Geschrieben am: Di, Aug 3rd, 2021

Erstmals rollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen

Berlin:

Erstmals rollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen
Mehr als 50 Prozent dieser Elektrofahrzeuge sind rein batteriebetrieben.

Im Juli wurden laut Kraftfahrtbundesamt in Deutschland etwa 57.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen.
Damit erreichen Industrie und Bundesregierung das gemeinsame Ziel, eine Million elektrisch
betriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen1. Über die Hälfte davon sind rein
elektrische Fahrzeuge, die übrigen sind Plug-In-Hybride sowie Brennstoffzellenfahrzeuge.
Deutschland wird somit seinem Anspruch gerecht, Leitanbieter und Leitmarkt für diese wichtige
Mobilitätstechnologie zu werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Mit einer Million E-Autos auf deutschen Straßen haben
wir einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Unser Verkehr wird unumkehrbar auf erneuerbare
Energien umgestellt. Dieses Momentum wollen wir nutzen und werden daher den Innovationsbonus für
den Kauf eines E-Autos bis Ende 2025 verlängern. Das Ziel ist, dass E-Mobilität bis 2030 einen
entscheidenden Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leistet und unsere Autoindustrie und
ihre Beschäftigten die Transformation erfolgreich meistern. Das schafft schon heute neue
Wertschöpfung und Beschäftigung, beispielsweise im Bereich der Batteriefertigung.“
Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Eine Million Elektroautos stehen für millionenfach weniger
CO2-Emissionen im Verkehr. Denn sechzig Prozent der Treibhausgasemissionen des Verkehrs in
Deutschland entfallen allein auf Pkw. Jetzt müssen wir noch einmal durchstarten, um das Potenzial
der Elektromobilität vollends auszunutzen und die Klimaziele bis 2030 auch wirklich zu erreichen.
Elektrofahrzeuge sind im Pkw-Bereich die effizienteste klimafreundliche Option, denn sie bringen
die eingesetzte Energie ohne Umwege auf die Straße. Wer auf ein Elektroauto umsteigt, spart
obendrein Geld. Langfristig ist das Stromladen nämlich billiger als das Tanken an der Zapfsäule.
Und die Wartungskosten eines E-Autos sind viel geringer als beim Verbrenner. Nicht zuletzt
verursachen Elektrofahrzeuge weniger Lärm und schädliche Abgase und erhöhen so die Lebensqualität
in unseren Städten.“
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Eine Million Elektrofahrzeuge sind ein erstes, wichtiges
Ziel und ich freue mich, dass wir dieses gemeinsam erreicht haben. Um die Klimavorgaben bis 2030 zu
erreichen, müssen wir allerdings noch ambitionierter werden: 14 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 muss
laut Experten das neue Ziel lauten. Das schaffen wir nur, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.
Daher unterstützen wir vor allem den Ausbau der Ladeinfrastruktur – im öffentlichen wie auch im
privaten Bereich – aber auch Verkehrsträger mit bisher geringer Marktdurchdringung, wie
Nutzfahrzeuge und Busse.“
Seit Mitte 2020 hat die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Deutschland einen deutlichen Sprung
nach vorn gemacht. Das zweite Halbjahr 2020 war geprägt von neuen Rekorden bei den monatlichen
Neuzulassungen und allein in den ersten sieben Monaten 2021 wurden mit mehr als 350.000 Elektro-Pkw
etwa so viele E-Fahrzeuge neu zugelassen wie im gesamten Jahr 20202. Insgesamt fahren heute auf
deutschen Straßen etwa 60 Prozent mehr Elektrofahrzeuge als noch Ende 2020.


Unter den eine Million elektrisch betriebenen Fahrzeugen zählt das Kraftfahrt-Bundesamt 54 Prozent
rein elektrische Fahrzeuge und 46 Prozent Plug-In-Hybride.
Der Einsatz von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb ist ein zentraler Hebel zur Reduktion der
Treibhausgasemissionen des Verkehrs und somit zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung.
Neben den Treibhausgasemissionen sind auch die Luftschadstoffe des heutigen Straßenverkehrs
problematisch, vor allem Feinstaub und Stickoxide. Elektroautos haben keine Auspuffabgase, zum
Beispiel Stickoxide, und auch Partikelemissionen fallen nur durch Aufwirbelung und Abrieb an (wie
bei allen Fahrzeugen), aber nicht zusätzlich durch den Verbrennungsmotor. Elektroautos tragen also
dazu bei, dass unsere Städte lebenswerter und sauberer werden.
Förderung der Elektromobilität durch die Bundesregierung
Ausschlaggebend für diese sehr dynamische Entwicklung ist die Einführung der Innovationsprämie am
8. Juli 2020, mit der die Bundesregierung ihre Förderung beim Kauf eines Elektrofahrzeugs
verdoppelt hat. Auch das gesamte Maßnahmenpaket mit beständiger Forschungsförderung, dem Ausbau der
Ladeinfrastruktur und steuerlichen Maßnahmen hat zu diesem Erfolg beigetragen. Um die
Elektromobilität vor dem Hintergrund ihres gesamten Themenspektrums und unter Abdeckung einer
vollständigen Wertschöpfungskette voranzubringen, legen die verschiedenen Ressorts jeweils eigene
Förderprogramme auf.
Das BMU fördert im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“ Forschungsvorhaben zum Thema
Elektromobilität. Darüber entwickelt das BMU ökologische Standards für Elektrofahrzeuge und fördert
Forschungsvorhaben zum Recycling von Elektrofahrzeug-Batterien. Außerdem setzt das BMU seit dem
Jahr 2020 das im Rahmen des Konjunkturpakets beschlossene Flottenaustauschprogramm „Sozial & Mobil“
um, bei dem die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für Soziale Dienste finanziell unterstützt wird.
Ferner fördert das BMU den Einsatz von Elektrobussen im ÖPNV.
Das BMWi verantwortet mit dem Umweltbonus plus Innovationsprämie das Flaggschiffinstrument zur
Förderung der Pkw-Nachfrageseite. Im Rahmen des Programms „Elektro-Mobil“ unterstützt das BMWi
zudem Synergien zwischen Elektromobilität und Energiesystem sowie den Ausbau der
Wertschöpfungsketten der Elektromobilität in der Produktion. Mit der Ladesäulenverordnung regelt
das BMWi die zentralen Anforderungen an öffentliche Ladeinfrastruktur. Ein Schwerpunkt in der
Industriepolitik des BMWi ist die Förderung des Aufbaus einer heimischen
Batteriewertschöpfungskette. Mit zwei „wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse“
(IPCEIs) fördert sie das BMWi erfolgreich mit knapp drei Milliarden Euro. Fördermaßnahmen in den
Bereichen Batterietechnologie und Fachkräftesicherung flankieren die beiden Großprojekte.
Das BMVI stellt für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur vielfältige Fördermöglichkeiten
bereit. Zum Aufbau von 30.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten, wird in Kürze ein Programm mit
500 Mio. Euro starten. Mit der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur vor Ort“ wird seit April 2021
außerdem der Aufbau von Ladepunkten an attraktiven Orten des Alltags beschleunigt. Eine weitere
Förderrichtlinie zielt auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz und bei Firmenflotten
ab. Diese soll noch im Laufe des Sommers starten. Private Ladevorrichtungen werden nach weiterer
Aufstockung des Programms mit insgesamt 800 Mio. Euro gefördert.
Des Weiteren schreibt die Bundesregierung das „Deutschlandnetz“ mit mehr als 1.000
Schnellladestandorten aus. Bis Ende 2023 soll überall in Deutschland der nächste Schnellladepunkt
in wenigen Minuten erreichbar sein! Zudem existieren vielfältige Fördermöglichkeiten zur
verkehrsträgerübergreifenden Flottenelektrifizierung im kommunalen und gewerblichen Bereich, für
Forschung und Entwicklung und zur Umstellung von Nutzfahrzeugen und Bussen im Personenverkehr auf
alternative Antriebe. Diese betreffen u.a. die „Förderrichtlinie Elektromobilität BMVI“, die
kürzlich veröffentlichte „Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen
mit alternativen, klimaschonenden Antrieben, nebst Infrastruktur“ und die im
Notifizierungsverfahren befindliche „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im
Personenverkehr“.

Weitere Informationen
BMU-Förderprogramm „sozial & mobil“
BMU-Förderprogramm „Erneuerbar mobil“
BMWi-Förderung von Forschung und Entwicklung zur Elektromobilität
BMWi-Aktivitäten zur heimischen Batteriezellfertigung
BMWi-Überblicksartikel zur Förderung der Elektromobilität
BMVI-Förderung Ladeinfrastruktur
BMVI-Förderrichtlinie Elektromobilität
BMVI-Förderrichtlinie Nutzfahrzeuge
BMVI Förderung Busse im Personenverkehr

——————————-
1 Elektrofahrzeuge (inkl. Nfz, Busse, ohne Krafträder) im Bestand, Bezug zum Gesamtbestand am
1.1.2021 und unter Berücksichtigung der Neuzulassungen von Januar bis Juli (Abmeldungen nicht
berücksichtigt).
2 Fokus Elektro-Pkw, Berücksichtigung der Neuzulassungen der Monate Januar bis Juli 2021.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2021/08/20210802-erstmals-rollen-eine-million-elektrofahrzeuge-auf-deutschen-strassen.html

Quelle: abo-bmwi.de



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