Bewirtschaftungsflächen und torferhaltendes Management umfassen, braucht
einen langen zeitlichen Vorlauf. Daher ist es besonders wichtig, beim
Moorschutz zügig Fortschritte zu machen. Es gibt viele Bereiche, in denen
auf Bundesebene dringender Handlungsbedarf für den Moorschutz besteht: von
der Finanzierung freiwilliger Wiedervernässungsmaßnahmen in der
Landwirtschaft über die Vorbildfunktion auf Bundesflächen bis hin zur
internationalen Zusammenarbeit und Forschungsförderung.

Die Moorschutzstrategie ist das Ergebnis eines breit angelegten
Beteiligungsprozesses, in den umfangreiche fachliche Expertise, aber auch
die Perspektive und die Sorgen vieler Menschen in den Moor-Regionen
eingeflossen sind. Es hat sich dabei bestätigt, dass das Grundkonzept der
Moorschutzstrategie richtig ist: Noch intakte Moore müssen konsequent
geschützt werden. Für entwässerte, derzeit land- und forstwirtschaftlich
genutzte Moorböden soll es finanzielle Anreize für freiwillige
Wiedervernässungsmaßnahmen geben. Die landwirtschaftlichen Betriebe
dürfen mit dieser Herausforderung nicht alleine gelassen werden. Die
konkrete Ausgestaltung von Wiedervernässungsmaßnahmen kann nur in enger
Abstimmung mit den Ländern und Kommunen sowie allen Handelnden vor Ort
erfolgen. Die Rückmeldungen aus dem Beteiligungsverfahren zeigen aber
auch, dass eine Moorschutzstrategie auf Bundesebene dringend erforderlich
ist, um die nationalen und die internationalen Ziele beim Klimaschutz zu
erreichen.

Entwässerte Moorböden stellen weltweit eine bedeutende Quelle von
Treibhausgasemissionen dar. In Deutschland stammten im Jahr 2019 6,7
Prozent (ca. 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente) der
Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Moorböden infolge von
Entwässerungsmaßnahmen und Torfnutzung.

Die Nationale Moorschutzstrategie finden Sie unter
https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=ULLVynFvMyW3gm7NGqEnMykzK2u9SZ4Vu61CHN4PW3WBuBNZyf/roKSsg41K6FIQ

Weitere Informationen zum Thema Moorschutz erhalten Sie unter:
https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=jQ2j5DakTuG+7BU6SGgPPSkzK2u9Sf4Vu61CHN4PW3WBuBNZyf9LoKSsg41K6FIQ

Quelle:bmu.de



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