Geschrieben am: So, Feb 7th, 2021

Bayerische Bioökonomiestrategie: Beitrag für die Mobilität von morgen

München:

Bayerische Bioökonomiestrategie: Beitrag für die Mobilität von morgen

Aiwanger: „Kraftstoffe aus Stroh und Holz wirken dem Klimawandel entgegen“

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrüßt den Ausbau der Bioethanol-Produktion aus den nachwachsenden Rohstoffen Stroh und Holz. Nach einem Gespräch mit dem Bereichsleiter Biofuels & Derivatives der Firma Clariant Produkte, Dr. Christian Librera, sagte Aiwanger: „Straubing ist eine Keimzelle der Bioethanol-Produktion in Deutschland. Die Kraftstoffe aus Stroh und Holz wirken dem Klimawandel entgegen und reduzieren die Abhängigkeit vom Erdöl. Zudem wird dieses Bioethanol der zweiten Generation aus Rest- und Abfallstoffen gewonnen und vermeidet dadurch die Tank-Oder-Teller-Diskussion. Umweltschutz, Wirtschaft und Landwirtschaft profitieren davon. Mit dieser Technologie ist Clariant ist ein hervorragendes Beispiel für die Transformation hin zu biobasierten Wertschöpfungsketten. Dass die Versuchsanlage in Straubing steht, ist kein Zufall. Als Region der nachwachsenden Rohstoffe ist Straubing wichtiger Impulsgeber und Motor bei der Energie- und Rohstoffwende und international bekannt für Forschung und Hochschulbildung im Bereich der grünen Biotechnologie. Mit unserer Bioökonomiestrategie Zukunft.Bioökonomie.Bayern stärken wir Straubing und geben Impulse für ganz Bayern.“

Clariant betreibt seit 2012 in Straubing eine eigene Demonstrationsanlage zur Erforschung und Skalierung der Produktion von Bioethanol der zweiten Generation. Dort werden aus Stroh und Schadholz jährlich bis zu 1.000 Tonnen Bioethanol produziert, das Kraftstoffen beigemischt werden kann. Darüber hinaus baut Clariant in Podari im Südwesten Rumäniens eine größere, kommerzielle Zelluloseethanol-Produktionsanlage. Die Anlage wird etwa fünfzigmal mehr Bioethanol produzieren als die bestehende Anlage in Straubing, denn die internationale Nachfrage ist groß. Die in Bayern entwickelte Technologie stößt weltweit auf großes Interesse. Die Produktionschargen sind bereits über fünf Jahre im Voraus verkauft. Zudem hat Clariant fünf Lizenznehmer in der Slowakei, Polen, Bulgarien und China gefunden, die ebenfalls die Technologie aus dem Freistaat nutzen werden. Die Bauarbeiten in Rumänien schreiten gut voran, sodass mit einer Einweihung im Sommer 2021 gerechnet wird.

 

Aiwanger: „Der Bau einer Produktionsanlage in Rumänien sowie Lizenzvereinbarungen zum Beispiel mit chinesischen Firmen zeigen, dass Technologie Made in Bavaria einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Hier kann ein bedeutender Exportzweig heranwachsen. Durch die Verwendung agraischer Reststoffe wird ein nachhaltiger und CO2-freier Biokraftstoff produziert. Das Bioethanol wird Benzin beigemischt, um unter anderem E10-Benzin herzustellen. Der Einsatz von E10 verringert im Vergleich zum Einsatz von herkömmlichem Benzin den Kohlendioxid-Ausstoß der Benzinmotoren. Es könnten viel mehr Autos diesen Kraftstoff tanken. Die Bundesregierung und die Autohersteller sollten darüber aufklären und Autofahrer offensiver informieren, dass die Mehrheit E10 bedenkenlos tanken kann, um die Umwelt zu schonen.“

 

Clariant-Bereichsleiter Librera ergänzte: „Die Nachfrage nach fortschrittlichen Biokraftstoffen steht und fällt mit den politischen Rahmenbedingungen. Hier benötigen wir ein starkes und stabiles Maßnahmenpaket der Bundesregierung inklusive der zügigen Umsetzung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED) II in den deutschen Rechtsrahmen.“

 

Aber nicht nur für die nachhaltige Mobilität von morgen steht Bioethanol auf dem Entwicklungsplan von Clariant. Erfolgversprechende Tests zeigen, dass auch einzelne Kunststoff-Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden könnten. Damit wären künftig beispielsweise Einkaufstüten herstellbar, bei deren Produktion die pflanzlichen Rohstoffe sogar CO2 aus der Luft aufnehmen und fixieren. Zudem gibt es Bemühungen, langfristig den Einsatz von Palmöl, etwa in Kosmetika und Lebensmitteln, durch Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen zu ersetzen.

Quelle: stmwi.bayern.de



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